Forum: Politik
Diskriminierung: Deutschland sucht das Superopfer
Ralf Hirschberger/DPA

Jeder ist heute in gewisser Weise ausgegrenzt - das bringt die Partikularidentität als Frau, Migrant oder sexuell Randständiger mit sich. Wenn man es genau nimmt, gehört selbst der Autor dieser Kolumne zu einer diskriminierten Minderheit.

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ruhepuls 04.04.2019, 16:17
1. Jede*r diskriminiert - und wird diskriminiert...

Wir alle haben unsere Feindbilder, lehnen bestimmte Menschen ab, in der Regel mit dem Glauben, dass "die" irgendwie schuld daran sind, dass unser Leben nicht so ist, wie wir denken, dass es sein sollte. Für den einen sind das "Fremde", für andere Männer oder Frauen, oder "die Armen (= Faulen" oder "die Reichen (= Betrüger)" usw. usf.
Ist eigentlich nichts Neues, das gab es immer und zu allen Zeiten. Früher lynchte man dann gerne den Dorfdeppen oder verbrannte mal schnell eine Hexe, als Sündenböcke, wenn die Ernte schlecht oder das Vieh krank wurde.
Der Unterschied ist, dass es heute einen Markt für Meinungen gibt. Medien sind geradezu wild auf Diskriminierungen, kann man doch mit kaum etwas anderem so viele Menschen dazu bekommen, ihre Klicks zu setzen, (oder in einem Forum zu posten...).

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muellerthomas 04.04.2019, 16:20
2.

"Es gebe große Ähnlichkeiten in den Stereotypen über Migranten und Ostdeutschen, sagt Frau Foroutan darin. Beide Gruppen würden in der Kritik an ihrer Benachteiligung nicht ernst genommen, sondern im Gegenteil noch als Jammerossis oder Jammermuslime degradiert."

Oder aber die Stereotype basieren auf Erfahrungen und die Kritik ist zumindest in Teilen durchaus berechtigt...

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grbxx 04.04.2019, 16:20
3. Am meist Diskrimierten Menschen sind Logiker

Täglich der schieren Menge von unlogischem Denken ausgesetzt.

Auf der anderen Seite lässt sich mit Logik gut Geld verdienen ... also nur weiter so ... ihr seit eh schon genug gestraft mit eurem unlogischen Denken.

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kael 04.04.2019, 16:21
4. Die Diskriminierung des Herrn Fleischhauer

Zitat: "Wenn man es genau nimmt, gehöre selbst ich einer diskriminierten Gruppe an. Einige werden jetzt auflachen, wenn sie das lesen, aber ich habe die Evidenz auf meiner Seite. Im SPIEGEL sind Menschen, die ihr Kreuz nicht verlässlich bei den Grünen oder der SPD setzen, eindeutig in der Minderheit. Schauen Sie sich die Reihe der Kolumnisten an. Alles Leute, die mehr oder weniger links stehen und dies auch jede Woche unter Beweis stellen."

Herr Fleischhauer gehört aber mit einiger Sicherheit zu solchen "Diskriminierten", die ihre Diskriminierung mit klammheimlicher Freude genießen. Denn zweifellos hält er es für besonders chick, im SPIEGEL der "eindeutigen Minderheit" der Konservativen anzugehören. Aber das unterscheidet ihn - für ihn wohltuend - von den vielen anderen, die unter Diskriminierung leiden.

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Afro-Mzungu 04.04.2019, 16:21
5.

"Man wird sehr lange auf den heteronormativen Stahlkocher aus Duisburg einreden müssen, bis er erkennt, wo die Gemeinsamkeit mit der feministisch gestimmten Studienabbrecherin liegt, die sich ihren Lebensunterhalt mit Texten zu Sammelbänden über die Heimat als Alptraum verdient." --- Es ist das durch derartige Formulierungen angeregte Kopfkino, das mir das Grinsen ins Gesicht zwingt. Danke dafür.

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wgiessler 04.04.2019, 16:30
6. Der arme Herr Fleischhauer

Ach Gottchen, Herr Fleischhauer, Sie sind aber auch ein Armer! Unter lauter Linken arbeiten zu müssen, ist sicher ein hartes Brot. Aber tapfer, wie Sie sind, bleiben Sie bei Spon und gehen nicht zu einer Zeitung, bei der Sie in der Mehrheit wären - ein einsamer Rufer in der Wüste sozusagen. Da kann doch niemand auf den Gedanken kommen, daß Ihr Exotentum ein Geschäftsmodell ist, oder?

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BurekTomate 04.04.2019, 16:30
7. Lukrativ "Opfer" zu sein

Beser gesagt es ist lukrativ zu einer Gruppe zu gehören, die sich "Opfer" nennen dürfen. Das bringt dann nämlich viele Vorteile mit sich. Und wenn man eben nicht zu einer Gruppe gehört, die sich "Opfer" nennen dürfen, dann wird man vom System diskriminiert.
Insofern ist es völlig verständlich dass sich heutzutage jeder als Opfer darstellt.

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ramsis77 04.04.2019, 16:31
8. Top Artikel!

Und woran liegts, dass wir alle ausgegrenzt sind? Weil wir krampfhaft versuchen uns alle gleich zu machen! Der Mann ist wie die Frau gleich und weiß ist wie schwarz, wie dick, dünn, schwul, lesbisch und alles neutral.
NEIN eben nicht!!!
Wir sollten uns lieber so akzeptieren, wie wir sind und gemeinsam die beste Mannschaft aufstellen! Den großen ins Tor, die Frauen zum Kinder kriegen (weil die Männer es nun einfach nicht hin bekommen... Leider) und der Chinese bringt uns seine Sprache bei, der Franzose das gute Essen und der FDPler hört dem Grünen zu! BUNT ist gut und nicht Ocker!

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bluebill 04.04.2019, 16:32
9. Oh ja...

die Political Correctness. Und die Anti-Diskriminierungskampagnen, die es jetzt in großer Vielfalt gibt, weil es eben gerade in Mode ist, sich selbst oder irgendwen / irgendwas als diskriminiert zu betrachten. So dass man/frau/div. sich schon kaum noch traut, eine/n ganze/n Satz/Sätzin zu sprechen, er/sie/es könnte ja einen/eine/ein Mann/Frau/Div. beleidigen. - Das hat kurzfristig einen gewissen Unterhaltungswert, mittelfristig ist es aber schon abgedroschen, und langfristig wird es keine Socke mehr interessieren.-- Zum Thema Ossi: Ich bin von West- nach Ostdeutschland gezogen, als Wessi; es gefällt mir gut hier. Was immer über Wessis/Ossis von der jeweils anderen Seite behauptet wird, ist reine Vorurteilsbedienung auf Bildzeitungsniveau. Allerdings, das Lohngefälle von West nach Ost gibt es tatsächlich, auch bei großen internationalen Konzernen. Die Wirtschaftswelt lässt eben nichts aus, um einen Vorteil abzuschöpfen.

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