Forum: Politik
Die SPD und Putin: Auch Pinochet war ein reizender Mensch
AP

Ein "strategischer Partner" sollte der Kreml sein - so stellte sich die SPD das vor. Eine Selbsttäuschung. Gerhard Schröders Kumpelei mit Wladimir Putin führt den Genossen schmerzhaft ihre gescheiterte Russland-Politik vor Augen.

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tatsache2011 07.05.2014, 13:59
310. Handel bringt Frieden

Zitat von blitzunddonner
mehr frieden verspricht allerdings, keinen cent mehr für russisches gas auszugeben....
Wenn kein russisches Gas gekauft wird, entsteht Frieden (?).
Im Gegenteil:
Wer Handel betreibt, führt keinen Krieg gegen seinen Handelspartner.

Damit die Ukraine uns nicht wieder das Gas aus Russland absperren kann, wurde die Gasleitung durch die Ostsee gebaut.

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Robert_Rostock 07.05.2014, 14:10
311.

Zitat von agua
Konnten die Leser in der vergangenen Woche bei spon in einem Artikel über die EU lesen, dass sich die EU in den vergangenen Jahren sehr schön erweitert hat ,(und friedlich) und zwar Richtung Osten. Nach der Wiedervereinigung wurde eine Osterweiterung ausgeschlossen. Vielleicht ist dieses Mal einfach übertrieben worden, auch wenn noch nicht aufgegeben wird, koste es, was es wolle?
Jetzt soll auch noch die EU-Osterweiterung nach der Wiedervereinigung ausgeschlossen worden sein. Und nicht nur die der NATO. Es wird ja immer besser...

War nicht bei der Krim immer die Rede von Selbstbestimmung der Völker, wurde da nicht immer auf das Referendum verwiesen?
In allen östlichen Beitrittsländern fanden vor der EU-Osterweiterung vor 10 Jahren Volksabstimmungen statt. Überall hat sich eine große Mehrheit (mindestens 2/3 der Stimmen) für den EU-Beitritt ausgesprochen.

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kajoter 07.05.2014, 14:24
312.

Zitat von wauz
Es war vielmehr der entschiedene Widerstand gegen die Raketenpolitik, die die Basis für das Vertrauen geschaffen haben. Dadurch wurde den Vorsichtigen unter den Funktionären klar, dass mit den Westdeutschen kein Krieg zu machen ist. Schröder und Fischer heben das einmal geschafft, zu durchbrechen, aber um den Preis so vieler Lügen, dass ein solcher Versuch kein zweites Mal mehr funktioniert!
So kann man es auch verdrehen - im Wolkenkuckucksheim. Die Strategie des Warschauer Paktes war erwiesenermaßen komplett auf Angriff ausgelegt. Wissen Sie überhaupt, wie viele swj. Divisionen in der DDR stationiert waren? Wie der Dienst in der Nationalen Volksarmee der DDR aussah, in der man sich über die Bndeswehr als einer "Frühstücksarmee" lustig machte? Bis zu Gorbatschow hätte man bei einer erkannten deutlichen Schwäche der NATO nicht gezögert anzugreifen. So wie man nicht zögerte, durch das brutale Eingreifen in der DDR, Ungarn und der Tschechoslowakei sogar das Territorium der Satelliten-Staaten zum Verbleib im Ostblock zu zwingen. Wenn hier über die Kuba-Krise als Negativ-Beispiel seitens der USA geschrieben wird, in der kein einziger Mensch sein Leben verlor, so werden obige Beispiele geflissentlich ausgeklammert. Aber das war der Kontext des damaligen Kalten Krieges.
Es mag sein, dass ich durch ihn allzu stark geprägt wurde. Trotzdem sind Parallelen zum Heute mehr als augenfällig.
Eben so einseitig ist die Meriten-Verteilung an Gorbatschow, wenn es um die deutsche Einheit geht. Ich erkenne seine Verdienste voll und ganz an und wünschte, es gäbe mehr Politiker seines Schlages. Aber es war Bush sen., der Thatcher und Mitterand zum Teil mit rigorosen Mitteln umstimmte, doch noch der deutschen Vereinigung zuzustimmen.
Aber es scheint in diesem Forum en vogue zu sein, die positiven Seiten und Handlungsweisen der USA auszuklammern - genau wie die herausragenden Negativbeispiele der UdSSR, bzw. Russlands.

Wir haben momentan auf europäischen Boden drei politische Modelle. Das des autokratischen Russlands, das der EU und seiner Mitgliedsstaaten und das der neutralen Länder. Dass die ersten Modelle so gut wie keine Schnittmengen besitzen, wird angesichts Putins immer stärker werdenden innenpolitischen Restriktionen und Machtkonzentration auf seine eigene Person immer deutlicher. Angesichts dessen ist es völlig legitim und normal, dass sich gerade die neutralen Länder in Richtung EU bewegen - und nichts anderes ist auf dem Maidan geschehen. Hier von einer Kriegshetze und Manipulation der EU zu sprechen, ist schon sehr realitätsfremd.
Wenn Herr Putin also seinen Einflussbereich behalten oder erweitern möchte, müsste er die Attraktivität und Verlässlichkeit Russlands deutlichst verbessern. Ansonsten wird er eben die letztlich souveränen und damit eigenverantwortlichen Nachbarstaaten an die EU "verlieren". Ich billige Russland in dieser Frage keine Sonderrolle als schützenswerte Großmacht zu, der man ein gesteigertes Eigeninteresse als quasi naturgegeben zu Füßen legt.

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UM Pieper 07.05.2014, 14:24
313. Hilfe zur Selbsthilfe

Zitat von mariameiernrw
Oh nein, warum hat SPON die Reihenfolge der Kommentatoren geändert? Am Montag habe ich immer viel wegen des Wochenanfangs zu tun und werde deswegen glücklicherweise nicht von Herren Fleischhauer und seiner meinert Meinung nach schrägen Argumentation belästigt. [...] .
Das werden Sie auch dienstags nicht. Es ist ganz einfach: Sie müssen lediglich nicht zu seiner Kolumne gehen und auf den Titel klicken.
Der Hinweis ist für ab nächster Woche. Gestern haben Sie sich ja dafür entschieden, sich belästigen zu lassen - und andere mit Ihrem Genöle zu belästigen.

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theresarain 07.05.2014, 14:38
314. Treffend

analysiert. Danke dafür. G. Schröder sollte der SPD schon seit seiner Aussage vom "lupenreinen Demokraten" peinlich sein. Die Grünen dagegen haben sich endlch von der "Ära Joschka" verabschiedet und sind damit für mich die derzeit einzig wählbare Partei.

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marxtutnot 07.05.2014, 14:44
315. Die Titelzeile reicht schon.

Mehr tue ich mir nicht an.

Gute Nacht Herr vonSchnitzler-Löwenthal

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theresarain 07.05.2014, 14:45
316.

Zitat von Blackwin62
Selten eine so treffsichere Kolumne gelesen. Richtig wohltuend, gerade auch die Analyse der Ostpolitik der Genossen und ihrer Ressentiments gegenüber der Wiedervereinigung. Ungern erinnere ich mich an Oskar Lafontaine, der in düstersten Farben die Zukunft eines wiedervereinigten Deutschlands malte.
Dazu muss man allerdings sagen, dass diese Zukunftsperspektive wesentlich realistischer war als die Aussage Kohls über angeblich in nahester Zukunft "blühende Landschaften" im Osten. Es sei denn, Herr Kohl hätte damit die durch Entvölkerung weitgehend wieder naturnahen Landstriche im Osten Deutschlands gemeint - was ich aber nicht annehme.

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mail2u 07.05.2014, 15:10
317.

Zitat von andreu66
Warum wird im Spiegel einerseits des 100. Jahrestages des Ausbruchs des !.Weltkrieges gedacht, in dem man alle möglichen Artikel veröffentlicht
Wir haben heuer nicht nur den 100 jährigen Jahrestag des ersten, sondern auch den 75 jährigen Jahrestag des zweiten Weltkriegs. Und der zeichnete sich dadurch aus, dass man die falschen Lehren aus dem Beginn des ersten zog. Mit der einfachen Behauptung von Parallelen kommt man also nicht weit. Mit einer Analyse der bestehenden Situation schon. Darin wertet die russische Diktatur das Selbstbestimmungsrecht der osteuropäischen Völker ihr Bündnis frei zu wählen als NATO Expansion und den Wunsch der lange unterdrückten Völker nach einem Leben in sicheren Grenzen und und garantierter Freiheit als Aggression. Genau dies lässt einen die Angst vor Russland und Putin verständlich erscheinen. Zumal dieses Russland niemals seine Geschichte und deren Verbrechen aufgearbeitet hat. Stalin wird von vielen immer noch als Held gefeiert. Und ein großer Teil der Bevölkerung ist offen anti westlich eingestellt. Was von der Regimepresse täglich befördert wird.

Zitat von andreu66
Putin ist autoritär und grenzdemokratisch und so vielleicht mit Erdogan zu vergleichen. Mir ist nicht bekannt, das Putin durch einen blutigen Putsch an die Macht gekommen ist und im Laufe seiner Herrschaft zehntausende Demokraten hat ermorden lassen.
Putin hat im 2. Tschetschenienkrieg Grosny mit Flächenbombardements aus der Luft und massivem Artillerietrommelfeuer ausradieren lassen. Etwas, was er durch seine Propaganda der ukrainischen Seite heute unterstellt, diese im Unterschied zu ihm aber nie unternommen hat. Es starben damals innerhalb von 14 Tagen 20.000 bis 30.000 Zivilisten.

Zitat von andreu66
Russland bleibt auch weiterhin das bevölkerungsreichste Land Europas, trotz intensivster Anstrengungen der Deutschen im 2.Weltkrieg. Russland ist rohstoffreich und Russland ist riesig, daher wird Russland immer wichtig sein und es muss die Aufgabe Europas sein, dieses Land näher an sich heran zu führen, statt es mit Hetze und dummer Propaganda und lächerlichen Sanktionen zum Gegner hochzuhypen. Gefragt ist mehr Steinmeier und weniger Rasmussen, Tusk, v.d. Leyen, Hagel usw.
Entschuldigung, die Hetze wird von den russischen Staatsmedien betrieben, die unisono behaupten, in Kiew würden die Faschisten regieren und diese würde KZs betreiben und Völkermord begehen. Wer solche Nachrichten in der Ostukraine täglich sieht und hört, der bekommt zwangsläufig Angst und greift zur Waffe. Das russische Regime ist somit direkt für die Eskalation in der Ostukraine verantwortlich.

Dagegen sehe ich keine Talkshow in unserem TV, zu der nicht russ. Offizielle oder Regimemedienvertreter eingeladen wurden. Der russische Standpunkt wurde auch von anderen Diskutanten in DE so massiv vertreten (z.B. bei Illner), dass diese Leute teilweise gar zu sagen brauchten und grinsend zuschauten.
Und wenn die Sanktionen so lächerlich wären, dann würden nicht die ausländischen Investoren ausbleiben, der Rubelkurs abstürzen, das Kapital aus Russland flüchten und die Börsenkurse einbrechen.

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