Forum: Politik
Die Lage am Montag: Liebe Leserin, lieber Leser,
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Korf 02.01.2017, 07:55
10.

Guten Morgen Herr Pfister, auch schon wach? Die Türkei Erdogans hat sich längst vom Westen abgewandt. Und sie zeigt es jeden Tag mit äußerstem Nachdruck. Und: Wenn wir Russland nicht in so unsäglichem Maße dämonisieren und verdammen würden, sondern stattdessen versuchten, Brücken zu bauen, müssten wir auch nicht fürchten, die Türkei in die Arme der Russen zu treiben. Das Paradox ist übrigens, dass selbst aus Russland derartige Säuberungsaktionen und Verhaftungswellen nicht bekannt sind, wie Erdogan sie umsetzt. Auch steht die Brutalität, mit der er gegen die Kurden vorgeht, der Russlands in Syrien oder der Ostukraine in nichts nach. Aber das ist Ihnen offensichtlich vollkommen egal. Es ist dem gesamten Westen vollkommen egal. Und das hat sehr viel mit unseren hochstehenden Werten zu tun, die am Ende beiseite geschoben werden, wenn der eigene Vorteil ins Hintertreffen gerät.

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1966logan 02.01.2017, 08:11
11. Naivität ist ein westliches Erscheinungsbild , Sowohl bei vielen Politikern und Medien

@hadron66 - dem kann ich uneingeschränkt zustimmen, er (Erdogan) wird auf niemanden hören, schon gar nicht auf den Westen (noch eher auf Putin, aber nur unter bestimmten Bedingungen). Deshalb halte ich die in Aussicht gestellte Visumfreiheit für total falsch, denn so könnten einige auf die Idee kommen nach Deutschland zu ziehen und von hier aus den "Kampf" gegen die Türkei führen. Das wäre nicht gut.

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Kurt2.1 02.01.2017, 08:50
12. .

Es geht nicht darum, ob wir die Türkei fallen lassen, sondern es geht darum festzustellen, ob die Türkei überhaupt das Gefühl hat, Hilfe zu benötigen. Das genau, sieht mir nicht danach aus.
Erdogans Auftritte, immer noch vollmundig, von keiner Selbstkritik geplagt, von den meisten Türken offensichtlich bejubelt, muss man wohl ihre eigenen Lehren ziehen lassen, ohne dass wir uns aus D als Besserwisser aufspielen und versuichen, etwas zu retten, was nicht gerettet werden möchte.
Ich denke, wir sollten die Türkei durchaus sich selbst überlassen.
Das schließt eine mögliche Visumsfreiheit aus, es beinhaltet das Ende von Beitrittsverhandlungen.
Falls sie eines Tages Hilfe benötigt, (frühestens in einer Nach-Erdogan-Zeit) kann sie sie bekommen, aber bitte nicht aufdrängen.

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stern1961 02.01.2017, 08:50
13. Erdogan hört auf die,

Die so die Welt sich wünschen: erstmal ordentlichen Krieg, dann die Teilung des Landes auf christlich (Instanbul=Konstantinopol), kurdisch und islamisch. Millionen Toten und Vertriebenen, Elend und Armut. Aus einem gut entwickelten Land zurük in die Vorataturkszeit. So die Verschwörungstheoretiker im Osten! Und was wenn dieses grauenvolle Scenario am Werk ist?

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jjcamera 02.01.2017, 08:51
14. Ja, aber...

Wir sollen die Türkei nicht "sich selbst überlassen?" Ich fürchte, Erdogan besteht darauf und verbittet sich jegliche Einmischung. Ja sogar guten Ratschlägen aus dem Ausland erteilt er stets eine drastische Abfuhr. So muss er wohl das Problem alleine lösen.

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seriphos02 02.01.2017, 08:55
15. Schweigen und Machterhaltung

Wieder ein Beispiel dafür, wie schädlich eine grosse Koaltion für eine Demokratie auf Dauer ist. Kein Diskurs, keine Konsequenzen. Und beste Aussichten auf eine Fortführung des Dilemmas. So wird ein Wahlergebnis per Deals uminterpretiert. Denn es war ja angeblich der Wille des Wählers. Solcherlei öffnet den "extremen" Parteien Tür und Tor.

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bernhard.geisser 02.01.2017, 09:04
16.

"Kaum ein Land wird derzeit so vom Terrorismus geplagt wie die Türkei". Ja, aber man muss gleichzeitig auch sagen: "Kaum ein Land bekriegt so brutal ein Minderheit im eigenen Land wie die Türkei".

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jjcamera 02.01.2017, 09:04
17. Änderungen?

Viele Politiker bei uns sagen: "die wollen, dass wir unsere Lebensweise ändern" (neben vielen anderen Herr Stegner heute im Moma). Man kann einen Feind nicht besiegen, wenn man ihn falsch einschätzt. Ich denke, es gibt tausend Dinge, die die Terroristen mehr wollen, als dass wir unsere Lebensweise ändern. Unsere Lebensweise ist nicht ihr Feind, auch wenn sie uns dafür verachten.
Allerdings wünschen sich viele Politiker hierzulande, dass wir unsere Lebensweise nicht ändern müssen, denn das bedeutet Arbeit, unbeliebte Entscheidungen treffen - und oft auch einen Sprung über ideologische Gräben.

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rieberger 02.01.2017, 09:12
18.

Das sich in der Türkei abzeichnende Abgleiten ins Chaos liegt bedauerlicherweise nicht in der Macht der Europäer zu ändern. Erdogan installiert einen islamischen Staat türkischer Prägung und empfindet alles, was nur etwas kritisch ist, als Zumutung und Einmischung. Die ehemalige säkulare türkische Republik setzt auf einen konservativen Islam (gibt es überhaupt einen fortschrittlichen Islam?), der ultrakonservative Islamisten an die Oberfläche spült, die sich durch Haß, Intoleranz und Feindseligkeiten gegen Andersdenkende und andere Religionszugehörigkeiten auszeichnen.
Die Entfremdung von Europa ist evident. Gleichwohl kann ein Chaos nicht in dem nationalen europäischem Interesse liegen.
Was tun? Wie so oft bei gegenwärtigen Krisensituationen ist sich die EU nicht nur nicht einig, sondern jeder Mitgliedsstaat sieht sein nationales Interesse, was den Motor und die Motivation unterschiedlichen Handelns ist.

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schmidthappens 02.01.2017, 09:14
19. was verstehen Sie unter...

"nicht sich selkbst überlassen"?
Ja was denn - entsprechend der Vorstellung eines Herrn Erdogan EU-Zahlungen und ansonsten keine Einmischung in die inneren Angelegenheiten?
Keine Sorge, Politiker die sich schon über einen lächerlichen Begriff wie "Nafris" echauffieren. die werden nichts "fallenlassen" und fleissig weiter zahlen!

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