Forum: Politik
Die Lage am Dienstag: Liebe Leserin, lieber Leser, guten Morgen,
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K:F 03.12.2019, 06:31
1. Berufspolitiker "Berlin" Systemfehler

Wer jahrzehntelang im Parlament sitzt, vertritt nicht die Bevölkerung sondern sich selbst. Der Systemfehler ist die fehlende Begrenzung der max. Verweildauer in den Parlamneten. Wenn Schäuble seit Jahrzehnten im Bundestag sitzt, was will so einer von der jeweiligen jungen Generation und deren Sorgen wissen? Nichts.

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humboldt_redivivus 03.12.2019, 06:31
2. Scholz

Bei allem Verständnis nach Gründen für das Scheitern von Scholz fündig zu werden, von Geywitz ist gar keine Rede mehr, greift die Erklärung ("Ressentiments gegenüber Berufspolitikern nach Max Weber") entschieden zu kurz. Scholz ist gescheitert, weil er nicht erkannt hat, dass er für die SPD-Politik der letzten Jahrzehnte stand, die zwar staatspolitisch vertretbar und vielleicht sogar notwendig war, aber der Kernklientel der SPD hohe Opfer abverlangt hat. Schröder hat den Sozialstaat umgebaut, aber die Lasten seinen Wählern zugemutet. Die CDU hat sich damals gefreut, dann brauchte sie nämlich nicht ran und sich mit Gewerkschaften und anderen legitimen Vertretern der "kleinen Leute" anlegen. Das haben die SPD-Mitglieder nicht vergessen und jetzt durfte erstmals genau darüber in Form des damaligen Mitarbeiters Scholz abgestimmt werden. Ja, und es ist ganz normal, wenn man denjenigen, die einem Einschnitte abverlangt haben, nicht auch noch dankbar ist. Dass die CDU es wahrscheinlich noch derber durchgezogen hätte, spielt keine Rolle, weil es eben Schröder war. Hinzu kommt, dass das Verhalten ehemaliger SPD-Granden von Clement angefangen (jetzt Neue Soziale Marktwirtschaft), Schröder (Jetzt Putin) und jüngst auch noch Gabriel den Eindruck vermittelt, vom Wasser zu predigen, aber selbst Wein zu trinken. Tja, wer die Mitglieder nach ihrer Meinung fragt, kriegt eben in einer demokratischen, geheimen Wahl das Ergebnis, was er verdient.
Zweitens: Dieses demokratische Recht auch nur im entferntesten mit der Stimmungsmache der AfD in Verbindung zu bringen und zu unterstellen, die Leute hätten eben etwas gegen "Berufspolitiker an sich" im Sinne Max Webers empfinde ich als ziemliche Anmassung. Das heisst doch in Klartext übersetzt: besser gar nicht ernsthaft abstimmen lassen. Nein, die SPD hat der Demokratie einen grossen Dienst erwiesen. Jetzt kommt es darauf an, ob der Diskussionsprozess auch weiterläuft. Das schafft Vertrauen und hilft übrigens auch gegen den Rechtsextremismus. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob ich mit meiner Ansicht richtig liege.

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MetaMestik 03.12.2019, 06:42
3. Respekt

hat Herr Scholz nicht nur dafür verdient, dass er sich der Wahl überhaupt gestellt hat, sondern auch sein weitgehender Verzicht auf Populismus. Ausgerechnet dies scheint jetzt abgestraft worden zu ein, das ist die eigentliche Tragödie. Oder wie ein Journalist passend schrieb: der SPD „Brexit- Moment“. In der seriösen Politik geht es um das Machbare, nicht um das Wünschenswerte oder um die pure Programmatik. Wer das verspricht, kann eben nicht gestalten und regieren. Jedenfalls nicht in einer auf Kompromisse ausgelegten Koalition. Und ja, das "Berufspolitikertum" kann problematisch sein, aber dafür steht nicht Olaf Scholz, sondern so mach prominenter "Groko-Gegner", der die Groko aus Angst ablehnt, dass für ihn selbst in einer geschrumpften Partei kein Platz mehr ist - und dem eine Alternative fehlt.

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sandnetzwerk 03.12.2019, 06:43
4. Berliner Blase

Ja, die ist es, die der AfD zu ihrer jetzigen Stärke verholfen hat. Bis heute hat niemand der Blasierten über eigenes Versagen nachgedacht. Der Wähler wird unflätig beschimpft und ihm Dummheit vorgeworfen. Dass vll 16 Jahre Stillstand, müdes Postengerangel und bürgerangewandtes Agieren die Ursachen sein könnten, kommt nicht in den Sinn. Ob Herr Scholz sympathisch bei einem Journalisten rüberkommt, ist egal. Ich unterstelle Kalkül. Der Bürger wählt und nicht eine Hand voll Journalisten. Scholz hat den Bürger auch komplett aus dem Blick verloren. Er sammelt immer mehr Geld, sorgt für den Berliner Selbstbedienungsladen und investiert nichts.

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dirkcoe 03.12.2019, 06:43
5. Die NATO

ist uns eine wichtige Antwort schuldig - wer bedroht uns denn?

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wiper 03.12.2019, 06:52
6. Pisatest

"Im Verlaufe des Interviews erfährt man aber, dass die Schüler beim neuen Pisa-Test auch einen Chat mit mehreren Teilnehmern erfassen und analysieren müssen. " Offensichtlich sind Pädagogen jetzt im Zustand völliger Verblödung angekommen.
Zu Scholz. Ein Mensch der die Gleichheit des Menschen programatisch vertreten will, aber Ungleichwertigkeit als primäres Ziel für wirtschaftlichen Erfolg miträgt, kann nicht Vorsitzender einer sozialdemokratischen Partei sein. Scholz ist ein machtbesessener Ignorant, dem einzig die eigene Karriere wichtig ist.

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Freidenker10 03.12.2019, 06:54
7.

Wenn Scholz ein so toller Politiker ist wie der Autor schwärmt, warum steht die SPD dann so bescheiden da? Scholz ist immerhin schon lange dabei. Nein, Scholz passt eher in die CDU und das merken zumindest die Mitglieder der SPD! Mit Scholz am Ruder wäre die SPD auf unter 10% weggebrochen!

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PeterAlef 03.12.2019, 07:03
8. ...Scholz könnte einem Leid tun...

...aber es gibt auch noch den Herr Kurbjuweit, der von seinen Präferenzen nicht lassen kann. Der die Fehler des Herrn Scholz gern übersieht...in der Hanseatischen Suppe.
Lernen Sie, Herr Kurbjuweit. Jammern Sie nicht. Niemand hätte einen Kanzler Scholz gebraucht. Den Finanzobersekretär.
Außer der versammelten, Deutschen Journaille. Armutszeugnis!

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JerryKraut 03.12.2019, 07:08
9. So, so

furchtbar professionell aber nicht immer Glück gehabt, der Olaf. Schon mal was von attribution bias gehört? Wenn es geklappt hat, waren es seine unschlagbaren Fähigkeiten, die zum Erfolg geführt haben, und wenn nicht, war es halt Pech. Ja, Pech gehabt, lieber Autor. So funktioniert das Leben nicht und die Politik schon gar nicht. Es trifft immer die richtigen Politiker.

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