Forum: Politik
Diskriminierung: Deutschland sucht das Superopfer
Ralf Hirschberger/DPA

Jeder ist heute in gewisser Weise ausgegrenzt - das bringt die Partikularidentität als Frau, Migrant oder sexuell Randständiger mit sich. Wenn man es genau nimmt, gehört selbst der Autor dieser Kolumne zu einer diskriminierten Minderheit.

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Vidarr 04.04.2019, 18:33
40.

Zitat von muellerthomas
Das bringt es doch gut auf den Punkt: Die Werte der gesamten Gesellschaft ändern sich zum Glück im Zeitablauf, wir sind insgesamt als Gesellschaft viel liberaler geworden in den letzten Jahrzehnten - wenn sich Ihre Standpunkte über die Jahrzehnte hingegen nicht verändert haben, passiert eben genau das, was Sie beklagen.
und genau das is eben ein trugschluss.

jemand der vor jahrzehnten liberal war und seine weltanschauung nicht geändert hat, ist dies noch heute.
das problem ist, das viele die sich heute als liberal bezeichenen, es nicht sind, sondern wahlweise eher "links- oder rechts autoritär".

wobei es imho insbesondere den "linken" schwer fällt den unterschied zu erkennen.
schliesslich meint man für das "gute" zu kämpfen, da kann man dann verbote und vorschriften erlassen und menschen mit unerwünschten meinungen/ansichten abkanzeln und ausschliessen, man ist ja trotzdem "liberal".
nur liegt man da falsch, da es den grundpositionen des liberalismus widerspricht.

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Cpt. Miller 04.04.2019, 18:35
41.

Überraschung: jeder ist Teil von unzähligen Mehrheiten und Minderheiten. Darin sind sich alle gleich.
Es wäre mal an der Zeit, das alte verstaubte Links-Rechts Denken hinter sich zu lassen und unvoreingenommen in die Zukunft zu schauen.

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Pixelpu 04.04.2019, 18:55
42. Keine Angst Fleichhauer

Im Spiegel vielleicht Minderheit, aber auf ganz Deutschland bezogen gehören Sie immer noch zur konservativen wenn nicht sogar reaktionären Mehrheit. Der schenkelklopfende Applaus ihrer Anhänger ist Ihnen gewiss. Aber lassen sie nicht den intellektuellen raushängen. Sie sind keiner.

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Actionscript 04.04.2019, 19:13
43. Es kommt auf den Standpunkt an.

Sie mögen Recht haben, Herr Fleischhauer, wenn sie sich beim Spiegel in der Minderheit fühlen. Wenn sie jedoch zu einer CDU Versammlung gehen, dann sind sie nicht in der Minderheit (Ich hoffe, ich habe die richtige Partei erwähnt?). Wenn sie diesen Artikel schreiben, sind sie auch nicht in der Minderheit sondern fühlen sich mehr als Opfer. Und dann kann es durchaus sein, dass sie zu einer grossen Gruppe von Menschen gehören, die ähnlich fühlen. Seien sie also unbesorgt. Sie sind definitiv nicht allein. Sie gehören ausserdem zu einer grossen Mehrheit von Menschen, die eine weisse Hautfarbe haben. Und schätzen sie sich glücklich, unter vielen Deutschen zu leben.

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muellerthomas 04.04.2019, 19:23
44.

Zitat von Sendungsverfolger
ein Anthropologe könnte Ihnen da ne ganze Menge zu sagen, also vorsicht, sehr dünnes Eis. Ich weiß, worauf Sie verständlicherweise hinauswollen, das macht es aber nicht besser. Argumentieren ist kein rhetorisches Draufprügeln. Es geht wirklich nicht darum, dass alle Menschen gleich sind, es geht darum, alle gleich zu behandeln. Und das auch "nur" unter gleichen Umständen.
Okay, trotzdem ein blödes Beispiel - ebenso wie der Verweis auf Homosexuelle in dem Posting, auf das ich geantwortet habe.

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muellerthomas 04.04.2019, 19:25
45.

Zitat von monaco47
Als Sahnehäppchen gönne ich mir anschließend die empörten Kommentare, der linksgerichteten SPON-Leser;
Haben Sie wirklich den Eindruck, der Spiegel bzw. seine Leser seien so links?

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bestrosi 04.04.2019, 19:28
46. Diskriminierung

Ungerechtfertigte Diskriminierung ist, wenn eine Sachentscheidung (Mietvertrag, Studienplatz, Zugang zu Örtlichkeiten etc.) von sachfremden Erwägungen bestimmt wird. Wenn die Entscheidung sachgerecht getroffen wird, liegt auch eine Diskriminierung vor, aber eine gerechtfertigte: Die Mietwohnung geht an den Zahlungskräftigeren, Der Studienplatz an den Schlaueren usw.
Auf gesamtgesellschaftlicher Ebene ist Diskriminierung (=Unterscheidung) sogar essentiell, denn es ist die Grundlage für Pluralismus und Anpassungsfähigkeit der Gesellschaft. Aber Diskriminierung, sei es durch andere oder selbstgewollte, darf nicht Überhand nehmen, denn eine Gesellschaft braucht auch ein einigendes Band, mindestens der Verständigung (also gemeinsamer Sprache bzw. Kommunikationskanäle), am besten auch der Interaktion (durch eine Leitkultur der Sitten und Traditionen).

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vera gehlkiel 04.04.2019, 19:35
47.

Es kommt gar nicht auf die Diskriminierungserfahrung an, sondern was man daraus macht. Bei Kritik am Verhalten bestimmter, eben natürlich laengst nicht aller, sog. oststaemmigen Bürger geht es um die Tatsache der Einnahme einer Haltung kompletter Passivität bis zur Selbstaugabe, die sich dann im Raptus katharsisch Luft verschafft. Um die Frage an die Erlerntheit dieser Haltungen. Beim Beschreiben männlicher Toxizitaet um genau das Gleiche. Und immer geht es um die Entladung von Gewalt gegenüber Schwächeren. Insofern ist aber Fleischhauers Standing im Spiegel natürlich nicht definiert über den Wahlzettel. Und gerade, dass er in einem für ihn offenbar antipodischen Milieu damit offen kokettieren kann weist uns klar nach, dass seine Macht dort unbedroht ist. Und von ganz was anderem, vermutlich seiner Relevanz als Journalist für hohe Umsatzzahlen (oder aber, weil er vielleicht ein ganz toller, solidarischer Kollege ist?!) kommt. Noch etwas zur Klärung: Moslems in Deutschland sind wohl zu einem kleineren Teil Ausländer, viel öfter Inländer. Und feministische Frauen sind sicher eine Minderheit, diskriminierte Frauen jedoch die halbe Bevölkerung. Fast alle diese Frauen haben Benachteiligung im Laufe der Jahrhunderte zu Stärke umgewidmet, und werden dieses zukünftig sogar noch verstärkt tun. Uebertragung von Selbstmitleid an etwaige "Bittstellerinnen" ist demzufolge komplett überflüssig. Feminismus ist sicher auch unter Frauen weiter eher eine Minderheitenhaltung. Steht aber durch seinen Appell an die Gewinnung von, sagen wir ruhig großkotzig, schließlich wurde vom politischen Gegner ja Rudi Dutschke zitiert, "Immanenzbewusstsein durch die permanente Selbstbefreiung" in direkter Solidarität zu allen Freiheitsbewegungen von Menschen überhaupt. Und dies sowohl historisch als aktuell. Wir reden vom feinen Unterschied zwischen Klagen (Jammern) und Anklagen (Einfordern).

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sonnemond 04.04.2019, 19:37
48. Habe den ZEIT-Artikel auch gelesen

Und wollte es nicht glauben, was sich die Dame da aus dem Statistikspielzeugkasten zusammen mixt. Dabei jegliche inhaltliche, religiöse, geschichtliche, kulturelle und wirtschaftliche Komponente außer Acht lässt. Die am meisten benachteiligte und verarmte Region Deutschlands liegt z. B. im Ruhrgebiet. Zusammen mit Bremerhaven sind dort die höchstverschuldeten Städte der BRD versammelt. Ostdeutschland geht es blendend dagegen. Der Artikel gehörte tatsächlich mit zu dem Unsinnigsten was ich die letzten Jahre gelesen habe. Die ZEIT könnte ja in Solidarität mit den Benachteiligten einen Islamisch-Ostdeutschen Kulturverein gründen. Herr Fleischhauer, ich danke Ihnen sehr, dass Sie das Thema aufgegriffen haben. Wie immer habe ich Ihre Kolumne sehr genossen. Jedes Mal eines der Highlights der Woche.

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Schlaflöwe 04.04.2019, 19:41
49. Herr Fleischhauer gehört zu den Konservativen?

Er lässt seine Sympathie für die AfD doch immer wieder durchblicken. Lässt sich denn eine Partei als konservativ einordnen, deren Frontmänner beim Aufmarsch von Neonazis in Chemnitz im Hebst letzten Jahres die Speerspitze bildeten?

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