Forum: Politik
Die Lage am Samstag: Liebe Leserin, lieber Leser,
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StefanZ.. 17.06.2017, 08:24
1. Zum Spiegelartikel “Wer ist schuld”

Der Artikel leistet eine sehr gute Arbeit bei der Beschreibung der Elendszustände und bei der Auflistung all der gängigen quick and dirty Rezepte zur Behandlung von Symptomen. Allerdings hat all das Beschriebene nicht viel mit Nachhaltigkeit zu tun. Ich habe selbst Bekannte die bei FAO arbeiten, aber mit Verlaub, Phrasen vom Exekutivdirektor, daß wir uns (ganz nach dem Schmalspurmandat der Organisation) nur um die Landwirtschafts- und Verteilungsoptimierung kümmern müßten, damit auf dieser Basis locker vom Hocker 9, 12, 50, unendlich viele Milliarden Erdbürger gesund und wohlgenährt auf dem Planeten umherwandeln könnten, sind an Naivität kaum noch zu überbieten. Das klingt wie der andere Herr in Rom, der im Vatikan wohnt. Dabei ist doch in jedem einzelnen der aufgeführten Länderbeispiele gar zu offensichtlich, daß all die beschriebenen Elendszustände ohne die Vervielfachung der jeweiligen Einwohnerschaft niemals aufgetreten wären. Zurecht wird im Artikel von der stetigen Verschlimmerung der Folgen des Klimafaktors geschrieben. Aber auch dieser konnte nur zum wirklichen Problem werden, weil die riesige Masse von Menschen mittlerweile die natürliche Regeneration von Ressourcen unmöglich gemacht hat. Und das gleiche läßt sich sagen über Verteilungskriege, länderübergreifendem fanatischem Terrorismus, häufigere Pandemien, rasantem Tier-/Pflanzenartenaussterben etc. Warum sind wir nicht so ehrlich und gestehen uns ein, daß der Ausweg aus den vielen Krisen, die alle bei genauer Betrachtung auf die gleiche Grundursache zurückzuführen sind, nur darin bestehen kann, Obergrenzen für Familiengrößen einzuführen? Weltweit, mit diesbezüglich gleichen Rechten aber auch Pflichten in jedem Land. Es führt kein Weg daran vorbei. Es ist vielmehr eine Frage von wieviel schlimmer wollen wir die Lage erst werden lassen, bevor wir unseren Menschenverstand endlich benutzen.
In New York ist gerade die Leiterstelle des United Nations Population Fund freigeworden. Diese Organisation wurde einst zur Bekämpfung des Grundproblems unserer Zeit ins Leben gerufen. Warum wurde UNFPA noch nicht befragt, aus welchem Grund die Rückführung der Überbevölkerung absurderweise keinerlei Erwähnung bei den 17 Nachhaltigkeitszielen der Staatengemeinschaft für 2030 findet? Warum hat der 36-köpfige Aufsichtsrat (Deutschland zur Zeit Mitglied) dieser Organisation seit dem Jahr 1994 ohne jegliche öffentliche Diskussion dafür gesorgt, daß keinerlei Zielmargen mehr zur Verlangsamung und Beendung des 100 Millionen extra Einwohner/Jahr Verschlimmerns der Lage verfolgt werden? Nur weil eine Aufgabe wegen allerlei egoistischen Kurzsichtigkeiten und Befindlichkeiten unbequem ist kann man das Thema doch nicht verantwortungslos unter den Teppich kehren. Es gehört nach meiner Meinung, solange es noch von religiösen, Geld/Macht-Wachstumsfetischisten und sonstigen gewissenlosen Lobbyistengruppen verzerrt und tabuisiert und darum von der Politik wider besseren Wissens verheimlicht und nicht angepackt wird, regelmäßig auf die Frontseiten und in die Schlagzeilen.

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thequickeningishappening 17.06.2017, 08:49
2. # Helmut Kohl

Der Mann hat Großes geleistet. Ohne Ihn haette es Die Wiedervereinigung in der Form nicht gegeben! Er nutzte ein historisches Zeitfenster und musste Kompromisse machen. Ich habe Ihn als Landesvater von Rheinland-Pfalz erlebt, damals ein Vorreiter in Bildungspolitik! Mein Beileid an die Familie.

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jimbofeider 17.06.2017, 09:04
3. Mantel

Lieber Hr. Brinkbäumer, Sie haben natürlich recht, über Tote nichts schlechtes, denn sie können sich nicht wehren. Aber nur am Rande, was mir an Kohl extrem mißfallen hat war sein Pathos, das von sich selbst gerührt und begeistert sein.(Der Mantel der Geschichte, u.s.w.) Das hat mich abgehalten ihn zu Wählen und bis heute bin ich nicht unfroh darüber.m.f.G.

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i.dietz 17.06.2017, 09:13
4. Guten Morgen

Nein, Kohl war nicht "mein" Kanzler !
Wenn ich an ihn denke, fallen mir sofort der Soli und die Plünderung der Rentenkasse ein.
Gewiss hätte es aber die "drei Tage im September 2015" und die daraus resultierenden "Probleme" mit ihm nicht gegeben !

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hansfrans79 17.06.2017, 09:59
5.

Zitat von thequickeningishappening
Der Mann hat Großes geleistet. Ohne Ihn haette es Die Wiedervereinigung in der Form nicht gegeben! Er nutzte ein historisches Zeitfenster und musste Kompromisse machen. Ich habe Ihn als Landesvater von Rheinland-Pfalz erlebt, damals ein Vorreiter in Bildungspolitik! Mein Beileid an die Familie.
"..in der Form nicht gegeben", das wäre auch besser so gewesen.
Der sinnvollste Kommentar kam wohl von Ströbele: 16 Jahre kein Kriegseinsatz, DAS ist auch meine gute Erinnerung an Kohl.

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langenscheidt 17.06.2017, 10:07
6. Bei der Grabrede...

...... sollte man nichts Schlechtes sagen. Ansonsten ist das Schönreden und Verklären einer Person kein Makel. Es wäre zu dumm zu suggerieren, ein Mensch sei komplett ohne Fehl, ohne Makel und ohne Tadel.

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sonntag500 17.06.2017, 12:19
7. Eines blieb ihm verwehrt:

Der Friedensnobelpreis.
Da haben Andere befunden und sind den Verklärungen, dem Vergessen und Schönreden nicht erlegen.
Wobei: Obama bekam ihn.

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Pierre30 17.06.2017, 12:36
8. Kohl war ein in jeder Weise herausragender Politiker

Ein Staatsmann war er nicht. Es gab im 20. Jahrhundert nur drei Staatsmänner: Churchill, de Gaulle und Tito.

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hansriedl 17.06.2017, 12:40
9. Liest man das Buch von Kohl's Sohn Walter

"Leben oder gelebt werden"
kommt man zum Eindruck, dass Helmut Kohl, wie viele
andere Politiker auch, den Spagat zwischen angesehenem Staatsmann und banalem Familienleben nicht wirklich geschafft hat. Die Familie war ihm eher lästige Pflicht und eine Benutzeroberfläche für schöne Bilder in den Medien. Aber als Politiker hat er mehr Weitblick gehabt und verstanden, wie die meisten seiner Generation. Von heute gar nicht zu reden. Er hat es geschickt verstanden, die politische Einigungsernte einzufahren, die Helmut Schmid und Willi Brandt gesät haben.
Nach ihm kam der echte Sündenfall: die Bundeswehr im Krieg. Unter Kohl war die EU tatsächlich noch ein Friedensprojekt.

Danach kam der Kosovo-Krieg, NATO-Osterweiterung und schließlich der gewaltsame Sturz der gewählten Regierung in der Ukraine. Schluss mit Friedensprojekt. Grauslich.

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