Forum: Politik
Diskriminierung: Deutschland sucht das Superopfer
Ralf Hirschberger/DPA

Jeder ist heute in gewisser Weise ausgegrenzt - das bringt die Partikularidentität als Frau, Migrant oder sexuell Randständiger mit sich. Wenn man es genau nimmt, gehört selbst der Autor dieser Kolumne zu einer diskriminierten Minderheit.

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jens.guehnemann 05.04.2019, 13:00
150. Mehr Humor und Sachlichkeit

Als ich in meinen Zwanzigern noch lange Haare und Vollbart trug und jemand hätte mich "Conchita Wurst genannt, hätte ich mitgelacht, aber sagen Sie das mal zu Herrn Hofreiter! Meine Kollegen machen andauernd Witze über mich und ich über sie, dann lachen wir und das Arbeitsklima ist gut. Würde jetzt eine/r sagen "Hilfe, ich werde gemobbt oder diskriminiert oder beides!" wäre das Arbeitsklima im Arsch! Und so ist es gerade auch in Deutschland! Mehr nachdenken, sachlich bleiben.

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Peer Pfeffer 05.04.2019, 13:05
151.

Zitat von ohjeee
Weil SIE das so geschrieben haben? "Wohingegen die Migranten sicher auch den einen oder anderen diskriminieren würden, wenn sie es könnten" Sie schreiben, Migranten würden diskrimminieren, wenn Sie könnten. Das impliziert dass sie es nicht tun, weil sie es ihrer Meinung nach schlicht nicht können (aufgrund deren Migrantenstatus?). Das habe ich mir doch nicht ausgedacht, das steht so in Ihrem Post. Auch Migranten diskrimminieren. Gegen andere Nationalitäten, gegen Homosexuelle, gegen Frauen, gegen Religionen,...
Lieber ohjee,
da hast Du mich falsch verstanden. Mit " Migranten würden diskrimminieren, wenn Sie könnten. " meine ich, dass sie es natürlich ganz normal tun, wie die meisten Menschen, im Größeren wie Kleineren (und das ist kein Diss gegen Migranten, sondern gegen Menschen allgemein, zu denen Migranten eben auch gehören), aber nicht die Möglichkeiten haben, das in Deutschland systemisch/systematisch zu tun, da sie nicht an den entsprechenden Schaltstellen sitzen.
Wir scheinen also ähnlicher Meinung zu sein, und es tut mir leid, dass Dein erwachter Furor gegen meinen vermeintlichen Triggersatz nun ins leere laufen wird. Dennoch ein schönes Wochenende, Peer

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Peer Pfeffer 05.04.2019, 13:08
152.

Zitat von curiosus_
Sie studierte Philosophie und Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin und schloss das Studium im Jahr 2014 mit einer Arbeit über Simone de Beauvoir ab Studienabbrecherin?
Danke, dass Du dieses 'alternative Faktum' entlarvt hast. Wobei F. klug genug war, den Namen der gemeinten Person nicht zu nennen, sonst wäre die Kolumne wohl so nicht durchs Faktencheck-Lektorat gegangen. Das sicher seit gewissen Ungereimtheiten bei gewissen Reportern noch gewissenhafter arbeitet als vorher. Geschweige denn durch die Rechtsabteilung.

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Bondurant 05.04.2019, 13:10
153. Antiquierte Überzeugungen

Zitat von annoo
Wenn Männer bei Vorstellungsgesprächen genau so kritsich wie Frauen gefragt würden, wie sie denn denken Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen
das macht man längst so, spätestens seit der Spruch von der "work-life-balance" populär geworden ist.

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annoo 05.04.2019, 13:15
154.

Zitat von ohjeee
Ihrer Denke nach können auch Juden und Muslime nicht diskrimminiert werden, weil die Ihre Meinung (ich glaube an Gott X, Y, Z) einfach ändern könnten. Gut zu wissen. Dicke werden nicht diskrimminiert, weil sie ja nicht dick auf die Welt kommen, sondern einfach nur zu viel Appetit/zu wenig Bewegung haben. Auch mit bestimmten politischen Ansichten wird man nicht diskrimminiert, ich kann ja einfach meine Meinung ändern. Danke für die Klarstellung! Wäre das also geklärt.
Doch, Juden, Muslime können diskriminiert werden oder werden diskriminiert, weil sie qua Geburt Muslime oder Juden sind. Diskriminiert werden Menschen bestimmter Religionsgemeinschaften von manchen Gruppen generell, selbst die, die kiritisch mit ihrem eigenen Glauben sind. Es finden dann Gruppenzuschreibungen statt die selten hilfreich sind. Genau so wenig wie alle Christen gleiche Eigenschaften haben, haben dies Menschen anderer Religion auch.

Und ja, es hat was mit dem eigenen Willen zu tun. Ich kann mich selbst entscheiden, Rechtsradikaler, Verbrecher, Linksradikaler zu sein was auch immer, deshalb ist es keine Diskriminierung, wenn ich dafür kritisiert werde.

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jens.guehnemann 05.04.2019, 13:18
155. also

Zitat von annoo
Ich versuche Sie ernst zu nehmen. Das fällt mir aber tatsächlich schwer wenn Sie von Klimahysterie sprechen. (Ich halte mich da eher an weltweit anerkannte Wissenschaftler wie Harald Lesch, die auf die Dringlichkeit hinweisen). By the way, sind Worte wie Hysterie Ihr Versuche eines wertschätzenden Dialogs? Und ich hätte gerne ein Beispiel, wo "Grünen und Dingos" sich sträuben Verbrecher abzuschieben. Verbrechen an was? Ist es für Sie ein Verbrechen ein Land zu verlassen, das keine Chance auf Überleben gewährleistet? Lassen Sie mich an Ihrer Definition teilhaben. Auch wenn das jetzt etwas zu weit geht in dieser Diskussion, aber da Sie mich direkt zitiert haben, wüsste ich gerne, worüber zum Beispiel ein Mensch mit schwarzer Hautfarbe, ein Behinderter etc. lachen soll, wenn er - wieder mal - diskriminiert wird. Sie finden das lustig? Ist doch alles nicht so schlimm - so lange ich den Job kriege und nicht Aysche mit dem Kopftuch, hehe.
der 97%-Konsens ist eigentlich nur 32,6%.
Klimaskeptiker Prof.Dr. Shaviv durfte letztens im Bundestag 3 Min. seine Theorie erläutern (durch Zufall fielen gerade da die Projektoren aus), was Prof. Dr. Levermann sehr wissenschaftlich mit "Das ist Unsinn, was der sagt!" widerlegte. Oder warum dürfen China und Indien lt. Parisvertrag bis 2030 mehr Kohlekraftwerke bauen, als die westliche Welt abschalten kann? Wieso hat der IPCC letztens die Emissionsrechte verdoppelt, wenn es so dringend ist?
Mit meinem Beispiel zu Migrationspolitik kam ich nicht durch, sorry

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annoo 05.04.2019, 13:23
156. Was genau wollen Sie damit sagen?

Zitat von nordlicht123321
Harald Lesch ist Astrophysiker.Kein Universalgelehrte.
Ein Blick zu Wikipedia hätte genügt: "Harald Lesch ist ein deutscher Astrophysiker, Naturphilosoph, Wissenschaftsjournalist, Fernsehmoderator und Hörbuchsprecher. Er ist Professor für Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Lehrbeauftragter für Naturphilosophie an der Hochschule für Philosophie München."

Gerade sein interdisziplinärer Blick über die Grenzen der Physik macht ihn als Wissenschaftler attraktiv. Außerdem seine Fähigkeit, komplexe Sachverhalten einfach darzustellen.

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deepbrain 05.04.2019, 13:28
157.

Der Fehlschluss liegt darin, dass Fleischhauer meint, jede Minderheit sei automatisch diskriminiert. Völliger Unsinn! So ist - zumindest soweit ich das sehe - Fleischhauer beim SpON nicht diskriminiert, sondern lediglich in der Unterzahl, bekommt vielleicht mehr Gegenwind, worauf er ja stolz ist, aber wo ist die Diskriminierung? Nach diesem en Fehlschluss kann man die erste Hälfte des Textes löschen. Die zweite wahrscheinlich auch, aber die habe ich auf Grund der logischen Lücken nicht mehr geschafft.

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inspired 05.04.2019, 13:29
158. Der beste Beweis: Brillanz als Diskriminierungsfolge

Der beste Beweis - im Sinne der Argumentation von Fatma Aydemir - dafür, dass Jan Fleischhauer hier doch nicht nur mit seinem Minderheitenstatus kokettiert, sondern womöglich wirklich an der linken Marginalisierung gelitten haben könnte, ist seine erfolgreiche Überkompensierung:
Jan Fleischhauers Text ist - das muss man hier einfach mal feststellen - schlicht DOPPELT so gut (mindestens), wie die Standardelaborate seiner linken SPON-Kollegen (Lobo und Konsorten). Jan Fleischhauer löst hier also ein, was Fatma Aydemir (die mit der Alptraum-Heimat) für sich und alle migrantischen Nenn-Opfer unserer so krass diskriminierenden Gesellschaft nur beansprucht u. verspricht, (ohne es selbst allerdings je eingelöst zu haben): Dass die Diskriminierten 'immer' doppelt so hart arbeiten, doppelt so gut sind (u. sein müssen) etc. Nun: Zumindest im Fall Fleischhauer ist es aufgegangen: Seine 'Opferrolle' scheint ihn beflügelt zu haben, seine (Über)Kompensation des redaktionellen / kollegialen Anerkennungsdefizits hat zu einem wirklich erfreulichen Ergebnis geführt, das nicht nur durch seine Brillianz aus dem SPON-Standard-Niveau deutlich herausragt, sondern zugleich auch der gesellschaftlichen Debatte so guttut wie einer der - ebenfalls seltenen - Gewitterregen in jenem überhitzten Sommer 2018: Eine Wohltat! Congratulations, Jan Fleischhauer!

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Peer Pfeffer 05.04.2019, 13:33
159.

Zitat von annoo
Doch, Juden, Muslime können diskriminiert werden oder werden diskriminiert, weil sie qua Geburt Muslime oder Juden sind. Diskriminiert werden Menschen bestimmter Religionsgemeinschaften von manchen Gruppen generell, selbst die, die kiritisch mit ihrem eigenen Glauben sind. Es finden dann Gruppenzuschreibungen statt die selten hilfreich sind. Genau so wenig wie alle Christen gleiche Eigenschaften haben, haben dies Menschen anderer Religion auch. Und ja, es hat was mit dem eigenen Willen zu tun. Ich kann mich selbst entscheiden, Rechtsradikaler, Verbrecher, Linksradikaler zu sein was auch immer, deshalb ist es keine Diskriminierung, wenn ich dafür kritisiert werde.
Sehr richtig. So kann man auch nicht von Diskriminierung reden, wenn z.B. nicht so sexy Menschen weniger sexuelle Angebote bekommen als andere. Oder nicht so linke Kolumnisten - qua Aufbegehrens gegens Elternhaus - in der Redaktion weniger Reputation haben als die links-liberaleren. Man kann sexuelles Interesse, respektvolle Ehrerbietung am Arbeitsplatz etc. nun mal nicht verordnen. Damit wäre auch die Diskriminierung des Autors vom Tisch. :-)

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