Forum: Politik
Diplomatischer Eklat: Russland droht Dänemark mit Atomraketen
REUTERS

Der russische Botschafter in Dänemark hat mit harten Konsequenzen gedroht, sollte das Land dem geplanten Nato-Raketenschild beitreten. Dänische Kriegsschiffe könnten in diesem Fall zum Ziel russischer Atomwaffen werden.

Seite 8 von 40
optism 22.03.2015, 11:29
70.

Zitat von Robert_Rostock
Hatte nicht Putin gerade erst stolz verkündet, dass man vor einem Jahr auf der Krim ein Raketenabwehrsystem vom Typ Bastion positioniert hatte? Verkünden nicht etliche prorussische Foristen hier im Forum seit geraumer Zeit, dass Russlands selbstverstädnlich längst existierender Raketenschild vieeel besser als der amerikanische sei? Und was bedeutet das gemäß Ihrer Argumente?
Zu dumm, dass das Bastion System ein Schiffsabwehrkomplex ist und mit einem Raketenschild nicht das geringste zu tun hat. Schon gar nicht gegen ICBMs und ähnliche ballistische Raketen.
Genau diese aber würden durch den NATO-Raketenschild abgefangen und somit ist dieser Schild völkerrechtswidrig, er widerspricht dem Atomwaffensperrvertrag. Da ging es nämlich um das Gleichgewicht der atomaren Kräfte, damit der Planet nicht zu Asche gebombt wird. Scheint man aber inzwischen vergessen zu haben.

Beitrag melden
brotherandrew 22.03.2015, 11:29
71. Und woraus ...

Zitat von Badischer Revoluzzer
Ich befürchte, daß der Aggressor aber im Westen zu suchen ist. Wenns kracht, sind wir selbst schuld.
... leiten Sie das konkret ab?

Beitrag melden
studibaas 22.03.2015, 11:30
72. Nun ja...

Ein Raketenschild gegen welche Bedrohung? EU und USA sind eine Einheit, die Chinesen verfügen eh über den Overkill sollte es so weit sein, trotz Schild. (Die haben genug Trägerwaffen und Atommaterial das es die Masse macht). Ein Beitritt ist eine Drohung gegen Russland.
Russland spricht das offen aus, was wir mit Taten sprechen lassen.
Allerdings lebe ich hier und ich will keinen atomaren Krieg. Egal wer anfängt.

Beitrag melden
mainstreet 22.03.2015, 11:31
73. Ist doch bekannt...

Es ist doch jedem bekannt das Russland kein Nato-Freund ist ebenso wie die Hälfte der Deutschen und leider verstehen noch zu wenige Personen hierzulande das die "angeblichen Atomraketen" im Prinzip gegen jeden gerichtet werden der Russland angreiffen will.
Man sollte im Zuge einer übergreifenden Völkerverständigung jenseits von Nato und Russland und China ähnlich wie bei der Klimaerwärmung auf keinen Fall Atomwaffen als Kriegswaffen einsetzen und möglichst auch nicht damit verbal drohen auch wenn die Amerikaner dies auch andauernd machen.
Gerade gestern abend lief bei N24 die Sendung Amagedon und da wurde ebenso bildlich als Übung Russland mit Atomwaffen angezündelt.
Keine Unterstüzung gerade von Nicht-Großmächten wie der EU für das herumfuchteln mit Atomwaffen.
Atomwaffen zerstören keine Länder sondern die Menschheit und Fukushima läßt grüßen.
Atomwaffen, Nein Danke!

Beitrag melden
7eggert 22.03.2015, 11:31
74.

Als Gegner in einem Krieg beteiligter Länder und deren Schiffe sind im Krieg Ziele? Wer konnte damit bloß rechnen ... und dann sagt der böse Putin das auch noch offen!

Beitrag melden
Zeitwesen 22.03.2015, 11:31
75. Russland im Größenwahn

Bei solchen Äußerungen, wie von Herrn Vanin, wird klar dass die russische Regierung gerade im Begriff ist größenwahnsinnig zu werden.
Zumindest lässt Putin jetzt sein Schafspelz fallen.

Beitrag melden
fc-herrenturnverein 22.03.2015, 11:32
76. Mir scheint Sie ...

Zitat von Realist111
- "und wenn eine Seite einen Verteidigungsschirm aufbaut, ist das für die andere Seite bedrohlich." Dann soll die andere Seite doch auch einen solchen Verteidigungsschirm aufbauen und wir haben diesbezüglich Ruhe. Aber dafür fehlt wohl nicht nur das Know-how, sondern auch die wirtschaftlichen/finanziellen Mittel, jetzt, wo so viel davon auf die Krim, in die Ostukraine und sonst wohin fließt ...
... haben in Physik und Geographie immer gefehlt.
Die USA nutzen Europa (Schiffe (wenige) und Landbasen (viele)) als Raketenschutzschirmstützpunkte ... Russland kann das geographisch nicht. Vor den USA gibt es kein Land und soviele Schiffe kann Russland direkt vor den USA nicht "sicher" positionieren. Die USA nutzen den geostrategischen Vorteil mit der Nato/EU und der Osterweiterung der Nato gerade gnadenlos gegen Russland aus. Die Nato steht direkt an Russlands Grenze und die USA haben ganz Europa als (nukleare) Pufferzone. Für uns hilft der Schutzschirm nämlich kaum ... der hilft den Öl-Leuten in Texas. Howdy I am a Cowboy :-)

Und es geht hier nicht um eine Frage von Krieg und Frieden bei ideologischen Fragen wie im Kalten Krieg ... es geht um den Zugang zu russischem Gas und hier herrscht schon lange Krieg, den die USA Russland vor einigen Jahren erklärt haben! Gewinnt die USA den nicht, sind sie pleite und China in Zukunft unterlegen. Die Nato ist auch kein Verteidigungsbündnis mehr ... nicht mehr ... sie ist nun ein Instrument zur Geopolitik der USA und Partner geworden. Da ist es verständlich, dass Russland immer lauter und aggressiver protestiert. Und Dänemark ist genauso wie Russland aggressiv in der Arktis engagiert ... die Dänen und die Kanadier haben deswegen sogar schon auf einander geschossen!!! Aufpassen wessen Propaganda man folgen möchte. Hier gibt es keine Guten mehr. Weder Russland, noch die USA, noch die Nato ... und schon gar nicht Dänemark ... alle folgen nur Interessen und im Zweifel werden die Bürger geopfert für ein paar Liter Öl ...

Beitrag melden
mm232055 22.03.2015, 11:33
77.

Zitat von Robert_Rostock
Mag sein, dass ich Sie falsch verstanden habe, zur Sicherheit die Klarstellung: Der Westen hat nicht verkündet, dass er ein atomares Schutzschild errichten will (also Atomwaffen), sondern ein Raketenabwehrsystem, das Atomraketen abschießt. Ein Schild gegen Atomraketen. Insofern ist Putins Drohung eben kein Gleichziehen. Eine Atomrakete tötet Hunderttausende Menschen, vernichtet Städte, verseucht ganze Landstriche atomar. Eine Abwehrrakte tut all dies nicht, sondern soll das verhindern.
eigentlich haben Sie sich bereits selbst die Antwort gegeben. Aber leider betrachten Sie es nur einseitig. Derjenige, der diesen Raketenabwehrschirm gegen Atomraketen besitzt, ist nämlich damit in der Lage, einen strategischen atomaren Erstschlag zu führen, ohne dass er befürchten muss, dass ihn der Gegenschlag vernichtet. Damit verschiebt sich das Gleichgewicht der Kräfte. Deswegen ist der Abwehrschirm halt gerade nicht nur eine Defensivwaffe. Aus NATO-Sicht mögen Sie / wir das begrüßen, die Russen begrüßen das mit Sicherheit nicht.

Gruß,
Maik

Beitrag melden
MatthiasSchweiz 22.03.2015, 11:33
78.

Zitat von Kopf-Tisch
Das NATO-Raketenschild ist natürlich für Russland eine Bedrohung. Man hätte es so gerne, dass USA und RU nicht mehr aufeinander zielen würden, aber das ist nach wie vor der Fall - und wenn eine Seite einen Verteidigungsschirm aufbaut, ist das für die andere Seite bedrohlich. Nichts Neues, das wurde auch bereits seit Langem von RU kommuniziert. Im Verteidigungsfall wäre eine Dänische Fregatte, die Teil des Nato-Raketenschilds natürlich ein Ziel. Auch nichts Neues. Der russische Botschafter hätte das Offensichtliche etwas netter und diplomatischer formulieren können. Aber wenigstens wird er jetzt mal gehört und verstanden.
Wenigstens einer, der mal etwas Vernünftiges schreibt hier und nicht gleich im roten Bereich dreht. Ganz klar, wer sich am Raketenschirm beteiligt, wird im Kriegsfall zum Ziel, wäre unter umgekehrten Vorzeichen nicht anders.

Beitrag melden
mistermoe 22.03.2015, 11:33
79.

Zitat von Kimmerier
Wer keine Ahnung von Geographie hat, sollte hier besser still bleiben. Dänemark ist wegen seiner Lage zwischen Ost- und Nordsee sehr wohl von strategischer Bedeutung. Und Russland hat eben nicht nur im Schwarzen Meer Interessen. St. Petersburg liegt nämlich an der Ostsee - und nicht am Schwarzen Meer, wie Sie offensichtlich meinen.
Dann schauen Sie noch mal genau auf die Karte. Natürlich liegt Dänemark günstig zwischen Nord- und Ostsee, allerdings ist Dänemark Nato-Mitglied und daher dürfte es für russische Schiffe im Ernstfall schon schwer werden überhaupt bis Dänemark kommen (da liegen noch weitere Nato-Staaten (Deutschland, Polen, Estland, Lettland und Litauen dazwischen sowie auf der anderen Seite von Dänemark das Nato-Land Norwegen). So strategische wichtig ist Dänemark also mitnichten, dem entsprechend sind die strategischen U-Boote auch nicht in St. Petersburg stationiert sondern bei der Nord-Flotte. Genau wie das schwarze Meer ist die Ostsee für die russische Flotte eher eine Falle.
Davon abgesehen ist die Drohung des russischen Botschafters eine Frechheit und dürfte wohl eher dafür sorgen das sich in Dänemark eine "jetzt erst recht" Meinung bildet, den die Dänen haben sich noch nie gerne Vorschriften von anderen machen lassen.

Beitrag melden
Seite 8 von 40
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!