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DIW-Chef zu Kühnert-Aussagen: "Es gibt viel Missbrauch in der sozialen Marktwirtschaf
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DIW-Chef Fratzscher kritisiert die "Exzesse" der sozialen Marktwirtschaft und stellt sich damit neben Juso-Chef Kühnert. Die Autohersteller hingegen laufen Sturm gegen die SPD. Die Reaktionen im Überblick.

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pamhalpert 04.05.2019, 13:39
20. Sozial?

Sozial ist die aktuelle Marktwirtschaft doch schon lang nicht mehr, dazu ist das Kapital zu mächtig. Es geht schon seit Jahren Richtung Raubtierkapitalismus, siehe Wohnungsmarkt, Kündigungsschutz, Tarifeinheitsgesetz, Hartz-Reformen etc. Ich finde Kühnerts Vorschläge auch in Teilen überzogen aber die Diskussion ist lange überfällig. Das sind keine linken Spinnereien, sondern simple Rahmenbedingungen, die in einer wahrhaft sozialen Marktwirtschaft selbstverständlich sein sollten.

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peter-11 04.05.2019, 13:39
21. Herr Fratzscher

Man sollte auf ihn hören, er hat einfach Recht. Der Mann hat dieses Wissen und eben auch die ruhige Offenheit die Dinge anzusprechen. Er ist für jede Diskussionsrunde eine Bereicherung.

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barzussek 04.05.2019, 13:40
22. Dieser Kühnert hat wohl einen Nerv getroffen

Das Gedöns um die Aussagen eines Jungsozialisten zeigt wie Recht er hat insofern was aus dem Ruder läuft
Wenn nun BMW oder Mercedes Betriebsräte dagegen kläffen haben sie die Probleme wohl nicht verstanden und müssen natürlich ihren Boni Gebern das Wort reden Menschlich verständlich aber wohl fehl am Platz als Betriebsrat Wenn man Spekulanten nicht das Handwerk legen will welche für die enormen Mietpreis Steigerungen die Hauptverantwortlichen sind und glaubt der Neo Liberalismus sollte weiter fröhliche Urstand feiern wird ein böses erwachen erleben dann werden auch in Deutschland mal "Gelbwesten" Aufmärsche stattfinden

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liberaleroekonom 04.05.2019, 13:48
23. Die SPD und ihr gestörtes Verhältnis zu Eigentum

Zitat von brotherandrew
... angebliche "Ideen" sind weder neu noch sinnvoll. Richtig aber ist, dass die soziale Marktwirtschaft nachjustiert werden muss, weil sie der menschlichen Gier zu wenig entgegen setzt. Was die Mietpreise betrifft, rächt es sich halt, dass die Deutschen relativ wenig Wert aufs Eigenheim legen. Das ist im Ausland teilweise ganz anders. Die eigene Wohnung macht auch nicht unflexibel. Will man umziehen, kann man entweder verkaufen und was Neues kaufen oder die eigene Wohnung vermieten, um die Miete anderswo zu finanzieren. Und eine zusätzliche Altersabsicherung hat man auch.
Es liegt ja nicht unbedingt an den Deutschen, dass die kein Eigentum wollen. Sondern an der Politik, die den Erwerb mehr behindert als fördert; allen voran die SPD.

So hat die SPD zuletzt jeden Versuch, die relativ niedrige Quote der Wohnungseigentümer in Deutschland zu erhöhen, im Bundestag erfolgreich abgewehrt. Das geht sogar soweit, den Ländern zu verbieten jungen Familien beim Kauf einer Wohnung beispielsweise die Grunderwerbsteuer (über einen Freibetrag) zu erlassen.
Siehe hierzu u.a.:
https://www.bundestag.de/presse/hib/2018_06/559920-559920

Und dass Wohneigentum eine der besten Absicherungen gegen Altersarmut ist, hat die SPD bis heute auch noch nicht erkannt. Sonst würde sie nämlich den Erwerb fördern und nicht bekämpfen. Wer dann auch noch auf die Idee kommt eine Wohnung zur Aufbesserung seines Einkommens und später seiner Rente zu vermieten, betreibt nach den Worten von Herrn Kühnert kein legitimes Geschäftsmodell. Da fehlen einem echt die Worte.

Mit der Grundsteuerreform, die aus Sicht der SPD unbedingt wertbasiert erfolgen muss - obwohl es auch wesentlich einfachere Modelle gäbe - schafft Herr Scholz außerdem gerade die Voraussetzungen zur Wiedererhebung der Vermögenssteuer.
Für die SPD hat Eigentum scheinbar vor allem den Zweck, daraus Einnahmen für den Staat zu generieren.

Die SPD und allen voran Herr Kühnert haben offensichtlich ein extrem gestörtes Verhältnis zu Eigentum. Wie gut, dass wir ein Bundesverfassungsgericht haben, dass hoffentlich auch weiterhin das Grundrecht auf Eigentum (Artikel 14 GG) beschützen wird.

Liebe SPD, Deutschlands Wohlstand beruht auf dem Schutz von Eigentum, nicht auf der Wegnahme von Eigentum.

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liberaleroekonom 04.05.2019, 14:01
24. Eine "Unumgänglichkeit"?

Zitat von gibbons
Die SPD muss unbedingt wieder in linkes Spektrum einnehmen, an sonst ist sie weg vom Fenster. Was die Dame von der FDP Linda Teuteberg Kühenrt vorhält, ist eine unumgänglichkeit.
Die gute Dame hat doch völlig recht, wenn sie die soziale Marktwirtschaft gegen sozialistische Auswüchse verteidigt:

Sie hat doch lediglich an den Untergang des real existierenden Sozialismus vor 30 Jahren erinnert in dem sie sagte: "Die Rezepte von Herrn Kühnert, die hat die DDR ausprobiert, und das war alles andere als erfolgreich".

Und für die soziale Marktwirtschaft geworben: "Das sind abgewandte, abwegige Vorstellungen, und der Wohlstand, den wir in Deutschland haben, der ist durch Freiheit und Wettbewerb entstanden, und wir müssen das jetzt weiter entwickeln für neue Bedingungen, statt in die Mottenkiste des 19. Jahrhunderts zu greifen".

Sie haben daher völlig recht, der Widerspruch zu Kühnerts Ideen war unumgänglich.

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flintstone888 04.05.2019, 14:11
25. Mindestens 100%ige Zustimmung

Zitat von michi_meissner
Schon lustig, dass diejenigen mit solchen Forderungen meistens Leute sind, die selbst gar nichts auf die Reihe bekommen. Bestes Beispiel Kevin Kühnert: Sitzenbleiber, mieses Abitur, Studienversager aber an das Geld von Leuten wollen, die etwas auf die Reihe bekommen haben. Wir brauchen endlich mal kluge Leute in der Politik, wir brauchen ein funktionierendes Strafrecht, das Betrügern das Geld auch wieder abnimmt aber ganz sicher keinen Spinner wie Kühnert. Solange wir Gesetze haben, die es erlauben, dass Unternehmen wie die Deutsche Wohnen ihre Mieter mit Nebenkosten über Tochtergesellschaften auspressen, solange brauchen wir nicht über Vergesellschaftung nach Art. 15 GG reden. Wir brauchen einfach mal klare Regeln gegen Interessenkonflikte und müssen Vonovia und Deutsche Wohnen dieses Geld einfach wieder abnehmen. Sich aber über Mieten von 6,50 im Durchschnitt bei Deutsche Wohnen aufzuregen, ist wohl offensichtlich lächerlich und zeigt nur, dass jemand das Problem nicht im Ansatz verstanden hat. Besonders lustig an dem Bespiel BMW von Kühnert ist noch, dass es aufzeigt, wie wenig Sachverstand Kühnert in der Sache hat. Ausgerechnet BMW zu nehmen, der eines der sozialsten DAX Konzerne ist. Wie dumm! Aber unpraktischerweise gehört diese Firma zu 51% einer Familie (Quandt). Wie passt denn das bloß zusammen, Kevin?
so dass ich mich nicht selbst bemühen muss, einen ähnlichen Artikel zu schreiben.
Mit diesem Beitrag sollte man die Diskussion hier schließen und Herr Michi Meissner sollte einen Leitartikel im Spiegel schreiben dürfen!

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dweik01 04.05.2019, 14:17
26. Ich habe erhebliche Zweifel an der Qualifikation

des Herrn Fratzschers! Wenn er - gerade als Ökonom und WiWeise - die anprangert, die Marktmechanismen für sich selbst nutzen, zumal in legalem Ausmaß, und damit gleichzeitig die Enteignungsdebatten eines Kühnert goutiert, dann liefert Fratzscher faktisch die Grundlage sich aus der Marktwirtschaft zu verabschieden. Ausgerechnet ein Ökonom. Dann soll er doch bitte als Leadman für Kommunisten positionieren.
Von einem kompetenten Wirtschaftswissenschaftler könnte man erwarten, daß er
1. die Städte und Gemeinden, die ihre Wohungsbestände verkauften um Geld zu machen, ggf auch mangelhafte Föderale Umlagen in der Steuererhebung für gewerbesteuerschwache Kommunen, oder auch die fehlende Haushaltsdisziplin eines Landes Berlin oder Bremen sowie eine desolate Bundesweite Wohnungsbaupolitik dafür verantwortlich macht, daß die Mieten explodieren, nicht aber einzelne die die geltende Marktwirtschaft für sich nutzen
2. die Europäische Zentralbank und ebenso die Bundesregierung anprangern, die mit verfehlten Rettungsprogrammen erst dazu führten, daß die Zinsen dauerhaft so niedrig sind und damit ALLE Substanzwerte (nicht nur Wohnungen) im Preis explodieren.
Fratzscher macht den Bock zum Gärtner, abgesehen von der fatalen Reichweite seiner politischen Äußerungen. Es ist zeit jede Investition in diesem Land zu stoppen! Völlig egal ob Autohersteller, Zulieferer, Unternehmer oder Wohnungsbesitzer. Man könnte bei diesem Tenor spätestens übermorgen enteignet sein. Ich glaube nicht, daß dies das Ziel Fratzschers Einlassungen war, aber genau das bewirkt er! Ohne Sinn und Verstand. Dieser man gehört schnellstens in die Bedeutungslosigkeit abserviert.

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boeserwolf15 04.05.2019, 14:28
27. Bildungsreise nach Venezuela

Ich empfehle Kevin Kühnert eine Reise nach Venezuela. Dort kann er sich am Beispiel Petróleos de Venezuela die erfolgreiche Kollektivierung einer ganzen Industrie ansehen (aber bitte nicht mit dem im Schnauzbärtigen im blauen Hemd aufs Podium setzen). Oder vielleicht mal Leute fragen, die den Realsozialismus erlebt und nach der Wende das abgenutzte Kollektivinventar aufgeräumt haben. Vielleicht hilft das, das echte Leben hinter der Juso - Blase zu erkennen und verstehen.

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max-mustermann 04.05.2019, 14:30
28.

Zitat von liberaleroekonom
Und für die soziale Marktwirtschaft geworben: "Das sind abgewandte, abwegige Vorstellungen, und der Wohlstand, den wir in Deutschland haben, der ist durch Freiheit und Wettbewerb entstanden, und wir müssen das jetzt weiter entwickeln für neue Bedingungen, statt in die Mottenkiste des 19. Jahrhunderts zu greifen".
Ja dann sollte die FDP aber bitte auch aufhören in die Mottenkiste des 20. Jarhunderts zu greifen, denn ihr ewiges "der Markt regelt alles" Gesülze (das im übrigen nichts mit sozialer Marktwirtschaft zu tun hat) hatt sich nämlich ebenfalls als falsch erwiesen. Der Markt regelt zwar so einiges aber eben nicht zum Wohle ALLER Menschen im Lande und genau deshalb haben wir ja heute all die Misstände.

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strohsee 04.05.2019, 14:31
29. liberaleroekonom

Hätte "liberaleroekonom" geschwiegen, wäre er Ökonom geblieben. Oder so ähnlich.

Aber im Ernst, woher kommt die fast schon panisch zu nennende Reaktion auf ein (!) Interview (!!) eines (!!!) Juso-Vorsitzenden (!!!!)?

Niemand, auch Herr Kühnert, möchte uns ins Verderben führen, oder uns als Habenichtse da stehen lassen. Um was es ihm im Kern geht ist, dass die höchst ungleiche Verteilung von Einkommen, Vermögen und Lebensmöglichkeiten zugunsten einer faireren Verteilung zu ändern.

Also, nur die Ruhe, und vielleicht ein Tässchen Tee trinken.

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