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Die Strache-Affäre: Warum wir das Video aus Ibiza veröffentlicht haben
Spiegel/Süddeutsche Zeitung/dpa

Woher das Strache-Video kommt? Das können wir nicht verraten, der Schutz der Quelle ist das höchste Gut im Journalismus. Warum wir es veröffentlichen? Weil es unsere Pflicht ist.

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lediglich 21.05.2019, 17:09
50. Nunja

Also zum ersten, es ist richtig und wichtig, dass es investigativen Journalismus gibt, der auch dorthin geht, wo es weh tut. Daher ist dieser Fall eindeutig zu begrüssen und ich denke, niemanden überrascht das wirklich, aber es tut gut, das wirklich einmal zu sehen.
Ich hätte mir die gleiche Energie in anderen Bereichen gewünscht, beispielsweise ist immer noch ungeklärt, wer in der SPD Führung Herrn Eddarthy gewarnt hatte, dass er die Beweise für die Kinderpornograpie auf seinem PC rechtzeitig löschen konnte und sich so der Strafverfolgung entziehen konnte. Das hat die Spiegel Journalisten nicht interessiert und darum - trotz des obigen Lobes - bleibt bei Euch eben doch mehr als nur ein Gschmäckle hängen. Journalismus ist politisch neutral - ihr seid es nicht - darum seid ihr eben doch nur Handlanger einer politischen Ideologie und keine echten Journalisten. Schade eigentlich.

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Pickle__Rick 21.05.2019, 17:10
51.

Zitat von freiheit46
Quellenschutz ist in Ordnung. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist es nicht. Wer auch immer mit dem zwei Jahre alten Material zugewartet hat, wollte offensichtlich u.a. die bevorstehende Wahl beeinflussen. Journalismus ist wichtig, unabhängig und nicht als Steigbügel- Halter windiger Interessenvertreter. Da hilft auch kein Pathos.
Richtig. "Quellenschutz ist in Ordnung" Wozu dann noch ein "aber"?
SPON kann, wie im Artikel bereits festgestellt, nicht wirklich etwas für den Zeitpunkt an dem das VIdeo übergeben wird.
Natürlich wird der Urheber des Videos sich den Zeitpunkt mit einen bestimmten Ziel ausgesucht haben. Mit diesem Punkt befasst sich der Artikel allerdings sehr deutlich. Das Interesse der Öffentlichkeit ist in diesem Fall ohne wenn und aber von deutlich größerer Wichtigkeit. Ganz ohne Pathos. Sobald dies festsgestellt wurde, ist das wirklich nicht mehr das Problem des Mediums.

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egoneiermann 21.05.2019, 17:10
52.

Zitat von Palmstroem
"Genau dafür sind Journalisten da. Es war richtig und wichtig das Video zu veröffentlichen." Stimmt, ebenso richtig, wie von Wikileaks, die Emails von Hillary Clinton und ihre DOC zu veröffentlichen. Die Wähler müssen natürlich erfahren, was sich hinter den Kulissen abspielt.
Das ist aber nur ein ganz schlechter Vergleich. In den Mail von Clinton stand nichts, was wirklich von Belang war und schon gar nichts strafrechtlich Relevantes,

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drod 21.05.2019, 17:11
53.

Zitat von Palmstroem
"Genau dafür sind Journalisten da. Es war richtig und wichtig das Video zu veröffentlichen." Stimmt, ebenso richtig, wie von Wikileaks, die Emails von Hillary Clinton und ihre DOC zu veröffentlichen. Die Wähler müssen natürlich erfahren, was sich hinter den Kulissen abspielt.
Da gibt es aber einen Unterschied. Bei den Clinton-Mails gab es nichts zu sehen. Bitte weitergehen. Und das war vorher schon klar, da das Thema vorher schon untersucht und abgehakt war.

Im vorliegenden Fall jedoch handelt es sich um zwei "Patrioten", die ihr Land so sehr lieben, dass sie es direkt mal an den meistbietenden verkaufen. Hinzu kommt dann noch illegale Parteienfinanzierung und die Absicht, das Land in eine Autokratie zu verwandeln.

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taglöhner 21.05.2019, 17:12
54. Genaues Motiv ist bisher nicht bekannt

Zitat von mreg
ein wenig wundert das Timing, nicht das die angeblichen Saubermänner nicht entlarvt werden sollten und gut das Sie es sindaber wieso wurde das Video nicht schon kurz nach seiner Entstehung veröffentlicht ? So kommen doch nur wieder feinste Verschwörungstheorien auf
Das Timing setzten die Produzenten sicher nicht willkürlich. Kompromat gegen Regierende ist wertvoller und skandalöser, als Solches gegen Kandidaten. Wäre beispielsweise eine Erklärung.
Und natürlich ist das eine Verschwörung gegen Strache & Co. niemand behauptet etwas Gegenteiliges. Nur hat der seinen verhängnisvollen Text dazu aus freien Stücken selbst geliefert.

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löwenzahn3 21.05.2019, 17:13
55. Strache, Recht auf Info

Das Fehlverhalten Straches wurde durch eine Videofalle entlarvt. Da er ein Politiker ist (damals zwar noch kein Vizekanzler) darf man den Film wohl öffentlich machen, den sonst konnte durch ihn politischer Schaden für Österreich entstehen. Nur das jene, die dieses Video gemacht und nicht zur Österreichwahl, sondern zur Europawahl, an Journalisten gegeben haben eben auch politisch Schaden anrichten? Das lässt Spiegel jetzt einfach wieder zu? Hier bekommt man nicht die nötigen Informationen. Liegt das an der politische Seite?

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mostly_harmless 21.05.2019, 17:13
56.

Zitat von mreg
ein wenig wundert das Timing, nicht das die angeblichen Saubermänner nicht entlarvt werden sollten und gut das Sie es sindaber wieso wurde das Video nicht schon kurz nach seiner Entstehung veröffentlicht ? So kommen doch nur wieder feinste Verschwörungstheorien auf
Hier geht es um Verfehlungen des rechten Randes. Völlig egal, was berichtet wird, wie berichtet wird oder wann berichtet wird, wenn die Helden der Anhänger der Rechtspopulisten Flecken auf der weissen Weste bekommen, wird es aus der Sympathisantenszene IMMER Verschwörungstheorien geben.

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Beagle-Fan 21.05.2019, 17:14
57.

Wenigstens ist Herr Strache konsequent und tritt zurück, egal was bei Deutschen Politikern passiert, die treten nie zurück. Es ist politischer Schaden entstanden, logisch. Aber kein finanzielle Schaden. Seit zwei Jahren nicht!!!
Im Gegensatz zur Bundeswehr. Dort wurden Millionen in den Sand gesetzt. Beraterverträge, Gorch Fock, unbrauchbare Waffensysteme, Fluggeräte. Da müsste die Ministerin jeden Monat einmal zurücktreten. Aber Deutschlands unfehlbare Politiker wollen sich in die Politik eines souveränen Staates einmischen! Wenn der Zweck tatsächlich die Mittel heiligt, können wir uns vom Rechtsstaat endgültig verabschieden. Damit lässt sich ja dann alles rechtfertigen, natürlich auf beiden Seiten. In Frankreich hingegen gehört diese Praxis seit je zum politischen Brauchtum. Sarkozy muß obdessen gar eine Anklage befürchten. Sehr beliebt sind die „Kickback“-Deals oder „Rétrocommissions“, die auf dem Polit-Markt dazugehören wie der Messwein zum Abendmahl. So hat sich in den 90er Jahren der spätere Regierungschef Édouard Balladur von dem post-gaullistischen RPR seine Wahlkampfkasse mit solcherart „Rétrocommissions“ aus einem umstrittenen Fregatten-Export nach Taiwan füllen lassen. - “L‘Affaire des frégates“ (vgl Roland-Pierre Paringaux „Le second scandale des ,frégates de Taïwan‘“, in: Le Monde diplomatique, Nov. 2008).

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sibbi78 21.05.2019, 17:15
58. Im wesentlichen gibt es noch drei

offene Fragen zu klären, die sehr wohl auch von öffentlichem Interesse sind:

1. Wer steckt dahinter?
2. Wieso wurde das Material so lange zurück gehalten?
3. Warum ausgerechnet an den SPIEGEL und die SZ und nicht an die Kronen-Zeitung oder ein anderes österreichisches Blatt übergeben?

Ob wir es je erfahren werden?

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Wmeinberg 21.05.2019, 17:15
59.

Leider sind die Zeiten so, dass der Spiegel innerhalb weniger Stunden sich zum wiederholten Mal deutlichst und ausführlich erklären muss, warum er dieses Video überhaupt und mit welcher Sorgfalt ausgestrahlt hat.
Der Inhalt dieses Streifens ist selbstredend und in den Vordergrund zu stellen und bedarf nicht die Rechtfertigung der Journalisten!
Werter SPON, lass es jetzt mit den Rechtfertigungen gut sein. Du hast alles richtig gemacht. Lass Dich nicht weiter von den FPÖ-Fanboys in die Ecke drängen, nur weil die diese Ungeheuerlichkeiten von ihrem Idol Strache nicht verarbeiten können...

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