Forum: Politik
Die Strache-Affäre: Warum wir das Video aus Ibiza veröffentlicht haben
Spiegel/Süddeutsche Zeitung/dpa

Woher das Strache-Video kommt? Das können wir nicht verraten, der Schutz der Quelle ist das höchste Gut im Journalismus. Warum wir es veröffentlichen? Weil es unsere Pflicht ist.

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Tingletangle 21.05.2019, 16:09
10. wer einmal lügt...

...dem glaubt man nicht, und wenn er doch die Wahrheit spricht.

Leider bleibt trotz all der Beteuerungen ein mehr als fader Beigeschmack. Zu gut passt das Timing, zu gut die politische Gemengelage als dass all das nur ein Zufall sein kann. Vielleicht ist es einer, ich selbst muss leider sagen, mir fehlt der Glaube.

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Birs 21.05.2019, 16:11
11. Nein!

Imo wäre es eure Pflicht gewesen, das Material zunächst österreichischen Medien zur Verfügung zu stellen, die dann entscheiden hätten müssen, was damit passiert. So ist es eine Einmischung, eine Intervention, ausländischer Kräfte in interne nationale Angelegenheiten. Zumal ihr sagt, dass es nichts mit der Europa Wahl zu tun haben soll. Aber so wie hier geschehen geht das gar nicht.

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mreg 21.05.2019, 16:13
12. ....wieso kommt das Video erst jetzt

ein wenig wundert das Timing, nicht das die angeblichen Saubermänner nicht entlarvt werden sollten und gut das Sie es sindaber wieso wurde das Video nicht schon kurz nach seiner Entstehung veröffentlicht ? So kommen doch nur wieder feinste Verschwörungstheorien auf

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mwroer 21.05.2019, 16:14
13.

Es kommt zwar selten vor aber ich mit 100% einverstanden mit der Antwort des Spiegel. Alles schlüssig und alles korrekt - vor allem der Schutz der Quellen und der Zeitpunkt.

Offen bleibt leider im Artikel ob der Spiegel weiter recherchieren will.

Immerhin stellen sich ganz offensichtlich 2 Fragen und die sind, meiner Meinung nach, sehr wichtig.

1. Mit welcher Motivation wurde das Material gemacht?
2. Warum wurde es nicht vor der Nationalratswahl 2017 an die Medien gegeben?

Kurz erläutert: 'Strache und die FPÖ zu entlarven' kann schlecht die Motivation gewesen sein. Das hätte man vor den Nationalratswahlen 2017 genau so mit dem Video gekonnt. Wenn dies das Motiv war hätte man nicht 2 Jahre auf dem Material gesessen um es dann erst an die Medien weiter zu geben.

Das bringt dann die Frage zum Zeitpunkt noch mehr in den Fokus.

Ausgehend davon dass dieses Video, wie die SPÖ Schmutzkampagne gegen Kurz, die FPÖ viele Stimmen gekostet hätte würde ich behaupten: Wäre dieses Video damals veröffentlicht worden, hätte es keine FPÖ Regierungsbeteiligung gegeben.

Es stellt sich mir also die Frage: Warum wurde billigend in Kauf genommen das Rechtspopulisten 2 Jahre mitregieren, das Rechtspopulisten 2 Jahre lang Gesetze mitbestimmen die noch lange Zeit gültig bleiben und das Leben jedes Menschen in Österreich beeinflussen, das letztlich auch das politische Bild in Europa dadurch beeinflusst wurde?

Bei aller Freude hier im Forum erschreckt mich ein bisschen dass das Motiv kaum hinterfragt wird. Abseits aller Verschwörungstheorien, bin ich wirklich kein Fan von, beschleicht mich der Verdacht das eigentlich Herr Kurz das Ziel war - dem man ggf persönlich nichts anhängen kann - und man so eine demokratisch gewählte Regierung 'austauschen' will. Und das wäre dann in der Tat sehr bedenklich - egal wer dabei als Bonus abserviert wird.

Diese Fragen sollten die Macher beantworten - 100% anonym aber beweisbar - weil sie, wie ich finde, durchaus wichtig sind. Der Spiegel hat die Möglichkeit diese Fragen zu stellen. Frage ist: Will er?

Diese Fragen haben auch nichts, aber echt überhaupt nichts, mit Strache und Co zu tun. Unmoralisch, korrupt und damit definitiv nicht geeignet irgendein öffentliches Amt zu bekleiden. Jede Handlung der beiden seit Amtsantritt gehört untersucht und wenn strafrechtlich relevant bestraft, gerne auch mit Gefängnisaufenthalt. Keine Diskussionen darüber.

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kaiser.friedrich 21.05.2019, 16:16
14. Kann ich nicht nachvollziehen

Man haette das Video ja auch direkt der Staatsanwaltschaft uebergeben koennen, schliesslich liegt der Verdacht auf eine Straftat vor. Der SPIEGEL haette ja trotzdem darueber berichten koennen.

Dass man das Video zeigt, ist sicherlich nicht ganz uneigennuetzig. Denn es sind gerade solche grossen Skandale, welche dafuer sorgen, dass die Auflagenzahlen steigen. Nichts verkauft sich halt besser als waschechte Skandale.

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olfnairolf 21.05.2019, 16:17
15. richtig, aber falsch

Abseits des unentschuldbar schäbigen Verhaltens Straches müssen wir diskutieren ob solcherlei Methoden künftig in unserer Gesellschaft zulässig sind und wie wir damit umgehen wollen.

Die Veröffentlichung durch Spiegel & Süddeutsche war diesmal richtig und unausweichlich, gleichzeitig öffnen wir die Büchse der Pandora wenn wir uns auf diesem Niveau die politisch falsche Meinung vorführen wollen, wenn es zulässig wird uns sehr gut vorbereitete Fallen zu stellen, Personen stundenlang zu bearbeiten und abzufüllen um dann die brisanten 6 Minuten zu extrahieren und dadurch eine Regierungskrise höchster Stufe auszulösen.

Mehr als einmal darf das nicht mehr passieren.

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spon_8172778 21.05.2019, 16:18
16. Der Zweck heiligt die Mittel

Den gesamten Artikel hätte man auch kürzer fassen können: Der Zweck heiligt die Mittel.

Um es vorweg zu sagen: Solche Individuen müssen aus allen Ämtern entfernt werden und gehören ins Gefängnis!

Nichtsdestotrotz sollte man sich auch die andere Seite der Medaille angucken:
Wie viele Straftaten wurden mit dem heimlichen Filmen und veröffentlichen begangen?
Und auch über die Tatsache, dass hier gezielt eine Falle gestellt wurde, sollte man sich einige Gedanken machen.

Prinzipien kann sich nicht nach bedarf auslegen. Sie gelten prinzipiell oder garnicht.

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burgundy 21.05.2019, 16:19
17.

Strache, Kickl, Hofer, alles extrem unsympathische Politiker. Gut, dass denen jetzt erst einmal das Handwerk gelegt wurde.
Dennoch gibt es zwei Punkte, die eigentlich noch einer Klärung bedürfen. Der erste ist die Quelle. Gut, es mag das höchste Gut des Journalismus sein, die Quelle nicht zu nennen (ich hätte jetzt eher angenommen, dass objektive Berichterstattung das höchste Gut des Journalismus wäre - so kann man sich täuschen). Dadurch, dass die Quelle nicht genannt wird, steht aber die Tür allen Spekulationen offen. So wäre es theoretisch sogar möglich, dass der SPIEGEL selbst die Videofalle gelegt und sich damit strafbar gemacht hätte. Ich finde, einen solchen Zweifel sollten SPIEGEL und SZ gar nicht erst aufkommen lassen, es kommt sonst zur Mythenbildung. Zudem kann auch der Verdacht aufkommen, dass SPIEGEL und SZ, in dem, man darf es ruhig unterstellen, noblen Bestreben, der Demokratie zu dienen, letztlich zum Handlanger interessierter Kräfte gemacht wurden, denen es um weitergehende Ziele gehen könnte. Dies betrifft noch nicht einmal die EU - Wahl, denn ein paar Prozentpunkte hin oder her für die Rechten machen den Kohl nicht fett. Besonders in den Ländern, in denen die Rechten jetzt schon stark sind, wie in Italien, Ungarn oder Polen, wird die Affäre sicherlich nur marginale Veränderungen erzielen. Vielleicht wird die AfD ein wenig getroffen, aber die ist im Vergleich zu einem Orbàn oder Salvini doch nur eine Randerscheinung, thematisiert in Deutschland, aber international von untergeordneter Bedeutung. Wenn aber Kurz wegfällt, der seine Sache in Österreich bislang recht gut gemacht und als Vermittler zwischen Ost- und West - EU ebenfalls eher konstruktiv agierte, und wenn damit Österreich die Brückenfunktion nicht mehr spielen kann, dann muss mit einer Destabilisierung der Ost - EU gerechnet werden und mit einem eventuellen Auseinanderbrechen der EU, derzeit noch befeuert durch den Brexit. Sollte dies das eigentliche Ziel der Videoattacke gewesen sein und eben nicht ein Champagner trinkender FPÖ - Macho, dann hätte diese Veröffentlichung sogar gewaltige, negative Dimensionen, die weit über die aktuelle Rechtspopulismus - Debatte hinausgehen.
Und ein weiterer Punkt wäre noch zu erwähnen, der in der Aufregung um das Video völlig untergeht. Das Geschwätz von Strache an sich ist nicht kriminell, wie das immer wieder behauptet wird. Es erfüllt auch sicher nicht den Bestand des Verrats. Er hat mit dieser Ibiza - Affäre Österreich auch nicht verkauft, denn alles war ja nur fingiert, eine Falle. Er hätte es natürlich getan, wenn es sich nicht um eine Falle gehandelt hätte. Die eigentliche Frage muss also lauten: Was hat Strache, hat die FPÖ - Ibiza hin, Ibiza her - denn in der Zwischenzeit tatsächlich mit den österreichischen Interessen gemacht? Hat es Aktionen des Verrats gegeben.
Hierzu würde man sich gern mehr Informationen wünschen. Dies wären möglicherweise hochbrisant und würden mehr Aufschluss über rechtsextreme Aktivitäten geben als ein lapidares Video.

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pulverkurt 21.05.2019, 16:22
18. Danke für diese Klarstellung ...

... wobei eigentlich auch vorher klar war dass die Veröffentlichung dieser Informationen absolut notwendig war, in denen ein hochrangiger Politiker bereitwillig über Wege diskutiert sein Land zu verkaufen und zu verraten. Und man muß auch ganz klar sagen: All die ganzen Abwiegler und Relativierer ("passiert anderswo ja auch") oder Empörten ("Stasi-Methoden") sind endweder zu dumm dies zu begreifen, oder sie haben eine eigene Agenda (wie die vielen rechtsextremen Trolle, die auch diese Diskussion wieder fluten werden).

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yonosoymarinero 21.05.2019, 16:23
19. Der Zweck heiligt die Mittel...

...und ob der "Zweck" ebenfalls "heilig" erscheint, bestimmt....wer ? In Anbetracht der heutigen technischen Möglichkeiten wird dieses Thema und die damit verbundenen Fragestellungen die Gesellschaft und die Politik (inkl. die Gesetzgebung) noch weit über den Tag hinaus in einer Art und Weise beschäftigen (müssen), die im Moment nicht einmal ansatzweise erfasst werden kann.

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