Forum: Politik
Die Lage am Donnerstag: Liebe Leserin, lieber Leser,
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tigga_nb 02.05.2019, 06:46
1. Erlaubt

Nun, natürlich darf Hr Kühnert seine Ansichten zum Besten geben, natürlich darf man ihn aber genauso dafür kritisieren. Es ist erstaunlich, daß immer noch so viele Menschen der Idee des Sozialismus nachhängen, einer Idee, deren Unbrauchbarkeit schon so oft praktisch nachgewiesen wurde und die die Menschen jedesmal in kollektive Armut, Unterdrückung und Unfreiheit gestürzt hat und gemeinsam mit dem Nationalismus für unsägliches Leid verantwortlich zeigt.

Immerhin erinnert aber dieser Vorstoß daran, was, zumindest in der Theorie, Ziel der SPD ist, nämlich die Überwindung einer Wirtschaftsordnung, die den Menschen, ebenfalls praktisch nachgewiesen, Wohlstand in breiter Fläche gebracht hat. Armut definiert sich heute ja eher als statistische Größe als an Mängel an Nahrung oder Gesundheitsversorgung, zumindest in den Industriestaaten.

Die Grünen scheinen ja ähnlich zu ticken, auch dort huldigt man ja zur Zeit den Verstaatlichungsideen. Schön wäre es zu überlegen, wie man gute Konzepte wie die Marktwirtschaft noch besser zu machen anstatt sich auf dem Müllhaufen der Geschichte unsinnige Ansätze hervorzuholen. Dafür bräuchte man zukunftsgerichtete Parteien.

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die Stechmücke 02.05.2019, 07:29
2. Eine sozial orientierte Politik,

die die soziale Spaltung überwinden will, ist nur möglich mit einer linken Ökonomie. Diese beginnt mit einem effektiven Mindestlohn und der signifikanten Erhöhung des Spitzensteueratzes, sowie einer Bildungsoffensive. Mit der SPD ist das nicht machbar. Interessant ist das Aufheulen bezüglich der Worte von Kevin Kühnert. Es sind fallende Schneeflocken im Hochsommer; wenn sie den Boden berühren sind sie auch schon geschmolzen.

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TheFunk 02.05.2019, 08:04
3. Am Ende wurde leider nichts gut

Zumindest bei Gerhard Schröder. Er hat sich weit von Partei und seinen eigenen Überzeugungen entfernt. Für die Zukunft braucht es Ideen, Visionen, Konzepte... "Weiter so" ist keine gute Idee. Wir sind nämlich im Turbo-Kapitalismus angekommen.

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ingo.adlung 02.05.2019, 08:19
4. Ich weiß nicht wen Sie mit dem Bürgertum meinen

... weil er tatsächlich jeden mit einem Mindestmaß an Verstand aufs tiefste verstört. Mag ja gewollt sein, aber jeder mit Sendungsbewußtsein sollte uns suspekt sein, vor allem wenn sie der Einfachheit geschuldet alle über einen Kamm scheren und sie vielleicht auch noch an ihre eigene krude Botschaft glauben sollten.

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AndreasKurtz 02.05.2019, 08:29
5. Kevin, Die Linke und Der Spiegel

Wenn Kevin es sagt, induziert das gleich mehrere Artikel und Headlines. Wenn die Linke es sagt, was sie sogar programmatisch macht, wird es nicht mal erwähnt und niemals diskutiert. Dass der Spüiegel eine Regierungsagenda vertritt und gegen alles ist, was von der Linken kommt, ist ja bekannt, aber es ist doch zuíemlich absurd, dass SPD und Kühnert jetzt als die Radikalen dastehen. Die Linke und ihr Programm aber überhaupt nicht mal erwähnt werden. Man will das Thema weiter diskreditieren und personifizieren, statt es wirklich mit Argumenten belegt zu debattieren.

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haresu 02.05.2019, 08:38
6. Wow!

Da trampelt der Kühnert mal ganz munter durch die neoliberale Landschaft und wird hier verteidigt? Das ist stark! So tief wie große Teile von Politik und Gesellschaft in seeliger Alternativlosigkeit vor sich hin schlafen kann ein kleiner Weckruf nicht schaden.

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archivdoktor 02.05.2019, 08:48
7. Super

Danke Kevin - die Wähler*innen wissen jetzt, dass die SPD den "demokratischen Sozialismus" einführen möchte. Natürlich haben die meisten Menschen, wahrscheinlich auch SPD-Mitglieder, das Parteiprogramm nicht gelesen und hatten keine Ahnung was ihre Oberen möchten! Jetzt können die Wähler*innen bei den nächsten Wahlen entscheiden, wo sie in Zukunft ihr Kreuzchen machen. Kann spannend werden - auf jeden Fall spannender als die letzten Wahlen...

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scratchpatch 02.05.2019, 08:49
8. Muss er halt warten

Klar kann ein Juso-Chef Ideen haben, die weit über die Ziele seiner Partei hinausgehen. Ein junger Mensch darf träumen. Nur ist er dann halt kein Hoffnungsträger der SPD mehr und dürfte auch nicht gefragt werden, ob man nun nach den Europawahlen die große Koalition fortsetzen soll oder nicht. Dafür hat er sich durch mangelnden Realismus disqualifiziert, wobei ich den Hype um seine Person sowieso nicht nachvollziehen konnte. Das ändert ja nichts daran, dass er sich ändern kann und vielleicht wie Gerhard Schröder sogar ganz oben stehen kann. Noch ist er ja jung.

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multi_io 02.05.2019, 08:50
9.

Zitat von AndreasKurtz
Wenn Kevin es sagt, induziert das gleich mehrere Artikel und Headlines. Wenn die Linke es sagt, was sie sogar programmatisch macht, wird es nicht mal erwähnt und niemals diskutiert.
Das wird wohl daran liegen, dass die Linke und die SPD unterschiedliche Parteien sind. Wenn die CSU jetzt plötzlich einen Veggie-Day fordern würde, würde das ja auch mehr "Headlines" hervorrufen, als wenn die Grünen das tun. Wenn Kühnert lieber bei den Linken wäre, soll er doch die Partei wechseln.

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