Forum: Politik
Die Strache-Affäre: Warum wir das Video aus Ibiza veröffentlicht haben
Spiegel/Süddeutsche Zeitung/dpa

Woher das Strache-Video kommt? Das können wir nicht verraten, der Schutz der Quelle ist das höchste Gut im Journalismus. Warum wir es veröffentlichen? Weil es unsere Pflicht ist.

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Elrond 21.05.2019, 17:29
80. Das würde ich auch sagen

Zitat von trompetenmann
Strache soll zum Opfer gemacht werden, oder wie soll man die Diskussion verstehen? Einfach lächerlich. Hätte er sich redlich und ehrenhaft verhalten, wäre überhaupt nichts passiert. Aber die Fallensteller müssen den Strache schon gut gekannt haben, um zu Wissen, dass diese Falle funktioniert.
also Hut ab an diejenigen, die das Material erstellt haben. Sie müssen genau gewußt haben, welchem Protokoll man in der Politik folgt, damit Strache a) keinen Verdacht schöpft und b) so auskunftswillig über seine politischen Absichten spricht. Ich wünsche mir mehr solchen investigativen Journalismus, egals welche politische Coleur es trifft. hauptsache, wir ziehen diejeingen aus dem verkehr, die unsere demokratische Grundordnung stören bzw. zerstören wollen. Ich bin mir sicher, dass viele Wähler*innen Österreichs froh darüber sind, dass vor der Wahl erfahren zu haben, damit sie nicht aufgrund falscher Tatsachen eine Partei wählen, die sie unter diesen Umständen niemals gewählt hätten. Also vielen Dank!

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mima84_84 21.05.2019, 17:30
81.

Zitat von muellerthomas
Nur gab es bei Strache schwer belastendes Material, von dem auch nur die Passagen veröffentlicht wurden, während es bei Clinton nichts relevantes gab, aber alles veröffentlicht wurde.
Vollkommen richtig zusammengefasst.

Vermutlich wollten die Macher wirklich nur ein harmloses versteckte Kamera Video machen und hatten einfach nicht erwartet, wie bereitwillig und offensiv die bis ins Mark korrupten Strache und Gudenus darauf einsteigen, als wäre es bei der FPÖ absolut usus.

Und wahrscheinlich ist es das auch - den kriminellen Strukturen zum Verschleiern von Wahlkampfspenden gibt es ja offenbar schon länger.

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b1964 21.05.2019, 17:31
82. Und wie geht es weiter?

Dass Spiegel und SZ das Video in den genannten Ausschnitten veröffentlicht haben, ist vollständig in Ordnung. Und dass es nach Verifizierung unverzüglich noch kurz vor der EU-Wahl erfolgte, ebenso. Das Timing wurde offenbar von demjenigen gesteuert, der das Video dem Spiegel und der SZ zugeleitet hat. Von daher richten sich die Fragen nach den Motiven an diese in der Öffentlichkeit unbekannte Quelle.

Und es drängt sich auf, dass Böhmermann das Video zuvor "angeboten" bekommen hat. Wieso wird das Video erst einem Satiriker und erst danach dem Spiegel und der SZ zugänglich gemacht? Mir drängt sich da keine Erklärung auf, die schlüssig auf Motive des Erstellers oder Informanten schließen lässt. Es erscheint mir eher etwas widersprüchlich oder gar planlos.

Es liegt auf der Hand, dass der Spiegel und die SZ diese Quelle nicht offenbaren werden (und auch nicht dürfen). Man wird im Rahmen des Informatengeheimnisses vielleicht noch das ein oder andere erläutern, aber dabei wird es bleiben. Es ist mithin Aufgabe der übrigen Presse, hier ggf. etwas über den Ersteller des Videos und seine Motive zu recherchieren.

Aber all das ändert nichts an dem Inhalt des Videos. Es offenbart, dass die führenden Köpfe der FPÖ in fast schon landesverräterischer Weise denken und auch bereit sind zu handeln. Sie haben ein Verständnis von Rechtsstaat, Demokratie und Pressefreiheit, welches derart unterirdisch ist, dass einem die Sprache wegbleibt. Diese Herren streben einen korrupten, neofaschistischen Staat an, in dem sie die Herren sind. Und eine Partei, die solche Führungspersonen über lange Zeit unangefochten hatte, kann sich davon nicht ernsthaft distanzieren. Ganz im Gegenteil liegt auf der Hand, dass diese Personen eine Gedankenwelt präsentieren, die jedem anderen in der Führungsriege der Partei zuzurechnen ist.

Die weiteren spannenden Fragen sind noch zu klären: In welchem Umfang hat sich die ÖVP durch die Koalition mit der FPÖ auf diese Denkweise eingelassen (hinter verschlossenen Türen)? Ist man hier wirklich unwissend und integer beblieben? Ich hoffe es, aber das ist nach diesem Skandal keineswegs selbstverständlich.

Und dann interessiert uns in Deutschland natürlich, welche Verbindungen und/oder Parallelen zur AfD bestehen, denn schließlich sieht man sich als Schwesterpartei mit vollständig übereinstimmender Programmatik. Glaubt jemand im Ernst, dass das AfD-Führungspersonal hier in Wahrheit anders als Strache tickt? Das gilt es aufzuklären!

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Elrond 21.05.2019, 17:32
83. Das einzige Geschmäckle

Zitat von sysiphos@work
Die Veröffentlichung finde ich richtig, aber um den Vorgang wirklich beurteilen zu können, müsste die Öffentlichkeit wissen, wer eine so aufwendige und teure Falle gestellt hat! Warum also das Gesicht der „Russin“ verpixeln? Über die Identität der Dame könnte man die Drahtzieher herausfinden. Welchen Persönlichkeitsschutz benötigt die Frau, die die Falle gestellt hat und ihrer eigene Veröffentlichung ja wohl offensichtlich zugestimmt hat?? Da bleibt ein unangenehmes Geschmäckle.
ist ihre komische Einlassung. Diese Frau ist keine Person des öffentlichen Lebens und daher verpixelt. Die Drahtzieher finden sie nicht heraus, da es sich um eine geheime Quelle handelt, die nicht preisgegeben wird. Sie wollen doch auch zukünftig über Unrecht in dieser Welt aufgeklärt werden, oder? Der Spiegel hat alles richtig gemacht.

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kaiser.friedrich 21.05.2019, 17:33
84.

Zitat von Wmeinberg
Also: 1.Der Spiegel ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen, welches journalistisch tätig ist. Dieses Unternehmen hat das Recht, seine journalistische Aufgabe zu erfüllen-exakt auf die geschehene Weise. 2. Die Ersteller des Videos hatten bestimmt nicht die Absicht, ihr "Kunstwerk" dem Spiegel anzuvertrauen, damit es direkt an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet wird. 3. Durch die Erstverwertung des Videos durch den auflagenorientierten Spiegel und der SZ wurde die Staatsanwaltschaft trotzdem informiert. Ergo: Der Spiegel hat sich deutlichst erklärt. Missverständnisse gibt es nicht mehr, es sei denn, man will unbedingt dem Spiegel noch weiteres andichten.
1. Das aendert aber nichts daran, dass auch der SPIEGEL daran gehalten ist, Recht und Gesetz einzuhalten und sicherlich auch Persoenlichkeitsrechte von Individualpersonen zu respektieren.

Desweiteren verstehe ich nicht, inwiefern der SPIEGEL seine journalistische Aufgabe nicht erfuellen kann, wenn er das Video nicht gezeigt haette, sondern nur darueber berichtet haette? Wenn z.B. ein Ueberwachsungsvideo einen grausamen Mord zeigt, sind Sie dann auch der Meinung, dass die Szenen der Oeffentlichkeit gezeigt werden, nur damit die Berichterstattung glaubwuerdig wird?

2. Warum nicht? Warum sollten strafbare Handlungen nicht an die zustaendigen Stellen des Staates gemeldet und die Beweise weitergeleitet werden? Genau deswegen leben wir doch in einem Rechtsstaat, in dem auch Menschen wie Herrn Strache das Recht hat, sich vor einem Gericht zu verteidigen.

Es tut mir Leid, aber das ganze Gehabe kaufe ich dem SPIEGEL nicht ab. Der SPIEGEL ist alles andere als ein neutrales Sprachrohr wenn es um politische Berichterstattung geht und die seit Jahren sinkenden Auflagenzahlen des SPIEGELs sind ein Hinweis darauf, dass die Veroeffentlichung dieses Videos nicht uneigennuetzig war.

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muellerthomas 21.05.2019, 17:36
85.

Zitat von Die rote Natter
1.) Der Spiegel hat das Video im Mai bekommen. Somit bleibt offen, ob es bewusst zum Wochenende vor der EU Wahl platziert wurde. Sollte das die SPÖ oder das ZDF mit Böhmermann sein, wäre das auch ein Skandal, 6.) Gibt es eine Verfehlung von Herrn Strache / FPÖ, die man ihm im Zusammengang mit dem Video vorwerfen kann ? W
Wurde doch erklärt: Video erhalten, auf Echtheit geprüft, veröffentlicht.

Wieso wäre es ein Skandal, wenn Böhmermann Strache als korrupten Vaterlandsverräter entlarvt hätte?

Äh ja, ganz offenkundig.

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peterka60 21.05.2019, 17:37
86. Fragen wirft bei mir nur der Zeitpunkt auf !

Ich bin auch der Meinung, dass solche Sauereien publik gemacht werden müssen. Warum dass man aber nach monate- oder jahrelanger Recherche das Video ein paar Tage vor der Europawahl veröffentlicht wurde und nicht ein paar Tage danach, spricht Bände. Vielleicht fällt das ja einigen Wählern auch auf, dann wäre aber der Schuss nach hinten losgegangen.

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Corinna61 21.05.2019, 17:39
87. Traumlandschaften...

Zitat von Birs
Imo wäre es eure Pflicht gewesen, das Material zunächst österreichischen Medien zur Verfügung zu stellen, die dann entscheiden hätten müssen, was damit passiert. So ist es eine Einmischung, eine Intervention, ausländischer Kräfte in interne nationale Angelegenheiten. Zumal ihr sagt, dass es nichts mit der Europa Wahl zu tun haben soll. Aber so wie hier geschehen geht das gar nicht.
Und welche österreichische Medien hätten dann in der dortigen, auch und gerade unter dem Druck von der FPÖ, einen solchen Skandal offen zu legen? Es gibt nur sehr wenige unabhängige Medien in Österreich (wozu ich den "STANDARD", den Falter, aber auch den ORF zähle) - aber glauben Sie denn wirklich, daß diese dem nach einer solchen Veröffentlichung folgenden Druck standhalten könnten? Aber na ja - das ist natürlich schwerer zu begreifen als solche Wörter wie "Intervention ausländischer Kräfte" zu schreiben. Und lenkt im übrigen wieder einmal prima von der eigentlichen Sache ab: Ihnen geht es nicht um die Täter (also Stracher und Co.), sondern um den Überbringer der Nachricht über den Täter. Schäbig.

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w.roemer1748 21.05.2019, 17:42
88. Warum Informantenschutz? kein Investigativ-Journalismus !

Auch wenn der Strache noch so naiv,dumm und besoffen war.
Wieso schützen deutsche Medien diese „Informanten“.Diese betreiben nämlich keinen Investigativ-Journalismus sondern sind Straftäter nach Paragraph 26 StGB. Anstiftung zu einer Straftat.Hierbei reicht eine Herbeiführung einer verlockenden Situation aus nach deutschem Recht.Wallraff und Whistleblower sind Helden dagegen.!!

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muellerthomas 21.05.2019, 17:42
89.

Zitat von blue_surfer77
Spiegel et al. sind in dieser Sache auch nicht koscher, weil sie die Infos nur sehr selektiv weitergeben - so wie es in ihr eigenes politisches Konzept passt. Das wiederum gibt der FPÖ das Argument an die Hand, dass sich diese Medien an einer Kampagne beteiligen.
also hätte der Spiegel Ihrer Meinung nach die vollen sechs Stunden mitsamt allen privaten Aussagen veröffentlichen sollen?

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