Forum: Politik
Die Strache-Affäre: Warum wir das Video aus Ibiza veröffentlicht haben
Spiegel/Süddeutsche Zeitung/dpa

Woher das Strache-Video kommt? Das können wir nicht verraten, der Schutz der Quelle ist das höchste Gut im Journalismus. Warum wir es veröffentlichen? Weil es unsere Pflicht ist.

Seite 12 von 52
ostborn 21.05.2019, 18:09
110.

Zitat von felix_hauck
Die Veröffentlichung des Videos ist ja schön und gut. Nur wäre es von nicht geringem Interesse für die österreichische Öffentlichkeit zu wissen, welche vermeintliche Oligarchentochter hier Einfluss auf die Staatspolitik nehmen wollte oder es ggbf. sogar tat. Nichtsdestotrotz wirkt es, als ob die verantwortlichen Publikationen hier die Privatsphäre des vermeintlich milliardenschweren russischen Oligarchen gegenüber diesem öffentlichen Interesse priorisieren. Wir reden hier von politischer Einflussnahme im großen Stil, da könnte man zumindest debattieren, ob man das Gesicht der guten Frau veröffentlicht. Alternativ könnte es natürlich hier auch um Quellenschutz gehen. Sollte dies der Fall sein, so wirft das den Leak dieses Videos ebenfalls in ein komplett neues Licht.
Es war keine Oligarchentochter. Die Dame war ein Lockvogel, einigen Informationen nach mit lettischem Pass.

Beitrag melden
kuac 21.05.2019, 18:12
111.

Zitat von didel-m
Na gut, der Spiegel hat wie ein Roboter seine Pflicht getan Von mir aus. Eigentlich auch völlig wurscht Entscheidend ist die nun eintretende Wirkung. Und die wird so ganz und gar nicht so geradlinig wie erhofft sein. Das war absehbar und wird nun promt immer klarer: Kurz wird in der Versenkung der Wirtschaft verschwinden und die FPÖ kann sich derweil gemütlich in Stellung bringen, während sich die anderen zerfleischen. Da stellt sich dann schon die Frage, wer hier eigentlich wem hilft.
Ihre Frage stellt sich gar nicht, wenn das anders läuft als Sie es vermuten, bzw. sich wünschen.

Beitrag melden
gammoncrack 21.05.2019, 18:13
112. Wenn Sie gerade am Laptop geschrieben haben

Zitat von koenig-odenthal
Wie kann man eigentlich heimlich 6 Kameras installieren, ohne dass es jemand merkt?
und dieser eine eingebaute Kamera hat, dann sollten Sie eigentlich wissen, wie klein die heute sind und wie sie zu verstecken sind. Zum Beispiel in einem Kugelschreiber.

Beitrag melden
realist4 21.05.2019, 18:13
113. Gut gemacht

Der Spiegel hat richtig gehandelt und die Erläuterungen sind zu 100% nachvollziehbar. Soll einer mal die Leute verstehen welche hier rummäkeln. Warum sollen deutsche Medien nicht das Recht haben Informationen über ausländische Politiker zu veröffentlichen, das erklärt hier keiner der unzufriedenen. Was soll negativ sein wenn die Veröffentlichung vor einer Wahl geschieht? Im Gegenteil, gerade noch rechtzeitig!

Beitrag melden
Mesi0013 21.05.2019, 18:14
114. Erklärungsbedürftig

Es ist gut solche Sachverhalte an die Öffentlichkeit zu bringen. Nur weshalb geschieht das ausgerechnet wenige Tage vor der Europawahl nachdem eine längere Zeitspanne verstrichen ist? Welche Interessenslage herrscht und welche höheren Ziele kann man unterstellen? Ich wette man kann heute vielen Politikern eine ähnliche Falle stellen, die Erosion des Integreren betrifft nämlich alle politischen Farben.

Beitrag melden
k70-ingo 21.05.2019, 18:15
115.

Zitat von kareninbeanoid
... besteht die Gefahr, sich als Journalist/Zeitung zur Marionette mit geheimdienstlichen Mitteln agierender Kräfte zu machen, welche durch gezielte Kompromate Einfluss auf Politik, Medien, und Gesellschaft nehmen wollen. Spiegel stellt klar, so niemals agieren zu wollen. "Aber wenn wir das Material angeboten bekommen, verwerten wir es natürlich auch ...". Hier hat jemand - taktisch gut ausgeklügelt, technisch perfekt aufgezeichnet und strategisch gut direkt vor der Europawahl plaziert - den Herren von der FPÖ einen "sauberen" Hinterhalt gelegt. Es gibt im Strafrecht die "fruit of the poisonous tree" doctrine (nicht verwertbar ist, was illegal ermittelt wurde). Als Journalist müsste man diesbezüglich meiner Ansicht nach kritischer hinterfragen. Ansonsten kommen demnächst ständig perfekt orchestrierte Kompromate auf den Tisch, von wem auch immer, sauber "terminiert" vor der nächsten Wahl etc., und genauso gut getimed, dass Spiegel gerade noch die Echtheit des Materials verifizieren kann, so dass es rechtzeitig vor Wahlentscheidungen "on air" geht. - Einen Aufschrei gäbe es wohl nur, wenn das Material von einer deutschen Sicherheitsbehörde käme ... würde es Spiegel dann übrigens ebenso mit dem Informantenschutz halten???
[zitat] Ansonsten kommen demnächst ständig perfekt orchestrierte Kompromate auf den Tisch, von wem auch immer, sauber "terminiert" vor der nächsten Wahl etc., und genauso gut getimed,...[zitat]

Na und? Wo sehen Sie das Problem?
Wenn das ähnlich brisante Kompromate sind wie jetzt, dann können nicht genug davon veröffentlicht werden. Da gehen Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und politische Hygiene vor.
Es muß natürlich ähnlicher Qualität sein, unpolitische private Schmutzigkeiten wären albern.

Beitrag melden
taglöhner 21.05.2019, 18:16
116. Experten

Zitat von w.roemer1748
Auch wenn der Strache noch so naiv,dumm und besoffen war. Wieso schützen deutsche Medien diese „Informanten“.Diese betreiben nämlich keinen Investigativ-Journalismus sondern sind Straftäter nach Paragraph 26 StGB. Anstiftung zu einer Straftat.Hierbei reicht eine Herbeiführung einer verlockenden Situation aus nach deutschem Recht.Wallraff und Whistleblower sind Helden dagegen.!!
Hat niemand behauptet, dass die Produzenten des Videos Journalismus betrieben haben. Und Quellenschutz gibt es natürlich auch für potentielle Straftäter. Lesen Sie gelegentlich, was Sie kommentieren?
Übrigens: § 26 StGB gilt in Spanien nicht.

Beitrag melden
Franziskus 21.05.2019, 18:16
117. Faule Ausrede

Zitat von peterka60
Ich bin auch der Meinung, dass solche Sauereien publik gemacht werden müssen. Warum dass man aber nach monate- oder jahrelanger Recherche das Video ein paar Tage vor der Europawahl veröffentlicht wurde und nicht ein paar Tage danach, spricht Bände. Vielleicht fällt das ja einigen Wählern auch auf, dann wäre aber der Schuss nach hinten losgegangen.
Die Argumentation des Spiegels, dass sie nicht dafür verantwortlich sind, dass das Video kurz vor der Europawahl veröffentlich wurde, ist eine faule Ausrede. Der Spiegel und die Süddeutsche Zeitung hätten das Video auch nach der Europawahl veröffentlichen können. So entsteht der Eindruck, dass der Zeitpunkt bewusst gewählt wurde, um die höchstmögliche Wirkung zu erzielen. Wer das Video 4 Wochen vor der Wahl bekannt geworden, wäre die Wirkung verpufft. Wäre es eine Woche nach der Wahl gewesen, hätten sich nur wenige Menschen in Deutschland dafür interessiert. Ich hoffe, die Wähler fallen nicht darauf rein.

Beitrag melden
emil_erpel8 21.05.2019, 18:17
118.

Zitat von jetbundle
Der Spiegel hat leider vergessen dass die Verbreitung heimlich erstellter Tonaufnahmen auch strafbar ist. Ebenso wurde nicht erwähnt, dass sich der Spiegel zum Komplizen einer erheblichen politischen Manipulation gemacht hat. Diese Punkte hätten doch wenigstens im Artikel diskutiert werden sollen.
Ach, Sie tun ja so, als wäre da ein Politiker zu Fall gebracht worden durch ein Video, das ihn beim Wildpinkeln zeigt. Da könnte man eventuell von Komplizenschaft reden. Aber bei solchem Material, an dessen Veröffentlichung die Öffentlichkeit und der Staat an sich ein überragendes Interesse haben müssen, steht eine Nichtveröffentlichung doch überhaupt nicht zur Diskussion. Ein "normaler" Bürger hätte das zur Anzeige bringen müssen (wenn das österreichische Recht so ähnlich ist wie das deutsche), die Presse kann es stattdessen zum Ziel der Berichterstattung machen. Das ist Pressefreiheit in Aktion.

Beitrag melden
Nadja_im_Netz 21.05.2019, 18:18
119. Danke Spiegel und SZ!

Alles richtig gemacht.

Beitrag melden
Seite 12 von 52
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!