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Doppelpass-Streit: Italien erbost über österreichischen Südtirol-Vorstoß
Südtirol Marketing/Clemens Zahn

Die Regierung in Wien will der deutschsprachigen Minderheit in Südtirol die österreichische Staatsbürgerschaft anbieten. Ein Gesetzentwurf ist in Arbeit. Italien zeigt sich entsetzt.

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re-muc 08.09.2018, 16:24
260. Minderheit?

Ganz unabhängig von diesen FPÖ-Ideen hat sich der SPIEGEL mal wieder unzureichend informiert. In Südtirol sind die Deutschsprachigen nicht in der Minderheit, sondern Deutsch wird von fast zwei Dritteln der Bevölkerung gesprochen. Korrigiert man das bitte mal?

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syracusa 08.09.2018, 16:25
261.

Zitat von threeways
Die Südtiroler haben unter dem italienischen Faschismus enorm gelitten. Wer weiß, wohin Italien in Zukunft driften wird.
Wenn's ganz schlimm kommt, dann driftet Italien dort hin, wo Österreich heute schon steht.

Aber davon ab, ist es rechtlich absolut ausgeschlossen, dass man nur den deutschsprachigen Bewohnern Südtirols die österreichische Staatsangehörigkeit geben will. Wenn schon, dann allen Südtirolern, also auch den italienischsprachigen und den aus anderen Staaten nach Südtirol zugezogenen Bürgern.

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syracusa 08.09.2018, 16:28
262.

Zitat von David_K_79
....warum wird dann von "deutschsprachiger Minderheit" gesprochen?! Südtirol ist so italienisch wie Tirol, Bayern oder Hamburg. Jeder, der schonmal da war, weiß das. Alternativ: Wirkt Markus Lanz wie ein Italiener?! Das Vorhaben Österreichs bildet schlicht die Realität ab.
Ach ja? Die Realität ist aber nun mal, dass Südtirol ein Teil Italiens ist. Weiterhin ist Realität, dass ein Staatsvolk nicht nach völkischen Kriterien bestimmt wird, oder auch nur bestimmt werden darf. Wenn Österreich den Südtirolern die österreichische Staatsangehörigkeit geben will, dann bitteschön *allen* Südtirolern. Eine Auswahl nach völkischen Kriterien ist absolut unzulässig!

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juergenhesse 08.09.2018, 16:29
263. Leider wieder falsch gewickelt!

Zitat von sonntagsberg
eine "mieselige deutsche Rente" erhalten, zahlen Sie keine bis äußerst wenig Steuern an das deutsche Finanzamt. Es wird ja lediglich der Progressionsvorbehalt besteuert.
Es se dem, Sie arbeiten bei dem Finanzamt Coburg, mus ich leider sagen, dass Sie keine Ahnung haben und Antworen auf meine Beiträge unterlassen könnten.
Ich mache eine Steuererklärung in Kanada in Englisch, in Frankreich in Französisch und in Deutschland mit einem Steuerberater, der ja Ihrer Meinung keine Ahnung haben könnte, auf Deutsch. Da muss man schon schön aufpassen, damit man nicht zuviel bezahlt. Progressionsvorbehalt hört sich sehr eindrucksvoll an.
Einem armen Italiener, sebst im Schengel Raum mit Wohnsitz in Deutschland geht es genau so. Mein Hauptwohnsitz müsste in Deutschland sein und seit Ihren Kommentaren zieht es mich da immer weniger hin (Sarkasmus).

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sofk 08.09.2018, 16:32
264.

Zitat von katerina_maita
Also, mir als Italiener wäre es sogar lieber wenn Südtirol zurück an Österreich geht. Ein Problem weniger und ganz ehrlich, die Region ist es der Mühe und dem Ärger nicht wert. Ich habe zwar meine Zweifel, dass Österreich ihrer “neuen” Region es auch erlauben wird mehr als 90% ihrer Steuer für sich selbst zu behalten, aber gut, ist ja nicht mein Problem. Und was die Trentini angeht: na klar könnt ihr die doppelte Staatsbürgerschaft haben. Genauso wie Corsica, die ja mehr als Jahrhunderte zu Italien gehört hat. Oder Königsberg. Heißt zwar jetzt Kaliningrad, aber hey, war über hunderte von Jahre deutsch! Deutschland sollte denen auch die doppelte Staatsbürgerschaft anbieten. Dumm nur, dass euch Österreich nicht haben will, da ihr kein einziges Wort Deutsch sprechen könnt,
Nichts mit "Genauso wie Corsica", denn Korsika hat nie "Jahrhundertelang" zu Italien gehört, sonder zum Freistadt Pisa, zum Königreich Aragon oder zum Freistadt Genua. Und bevor das Königsreich Frankreich interveniert hat, hatten sich die Korser für ihre Ubabhängigkeit zu Genua vehement gekämpft. Italien hat damals nicht existiert. Die Eroberung durch Frankreich war Schade, danach haben sich die Korsen in der Mehrheit aber und bis heute schnell damit abgefunden. Es gab danach keinen neuen Befreiungskrieg. Nicht zuletzt haben die Korsen den stärksten französischen Staatsmann, Napoleon, Frankreich "geschenkt", und das kurz nachdem sie franzosen wurden. Auch dem französischen Kolonialsystem haben die Korsen stark teilgenommen. Bis heute ist die Mehrheit der Korsen dafür, in Frankreich zu bleiben. Und die korsische Sprache ist sowieso nicht gleich italienisch.

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juergenhesse 08.09.2018, 16:35
265. Land der Oberlehrer

Zitat von Sonnestrandundmeer
Von den vielen Kommentaren, hat mir diese Formulierung am besten gefallen. Erstaunlich wie viele Deutsche sich hier zu Wort melden. Der Inhalt der Kommentare läßt darauf schließen, dass sich nur wenige tatsächlich einmal mit Südtirolern unterhalten haben. Soll für Südtiroler keine Demokratie herrschen? Sollen nur die Großen entscheiden, wohin Südtirol "gehört"? Warum zur Abwechslung einmal den Menschen vertrauen?
Von Kanada aus kommentieren, da ich doch immer noch ein grosses Interesse an Europäischer, mit kleinen Domiziels (sprich Cottages) in Frankreich und Deutschland, Politik interresiert bin, fand ich Ihren Beitrag ausgezeichnet. Es scheint doch das Scheuklappen immer noch in Deutschland vorhanden sind.

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sofk 08.09.2018, 16:50
266. Und, die "Ostdeutschen" ?

All diese Hunderttausende, die aus Kazakhstan, Russland, Rumänien, Ungarn, Polen, usw, usw. hergeholt wurden, volle Staatsbürgerschaft mit all drum und dran einfach so geschenkt wurden? Die meisten hatten deutsche Vorfahren ...vor hunderten von Jahren ;) Viele hatten kaum deutsche Vorfahren. Gegenbeispiel: Die Elsässer, zwar Deutsche kulturell und sprachlich gesehen, die aber kein Deutscher sondern Franzosen bleiben wollten.

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juergenhesse 08.09.2018, 16:53
267. Der beste Beitrag.

Zitat von W.i.n.t.e.r
Wenn Spanien das von Großbritannien annektierte Gibraltar zurückfordert regt sich dabei doch nie jemand auf. Wenn in der Türkei, die ja so gerne zu Europa und zur EU gehören möchte, in den Kurdengebieten die auf ein Minimum an Autonomie hoffende Zivilbevölkerung bombardiert wird, dann zuckt man die Achseln. Syriens Golanhöhen sind von Israel besetzt, das Volk vertrieben oder unter dem Besatzungstatut leidend (von anderen Gegenden Israels und Palestinas ganz zu schweigen. Dann und wann hört man etwas Protest. Passieren tut nichts. Im Schlesischen Breslau wurde nach dem 2. Weltkrieg die dt. Bevölkerung vertrieben und das Land unter dort neuangesiedelter, polnischer Bevölkerung vergeben. Das habe man zu ertragen, denn schließlich habe man ja den Krieg auch begonnen. Pech, wer auf der 'falschen' Seite des Unrechts geboren wurde. Sonst hört man hier ebenfalls nichts. Dies sind nun alles Tatsachen sowie jene, daß man sich um die urpsrüngliche Bevölkerung einen Dreck geschert hat. Und tatsächlich verlangt Österreich in dem vorliegendem Fall Südtirol nicht etwa zurück. Eine Annektion die übrigens unter gewissen A. Hitler in einer einvernehmlichen Einigung mit einem Herrn B. Mussolini in der Zeit zwischen den Kriegen über das Ende des 1. Weltkrieges hinweg auch noch zementiert wurde - und jedem Völkerrecht Hohn spottet. Im Gegenteil bietet Österreich konform des Völkerrechts, den dortigen Österreichigstämmigen an, ihre durch Annektion verlorengegangene, ursprüngliche Identität zurückzuerhalten. Hierdurch blicken wir auf einen Vorstoß, der seinesgleichen sucht und meiner Meinung nach schon alleine darum Respekt verdient. Interessant hingegen, wie sich hier bei diesem Thema über Südtirol die Foren sich mit faulig-gährigem Dämpfen aufblähen und das Brodeln anfangen.
Da muss ich meinen Senf dazugeben.
Als jetzt Kanadier, der immer noch an Europa hängt, hat mir ihr Beitrag in diesm Forum am Besten gefallen. Ich werde mir die Mühe machen Ihre Veröffentlichungen zu verfolgen.

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chense90 08.09.2018, 16:56
268. Welche deutschsprachige Minderheit?

In Südtirol sind über 60% der Menschen deutschsprachig und zwar dann wenn man das Trient mit einbezieht.

Die italienische Regierung sollte sich ganz ruhig verhalten, denn den Südtirolern wurde unter Mussolini eine menschenverachtende Italienisierung aufgezwungen die sich bis heute im Stadtbild urtirolerischer Städte wie Bozen findet, welche immerzu ladinisch ubd tirolerisch geprägt waren. Wenn man in Städten wie Sterzing, Lana oder Brixen italienisch (als erkennbar deutschsprachiger) spricht wird man als Faschist bezeichnet, selbst in Salurn, welches heute überwiegend italienisiert ist kann einem das passieren. Also lasst den Leuten ihren Willen!

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sascha2.0 08.09.2018, 17:00
269. zur gleichen Zeit

wird diskutiert, wie man Österreichern mit türkischen Migrationshintergrund, die die türkische Staatsbürgeschaft entgegen österreichischem Recht als Doppelstaatsbürgerschaft (wieder) angenommen haben, möglichst schnell und effizient die österreichische Staatsbürgerschaft entziehen kann. Darauf geht der Artikel leider nicht ein. Für Türken ist die Doppelstaatsbürgerschaft illegal, für Südtiroler soll sie legal werden.

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