Forum: Politik
Drangsalierte Journalisten in der Türkei: "Bis nur noch zu hören ist, was Erdogan hör
REUTERS

Die Festnahmen vom Wochenende haben die Türkei erschüttert: Der Druck auf Journalisten wächst, selbst Schriftsteller werden eingeschüchtert. Die Opposition fürchtet, dass Präsident Erdogan künftig noch autoritärer herrschen wird.

Seite 6 von 7
peddersen 15.12.2014, 16:48
50.

Zitat von Motorkopf
Die Masse der Wähler lassen sich von einer "Lichtgestalt" einlullen, die Presse veröffentlicht nur "Gutes" und hinterfragt nicht mehr. Wenn doch mal die Staatsdoktrin in Frage gestellt wird, sind das alles "Revoluzzer" und Feinde des Staates. Natürlich werden bei uns keine Journalisten eingesperrt - aber ist Mundtot machen, oder einfach den Mainstream manipulieren soweit davon entfernt...?
Einen Unterschied zu unseren Verhältnissen seh ich da auch nicht. Höchstens im Maßstab.

Und auch bei uns wird der Bürger beim Abführen unliebsamer Gestalten denken "wenn die nix getan hätten, würden sie auch nicht abgeführt".
Noch ist es nicht so weit - aber da kann ich drauf warten. Sieht man ja auch hier im SPOn Forum

Beitrag melden
clausbremen 15.12.2014, 16:51
51. Wie kommt das wohl ...

... Putinisierung in Russland, Orbanisierung in Ungarn und Erdoganisierung in der Türkei. Und diese drei werden seit Jahren von Mehrheiten (halbwegs) demokratisch (wieder)gewählt.
Hatte Bertolt Brecht Recht, als er sagte, 'nur die dümmsten Kälber suchen sich ihre Schlächter selber' ?

Beitrag melden
srphoenix 15.12.2014, 16:55
52. Freiheit vs. Sicherheit

Zitat von peddersen
Leute, kapiert das doch mal - Erdogan wird von den meisten Leuten in der Türkei unterstützt. Der würde die nächste Wahl gewinnen und die übernächste auch. Der Bürger hat ......
Eine der passendsten Aussagen zu diesem Thema ist folgende:

"Diejenigen, die bereit sind grundlegende Freiheiten aufzugeben, um ein wenig kurzfristige Sicherheit zu erlangen, verdienen weder Freiheit noch Sicherheit."
Benjamin Franklin

Beitrag melden
poseidon1966 15.12.2014, 17:44
53. Edeldemokrat Erdogan

Was Erdogan in der Türkei veranstaltet hat mit Demokratie nichts mehr zu tun. Das sollte inzwischen auch jenen türkischen Mitbürger klar sein, die ihm hier in Deutschland erst kürzlich noch Beifall gespendet haben. Zur Demokratie gehören nun mal kritische Stimmen und Rede und Gegenrede. Es gehört eine unabhängige Justiz und eine freie Presse. Wenn Erdogan nunmehr gegen diese Kontrolleure der "Macht" vorgeht, zeigt dies sein Verständnis von Regierungsverantwortung.
Wie grade zu lesen war, ist es Erdogan egal ob die Türkei in die EU aufgenommen wird oder nicht, und die EU solle sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern. Es ist das gute Recht der Türkei, sich für oder gegen die Europäische Union zu entscheiden, aber dann verbietet es sich für ihn, sich verantwortlich für alle türkischen Mitbürger innerhalb der Europäischen Union zu bezeichnen. Diese Menschen die in der EU leben HABEN sich entschieden und damit ist er nicht mehr ihr Präsident.
Erdogan sollte dann aber auch wissen, das er mit Hilfe, sei es wirtschaftlich oder politisch aus der EU nicht mehr zu rechnen hat. Mehr noch: wer fundamentale Menschenrechte missachtet, und dazu gehört sicher auch die Freiheit und die damit verbundenen Rechte, der stellt sich außerhalb der Reihe von Vertrauenswürdigen Vertragspartner.
Es ist zu hoffen, daß die Menschen in der Türkei sich durch Erdogan nicht einschüchtern lassen und ihm entgegen stellen wenn er die Türkei weiter in Richtung Diktatur bewegt.

Beitrag melden
togral 16.12.2014, 09:59
54. @kobmicha

Die EU ist das wohl größte zivilistorische Projekt unserer Zeit. Einer Zeit in der uns scheinbar eine Region nach der anderen um die Ohren fliegt. Anstatt also die Fehler zu verdammen arbeiten Sie besser am Gelingen dieses Projektes mit. Sie würden damit Weitsicht beweisen.

Beitrag melden
dhanz 16.12.2014, 10:40
55.

Zitat von bonngoldbaer
Wieviel Prozent ihres BIP erwirtschaftet die Türkei durch Tourismus? Also ist jeder Deutsche selbst dafür verantwortlich, etwas gegen Erdogan zu tun. Und wenn es nur Zuhausebleiben ist.
Dazu muss er nicht zu Hause bleiben, er kann auch in andere Länder reisen.

Beitrag melden
darthmax 16.12.2014, 14:27
56. Einschreiten der EU

Es wäre Zeit für Herrn Schulz, statt rumzudrucksen, jetzt Sanktionen gegen die Türkei zu befürworten, bevor sich die EU lächerlich macht.
Siehe auch Anklage gegen Fanclub.
Aktion statt Betroffenheit demonstrieren.

Beitrag melden
Chiefli1 16.12.2014, 14:53
57. Dogan sicher kein Unschuldslamm

Zitat von lupusB
Das stimmt so nicht ganz, der Dogan Gruppe (Hüyrriett) wird mit Razzien gedroht, die TV Landschaft ist völlig gleichgeschaltet, Taraf und Millyet Leute wurden ebenfalls schon verhaftet. Wenn das mit Zaman einigermaßen gut für Erdogan ausgeht (wonach es aussieht, keiner traut sich mehr zu protestieren) wird die Dogan Gruppe als nächstes platt gemacht. Salami Taktik at its best
die Dogangruppe ist weitaus mehr als nur Hürriyet und wurde aufgrund von illegalen Immobiliengeschäften - was ein offenes Geheimnis ist - angeklagt. Darf die Presse ein Persilschein für illegale Aktivitäten sein? Würde man der Justiz nicht misstrauen, gäbe es auch keine Zweifel.

Wer von der Milliyet sitzt im Gefängnis?

Taraf ist wohl ein führendes Blatt der Gülenbewegung.

Beitrag melden
aat 16.12.2014, 16:18
58. Die ...

Befürchtungen der Opposition sind mehr als berechtigt. Das Erdogan und die AKP nicht ganz realitätsnah sind zeigt auch der heutige Prozessauftakt gegen den Fußballverein Besisktas Istanbul. Viele Mitglieder des Vereins waren bei den Gezi-Protesten dabei. Der Vorwurf: Sie planten den Sturz der Regierung. Ich bin ganz sicher der Trainer wollte Staatspräsident werden und der Torwart hätte dann das Verteidigungsministerium bekommen ...

Beitrag melden
ahsh 16.12.2014, 18:15
59. Kürzgedacht

Mit der wirtschaftlichen Aufschwung in der Türkei ist so eine Sache. Was die Türken, die mit der Türkei eine intensive Verbindung haben und geschäftlich hin- und herreisen, erzählen, die wirtschaftliche Aufschwung auf Sand gebaut ist. Die staatliche Verordnung, jedem, der ein Kredit bei der Bank nachfragt, dem ist es zu gewähren. Eine Absicherung gibt es nicht. So sagen diese Geschäftsleute : Das Kartenhaus, von Gnade Erdogans, wird irgendwann zusammenrechen und die Katastrophe ist dann da. Wer wird dann die Verantwortung für die herbeigeführte Katastrphe übernehmen. Erdogan? Bestimmt nicht. "Dann sind seine Gegner dran Schuld." Keine frage, er hat immer Recht.

Beitrag melden
Seite 6 von 7
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!