Forum: Politik
Diskriminierung: Deutschland sucht das Superopfer
Ralf Hirschberger/DPA

Jeder ist heute in gewisser Weise ausgegrenzt - das bringt die Partikularidentität als Frau, Migrant oder sexuell Randständiger mit sich. Wenn man es genau nimmt, gehört selbst der Autor dieser Kolumne zu einer diskriminierten Minderheit.

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Bondurant 05.04.2019, 14:56
180. Lesen hätte geholfen

Zitat von annoo
Auf Sie habe ich gewartet in dieser Diskussion. Sie wissen immer, was "man" so macht. Mit seriösen Quellen hatten Sie es noch nie. Brauchen Sie offensichtlich gar nicht für Ihr Weltbild. Reicht doch, wenn Sie wissen, dass Frauen im Arbeitsleben nicht (mehr) diskriminiert werden. ;-)
dann hätten sie nämlich gemerkt, dass ich nichts dergleichen behauptet habe. Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass man bei Vorstellungsgesprächen mittlerweile auch Männer (zugegebenermaßen vor allem jüngere) daraufhin untersucht, wie sie es denn mit der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben halten wollen. Personaler sind ja schließlich nicht völlig verblödet und wissen auch, dass es heute nicht so ganz wenige gibt, für die das Privat- (Familien-)leben die erste Stelle einnimmt. Wenn Sie also, wie Sie es geschrieben haben, der Meinung sind, nur Frauen würden nach Vereinbarkeit von Beruf und Familie gefragt, wenn sie sich um eine Stelle bewerben, ist Ihr Kenntnisstand überholt.

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decathlone 05.04.2019, 15:07
181. Es geht überall rückwärts...

... beim Zugang zu Bildung ist dann jetzt langsam wieder die gute alte Zeit angebrochen, wo das Arbeiterkind an der Werkbank blieb und die Uni nur von Innen sah, wenn dort Klempnerarbeiten zu erledigen waren. Aber es ist doch viel besser als damals, weil ja für die diskriminierten und traumatisierten Randgruppen des Bildungsbürgertums an der Uni jetzt soviel getan wird. Danke, dass Sie das mal so klar gesagt haben, Herr Fleischhauer!

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Bondurant 05.04.2019, 15:11
182. Das halte ich

Zitat von jens.guehnemann
Das Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert sind, hat vor allem den Grund, dass Frauen Kinder kriegen können und Männer nicht. Viele Frauen wollen dann anstatt Karrierefrau lieber eine "Mutter" sein, wovor ich den allerhöchsten Respekt habe.
nicht für den Grund, der "vor allem" verantwortlich wäre. Meiner Meinung nach ist es so, dass es immer noch sehr viel mehr Männer als Frauen gibt, die schlicht deshalb Führungsposition anstreben, weil sie Chef sein wollen und wirklich bereit sind, dafür alles zu geben. Eine Art Selbstzweck sozusagen. Das ist bei Frauen nach wie vor nicht so ausgeprägt.

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jens.guehnemann 05.04.2019, 15:14
183. Natürlich gibt es echte Diskriminierung

Zitat von annoo
Echt jetzt, Sie arbeiten mit jemandem im Rollstuhl zusammen? Und machen sogar Scherze? Unfassbar. Das widerlegt natürlich jede wissenschaftliche Abhandlung zu diskriminierenden Strukturen: Ich kenne da jemanden, der hat.... und ich habe auch schon mal... Anekdotische Evidenz nennt man das was Sie tun. Liest sich nett, bringt aber nix.
aber was soll man mit diesen Leuten machen? Die werden ihre Vorurteile sicher nicht abbauen, wenn der diskriminierte wütend wird oder wenn er von der Gesellschaft geächtet wird. Aus eigener Erfahrung hilft manchmal, denjenigen wie Luft zu behandeln aber es gibt leider auch die Aufdringlichen. Da muss man dann sehen, dass man wegkommt. Ist uns früher öfter passiert in dem "Viertel", wo wir aufgewachsen sind, nur ist damals keiner mit "Mobbing" oder "Diskriminierung" gekommen. Wenn ich das bis ins letzte durchexerziere, werde ich bestimmt auch vieles finden, wo ich auch mal "gemobbt" und "diskriminiert" werde. Aber irgendwo muss auch mal gut sein!
Wir müssen hier in Deutschland wieder eine vernünftige Diskussionskultur herstellen. Glauben Sie, das gelingt, wenn die Hälfte bei allem was die anderen sagen "Diskriminierung" schreien? Da muss man dann mal durch (ich habe leicht reden, ich bin ja ein "alter weisser Mann").

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lars.nitsch 05.04.2019, 15:15
184. Fleischhauer erkennt Chancenungleicheit an?!

Die wahre Sensation im Text ist doch, dass Herr Fleischhauer anzuerkennen scheint, dass Kinder aus einem weniger gebildeten Elternhaus selbst kaum Chancen haben, einmal auf die Uni zu gehen. Es also wohl doch nicht nur "die eigentliche Unzulänglichkeit ist, die mich am Fortkommen hindert", wie er noch ein paar Zeilen weiter oben schreibt. Vielleicht hat der Spiegel doch schon mehr auf Herrn Fleischhauer abgefärbt, als er denkt...

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jens.guehnemann 05.04.2019, 15:17
185. Doch!

Zitat von pixmax
Dieser Beitrag hat nur ein Ziel. Der Autor möchte sich als besonders witzig, clever und einzigartig darstellen. Ein Narzisst. Ohne jede Sachlichkeit oder Ernsthaftigkeit benutzt er dieses Thema, ohne die Legitimation zu besitzen, auch nur ein Wort darüber zu verlieren. Man könnte sich mit dem Thema auch anders auseinandersetzen. Der Artikel "Critical Westness" auf freitag.de ist so einer. Aber Herr Fleischhauer kann offensichtlich nur mit kruden Thesen provozieren. Das scheint sein Programm zu sein. Das braucht kein Mensch.
gerade in solchen Zeiten, wo viele am liebsten Denkverbote aussprechen würden, wenn das ginge, braucht man sowas. Ich mache das auch manchmal, um zum nachdenken anzuregen, ob man nicht in extreme Positionen verfällt. Bei Ihnen wirkt sowas offenbar nicht...

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fletcherfahrer 05.04.2019, 15:37
186. Es geht eben um Ideologie...

Zitat von jens.guehnemann
und somit nicht sachlich. im Internet ist er (ebenfalls nicht sachlich) widerlegt worden! Die Diskussion um Klima und Energie ist hier sehr einseitig und gerade, wenn einem der Saft abgedreht werden soll, ist es die Pflicht eines Jeden, sich so viele Informationen wie möglich zu beschaffen, auch aus Quellen, wo die, die Alarm schlagen sagen "das darfst Du nicht!" wie z.B. EIKE. Wie z.B. Staatssekretär Flasbarth vom BMU auf die Frage, wie denn ohne Kohle und Atom die Grundlast sicher gestellt werden soll. Die Antwort von Flasbarth war: "Weil wir moderner und smarter werden, als Sie sich das jetzt vorstellen!" Nach meinem Wörterbuch Politiker - Deutsch heisst das "Wir haben noch keine Ahnung, aber uns fällt bis dahin sicher noch was ein!" Wir haben noch keine Netzinfrastruktur und wir haben noch keine Speicher und das sollen wir in weniger als 20 Jahren schaffen? Und das für eine Theorie (mehr ist es nicht!) das die Welt untergeht, wenn wir unsere Kohlekraftwerke nicht bald abschalten (während es China und Indien erlaubt ist, bis 2030 mehr zu bauen als wir abschalten können und das IPCC seine Emissionsrechte gerade verdoppelt hat). So schlimm steht es - aber nicht ums Klima, sondern um die Logik!
...und damit ist die Sachlichkeit nicht erwünscht. Harald Lesch hat der Thunberg im Fernsehen dermaßen nach dem Wort geredet dass ich ihn nicht mehr ernst nehemn kann. Mainstram vom Feinsten.

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medium07 05.04.2019, 15:39
187. Herkunft?

Identitätspolitik ist das Versprechen, dass sich das, was einem im Leben an Widrigkeiten begegnet, auf die Herkunft zurückführen lässt. Nein, Herr Fleischhauer, mit dieser Definition liegen Sie knapp aber entscheidend daneben. Es geht um die Gruppenzugehörigkeit, d.h. in erster Linie Ethnie, Gender oder Geschlecht. Da sich aber alle Gruppen in immer weitere Untergruppen aufgliedern und sich bei Zugehörigkeit zu mehreren Gruppen exponentiell weitere Untergruppen bilden, wird die Sache zwangsläufig unübersichtlich bis chaotisch. Damit jedoch nicht genug. Da sich jedes Individuum (zumindest bei Wahl seines/ihrer... Geschlechts und seiner/ihrer... sexuellen Orientierung) je nach Laune und Tagesform für diese oder jene Gruppenzugehörigkeit entscheiden kann, ist am Ende jeder Opfer à la carte.- Übrigens wird dieses Identitätsspiel von rechts und links in verschiedenen Varianten gespielt. Deswegen hält man sich besser an den weisen Rat, den Daidalos einst seinem Sohn Ikarus gab: Halte Dich auf der mittleren Bahn!

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fletcherfahrer 05.04.2019, 15:46
188. Ja,

Zitat von wewolff12
gibt es in Duisburg noch Stahlkocher ?
aber NUR in Duisburg, wenn wir nur das Ruhrgebiet betrachten.

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Freier.Buerger 05.04.2019, 15:47
189.

Zitat von annoo
Doch, Juden, Muslime können diskriminiert werden oder werden diskriminiert, weil sie qua Geburt Muslime oder Juden sind. Diskriminiert werden Menschen bestimmter Religionsgemeinschaften von manchen Gruppen generell, selbst die, die kiritisch mit ihrem eigenen Glauben sind. Es finden dann Gruppenzuschreibungen statt die selten hilfreich sind. Genau so wenig wie alle Christen gleiche Eigenschaften haben, haben dies Menschen anderer Religion auch. Und ja, es hat was mit dem eigenen Willen zu tun. Ich kann mich selbst entscheiden, Rechtsradikaler, Verbrecher, Linksradikaler zu sein was auch immer, deshalb ist es keine Diskriminierung, wenn ich dafür kritisiert werde.
Naja, ganz so einfach ist es wohl doch nicht. Ich bin quasi seit meiner Geburt mit einem besonderen Hang zur Freiheit erzogen wurden - im Osten. Ich kann genauso wenig Marx lieben, wie ein Schwuler eine Frau lieben kann. Ich bin ein liberaler Protestwähler und denke und rede von Vertrauen in die Bürger und von Eigenverantwortung - für Linke reiner Satanismus.
Ich kann also nicht diskriminiert werden, nur weil die Religion des (atheistischen) liberalen Humanismus erst ca. 200 Jahr alt ist und noch nicht als solche anerkannt wurde und stattdessen mit dem diskriminierenden Wort Ideologie gebrandmarkt wird?

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