Forum: Politik
Diskriminierung: Deutschland sucht das Superopfer
Ralf Hirschberger/DPA

Jeder ist heute in gewisser Weise ausgegrenzt - das bringt die Partikularidentität als Frau, Migrant oder sexuell Randständiger mit sich. Wenn man es genau nimmt, gehört selbst der Autor dieser Kolumne zu einer diskriminierten Minderheit.

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vera gehlkiel 04.04.2019, 21:33
60. @luny

Zitat von luny
Hallo Herr Fleischhauer, Sie schreiben: "Jeder ist heute in gewisser Weise ausgegrenzt, das bringt die Partikularidentität als Frau, Ausländer oder sexuell Randständiger so mit sich." Es geht nicht nur um die Partikularidentität. Es geht um die Individualität. Jeder ist bemüht, sich von anderen abzuheben, um wahrgenommen zu werden. Heute wird den neuesten Trends nachgehechelt, die bereits morgen von noch neueren Trends abgelöst werden. Was dabei auf der Strecke bleibt, sind Gemeinsamkeiten und die Solidarität, die es einmal innerhalb der verschiedenen gesellschaftlichen Schichten gab. Nun sind alle individuell und Einzelkämpfer, egal welcher Gruppe sie angehören. LUNY
Demokratie bedeutet in der Perspektive Individuation. Diese mit zunehmender Ansprüchlichkeit von immer weiter partikularisierten Interessenlagen gleichzusetzen, ist aber grundfalsch. Namentlich unter Feminist*innen gibt es trotz hoechst betonter Individuation die allertiefste Solidarität. Dies war übrigens auch zu Zeiten der von Ihnen verherrlichten arbeiterschaftlichen Solidargemeinschaften im damals noch wirkmaechtigen "Proletariat" schon so. Natürlich nicht auf den Gemälden des "Sozialistischen Realismus", aber entschieden in der Wirklichkeit. Was sich damals allerdings bedauerlich gleichförmig ausnahm war die Frauenverachtung, sowie die Verachtung von als selbstverschuldet definierter Armut. Dem Äquivalent des heutigen "Hartzers" ging es in der einfachen Welt von Horst Schimanski keinen Deut besser, und den Frauen viel schlechter. Und die Demokratie ist im Weltmasstab mehr geworden, viel mehr. Frauensolidaritaet plus Individuation umspannt den Globus. Wir sind jetzt die Gruppe, welche die Machtfrage wg Produktionsverhaeltnissen zu stellen hat und auch stellt. Aber wir machen alles eben nach Frauenart, primär gewaltfrei...

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Vidarr 04.04.2019, 21:35
61. ...

Zitat von Schlaflöwe
Er lässt seine Sympathie für die AfD doch immer wieder durchblicken. Lässt sich denn eine Partei als konservativ einordnen, deren Frontmänner beim Aufmarsch von Neonazis in Chemnitz im Hebst letzten Jahres die Speerspitze bildeten?
wenn man steile thesen aufstellt, sollte man diese auch belegen können ...
also nennen sie doch bitte ein beispiel, wo fleischhauer sympathie gegenüber der afd ausdrückt.
ich kenne zwar bei weitem nicht alle seine texte, allerdings genug um vom gegenteil auszugehen.

zum zweiten part eine gegenfrage:
ist die spd/grüne/linkspartei dafür verantwortlich wenn hinter ihnen linksextremisten laufen? oder ihre aussagen zitieren? etc.
ich denke nicht.

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FrieFie 04.04.2019, 22:01
62. Mal wieder schlecht recherchiert

,,, denn die Studie sagt auch aus, wie sich die Diskriminierung der beiden Gruppen unterscheidet.
Und dass jemand ausgegrenzt, ob jemand auch diskriminiert wird und warum das eine oder auch das andere, das sind verschiedene Fragen und Antworten. Die Fleischhauer fröhlich durcheinander bringt, mit Lappalien illustriert (als würde sich jede Muslima diskriminiert fühlen, wenn ein Busfahrer unwirsch wird) und ins lächerliche zieht... als wäre das Thema an sich keiner Diskussion wert, wer in Deutschland wie und warum diskriminiert wird. Aber #metwoo hatte er ja auch nicht kapiert.
Einer, der jedenfalls ganz sicher nicht diskriminiert wird, ist Fleischhauer, der "Meinung" (die man sich bewusst aussucht und die kritisiert werden kann, sonst ist es keine) mit sowas wie sexueller Orientierung, Hautfarbe und/oder Herkunft (die man sich nicht aussuchen kann) verwechselt und Kritik mit Diskriminierung gleichsetzt.
Einfacher Realitätscheck: Einfach überlegen, ob das Gefühl von Juden in Deutschland, diskriminiert zu werden, auch so vollkommen subjektiv und gefühlsgesteuert ist. Oder ob es da Maßstäbe gibt, die sich sehr wohl in Zahlen und Worten erfassen lassen.
Und wenn man schon selbst nicht drauf kommt, wie andere sich dabei fühlen und warum, und das für total subjektiv hält: Dafür werden solche Studien gemacht, um abzugleichen, ob dem subjektiven Gefühl nicht doch tatsächlich ablehnende Gefühle der womöglich diskriminierenden Gruppe gegenüber stehen. Was die Studie (zum Teil) bestätigt hat.
Eine dritte Frage ist, was daraus folgt... müssen Maßnahmen ergriffen werden (z.B. Quotenregelungen, die von überraschend vielen beider Gruppen befürwortet werden)? Oder bestätigt die Selbstwahrnehmung der diskriminierten Gruppe das Problem, sodass man bei Basics der Persönlichkeitsbildung im Kindergarten beginnen müsste?
Aber Fleischhauer bleibt, wie immer, bei der Polemik. Ohne die Studie selbst oder die Methodik sachlich zu kritisieren, macht er sich lustig über die Objekte der Studie, die für die Ergebnisse doch gar nichts können.

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horstu 04.04.2019, 22:31
63. Toxische Identitätspolitik

Fleischhauers ursprüngliche Überschrift passte besser: "Auf der Suche nach dem Superopfer". Denn es geht Fleischhauer ja nicht um seine eigene Diskriminierung, sondern um die zerstörerische Kraft einer Identitätspolitik, welche in Gruppen/Minderheiten denkt und diese politisch gegeneinander in Stellung bringt, und die die Differenz unterstreicht, anstatt das Verbindende. Das Toxische dieser Identitätspolitik zeigt sehr gut ein heutiger Spiegel-Artikel, bei dem ebenfalls nachträglich die Überschrift geändert wurde. Ursprünglich hieß er: "Wenn ich in den Prenzlauer Berg fahre, bin ich schockiert, wie weiß da alle sind". Offenbar wurde es den Blattmachern dann doch zu mulmig und nun lautet die Überschrift: "So entsteht Kunst".

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deepbrain 04.04.2019, 22:36
64.

Fleischhauer, nur weil man einer Minderheit angehört, ist man nicht gleich diskriminiert worden! Deshalb sehe ich Null Diskriminierung bei Ihnen wegen Ihrer politischen Meinung. Fragen Sieddoch einfach mal Leute, die Diskriminierung erfahren haben, statt sich im Pullacher Elfenbeinturm was ach-so-Lustiges auszudenken. Und wenn man diesen Fehlschluss Minderheit = Diskriminierung beachtet, kann man die erste Hälfte der Kolumne getrost in die Tonne kloppen. Denn zweiten wahrscheinlich auch, aber den habe ich wegen der logischen Lücken des 1. Teils leider nicht mehr geschafft.

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knut.koenig 04.04.2019, 23:05
65. Diskriminierung gehört zum Leben

Diskriminierung gehört zum Leben und man muß eben damit zurecht kommen. Wer das versucht, wird es auch schaffen. Geschwätz hört und liest man allenthalben genug, es ist jedem selbst überlassen, sich das anzunehmen. Die Konzentration auf noch so kleine Ungleichheiten und Diskriminierung verhindert es, sich auf wirklich wichtige Dinge zu konzentrieren und diese im Konsens anzugehen - ein Wohlstandsleiden.

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menschklaus 04.04.2019, 23:19
66. Begriff der Diskriminierung

Die eigentliche Frage ist doch, welchen Begriff der Diskriminierung legen Sie Ihren Überlegungen zugrunde. Selbst wenn Sie bei SPON eine Mindermeinung vertreten, ließe sich aus den dann folgenden Diskussionen nicht unmittelbar Diskriminierung schließen. Oder bestreiten Sie auch die Meinungsfreiheit, nur weil Ihnen widersprochen wird?

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geoskript 04.04.2019, 23:30
67. Alptraum?

Diesmal, lieber Herr Fleischhauer, bin ich aber wirklich enttäuscht! Wieder jemand, der "Alptraum" und "Albtraum" verwechselt! Wo bleibt die humanistische Bildung?
Ein Diskriminierter aus der Zone

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DrWaumiau 04.04.2019, 23:47
68.

Ich finde auch, dass die linke schon ein ganzes Stück über's Ziel hinausgeschossen ist, überall gibt es jetzt 'safe spaces' und 'awareness-teams'... Für irgendwas wird man von irgendjemandem immer diskriminiert, fast möchte man es für sowas wie ein allgemeines Lebensrisiko halten. Und ich glaube, es wäre sowohl für die Gesellschaft als auch für jeden Einzelnen weit besser, sich beizeiten ein etwas dickeres Fell anzutrainieren, als den vergeblichen Versuch zu unternehmen, jegliche Diskriminierung auszumerzen. (Aber wichtig: 'antrainieren', nicht 'anfuttern', weil sonst...)

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arbat1 04.04.2019, 23:53
69. Erschreckend!

...selten solch einen fassungslos dünnen Dünnpfiff gelesen... Und die Formulierung 'sexuell Randständiger' offenbart wieder mal, wes' Geistes Kind dieser Herr ist.

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