Forum: Politik
Donald Trump und die Taliban-Verhandlungen: Der Rückzieher
JIM WATSON / AFP

Donald Trump hat die Verhandlungen zwischen USA und Taliban gestoppt. Für das vom Krieg geplagte Afghanistan verheißt das nichts Gutes - und spielt den Islamisten in die Hände.

Seite 3 von 4
TOKH1 10.09.2019, 23:29
20. der kleine Unterschied

ist: ein Barak Obama hätte sicherlich keine Terroristen nach Camp David eingeladen um dann auch noch diese Farce nach den Anschlägen medienwirksam abzusagen. Die öffentliche Twitterabsage (frendschämfaktor 10) bedurfte es doch nicht mal denn das Ganze war ja geheim. Wie blöd muss man eigentlich sein???

Beitrag melden Antworten / Zitieren
iasi 10.09.2019, 23:31
21. Kurz vor dem geplanten Händeschütteln werden ein US-Soldat und 11

weitere Menschen getötet. Und hier wird die Absage des Händeschüttelns als Rückzieher gewertet. Das ist bezeichnend für alles, was man bei SPON über Trump liest. Über das peinliche Fiasko mit Obamahas Anti-IS-Truppe las man hier z.B. nichts. Was wird denn zudem von Trump erwartet? Dass er Kim die Bombe wieder abschwatzt, die dieser unter Trumps Vorgängern bauen ließ? Soll Trump nun Afghanistan befrieden - was auch dem gefeierten Obamaha und dem wilden Bush nicht gelang? Trump versucht wenigstens seine Wahlversprechen umzusetzen. Eines davon war der Abzug aus Afghanistan. Wer kann´s ihm verübeln - zumal die Deutschen sich auch nicht gerade mit Ruhm und Ehre verabschiedet haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
burlei 10.09.2019, 00:06
22. Es gibt doch nur zwei Möglihkeiten

Möglichkeit 1:

Die USA handeln mit den Taliban ein Abkommen aus. Dabei nehmen sie in Kauf, dass es zu "kleineren Problemen, verursacht durch lokale Grüppchen" kommt. In Afghanistan herrscht Frieden, die USA und ihre Helfer ziehen ehrenvoll ab. Fünf Minuten, nachdem der Letzte US-Soldaten Afghanistan verlassen hat, übernehmen die Taliban die Macht.

Möglichkeit 2:

Die USA und ihre Helfer bleiben "bis zum letzten Mann" in Afghanistan. Fünf Minuten, nachdem der letzte US-Soldat mit Schimpf und Schande aus Afghanistan geflüchtet ist, übernehmen die Taliban die Macht.

Tja, Donald, es gehört schon etwas mehr dazu, Fanatiker von etwas zu überzeugen als einen Immobilienkäufer über den Tisch zu ziehen. Aber Diplomatie ist für Dich ja überflüssig, kann durch tölpelhaftes Auftreten ersetzt werden und dass andere Länder Wert auf "ihre Kultur" (die wir sowieso nicht verstehen) legen könnten kommt Dir und Deinen Fans ja nicht in den Sinn. Kultur ist für Dich und die deinen etwas, das man unterjochten Menschen vorschreiben kann.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Gagoze 10.09.2019, 01:08
23. Zu komplex

Es sind ja nicht nur die Taliban. Bei diesem Geflecht aus brüchigen Allianzen zwischen Warlords, korrupten Lokalpolitikern und fanatischen Hasspredigern, verteilt über zigtausende Quadratkilometer, blicken selbst einheimische Experten nie ganz durch. Keine konventionelle Armee wird diese Strukturen jemals dauerhaft aufbrechen können. Vielleicht ist dies eines Tages möglich durch den Einsatz von Drohnen und Robotersoldaten, die weder Durst noch Furcht vor Hinterhalten kennen und für welche die brutale Sonne nur vom Sensor gemessene Lichtimpulse sind. Die zivilen Opfer wären natürlich ohne genaue Freund-Feind Erkennung immens.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
HeutenurfürStammgäste 10.09.2019, 01:58
24. Da können sie lange warten

Die USA werden sich noch lange nicht aus Afghanistan zurück ziehen. Da können die Steinzeit Fundamentalisten lange warten. Und es ist der afghanischen Bevölkerung auch nur zu wünschen das die Taliban niemals das Sagen im Land haben werden. Militärisch bluten die Islamisten aus. Die vielen Anschläge und Offensiven wie jene in Kundus sollen Stärke vortäuschen. Tatsächlich aber sind die Taliban sowohl ideologisch als militärisch schon lange in der Defensive. Der Drohnen Krieg der USA gegen die Anführer der Taliban hat massenhaft Führungskräfte der Islamisten das Leben gekostet. Einen erneuten Krieg gegen die US Kräfte sind die Taliban nicht gewachsen. Insofern ist der Abbruch dieser Farce von Friedensgesprächen eine gute Nachricht für das Land.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
The Independent 10.09.2019, 02:37
25.

Zitat von nordlicht123321
Wäre der Artikel in dieser Form und im Vokabular genau so erschienen, wenn der Präsident Barack Obama heißen würde? Bei allem Irrsinn von Trump sollte trotzdem (oder grade deswegen) die Objektivität nicht verloren gehen ..... bei dem auch deutsche Soldaten täglich ihr Leben aufs Spiel setzen.
Obama war weder ein Rassist, noch ein Narzist, noch sonst wie durchgeknallt, deswegen war das Vokabular der Medien bei ihm gemäßigter.
Obamas Entscheidung 47.000 Soldaten nach Afghanistan zu verlegen und dann später fast alle Truppen aus dem Irak abzuziehen wurde von SPON kritisiert, weil dies ein Vakuum im instabilen Irak schaffte. Nach dieser Eskalation in Afgh. wollte Obama aber bereits ab 2011 die Truppenstärke wieder reduzieren, was ebenfalls vom Spiegel/SPON kritisiert wurde, weil der Ausbildungsstand der afghanischen Armee völlig ungeeignet für alleiniges Handeln war.

Da die Taliban weiter erstarkten wurde stattdessen auf eine höhere Zahl von Luft- + Drohnenangriffen gesetzt, was wiederum zu mehr Zivilopfern führte. Hier kritisierten Spiegel + Spon Obama sogar fast schon heftig, und bezeichneten Obama dabei als Drohnenkrieger, weil er die Einsätze im Vergleich zu Bushs drastisch erhöhte und Kill-Listen (ein)führen ließ. Unter Trump hat sich die Zahl der Drohnenschläge ca. vervierfacht.

Die Sicherheitslage ließ Obamas angestrebte Truppenst. von nur noch 5.500 US-Soldaten schnell Makulatur werden, 8.500 US-Soldaten mussten in Afgh. bleiben.
Trump gab 2017 die Entscheidungsgewalt über die Truppenstärke an den Verteidigungsminister. Der ungew. Schritt wurde so gedeutet, dass Experten den Einfluss Trumps (und der Berater) auf milit. Belange einzugrenzen versuchten. 2017 wurde bekannt, dass mehr Soldaten als ursprünglich zugegeben in Afgh. waren, und sich die Stärke außerd. durch kurzzeitige Stationierungen erhöht hatte, so dass sie bei ca. 11.000 lag. Der Minister erhöhte schließl. die Zahl auf 14.000 Soldaten, die benötigt wurden, um Lücken in der Luftraumabdeckung + der Artillerieunterst. zu schließen, was wiederum eine Voraussetzung für die Beschleunigung der Frontausbildung der Afghanen war.

Deutsche Soldaten: Es sind nur noch 1.300 deutsche Soldaten in Afgh., davon sind die meisten im Ausbildungsbereich, im Bereich Schutz (z.B. von Beratern) oder Beratung, Objektschutz (Basis) in der Luftbild-Auswertung, im Verwundetenlufttransport, im Sanitätsdienst, in der Führungsunterstützung + in der Logistik tätig. Im Vergleich zu den Amerikanern + Briten dürfte die Zahl der deutschen Führungsunterstützungeinsätze im Feld gering sein, d.h. die Gefahr ist geringer als sie es hier darstellen, auch wenn z.B. die Gefahr von Selbstmordanschlägen in Kabul nicht unerheblich ist. Seit 2013 gab es aber keine deutschen Todesopfer mehr (durch Kampfhandlungen oder IEDs etc.).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
derjoey 10.09.2019, 04:27
26.

Wie im Artikel ja richtig steht, können die Amerikaner gar nicht gewinnen, ob sie nun abziehen oder nicht. Der Status Quo ist aktuell für Mr. Trump und das afghanische Volk vermutlich besser, auch wenn das heißt, dass er wieder mal ein weiteres seiner Wahlversprechen einkassieren muss. Das lässt sich nur schwer bei seiner Basis verkaufen, aber gegen die faktische Realität können die auch nichts machen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schneidp 10.09.2019, 06:28
27. Woher diese Information?

"Im ersten Halbjahr töteten die Truppen der afghanischen Regierung mehr Zivilisten als die Islamisten."
Ich kann mir nciht erklären wie man das überhaupt ermitteln will. Das entscheidende Problem an diesem Konflikt ist doch, dass die Taliban eine Terror Guerrillia Taktik fahren.
Die Taliban haben keinerlei Erkennungszeichen.
Wie soll man da feststellen, ob nun ein Taliban oder ein Zivilist getötet wurde. Mal abgesehen von Kindern unter 10 Jahren, hier würde ich im Zweifel Zivilist annehmen.
Wären die Taliban als solche zu erkennen, wären sie innerhalb weniger Tage besiegt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
s.l.bln 10.09.2019, 08:11
28. Daß die vorher...

Zitat von tuscreen
Genau, da bomben die taliban grade mal 12 männeken zu fetzen, und schon sagt der pöhse, plöhde donald trump, dass das mit den verhandlungen ja wohl eher sinnlos ist, wenn gleichzeitig noch solche dinge passieren. da ist ja wohl EINDEUTIG wieder der doofe donny schuld!!11!!! "Trump Derangement Syndrome -- It's Alive And Well."
...u.A. etwa 3000 Amis umgebracht hatten, hat ihn doch auch nicht gestört.
Wenn die schon in der Nähe gewesen wären, hätte man doch zusammen rasch nach Ground Zero rüberspazieren und ein paar gemeinsame Selfies schießen können. So fürs Familienalbum ...

Dieser Schwachkopf begreift nichts, das irgendwie mit Menschen zu tun hat.
9/11 ist vermutlich das größte amerikanische Trauma seit dem Bürgerkrieg, weil es das erste mal war, daß einer ihrer zahlreichen Konflikte zu ihnen nach Hause getragen wurden, wodurch ihnen das Gefühl der Unverwundbarkeit abhanden kam.
Seitdem gehört Paranoia quasi zur US Kultur.
Daß Trump die Komplizen der Attentäter ausgerechnet an den Ort des Geschehens einlädt, um mit denen die (gefühlte) US Kapitulation zu besprechen, dürfte viele Amis ins Mark treffen.
Mit mehr als 3 Synapsen kann das voraussehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
burlei 10.09.2019, 08:33
29. @HeutenurfürStammgäste, #24

Zitat von HeutenurfürStammgäste
Die USA werden sich noch lange nicht aus Afghanistan zurück ziehen. Da können die Steinzeit Fundamentalisten lange warten. Und es ist der afghanischen Bevölkerung auch nur zu wünschen das die Taliban niemals das Sagen im Land haben werden. Militärisch bluten die Islamisten aus. Die vielen Anschläge und Offensiven wie jene in Kundus sollen Stärke vortäuschen. Tatsächlich aber sind die Taliban sowohl ideologisch als militärisch schon lange in der Defensive. Der Drohnen Krieg der USA gegen die Anführer der Taliban hat massenhaft Führungskräfte der Islamisten das Leben gekostet. Einen erneuten Krieg gegen die US Kräfte sind die Taliban nicht gewachsen. Insofern ist der Abbruch dieser Farce von Friedensgesprächen eine gute Nachricht für das Land.
Dieser "Krieg" gegen die Taliban ist aber leider kein Kabinettskrieg, in dem auf beiden Seiten Soldaten in Reih und Glied aufmarschieren und sich gegenseitig abschlachten während die Zivilisten relativ unbehelligt ihrem Alltag nachgehen. Es ist noch nicht einmal ein Krieg zwischen zwei Staaten. Es ist ein Krieg von hochgerüsteten Einheiten auf der einen Seite und ein Nichts auf der anderen Seite. Jeder Versuch des Westens, einen Taliban zu töten, die Herrschaft über ein paar Quadratkilometer zu festigen zertrampelt das Selbstverständnis einiger Zivilisten, zerstört deren Vertrauen und treibt wieder einige Hundert in die Arme der Taliban. Jedes Mohnfeld, das medienwirksam zerstört wird, macht aus 120 Dörflern 120 Taliban. Die Taliban bluten nicht aus. Sie brauchen noch nicht einmal Nachwuchs rekrutieren. Das übernehmen die USA für sie. Einfach weil den USA jedes Verständnis für die Kultur, die Lebensweise dieser Menschen fehlt. Vietnam müsste ihnen noch schmerzhaft im Gedächtnis sein. Leider haben sie dieses Trauma durch Filme wie Rambo ersetzt. Nur sieht die Wirklichkeit etwas anders aus. Sie werden in Afghanistan genau so kläglich versagen wie in Vietnam.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 4