Forum: Politik
Die Lage am Dienstag: Liebe Leserin, lieber Leser,
haresu 11.06.2019, 07:09
1. Russlandliebe?

Mag sein. Auch. Eher aber wohl so etwas wie Liebe zum starken Mann, zum Diktator. Beim Blick nach Osten blickt man im Osten Deutschlands ja gerne vorbei an den Sorgen Polens, den Ängsten der baltischen Staaten, den Angriffen auf die Ukraine. Nein, die Solidarität gehört Putin. So richtig weit mit der Liebe zur Demokratie scheint es in den neuen Ländern noch nicht zu sein. Noch mit einmal die angegebenen wirtschaftlichen Erwägungen sind besonders stichhaltig. Es ist doch Putin der die Lage in mehreren Ländern destabilisiert und Investitionen hemmt. Und selbst im direkten Handel mit Russland herrschen weiterhin Willkür und Rechtsunsicherheit. Und selbst wenn einem völlig egal ist wenn Journalisten im Knast landen wenn sie über Korruption berichten sollte man doch wohl immerhin wahrnehmen können, dass man als Handelspartner Russlands genau der ist, der die Schmiergelder am Ende bezahlt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Atheist_Crusader 11.06.2019, 08:13
2.

Na Versprechen machen können diese Leaver ja gut. Darin haben sie Übung. Im Einhalten nicht so sehr.

Steuersenkungen klingen toll, bis man sich dann fragt wo in ohnehin wirtschaftlich schwachen Zeiten dann die Steuereinnahmen herkommen sollen. Die wahrscheinluichste Antwort ist: nirgends, man senkt einfach die Ausgaben, angefangen mit dem sozialen Bereich.
Auch um den NHS müssen die Briten fürchten. Die Tories haben den über die letzten Jahre ja schon ziemlich kaputtgespart (was sie nun als "Beweis" nehmen, dass er nicht funktioniert) und der Brexit wird noch einige Sargnägel mehr liefern. Die USA drängen ja ohnehin darauf, das System mehr für Privatisierung zu öffnen, damit auch amerikanische Versicherer auf den britischen Markt drängen können - und in London ist man anscheinend wild entschlossen das Handelsabkommen mit denen zu unterzeichnen.
Es spricht also vieles dafür, dass das britische Gesundheitssystem sich zukünftig sehr viel mehr dem amerikanischen System annähern wird. Mit allem was dazugehört.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hausfeen 11.06.2019, 08:53
3. Der Kommentar trifft es doch. Eine reine Wahlkampfshow für ...

... den Teil des Ostens, der den strengen Staat durchaus gutiert(e). Und dass es sich oft auch auf Kinder und Enkelkinder überträgt, ist auch den Sozialwissenschaften bekannt. Demokratisierungsprozesse in Herz und Verstand sind eben mühselig, unerträglich langsam.
Zumal Jugendliche, die sich dem entgegen stemmen, das stockkonservative Landidyll verlassen und in die Städte flüchten. Die Wahlergebnisse spiegeln das wieder.
Allerdings, Herr Kretschmer: Russland-Versteher, glühende Verehrer eines erfolgreichen Autokraten gibt es in fast allen Parteien. Linke, SPD (Schröder!), FDP und CSU. Nur die Grünen sind davor. Die offene Gewalt gegen Fremde, Frauen und Quere wird da eben NICHT übersehen. So wurde in Russland die Gewalt in der Ehe wieder straffrei gestaltet. Nur so als Beispiel.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
geboren1969 11.06.2019, 09:10
4. Kurze Zusammenfassung

zu Boris Johnson: Johnson macht den Trump. Bin ja mal gespannt, ob ihm die Tories da auf dem Leim gehen. Der britische Wähler hat (leider) vorerst nichts mitzureden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cirus27 11.06.2019, 09:49
5. der mann muß robin hood falsch verstanden haben

den armen wegnehmen, um an die reichen verteilen zu können?
vielleicht soll die eu das alles bezahlen? oder sein bester freund donald?
jedenfalls kann man den briten - und vor allem den iren und nordiren - nur
wünschen, daß diese figur nicht plötzlich in downing street nr. 10 residiert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
meinerseits 11.06.2019, 13:45
6.

Zitat von hausfeen
... den Teil des Ostens, der den strengen Staat durchaus gutiert(e). Und dass es sich oft auch auf Kinder und Enkelkinder überträgt, ist auch den Sozialwissenschaften bekannt. Demokratisierungsprozesse in Herz und Verstand sind eben mühselig, unerträglich langsam. Zumal Jugendliche, die sich dem entgegen stemmen, das stockkonservative Landidyll verlassen und in die Städte flüchten. Die Wahlergebnisse spiegeln das wieder. Allerdings, Herr Kretschmer: Russland-Versteher, glühende Verehrer eines erfolgreichen Autokraten gibt es in fast allen Parteien. Linke, SPD (Schröder!), FDP und CSU. Nur die Grünen sind davor. Die offene Gewalt gegen Fremde, Frauen und Quere wird da eben NICHT übersehen. So wurde in Russland die Gewalt in der Ehe wieder straffrei gestaltet. Nur so als Beispiel.
"Goutieren" kommt, wie bekannt, vom französischen "goût", Geschmack. Und das Wahlergebnisse manches immer wieder widerspiegeln, ist ja auch schon bekannt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren