Forum: Politik
Donald Trump und die Taliban-Verhandlungen: Der Rückzieher
JIM WATSON / AFP

Donald Trump hat die Verhandlungen zwischen USA und Taliban gestoppt. Für das vom Krieg geplagte Afghanistan verheißt das nichts Gutes - und spielt den Islamisten in die Hände.

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mostly_harmless 10.09.2019, 09:05
30.

Hat der Mann - abgesehen von der Steuerreform (die seinem Clan Steuern in Höhe von mehr als 1 Mrd Dollar spart) - eigentlich irgend eins seiner Versprechen eingehalten?

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mostly_harmless 10.09.2019, 09:10
31.

Zitat von nordlicht123321
Wäre der Artikel in dieser Form und im Vokabular genau so erschienen, wenn der Präsident Barack Obama heißen würde? Bei allem Irrsinn von Trump sollte trotzdem (oder grade deswegen) die Objektivität nicht verloren gehen. Genau dass würde man dann Qualitätsjournalismus nennen.[...]
Nicht Obama hatte im Wahlkampf versprochen alle US-Soldaten aus Afghanistan abzuziehen, Trump hat das versprochen. Entsprechend hat auch nicht Obama sein Versprechen gebrochen,. sondern Trump.

Und Qualitätsjournalismus ist, wenn man über die Fakten berichtet. Sogar dann, wenn das den Trumpisten, Putinisten, AfD-Fanboys und was sich sonst noch auf SpOn die Ehre gibt, nicht gefällt.

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niemandsland56 10.09.2019, 09:11
32. Falsche Schlussfolgerung

Wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden, dass die Zerstörung der Wirtschaftsbeziehungen, die gefährliche Lage in der Weltpolitik und die schlechten multilateralen politischen Beziehungen, die Trump zu verantworten hat, eine Folge seiner Politik sind. Sie sind vielmehr seine Politik. Der Mann ist getrieben von der Lust an der Zerstörung, wohlwissend, dass einem über 70jährigen die Folge persönlich egal sein können. Sein Kalkül ist einfach ... er will einen Platz in der Geschichte ... wenn nicht als Reformer, dann eben als Zerstörer. Leider denken viele Amerikaner genauso und glauben, die Folgen würden andere tragen. Da wird es ein böses Erwachen geben.

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mostly_harmless 10.09.2019, 09:15
33.

Zitat von tuscreen
Genau, da bomben die taliban grade mal 12 männeken zu fetzen, und schon sagt der pöhse, plöhde donald trump, dass das mit den verhandlungen ja wohl eher sinnlos ist, wenn gleichzeitig noch solche dinge passieren. da ist ja wohl EINDEUTIG wieder der doofe donny schuld!!11!!! [...]
Aber während der Anbahnung der Verhandlungen in den letzten Monaten und nach der Einladung der Taliban-Führer nach Camp David (!!) sind die Taliban - anders als bei diesem Anschlag - mit Ölzweigen im Mund herumgelaufen, haben Bonbons an Kinder verteilt und Frauen in Afghanistan jeden Tag Blumen geschenkt?

Oder schreiben sie hier vielleicht einfach nur Kappes?

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The Independent 10.09.2019, 12:04
34.

Zitat von schneidp
Ich kann mir nicht erklären wie man das überhaupt ermitteln will. Die Taliban haben keinerlei Erkennungszeichen. Wären die Taliban als solche zu erkennen, wären sie innerhalb weniger Tage besiegt.
Zwar gab es Berichte über Dorfbewohner, die selbst tote Talibankämpfer als zivile Opfer deklarierten, um das "Blutgeld" in die Höhe zu treiben, aber in der Regel wissen die Zivilisten vor Ort genau, welche Verwandten/Nachbarn umgekommen sind.
Die Taliban wiederum sind zu erkennen, das Problem ist aber, dass a) das Tragen von Waffen als männlich gilt, also auch für Zivilisten normal ist, und b) dass die Taliban Zivilisten als Schutzschilde benutzen. Außerdem gibt es gerade auf dem Land viele, die freiwillig oder unfreiwillig die Taliban unterstützen. Aus Afgh. + Pakistan kommt wiederum so viel Nachschub (Rekruten), dass der Konflikt kein Ende nimmt.
Die Haupteinnahmequelle der Taliban sind Spenden, ein Nebenerwerb ist das Drogengeschäft.

2018 standen 64% des Landes unter der Kontrolle o. unter dem Einfluss der Taliban, fast die Hälfte der Distrikte ist in der Hand der Taliban. 2014 schätzte man die Zahl der Taliban auf 20.000 Kämpfer (seit 2002 sind mindestens 40.000 von ihnen getötet worden), wurde die Zahl im Januar 2018 auf 60.000 Kämpfer geschätzt, Bill Roggia (Long War Journal) gab zu der Zeit an, dass es auch doppelt so viele sein könnten. Die Taliban bekommen immer mehr Zulauf.

Wenn die afgh. Armee mal Erfolge erzielt, bei dem z.B. die Nato berichtet, dass 87 Taliban getötet wurden, dann sind die Erfolge nur von kurzer Dauer:
"Nach dem Bericht eines Einheimischen haben die Taliban aber das Gebiet schnell wieder eingenommen", wie Heise berichtete. "Zudem seien Häuser von Einheimischen durch die Angriffe + Luftschläge zerstört worden", was auf die von Trump gelockerten Einsatzregeln zurückgeht, + die Einheimischen dann nicht unbedingt zu Freunden der US/d. afgh. Regierung macht.
https://www.heise.de/tp/features/Afghanistan-Mehr-als-60-000-Taliban-Kaempfer-3959144.html

Auch der IS operiert dort mit angeblich 4.000 Känpfern, wie Vice berichtete, und hält die Kämpfer dabei im äußersten Südosten Afghanistan in abgelegenen + unscheinb. Kleinstsiedlungen im Gebirge vor, in denen sich max. 15-20 Terroristen aufhalten, um Drohnenangriffen zu entgehen. Einer der höheren Führer führte aus, dass die Hälfte bereit sei, den Kampf auch nach Russland zu tragen.

Die an den Grenzen zu Pakistan liegenden Gegenden sind so schwer zugänglich, dass sie nur zu Fuß oder aus der Luft zu erreichen sind.
Pakistans Geheimdienst ISI unterst. die Taliban massiv. Um den Krieg zu beenden, müsste man zuerst in Pakistan den ISI zerschlagen, die dortigen Atomwaffen zerstören + konsequent die pakist. Nachschubbasen vernichten + die dortigen Taliban konsequent verfolgen. Aus politischen Gründen ist das aber nahezu unmöglich.

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