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Digitale Sammelwut - wie gesteuert ist unsere Zukunft?

Die Macht der Algorithmen erreicht die nächste Stufe: Unternehmen, Behörden und Wissenschaftler versuchen mit Hilfe gigantischer Mengen persönlicher Daten, unser Leben zu steuern. 'Big Data', auf diesen Begriff hat sich die Fachwelt geeinigt, werde unsere Arbeitswelt und sogar unser Denken gravierend verändern, so die Vorhersage vieler Experten. Aber wollen wir das überhaupt?

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ANDIEFUZZICH 15.05.2013, 02:54
1. Nein

Zitat von sysop
Die Macht der Algorithmen erreicht die nächste Stufe: Unternehmen, Behörden und Wissenschaftler versuchen mit Hilfe gigantischer Mengen persönlicher Daten, unser Leben zu steuern. 'Big Data', auf diesen Begriff hat sich die Fachwelt geeinigt, werde unsere Arbeitswelt und sogar unser Denken gravierend verändern, so die Vorhersage vieler Experten. Aber wollen wir das überhaupt?
Das wollen wir nicht, und auch keine Rahmenwerbung.
Diese sogenannten Experten wollen aber 30 Jahre nach Orwell's angenommenen Datum die Welt in ihrem Sinne zähmen.

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Berg 15.05.2013, 17:08
2.

Zitat von ANDIEFUZZICH
Das wollen wir nicht, und auch keine Rahmenwerbung. Diese sogenannten Experten wollen aber 30 Jahre nach Orwell's angenommenen Datum die Welt in ihrem Sinne zähmen.
Jede Festplatte und eben auch die Speicher der Internet-Anbieter sind erweiterte Gehirne der Menschen. Und jeder, der sich dieser ausgelagerten Daten bedient, offenbart sie, mehr oder weniger offen, auch anderen. Das ist Fakt - ganz und gar unabhängig von Orwell.

Dass nicht mehr jeder Mensch nur noch davon abhängig ist, was er im Kopf behalten kann, sondern externe Datenspeicher nutzen kann, ist ein gewaltiger Fortschritt. Demgegenüber ist die gegenseitige Einsichtnahme ein geringeres Übel. Außerdem hat jeder auch eigene Begrenzungsmöglichkeiten.

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ANDIEFUZZICH 15.05.2013, 23:54
3. Memory

Zitat von Berg
Jede Festplatte und eben auch die Speicher der Internet-Anbieter sind erweiterte Gehirne der Menschen. Und jeder, der sich dieser ausgelagerten Daten bedient, offenbart sie, mehr oder weniger offen, auch anderen. Das ist Fakt - ganz und gar unabhängig von Orwell. Dass nicht mehr jeder Mensch nur noch davon abhängig ist, was er im Kopf behalten kann, sondern externe Datenspeicher nutzen kann, ist ein gewaltiger Fortschritt. Demgegenüber ist die gegenseitige Einsichtnahme ein geringeres Übel. Außerdem hat jeder auch eigene Begrenzungsmöglichkeiten.
Was die Offenbarung angeht, so sind wohl die Computer mittlerweile eine Ersatzreligion, und die Androidhandys spiegeln die Rosenkränze wieder.
Und nur das, was man im eigenen Kopf behalten kann, ist für ein Individuum wirklich massgeblich.
Wir wollen aber keine aufdringliche Werbung behalten, sondern unsere Fähigkeit sich eigene Gedanken zu machen.
Unsere Gehirnschubladen sind sowieso mit Erinnerungen voll.

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ANDIEFUZZICH 16.05.2013, 00:07
4. Manmaschine

Zitat von Berg
Jede Festplatte und eben auch die Speicher der Internet-Anbieter sind erweiterte Gehirne der Menschen
Sind sie nicht.
Eine Festplatte kann nicht denken.
Noch nicht...

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Berg 16.05.2013, 09:23
5.

Zitat von ANDIEFUZZICH
Sind sie nicht. Eine Festplatte kann nicht denken. Noch nicht...
Na, da haben wir nun doch einen Anfangsfaden gefunden.

Ja, auch der Prozessor, die Grafikkarte, die Soundkarte und diverse Software gehören noch dazu - dann aber kann der PC durchaus "denken", nämlich vorprogrammierte Abläufe sicher, zuverlässig, schnell abarbeiten: Statikberechnungen, Bauzeichnungen, Musikbearbeitungen, Filmschnitte etc. Und deswegen ist das für mich eine Art Zuatzgehirn. - Und die Festplatte selbst ist zunächst ein zusätzlicher Datenspeicher, wie ich auch schrieb. Wenn aber die Software von der Platte abläuft, dann wird von dort aus auch "mitgedacht". :-)

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christian_l 16.05.2013, 09:46
6. Die neue Nachhaltigkeit

Vor einiger Zeit redeten wir darüber, wie groß unsere CO2-Fußspur ist. Heute müssen wir (auch) darüber reden, wie groß unsere Daten-Fußspur ist.
Wir haben die Nachhaltigkeit im Web erfüllt, weil wir einen nachhaltigen Eindruck machen. Die Daten sind vielleicht nur minimal mehr geworden. Die Möglichkeiten und das Interesse daran, diese Daten finanziell auszuwerten, ist umso größer geworden.
Das ist eine gefährliche Tendenz, die trotz aller Titelgeschichten und Datenschutzsensibilisierung schleichend daher kommt.

Ich bin mehr als mein Internetabdruck, ich bin mehr als ein Ergebnis, welches ein Algoritmus ausspuckt. Wie viel Programmierarbeit, bis die Firmen zur Datenanalyse das erkennen? Und dann wiederum neu verwerten?

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ray4912 16.05.2013, 10:12
7. die denkende Festplatte

Zitat von Berg
Na, da haben wir nun doch einen Anfangsfaden gefunden.
das ist - unter den gegebenen Umständen - gefährlich!
Noch ist es nicht zu spät, ihn zu durchschneiden:-)

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Berg 16.05.2013, 12:05
8.

Zitat von christian_l
Vor einiger Zeit redeten wir darüber, wie groß unsere CO2-Fußspur ist. Heute müssen wir (auch) darüber reden, wie groß unsere Daten-Fußspur ist. Wir haben die Nachhaltigkeit im Web erfüllt, weil wir einen nachhaltigen Eindruck machen. Die Daten sind vielleicht nur minimal mehr geworden. Die Möglichkeiten und das Interesse daran, diese Daten finanziell auszuwerten, ist umso größer geworden. Das ist eine gefährliche Tendenz, die trotz aller Titelgeschichten und Datenschutzsensibilisierung schleichend daher kommt. Ich bin mehr als mein Internetabdruck, ich bin mehr als ein Ergebnis, welches ein Algoritmus ausspuckt. Wie viel Programmierarbeit, bis die Firmen zur Datenanalyse das erkennen? Und dann wiederum neu verwerten?
"Finanziell auswerten"? Das wird wohl größtenteils aus den Werbe-Etats der Unternehmen bezahlt. Und in den Werbestrategien ist es schon lange üblich, nach speziellen Zielgruppen zu ordnen und diese getrennt und unterschiedlich anzusprechen. Für die Nichtinteressierten ist das nervig, wird aber letztlich hingenommen.

Es geht aber nicht nur um die finanzielle Auswertung, sondern auch um die Auswertung in politischen Fragen, politischen Meinungen, in der Verbrechenaufklärung, in soziologischen Fragen usw. Und das wird von einigen nicht mehr so einfach hingenommen.

Deswegen ist der Datenschutz eingerichtet.

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ANDIEFUZZICH 16.05.2013, 19:04
9. Datenschutz

Zitat von Berg
"Finanziell auswerten"? Das wird wohl größtenteils aus den Werbe-Etats der Unternehmen bezahlt. Und in den Werbestrategien ist es schon lange üblich, nach speziellen Zielgruppen zu ordnen und diese getrennt und unterschiedlich anzusprechen. Für die Nichtinteressierten ist das nervig, wird aber letztlich hingenommen. Es geht aber nicht nur um die finanzielle Auswertung, sondern auch um die Auswertung in politischen Fragen, politischen Meinungen, in der Verbrechenaufklärung, in soziologischen Fragen usw. Und das wird von einigen nicht mehr so einfach hingenommen. Deswegen ist der Datenschutz eingerichtet.
Daten die gestern noch geschützt wurden, müssen es morgen nicht mehr sein, Beispiel Steuersünder.
Soweit ich richtig unterrichtet bin, wurde gerade ein Gesetz verabschiedet, das ermittelnden Behörden einen wesentlich einfacheren Zugriff auf Kommunikationsdaten gestattet.
Dies wurde hauptsächlich mit der Abwehr terroristischer Anschläge begründet.
Man kann diese Daten aber auch für andere Zwecke benutzen.
Insofern ist es richtig, dass sie hier auf die politische und gesellschaftliche Relevanz verweisen.

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