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Drama in Südostasien: Philippinen bieten Bootsflüchtlingen Hilfe an
REUTERS

Tausende Flüchtlinge treiben vor Malaysia, Indonesien und Thailand auf dem Meer: Kein Land will die verzweifelten Menschen aufnehmen. Nun senden die Philippinen ein erstes Hilfsangebot.

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leser008 19.05.2015, 12:24
20. Ziemlich unüberlegt

Zitat von dliblegeips
Die Frage ist ob die Leute überhaupt in die Philippinen wollen. Einige Boote haben es abgelehnt in Indonesien anzulegen weil sie lieber nach Malaysia wollten. Das Hauptexportprodukt der Philippinen sind ja die eigenen Arbeitskräfte. Für Wirtschaftsflüchtlinge eher kein geeigneter Ort. Dann ist da noch die Frage wo man diese Leute ansiedeln wird. Wohl am ehesten in Mindanao im muslimischen Teil der Philippinen. Vielleicht hat man diesen Teil schon abgeschrieben.
Ja, es stellt sich die Frage, ob die Phil sich da nicht übernehmen. Das Land ist radikal überbevölkert. Es gibt weder Platz noch Lebensmöglichkeiten für Neue. Hauptproblem dürften aber die extremen Probleme mit der muslimischen Minderheit im Süden sein. Und die Rohingya sind ja genau durch solche Aufstände u. Rebellionen in Burma aufgefallen u. rausgeflogen. Ich kenne die Phil. und vermute, dass sich die Regierung mal wieder auf Kosten der armen Bevölkerung profilieren will.

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humpalumpa 19.05.2015, 12:27
21.

Was mich dann doch etwas wundert, ist, dass die Rohingya-Bootsflüchtlinge jetzt auf einmal derart im Fokus stehen. Das, was da gerade passiert, passiert nicht erst seit gestern, sondern seit Jahren! Nur sind sie gerade jetzt eben gut genug für die Presse, endlich mal verfolgte Muslime auf die erste Seite zu kriegen. Was für eine Heuchelei. Von der Presse, von den Hilfsorganisationen, von den Foristen, die hier Krokodilstränen vergiessen. Haufenweise Artikel über gewaltbereite Mönche und kein einziger Artikel darüber, warum dieser Konflikt eigentlich besteht. Denn betrachtet man die bisherige Geschichte, sind die Rohingyas nicht ganz unschuldig an ihrer Situation, die sich auch nicht verbessert, wenn man erstmal Rettungsboote unpässlicher Länder abweist. Dass dann diverse Länder und halt irgendwann Malaysia auch keinen Bock mehr haben, darauf muss man sich einstellen. Nebenbei sind die Rohingyas nicht nur durch frommes Miteinander in Erscheinung getreten, sondern durchaus auch schon durch ziemlich radikales Verhalten gegenüber ihren Mitmenschen. Das sind halt einfach zwei Menthalitäten, die nicht zusammenpassen. Es kommt nicht aus dem Nix, dass in Burma Mönche auf die Strasse gehen und demonstrieren, mit Schildern wie "The world is not only for muslims!" Schlecht behandelt werden sollte kein Mensch, aber wenn die Hilfe, die einem zuerst noch angeboten wurde, jahrelang!, dann irgendwann eingestellt wird, sollte man sich überlegen, woran es liegt...Dieser Konflikt ist derart verankert in der burmesischen Gesellschaft seit Jahrzehnten und ich hoffe, dass die westliche Welt sich da nicht auch noch einmischt. Das müssen die mit sich selber klären.

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fortune423-xxx 19.05.2015, 12:28
22.

Zitat von fusyndicate
Die Aussage der Phillipinen ist an Zynismus kaum zu überbieten. Die Boote schwimmen, meist ohne Antrieb, in der Andamanische See. Da hätte genau so gut Kolumbian sagen können - "wir werden die Flüchtlinge aufnehmen, wenn sie vor unserer Küste sind". Weder Indonesien, Malaysia noch Singapor würden je zulassen, dass sie durch die Straße von Malakka fahren..
Und Ihr Kommentar ist an ... nicht zu überbieten. Auch wenn es Ihren Horizont übersteigt, die philippinische Regierung hat an das Transportproblem gedacht und bereitet Marineschiffe für die Evakuierung vor. Und nun noch etwas für Sie Unglaubliches: Die Philippinen haben sogar eine Art THW das auch schon diverse Male bei Katastrophen im Ausland erfolgreich eingesetzt wurde, u.a. beim Tsunami in Indonesien.

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wecan 19.05.2015, 12:29
23. @ralph_gottwald

"Die philippinische Gesellschaft ist bei allen Problemen, mit denen sie zu kämpfen hat, erheblich menschlicher als die deutsche!"
Ok, das mag so sein, ich kann es nicht beurteilen.
Jedenfalls wünsche ich der Philippinischen Gesellschaft ehrlich, dass sie sich ihre Menschlichkeit auch bewahrt, wenn die Bevölkerungsdichte (die heute mit 289 pro km2 schon zu den höchsten der Welt zählt) weiter zunimmt.
Ich persönlich befürchte allerdings, dass Bevölkerungsdichte und Menschlichkeit eher negativ korrelieren.

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micmichd 19.05.2015, 12:36
24. Solidarität

Es wäre schön, wenn die Leser hier auch einmal ar etwas anderes denken würden als an die "Hauptexportprodukte" südostasiatischer Länder. Im Falle Thailands würde mir sicher was einfallen, worauf einige Leser vielleicht einmal ausnahmsweise verzichten könnten - um es mal diskret auszudrücken.

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HaioForler 19.05.2015, 12:39
25.

Zitat von ralph_gottwald
Hallo HaioForler, ich habe keine Ahnung woher sie ihr Wissen über die philippinische Gesellschaft haben. Druck auf Familien wird jedenfalls nicht ausgeübt ;)
Schauen sie sich die Medien an. die Gemeindeblättchen, die Verwandten, die allgemeine Erwartung schnell Kinder zu bekommen. All dies resultiert nicht zuletzt aus katholischen Traditionen; in den Südphilippinen stärker als im Norden. Ob dies alles unter einer nicht-katholischen Tradition auch so gekommen wäre, sei dahin gestellt.

Fragen Sie Filipinos dort, ob die wissen, daß die katholische Kirche eingentlich nichts gegen Verhütung hat, dann werden Sie es erfahren.

Wenn die Kirche denn schon so "fortschrittlich" dort sein sollte, dann müssen sie nur noch die Filipinos überzeugen. Apropos Kondome und so ;)

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abalanacan 19.05.2015, 12:43
26. Zynisch sind Sie selber!

Zitat von fusyndicate
Die Aussage der Phillipinen ist an Zynismus kaum zu überbieten. Die Boote schwimmen, meist ohne Antrieb, in der Andamanische See. Da hätte genau so gut Kolumbian sagen können - "wir werden die Flüchtlinge aufnehmen, wenn sie vor unserer Küste sind". Weder Indonesien, Malaysia noch Singapor würden je zulassen, dass sie durch die Straße von Malakka fahren..
De Lima ist die Aussenministerin:

http://globalnation.inquirer.net/123173/de-lima-suggests-sending-rescue-ships-to-boat-people

http://globalnation.inquirer.net/123188/de-lima-lets-send-rescue-ships-for-refugees-stranded-at-sea
INQUIRER.net

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oromer 19.05.2015, 12:46
27. Bootsflüchtlinge

Irgendwann ist für jede soziale Gesellschaft die Willkommenskultur zu Ende, nämlich dann wenn Massenzustrom die soziale Ordnung in Gefahr bringt. Das sollten sich mal unser grün-linken Politiker ins Gedächtnis rufen.

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spon-facebook-1425926487 19.05.2015, 12:49
28.

Die Philippinen bieten also ihre Hilfe an? Dieses Mal, ja, aber ob sie beim nächsten Mal nochmal so entgegenkommend sind, wird sich zeigen.

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abalanacan 19.05.2015, 12:49
29.

Zitat von ralph_gottwald
Hallo HaioForler, ich habe keine Ahnung woher sie ihr Wissen über die philippinische Gesellschaft haben. Druck auf Familien wird jedenfalls nicht ausgeübt ;) Das schreibt jemand, der dort regelmässig ist und mit eine Filippina verheiratet ist. Kinder gelten dort einfach bis heute als Bereicherung und erstrebenswert. Die philippinische Gesellschaft ist bei allen Problemen, mit denen sie zu kämpfen hat, erheblich menschlicher als die deutsche!
Das kann ich bestaetigen. Uebrigens: De Lima ist die Aussenministerin http://globalnation.inquirer.net/123173/de-lima-suggests-sending-rescue-ships-to-boat-people

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