Forum: Politik
Die Lage am Samstag: Liebe Leserin, lieber Leser,
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Steve Holmes 25.02.2017, 09:52
1. Gerechtigkeit hat nichts mit Gleichheit zu tun

Die Einkommensverteilung ist aus vielen Gründen sehr ungleich. Das hat aber nichts mit Ungerechtigkeit zu tun. Ungerecht ist dagegen die erzwungene Gleichmacherei wie im Kommunismus. Deswegen sind die Menschen dagegen aufgestanden und haben sich für Freiheit und Kapitalismus entschieden.

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vliege 25.02.2017, 10:04
2. Der Reichtum

ist ungerecht verteilt, das hat nichts mit Ansichtssache zu tun, das ist ein Faktum. Wenn der Reichtum immer nur an den selben Händen kleben bleibt, dann läuft da etwas falsch im System. Die Schere geht seit 20 Jahren kontinuierlich und immer schneller auseinander. Das ist mitunter ein Grund, warum immer mehr Menschen auf der Welt Populisten, Extremisten oder Autokraten und ihre Versprechen wählen. Trump, Erdogan oder sogar der IS bedient sich der Ungerechtigkeit gegenüber dem "kleinen Mann" und hetzt gegen alles mögliche um an der Macht zu bleiben. Der wird widerum von diesen "Lautsprechern" schamlos ausgenutzt und bleibt enttäuscht zurück. Das Kapital (und deren Profiteure) ist Maß und Zügellos geworden , die Politik , die den gesellschaftlichen Auftrag hätte den sozialen Frieden aufrecht zu erhalten schwimmt in der Lobbyismus Soße mit und politische Karrieristen schielen auf einen gut dotierten Job im Anschluss an das Mandat und sind nicht mehr unabhängig. Die Profiteure tun alles um den Status Quo beizubehalten denn Politik kann man heutzutage ungeniert kaufen. Wo früher bei Ungereimtheiten ein Rücktritt die Folge War , wird heute am Stuhl geklebt und ausgesessen. Die Welt steuert auf eine Revolution und einen Krieg zu wenn nicht gegen gesteuert wird. Die Armen kommen und holen sich irgendwann ihren Anteil, da nützen den Megareichen ihre Bunker nichts.

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Palmstroem 25.02.2017, 10:08
3. So gut/ schlecht geht es den Deutschen

Das Video dazu klärt diese Frage anhand zweier Fakten - der Vermögensverteilung und der Relativen Armutsquote.
Leider ist die Frage aber damit nicht zu beantworten. Denn es gibt noch andere Faktoren, etwa die Umverteilungsquote oder Zurfriedenheit der Bürger mit ihrer Lebenssituation. Und sowohl bei der Vermögensverteilung als auch bei der Relativen Armutsquote muss man zwischen Deutschen und Migranten unterscheiden. Aber auch die Berechnung des Vermögens ist zweifelhaft - denn wenn Lebensversicherungen und Wertpapiere gezählt werden, aber 6 Billionen Ansprüche aus Renten und Pensionen unter den Tisch fallen, kann man auch darüber diskutieren. Und last not least - in 131 Ländern dieser Welt liegt der Durchschnittslohn unter Hart IV - Niveau und dabei ist die medizinische Versorgung und sind Pflegeleistungen noch nicht mitgerechnet.
Geht es uns also schlecht?

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n.wemhoener 25.02.2017, 10:10
4.

Gegen eine ungleiche Einkommensverteilung ist nichts einzuwenden.
Ungleichheit wird nur dann zu einem Problem, "wenn es keinen Zusammenhang mehr gibt zwischen individuellem Einkommen und individueller Leistung."

so hat es Norbert Lammert formuliert.

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allessuper 25.02.2017, 10:15
5. Soziale Ungerechtigkeit?

Sozial ungerecht, weil wir den Punkt erreicht haben, wo die Armen noch ärmer gemacht werden - und ihnen keine Chance einberaumt wird, am "normalen Leben" teilzunehmen. Die meisten Armen wollen keine Almosen, sondern aus eigener Kraft und mit den Ressourcen, die sie haben "dabei sein". Dazu gibt es inzwischen genug gesicherte Daten und Erfahrungen in unterschiedlichen Bereichen. (siehe auch http://enorm-magazin.de/arroganz-des-helfens). Genau dieser Punkt macht den sozialen Kitt, auf den wir stolz sein konnten kaputt. Ich frage mich immer, was daran so schwer zu verstehen ist - es sei denn, man WILL auf keinen Fall verstehen. Indessen werden Stiftungen gegründet, Ehrenämter geschaffen - und damit kaufen sich Reiche und Wohlhabende frei. Das erlaubt ihnen, nicht nur ihr Ego zu nähren ("ICH entscheide, wann ICH helfe), sondern auch die gesamten Ressourcen, die ihnen NICHT gehören, sondern allen weiter zu schöpfen: Trinkwasser, gesunde Luft, Bäume, Erholungsgebiete in der Natur usw. An dem Tabu will aber niemand rühren. Man will den fetten SUV fahren (auf Kosten aller), man will weiterhin entweder in den Süden fliegen (auf Kosten aller hier und dort), man will wichtig sein und weltweit reisen, zu Kongressen, für Business usw. (auf Kosten aller), man will Immobiliengeschäfte machen (auf Kosten aller, in den Großstädten wird jedes freie Quadratmeter zugebaut) und man kauft sich frei, wo immer nötig. Währenddessen werden Arme zur Kasse gebeten, wenn sie Sozialleistungen dringend benötigen. Unsinn? Nein! Realität! Ämter lassen sogar Menschen, die von Obdachlosikeit bedroht sind für möglichen Zugang zu einer Sozialwohnung bezahlen! Wenn Arme Schutz gegen Geldgeier brauchen, müssen sie Mitglied bei Sozialverbänden, Mieterschutz, Gewerkschaften und dergleichen mehr werden - ohne jede Garantie, dass ihnen dort geholfen wird - dies hat wiederum verschiedene Gründe. Und Arme müssen zuschauen, wie ihre Viertel gentrifiziert werden, wie Millionen in Projekte gesteckt werden, die niemals zustandekommen, oder die ausschließlich Reichen vorbehaltenw werden. Einem Großteil der Deutschen geht es gut, das stimmt. Aber einem Großteil geht es viel schlechter, als es diesem Land gut zu Gesicht steht. Soziale Gleichgültigkeit und Egoismus haben dazu geführt, eingeleitet durch Habgier, Aktionäre, Großkonzerne, Lobbyisten, Politiker. Bhutan hat sich das Bruttonationalglück auf die Fahnen geschrieben. Gibt es hier einen einzigen Politiker, der sauber ist, keine Geschenke annimmt, seine Einkünfte vollständig versteuert und das Wort genügsam kennt? Die sollen meine Stimme erhalten, denn die hätten begriffen, dass das Glück Einzelner vom Glück Aller abhängt. Wenn man das anwendet ergibt sich ziemlich vieles von selbst.

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vliege 25.02.2017, 10:25
6. @Steve Holmes

wahre Worte, jedoch werden sich die Menschen auch irgendwann gegen den Kapitalismus wenden, wenn der ihnen durch Gier, Geiz und Maßlosigkeit die Luft abschneidet. Das ist heutzutage m.M.n auch kein Kapitalismus mehr im klassischen Sinne. Wenn es Banken möglich ist "Werte" aus dem nichts zu schaffen oder das Giralgeld sprudeln zu lassen, läuft da etwas gehörig falsch im System Kapitalismus. "Steuersparmodelle" für steinreiche Konzerne, die eigentlich zum Erhalt der Infrastruktur herangezogen werden könnten muss die Allgenmeinheit abfedern. Die Abkopplung von der Realwirtschaft hin zu irrwitzigen Spekulantentum werden dem Kapitalismus irgendwann das Ende bereiten. Der Patient ist eigentlich schon Tot, wird aber durch Taschenspielertricks und Versprechen bis zum Sanktnimmerleindstag am Leben gehalten. Der Kapitalismus ist das beste mögliche System, jedoch nur wenn er für alle gleich gilt, dem ist heutzutage mitnichten so.

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Sandlöscher 25.02.2017, 10:34
7. Das ist das

Resultat des neoliberalen Raubzugs, der 1971 mit der Aufhebung der Goldbindung des Dolkars begann und den Banken das Schöpfen von ungedecktem Giralgeld ermöglicht. Vollendet wurde das unter Maggie Thatcher und Ronald Reagan, die mit Zerschlagung des Trennbankensystems das globale Spielkasiono eröffnet haben.
D hatte aus 2 Weltkriegen gelernt, dass die Soziale Marktwirtschaft für einen bestmöglichen Ausgleich sorgt, um radikalen Strömungen von links und rechts keine Chance zu geben.
Wir sehen momentan global, dass es im vielen Ländern gärt. Dem Faktor Arbeit wird mittlerweile offene Verachtung entgegengebracht. Dem Faktor Kapital werden alle Freiheiten eingeräumt und dieser hat sich auch Mithilfe der Globalisierung so aufgestellt, dass viele Menschen als sog. "Globalisierungsverlierer" diffamiert werden. Ich stimme einem Vorredner zu, dass wir auf eine neue Katastrophe zusteuern, wenn Menschen autokratische/antidemokratische Regierungsformem mittlerweile als echte Alternative ansehen, um die Gerechtigkeitslücke zu schließen.
Momentan haben wir eine Stimmumg wie Ende der 1920er/Anfang der 1930er Jahre. Der Ausgang ist bekannt.

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Mister Stone 25.02.2017, 10:40
8.

Zitat von Steve Holmes
Die Einkommensverteilung ist aus vielen Gründen sehr ungleich. Das hat aber nichts mit Ungerechtigkeit zu tun. Ungerecht ist dagegen die erzwungene Gleichmacherei wie im Kommunismus. Deswegen sind die Menschen dagegen aufgestanden und haben sich für Freiheit und Kapitalismus entschieden.
Die Freiheit des Kapitalismus besteht darin, alle andere Freiheiten bis zur Erstickung zu unterdrücken. Das Kapital kann sich alles kaufen. Grenzenlos. Nun mag man sagen, das hätte aber nichts mit Ungerechtigkeit zu tun, denn "die Menschen" hätten sich dafür entschieden. Aber ich frage mich, welche Menschen das waren. Waren das etwa "die Deutschen", denen es "so gut geht wie niemals zuvor"?

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ruhepuls 25.02.2017, 10:42
9. Verteilungsgerechtigkeit?

Es wird immer der Eindruck erweckt, das Geld sei ja da, es würde nur ungerecht verteilt. Nach diesem Bild sitzt sozusagen ein "Gott-Vater" (oder der Staat) irgendwo da oben und schüttet Geld herunter, nur eben sehr ungleichmäßig. Die Lösung wäre in diesem Bild also ganz einfach: Man nimmt alles Geld zusammen - und dann bekommt jeder das gleiche. Dann wäre alles gleich verteilt. Nur, wie geht es dann weiter, nach dem das Geld verbraucht ist? Sozialistische Länder haben gezeigt, was dann passiert. Alle werden gemeinsam ärmer, außer denen, die abhauen. Warum? Weil Geld (oder wenn nicht Geld, dann Nahrung, Kleidung, usw.) produziert werden muss. Die Motivation dazu kommt entweder durch direkten Zwang (Zwangsarbeit) oder indirekten Zwang (Geld verdienen müssen) oder das Recht, eigene Ideen umzusetzen (und deren "Früchte" zu ernten). Direkter Zwang führt immer zu Rebellion - und "Dienst nach Vorschrift" (wozu auch mehr tun, wenn man nichts davon hat..?). Warum soll jemand "ALDI" erfinden, wenn er nichts davon hat? Bis heute hat niemand eine Lösung für dieses Dilemma. Entweder man schafft Gleichheit - was aber nur geht, wenn man die Freiheit abschafft. Oder man "erlaubt" Freiheit - und das Ergebnis ist eine Ungleichheit, die meist auch im Laufe der Zeit zunimmt. Deutschland ist deshalb anscheinend besonders ungerecht, weil es ständig versucht, Gerechtigkeit auf dem Gesetzeswege (z.B. über Steuern) herbeizuregeln. Das Ergebnis sind dann immer kompliziertere Regeln, immer mehr Gängeleien - und mit denen kommen Reiche (und deren Berater) schlicht besser zurecht als der Normalbürger, der sich hier als hilflos überfordert erlebt. Leider hoffen immer noch viele Bürger, mit noch mehr Regeln würde es wieder gerechter. Wird nicht passieren, auch der Heilige Martin wird es nicht schaffen. Es hat noch keiner geschafft, egal in welcher politischen Farbe man angetreten ist. Man könnte natürlich alle paar Jahrzehnte wieder eine Revolution machen. Dann fangen wieder alle bei Null an - und das Spiel beginnt von Neuem. Nur, dafür geht es uns allen noch zu gut.

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