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Die Strache-Affäre: Warum wir das Video aus Ibiza veröffentlicht haben
Spiegel/Süddeutsche Zeitung/dpa

Woher das Strache-Video kommt? Das können wir nicht verraten, der Schutz der Quelle ist das höchste Gut im Journalismus. Warum wir es veröffentlichen? Weil es unsere Pflicht ist.

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larsmach 21.05.2019, 16:00
1. 72.000 Menschen arbeiten bei der Strabag...

72.000 Menschen arbeiten beim österreichischen Baukonzern Strabag - und viele mehr bei anderen Unternehmen. Diese ÖsterreicherInnen war der österreichische Vizekanzler bereit zu verraten, damit ein russischer Oligarch deren Aufträge (und somit die Jobs) übernehme! - Ich finde sehr wohl, dass Menschen in Österreich ein Recht haben, so etwas deutlich zu erfahren.

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felix_hauck 21.05.2019, 16:02
2. Wer ist der ominöse Bittsteller?

Die Veröffentlichung des Videos ist ja schön und gut. Nur wäre es von nicht geringem Interesse für die österreichische Öffentlichkeit zu wissen, welche vermeintliche Oligarchentochter hier Einfluss auf die Staatspolitik nehmen wollte oder es ggbf. sogar tat. Nichtsdestotrotz wirkt es, als ob die verantwortlichen Publikationen hier die Privatsphäre des vermeintlich milliardenschweren russischen Oligarchen gegenüber diesem öffentlichen Interesse priorisieren. Wir reden hier von politischer Einflussnahme im großen Stil, da könnte man zumindest debattieren, ob man das Gesicht der guten Frau veröffentlicht. Alternativ könnte es natürlich hier auch um Quellenschutz gehen. Sollte dies der Fall sein, so wirft das den Leak dieses Videos ebenfalls in ein komplett neues Licht.

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Teutonengriller 21.05.2019, 16:02
3. Als gesetz dem Fall

daß dies alles stimmt, war das natürlich eine noble Geste von Spiegel und Süddeutscher Zeitung, auch die Infos anderen Redaktionen auf Anfrage zur Verfügung zu stellen. Allerdings frage ich mich, ob es die Österreicher auch so sehen? Oder ob der Spiegel und die Süddeutsche die Quellle nicht hätten bitten können, sich an eine österreichische Zeitung zu wenden und um Veröffentlichung zu bitten? Quasi den Heimvorteil zu gewähren?
Ich würde mir als Deutscher blöd vorkommen, wenn eine Information von solcher Tragweite im Ausland publiziert würde. Wenn dann immer noch nichts passiert wäre, hätte man ja immer noch veröffentlichen können. Den Zeitpunkt vor der Wahl finde ich nicht kritisch. So etwas duldet wenig bis keinen Aufschub. Nicht,daß die FPÖ nachher noch eine ganze Truppe nach Brüssel entsandt hätte. Kostet ja auch alles Geld die Rücktreterei und Neuwählerei und dann für alle EU Europäer

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Shelumia 21.05.2019, 16:02
4. logisch

Es ist ja auf völlig unzweifelhaft, dass der Spiegel und die SZ so handeln mussten, wer das bezweifelt hat keine Ahnung von Journalismus. Es ist nur problematisch ein solches Video zu erstellen.

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Kasob 21.05.2019, 16:04
5. Nichts falsch gemacht

Genau dafür sind Journalisten da. Es war richtig und wichtig das Video zu veröffentlichen.

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Bergbauernbua 21.05.2019, 16:06
6. Sittengemälde

Herr van der Bellen hat in seiner PK soeben ja nicht den Spiegel oder die SZ kritisiert. Nur, der Effekt wird ausbleiben.
Es wird wohl eine österreichische Lösung geben.
Ich gehe davon aus, das Herr Kurz das Misstrauensvotum überstehen wird. Die noch offenen Ministerien werden von Experten besetzt.
Interessant ist ja, das die SPÖ wohl Kurz nicht stürzen wird.
Ansonsten, natürlich bleibt ein" Geschmäckle" wegen des Datums der Veröffentlichung. Und dieser Diskussion muss sich die SZ und der Spiegel auch stellen.

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astat 21.05.2019, 16:06
7.

Habt ihr völlig richtig gemacht. Und in dem Artikel auch gut erklärt. Das ist die Aufgabe des Journalismus. Dass die Meinung darüber jetzt auch auseinander gehen, gehört dazu. Einige von denen, die jetzt schimpfen, haben zuvor mehr investigativen und kritischen Journalismus gefordert. Am Ende kann man es eh nicht allein recht machen und muss der eigenen Berufsauffassung folgen. Ich sehe die Aufgabe des Spiegels (oder anderer Presseorgane) in dieser Sache aber noch nicht als beendet an. Viele Fragen bleiben offen. Dass die Quelle des Videos nicht genannt wird, versteht sich. Das ist in der Tat Teil des journalistischen Berufsethos. Trotzdem ist es eine wichtige Frage. Wer war das? Und warum hat er das getan? Wieso wurde das Video so lange zurückgehalten? Diese Fragen müssen beantwortet werden, sonst richten sie politischen Schaden an.

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phermana 21.05.2019, 16:08
8. Respekt!

Die beiden Politiker waren und möglicherweise sind keine Privatpersonen allein. Sie waren Entscheidungsträger sowohl in der Judiaktive als auch in der Exekutive. Die privaten Angelegenheiten, wenn sie auch zum Gespräch kamen, wurden auch nicht veröffentlicht. Deswegen ist die Veröffentlichung der Machenschaften der beiden Politiker eine enorme und respektvolle Leistung für die politische Meinungsbildung der Öffentlichkeit.

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mapcollect 21.05.2019, 16:09
9. Eine Falle zu stellen

ist für mich völlig in Ordnung. Wer so korrumpiert ist, gehört blossgestellt. Ich wünschte, deutsche Behörden dürften genauso arbeiten. Dass der Zeitpunkt der Veröffentlichung zufällig ist - sorry, aber das ist leider absolut unglaubwürdig. SPON hat sich entschieden, die Leser zu erziehen und nicht zu informieren. In Punkto Objektivität ist SPON für mich leider am wenigsten vertrauenswürdig von allen Leitmedien. Und jetzt dürft ihr Meinungshüter diesen Kommentar auch wieder zensieren.

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