Forum: Politik
Donald Trump in Michigan: Der Sound von 2020
Scott Olson/ AFP

Wenige Tage nach der Entlastung durch den Russland-Sonderermittler tritt Donald Trump in Michigan auf. Seine Wutrede ist ein Vorgeschmack auf das, was im nächsten Wahlkampf droht: Beleidigungen, Lügen, Hetze.

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claus7447 29.03.2019, 08:58
60.

Zitat von ruhepuls
Bei uns laufen auch viele rum, die glauben, wenn einer beleidigt und verleumdet, dann wäre das "endlich mal Klartext reden". Es kommt nur drauf an, wen er oder sie beleidigt und verleumdet. Man muss also nicht auf die "primitiven Amis" zeigen. Hier fallen viele auf die gleiche Masche rein, was auch nicht gerade für die angeblich so gebildeten Deutschen spricht. (Nebenbei: Ihr Post ist ein gutes Beispiel für "einfache Wahrheiten"...) Es hat eben jeder sein Lieblingsfeindbild.
Werter Forist,

In einem Punkt möchte ich widersprechen. Verurteilen sie die US Bürger nicht pauschal. Ja, wir haben wohl jede Menge Vollpfosten, die auf ihn reinfallen, wie sie ja richtig bemerken auch hier.

Das US Wahlrecht ist nun eben so, das hinterwäldler aus Wyoming und Tennesee mehr Wehrmänner pro kopf/Wähler bekommen wie New York und CA.

Das einzige was mich noch beruhigt, die Zahlen der Deutschen fehlgeleiteten (Nettikete) schrumpft.

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Little_Nemo 29.03.2019, 08:58
61. Der unfassbare Donald

Zitat von CorpRaider
Hätte Barr den Bericht verzerrt, hätte sich Sonderermittler Mueller schon lange gemeldet. Fakt ist: Es gab keine einzige Anklage gegen Trump oder des gesamtes Wahlkampfteam im Zusammenhang mit einer Verschwörung mit Russland, ja tatsächlich wurde Trump hier umfassend entlastet. Damit ist das Thema abgehakt und kann nur noch von Trump politisch erfolgreich ausgeschlachtet werden, das wurde selbst auf CNN von vielen so geäußert. Dort hatte man gehofft, man würde ihn zumindest wegen Justizbehinderung dran bekommen, aber das hat sich auch erledigt. Es hat eben schon seinen Grund, warum die Demokraten (mit wenigen Ausnahmen), insbesondere die möglichen Präsidentschaftskandidaten, jetzt das Thema eigentlich komplett links liegen lassen. Hier profitiert jetzt nur noch Trump.
Tatsächlich ist es aber auch so, dass Herr Mueller in seinem Bericht ausdrücklich, ja geradezu wörtlich bilanziert, dass diese Untersuchung Trump weder be- noch entlasten könne. Ein Musterbeispiel rechtsstaatlicher Redlichkeit. Würde die Trump-Administration den vollständigen Untersuchungsbericht veröffentlichen, könnten wir alle uns darüber ein fundiertes Urteil bilden. So aber ist es offenbar nötig, dass Anhänger Trumps mit viel Energie und Aufwand über Medien wie dieses versuchen die Welt von dem zu überzeugen, was aus dem Bericht nicht hervorgeht: das Trump entlastet ist. Um es als Vorwand für einen Krieg gegen ihre Gegner zu benutzen.

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mostly_harmless 29.03.2019, 08:59
62.

Zitat von digiman
Der SPIEGEL verweigert sich also auch der Realität und klammert sich an die Hoffnung, dass man im vollständigen Report doch noch irgendwas findet. Man merkt richtig, wie diesem "Journalisten" beim Schreiben der Sabber aus Mundwinkeln tropft, der Blick getrübt durch blinden Hass.
Wenn man blinden Hass sucht, muss man nur Ihren Beitrag lesen.

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h_jahn 29.03.2019, 08:59
63. Kann man so sehen...

Zitat von Wathammerjelacht
... eine große, gesamtgesellschaftliche Aktion für bessere Bildung... Die Verrohung und Verblödung wird fortschreiten, ... wenn wir das Feld ... irgendwelchen anderen fragwürdigen Quellen im Internet und dem Privatfernsehen überlassen. Demokratie und Frieden funktionieren nur mit einem hohen Bildungsstand der Bevölkerung. Schaue ich mir diese zunehmende Bildungsmisere an ... kombiniere das weiter mit den Herausforderungen durch die Klimaveränderungen und die Umweltverschmutzung, dann sieht es düster aus.
In der Tat bin ich geneigt, Ihnen zuzustimmen, dass es in Deutschland ein Problem mit der Bildung gibt. Dafür brauchen Sie sich aber nicht bei ominösen Internetquellen bedanken. Schreiben Sie einfach einen offenen Brief an die 68er, die das Bildungssystem gekapert und mit ideologischem Unfug geflutet haben. Und wenn Sie dann noch Kraft haben, schreiben Sie gleich noch einen zweiten an die "Qualitätsmedien", die alles verreißen, was nicht in ihre ideologische Schiene passt. Einen Bildungsauftrag hat z.B. der ÖRR schon lange nicht mehr, oder nimmt ihn zumindest nicht wahr. Es geht um das Verbreiten von Ideologie, siehe auch das Framing Handbuch. Und genau deshalb ist ein hoher Bildungsstand der Bevölkerung doch gar nicht gewünscht. Wer gebildet ist, stellt kritische Fragen, und das ist sicher nicht im Sinne des Systems. Hören Sie sich mal das Interview von Christoph Heinemann (DLF) mit Anton Hofreiter zu den Fridays for Future an. Dann wissen Sie, dass bei kritischer Nachfrage schon lange keine Argumente mehr kommen. Ich bin jetzt in einem Alter, in dem man geneigt ist zu sagen, früher wäre alles besser gewesen. Das ist natürlich Unsinn, aber die schulische Bildung war früher tatsächlich besser, insbesondere was MINT-Fächer angeht. Ich kann zwar nicht meinen Namen tanzen, aber im Gegensatz zu manchem Abiturienten (!) kann ich immer noch Kopfrechnen, Dreisatz ist mir kein Fremdwort und mir ist klar, dass der Strom nur dann aus der Dose kommt, wenn diese über ein Kabel am Netz hängt. Und nebenher: Wirklich gebildete Menschen, verschmutzen die Umwelt auch, aber ganz sicher bewusst weniger, als ungebildete. Stellt man leicht fest, wenn man sich klar macht, welche Flüsse im Wesentlichen den Müll in die Weltmeere leiten.

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Atheist_Crusader 29.03.2019, 09:00
64.

Zitat von Hatch99
bei aller berechtigter Abneigung gegen Trump: Die Demokraten und die Mainstream-Medien haben 2 Jahre lang so berichtet, als sei Trump der Handlanger von Putin. Und auch wenn der Muller Bericht noch nicht öffentlich ist, wenn er illegale Zusammenarbeit zwischen Trump's Wahlkampfteam und Russland aufgedeckt hätte, hätte Muller es bereits gesagt. Die anderen machen es (etwas) subtiler, aber Lügen und Fake News werden dort von allen Seiten verbreitet.
Die Theorie dass Trump ein Putin-Handlanger ist, ist immer noch nicht widerlegt, selbst wenn der Mueller-Bericht exakt das aussagt was Trump und seine Leute behaupten. Denn dann widerlegt er nur, dass die (längst bewiesene) russische Einmischung in den US-Wahlkampf zugunsten Trumps nicht mit ihm koordiniert wurde. Aber es ändert nichts daran, dass Putin eindeutig Trump im Weißen Haus wollte.

Wir haben hier immer noch einen US-Präsidenten der geheime Treffen mit dem russischen Präsidenten hat bei denen kein Amerikaner anwesend ist, der Putin am laufenden Band politische Geschenke macht, der ihm mehr traut als seien eigenen Geheimdiensten, der die NATO in Frage stellt, versucht Sanktionen loszuwerden und Kreml-Propaganda nachplappert (wie die Lüge über die angeblich hyperaggressiven Montenegriner, kurz nachdem diese einen russisch unterstützten Staatsstreich verhindert hatten).

Dafür ist Trump also zum Großteil selbst verantwortlich.

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ruhepuls 29.03.2019, 09:00
65. Die direkte Ansprache...

Zitat von spiegkom
Heute morgen hörte ich einen Zuhörer der Rede vor Ort dieses sagen: "Klasse, Trump sprach direkt mit/zu uns." Gemeint war es auch inhaltlich. Größer kann sich die Differenz zwischen dem politischen und medialem Establishment und der Politik-Akzeptanz vor Ort nicht merh darstellen. SPON gehört zum Establishment. Und: Neutrale Berichterstattung ist von SPON nicht zu erwarten.
Ja, viele mögen die "direkte Ansprache", weil sie ihrer eigenen Denkweise entspricht, in der Gut und Böse, schwarz und weiß klar getrennt und sauber ihrem Feindbild zugeordnet sind. Davon gibt es auch bei uns immer mehr, die "die Schnauze voll haben von dem Gelaber" und endlich mal "wieder sagen wollen, was Klartext ist".

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alex_07 29.03.2019, 09:02
66. Die Ära der Faktenfeindlichkeit

Ich verstehe nicht, warum so viel Leute (nicht nur in SPON) immer vom "dummen" amerikanischen Volk reden. Es gibt nach wie vor eine große und starke Opposition gegen Trump und sein Mannschaft. Die Frage ist doch immer, wer steuert Politik und Wahlkämpfe. Die vermeintliche Dummheit ist nicht das Problem, sondern die schamlos Verbreitung von Lügen. Die Ära der Expertise ist vorbei. Natürlich halten sich Leute, die wenig Bildung mitbekommen haben, an verständliche, griffige Phrasen. Trump brüllt so laut, dass jeder sachliche Diskurs sofort verstummt. Und das ist hierzulande und in Europa nicht viel anders. Wir haben keinen Trump, aber eine AFD, einen Macron, recht Politik in Ungarn, Italien etc. Die Unterscheid sich in ihrer Rhetorik sehr wenig von Trump. Die Frage ist für mich, wie wir wieder zu einer faktenbasierten, aufgeklärten und verantwortungsbewußten Politik kommen. Da brauchen wir gar nicht weit zu schauen - die Europawahl steht vor der Tür. Was werden wir wählen?

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ruhepuls 29.03.2019, 09:05
67. So wie vor 1939 in Deutschland?

Zitat von claus7447
Nein sicherlich nicht. Für einen Menschen mit einigermassen funktionierenden Grundsätzen kann es doch nicht möglichbsein diesem Rassisten zu folgen. Ihn zu verteidigen. Da muss vieles falsch gelaufen sein. Der hang nach einem "Führer", das bedingungslose folgen von diktatorischen Ansätzen. Wir hatten ja schon mal diese Woche versucht zu hinterlegen, was für Eigenschaften vorliegen könnten das man sich Donny bedingungslos unterstellt. Zumindest müssen es Menschen sein mit sehr geringem Selbstwertgefühl, aufgewachsen unter Bedingungen die keinerlei soziale Regeln kannte.
Es ist immer einfach, Phänomene wie Trump der "Dummheit der Massen" zu verordnen. Nur, in unserer eigene Vergangenheit ist ein ganzes Volk - darunter viele Intellektuelle - einem weitaus schlimmeren Typen nachgelaufen. Wissenschaftler schrieben damals lange Abhandlungen über die Rasse, über die Aufgabe der Deutschen zur Gesundung der Welt ("am deutschen Wesen soll die Welt genesen...") usw.

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ruhepuls 29.03.2019, 09:08
68. Die Alternative fehlte auch 2016...

Zitat von bdroege
Trump hat mit der Taktik 2016 gewonnen und wird seinen Sieg 2020 noch ausbauen. Bedauerlicherweise haben die Demokraten keinen aussichtsreichen Kandidaten der gegen Trump antreten will/kann. In den USA wurden nur selten Präsidenten abgewählt und sogar Nixon wurde wiedergewählt. Die Chancen das Trump abgewählt wird sind daher sehr gering. Ziemlich sicher ist nur das er 2024 nicht mehr antreten wird, denn die dazu nötige Verfassungsänderung werden selbst die Republikaner ablehnen.
Hätten die Demokraten nicht nur Hillary Clinton aufgestellt, gäbe es heute keinen DT als Präsidenten. Aber sie hatten eben anscheinend niemand anderes, als eine Frau, die im Volk sehr umstritten, teilweise sogar verhasst war. Wenn sie 2020 hier nicht wirklich etwas "besseres" anbieten, dann sind die Chancen groß, dass DT wieder gewählt wird.

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mostly_harmless 29.03.2019, 09:08
69.

Zitat von alex_07
Ich verstehe nicht, warum so viel Leute (nicht nur in SPON) immer vom "dummen" amerikanischen Volk reden. Es gibt nach wie vor eine große und starke Opposition gegen Trump und sein Mannschaft. [...]
Angesichts der schlichten Tatsache, dass hierzulande bei den letzten BT-Wahlen knapp 13% AfD gewählt haben und wohl 1/4 der Wähler in den NBL diese Gestalten demnächst wählen wird, ist jede Arroganz gegenüber den Wählern in den USA einfach nur lächerlich

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