Forum: Politik
Die Lage am Samstag: Liebe Leserin, lieber Leser,
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fuffel 19.03.2016, 09:57
20. da

Zitat von Skifahrer
Ich erlebe die Wut zurzeit viel weniger bei Anhängern oder Unterstützern der AFD, als vielmehr bei deren Gegnern. Selbst viele Journalisten scheinen nicht in der Lage zu sein, neutral und zunächst unvoreingenommen zu berichten; ganz zu schweigen von den gewalttätigen Attacken gegen Wahlkämpfer und Parteimitglieder. Ist so etwas demokratisch? Selbst wenn in manchen Talkrunden in unseren öffentlich rechtlichen Medien der Anschein erweckt werden soll, man wolle sich mit den Argumenten der AFD auseinader setzen, so gipfelt beinahe jede Diskussion in Wortklaubereien über politisch inkorrekte Aussagen, die evtl. von einzelnen Parteivertretern getätigt wurden. Echte Argumente werden selten ausgetauscht. Es scheint für viele Menschen - und das gilt für beide Seiten - sehr schwer zu sein, ihr eigenes Weltbild in Frage zu stellen und sich den Argumneten ihrer Gegner zu öffnen. Das traurige an dieser Situation ist für mich, dass selbst viele intelligente Menschen jedoch gerade diese Fähigkeit von den Anderen erwarten; ob es sich um unsere europäischen Nachbarn handelt, oder um Flüchtlinge aus dem arabisch-islamischen Raum. Aber warum sollten Andere ihre Weltanschauung in Frage stellen, wenn man selbst dazu nicht bereit ist? Mein Fazit jedenfalls lautet: Immer wenn Politik als Ideologie betrieben wird, hat die Demokratie bereits verloren.
ist schon etwas daran.

Liefen nicht aber sämtliche Gespräche mit der AfD auf ein Dementi ihrer zuvor geäusserten Forderungen hinaus?

Ähnlich wie bei Hr. Trump übrigens.

Und bei dem eigentlich (für mich) wichtigen Thema: Der massiven Schieflage einer gerechten Partiziation, möglichst breiter Teile der Bevölkerung an der Entwicklung.

geben diese Leute auch noch die falschen Antworten.

Es wird noch mehr Vereinzelung im freien Spiel des Marktes gefordert.

Es wird viel von "Nation" geredet und gemeint wäre was?

Abschaffung der Solidarität und Stärkung der Eigenverantwortung?

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zeisig 19.03.2016, 09:59
21. Es gibt keine deutsche Wut.

Täglich regen sich irgendwo auf der Welt Menschen über etwas auf, was die Politik zu verantworten hat. Ob französiche Bauern tonnenweise Tomaten oder Fisch vors Rathaus kippen, oder ob in Polen gegen die Mißachtung demokratischer Spielregeln demonstriert wird, ob Pegida auf die Straße geht oder ob jemand aus demselben Grund diesmal AfD wählt - das sind alles politische Willensäußerungen von Bürgern, die sich einmalig über etwas aufregen, was sie betrifft. Das sind deswegen noch lange keine "Wutbürger". Und außerdem ist das wie gesagt auch kein deutsches Phänomen.

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dieter 4711 19.03.2016, 10:04
22. Mein Wunsch, Sieg über Trump

Trotz Bedenken, wünsche ich Frau Clinton einen Sieg über Trump. So einen können wir nicht brauchen.

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lövgren 19.03.2016, 10:06
23.

Zitat von StefanZ.
Eine interessante Meinung vertreten Sie da. Denken Sie ernsthaft, dass die Merkelkanzlerschaft nur ein Erklärungsdefizit hat? Könnte es nicht vielleicht sein, dass ihr autistisches Regierungshandeln mittlerweile am besten als massives Legitimitätsproblem bezeichnet werden kann? Die Stellvertreterin der deutschen Bürger macht wissentlich und stur das Gegenteil von dem, was die Mehrheit der Bürger erwartet. Sowas wird allgemein als Charakteristikum von Diktaturen angesehen. Diese von der Diktatorin als ahnungslose Deppen behandelten Deutschen dann abfällig als Wutbürger zu bezeichnen ist sehr gewagt.
Erstaunlich, welchen Hass Ihr Rechtsaußen gegen Merkel entwickelt. Die Kanzlerin als "Diktatorin" zu bezeichnen, ist entweder eine absurde Beleidigung der Demokratie, eine absolute Unkenntnis über Diktaturen oder einfach nur tiefe geistige Armut. Wenn Sie sich als "ahnungsloser Depp" bezeichnen, ist das Ihr persönliches Ding. Die Deutschen als solche zu bezeichnen grenzt eher an gesundheitliche Probleme. Und ja, ich verstehe jeden Bürger, der sich Sorgen macht. Und nein, ich verstehe keinen Bürger, der deshalb rechtsextrem wählt oder solche verbalen Ausfälle produziert, wie Sie.

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JayMAF 19.03.2016, 10:12
24.

Zitat von muellerthomas
Wie kommen Sie darauf, dass am Volk vorbei regiert wird? Anscheinend übertragen Sie Ihre eigene Einschätzung einfach auf alle.
Ich würde mich an Ihrer Stelle ja schon etwas mit den Ursachen der Wahlzahlen auseinandersetzen.
In einem ZON-Kommentar hat ein Forist die durchaus bedenkenswerte Frage gestellt:
'BaWü hat 4% Arbeitslose, aber die AfD hat 14% der Wählerstimmen geholt. Woher kommen die restlichen 10%, wenn die AfD doch (angeblich) nur von rechten Dumpfbacken gewählt wird, sie der Unterschicht angehören?'
Eines kann man ich allen drei Ländern der AfD nicht absprechen: sie hat enorm die bisherigen Nichtwähler aktiviert.
Warum? Weshalb? Weswegen? Wie?

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bammy 19.03.2016, 10:14
25.

Das Problem unserer Politiker ist, das sie sich zu sehr auf die Sachlichkeit versteift haben und immer weniger die "Bauchgegend" der Wähler ansprechen.
Angela Merkel ist das potenzierte Paradebeispiel. Sie hat in 10 Jahren Bundeskanzlerschaft meiner Meinung wenig Fehler begangen, wenn man die Ergebniss sachlich betrachtet. Aber sie vergisst immer wieder die Bevölkerung dabei mit ins Boot zu holen. Sie hat Probleme sich und ihre Visionen dem Bürger so zu verkaufen, das er auch versteht, um was es geht. Und gerade in der Flüchtlingskrise, wo der Bürger dann diese Krise direkt vor seiner Haustür hat, genügt ihm nicht ein: "Wir schaffen das schon".
Wir brauchen wieder führende Politiker, die es schaffen, das Volk für was zu begeistern. Natürlich nicht für Krieg.
Aber das Gefühl geben, das man als Wähler auch gefragt ist, wenn nicht gerade ein Kreuz gemacht wurde. Und das was bewirkt wird. Leider wird uns als Volk vieles so übergebügelt, das wir das Gefühl haben, dem gegenüber ohnmächtig zu sein. Dadurch sind viele Leute Parteien aufgeschlossen, die ihnen halt das Gefühl geben, das deren Meinung gefragt ist. Und wenn es nur bei einem Thema ist.
Wenn man sieht, wie sich Wladimir Putin inszeniert und verkauft und wie viele ihn abfeiern und zujubeln, egal was er macht und wie schlecht es den Menschen dabei geht, dann sieht man, das Menschen nicht nur sachlich, sondern auch emotional von Politikern angesprochen werden wollen.

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fuffel 19.03.2016, 10:21
26. so

Zitat von papa55
einfach -wenn diese Regierung in allen Dingen genau das Gegenteil macht was das Volk will so kommt es irgendwann zu Spannungen. Man kann es überall sehen-in der Eurofrage,bei den Auslandseinsätzen der Bundeswehr,Flüchtlinge ect.Es wird genau andersrumgemacht der Souverän es möchte. Dann noch die verlogene und heuchlerische Politik gegenüber dem Volk. Kein Wort über all die Ungerechtigkeiten und wie man dem Steuerzahler das Geld aus der Tasche zieht um es für vermeindliche Rettungsmassnahmen den Spekulanten in den Rachen wirft
etwas nennt sich "Selbstermächtigung" :)

Sie überspringen einfach sämtliche gegebenen Möglichkeiten, sich in dem politischen Prozeß einer Wahl zu stellen und setzen Ihre Ideen gleich mit dem ganzen Volk gleich.

Ist es so schwer, einfach nur für sich zu sprechen?

Es bewertet doch kein Argument, wenn es aus einer Gruppe kommt.

Alle Bayern, alle Sachsen, alle Flüchtlinge, alle Deutschen, das ganze Volk ..?

Ist sehr anstrengend, ständig diese merkwürdige Legitimation für ALLE zu sprechen zu lesen.

Sie sind vielleich souverän - aber bestimmt nicht DER Souverän :)

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ruhepuls 19.03.2016, 10:23
27. Mehrheit der Deutschen?

Zitat von StefanZ.
Eine interessante Meinung vertreten Sie da. Denken Sie ernsthaft, dass die Merkelkanzlerschaft nur ein Erklärungsdefizit hat? Könnte es nicht vielleicht sein, dass ihr autistisches Regierungshandeln mittlerweile am besten als massives Legitimitätsproblem bezeichnet werden kann? Die Stellvertreterin der deutschen Bürger macht wissentlich und stur das Gegenteil von dem, was die Mehrheit der Bürger erwartet. Sowas wird allgemein als Charakteristikum von Diktaturen angesehen. Diese von der Diktatorin als ahnungslose Deppen behandelten Deutschen dann abfällig als Wutbürger zu bezeichnen ist sehr gewagt.
Eigenartig, dass Minderheiten sich gerne als Mehrheiten definieren. Wer sagt Ihnen, dass die "Mehrheit der Deutschen" so denkt?

Abgesehen davon: In unserer Demokratie entscheidet der Bürger bei Wahlen. Er wird aber nicht bei jeder Entscheidung gefragt, ob sie ihm gefällt. Dann gäbe es nämlich vermutlich überhaupt keine Entscheidungen mehr, zumindest keine, die mit Unannehmlichkeiten verbunden wären.

Die "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass"-Einstellung vieler Menschen, lässt sich in der Realität nun mal nicht verwirklichen.

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bekkawei 19.03.2016, 10:23
28.

Zitat von muellerthomas
Wie kommen Sie darauf, dass am Volk vorbei regiert wird? Anscheinend übertragen Sie Ihre eigene Einschätzung einfach auf alle.
Warten Sie doch einfach mal die BTW ab. Vorausgesetzt die Merkel' schen Alleingänge laufen weiter wie bisher und der Türkei-Deal läuft so schief, wie eiegtnlich zu erwarten ist -

Ich glaube dann wird auch Ihnen klar, dass dem größten Teil der Bevölkerung das nicht gefällt. Und die Ergebnisse werden erschütternd sein. Im wörtlichen und übertragenen Sinn.

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muellerthomas 19.03.2016, 10:24
29. @jaymaf

Eben, es waren 14%, bei weitem keine Mehrheit. Die AfD-Anhänger behaupten aber gerne, die große Mehrheit wäre gegen die Politik der Regierung (und der anderen etablierten Parteien).

Und ich behaupte auch nicht, nur Arbeitslose würden die AfD wählen, sondern zum einen Leute, die gegen die Flüchtlingspolitik sind und für die das das wichtigste Thema ist und zum anderen Menschen, die sich offenbar die alte Bundesrepublik zurück wünschen.

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