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Drohender "Brexit": Cameron stellt britische EU-Forderungen vor
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In einem Brief an EU-Ratspräsident Tusk will der britische Premier Cameron erstmals offiziell seine Reformforderungen an die EU darlegen. Der Tory stellt vier Bedingungen, um den Verbleib Großbritanniens in der Union zu sichern.

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Lanek 10.11.2015, 12:39
110.

Das UK will also eine Extrawurst. ~12% der Einwohner wären das also.
Dass das nicht unbedingt nur auf Begeisterung stößt, wird sie verwundern.
Eventuell wird man sich auf einen Kompromiss einigen, aber ich bezweifle stark, dass das Vereinigte Königreich außerhalb des EU-Binnenmarktes eine große Perspektive hat.

Also: Stimmt ab und geht, wenn ihr wollt. Faire Bedingung: Jeder Landesteil soll separat abstimmen dürfen, also England, Schottland, Wales und Nordirland je separat.
Soweit ich weiß sind die Schotten nämlich nicht so vom "Brexit" begeistert wie die Engländer.

Selbstbestimmungsrecht der Völker eben.
Eventuell vergraulen sie dann doch noch die Schotten vollkommen, oder müssen halt mit der Unionsgrenze landesintern leben?

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j.vantast 10.11.2015, 12:40
111. Erpressung?

Erpressung ist wohl kaum der richtige Weg um etwas in der EU im Sinne der Briten zu erreichen. Und warum sollte sich der Rest der EU an den britischen Vorstellungen einer EU ausrichten?
Die Briten wissen genau dass sie mittlerweile ohne die EU isoliert wären. Mehr als populistisches Gehabe ist das alles nicht.

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j.vantast 10.11.2015, 12:41
112. Heisse Luft

Zitat von Lebonk
Moderate und vernünftige Forderungen. Hoffentlich rührt sich die EU, andernfalls wäre mit einem Austrit GBs aus der EU das europäische Vorhaben geplatzt (falls es nicht schon an der Flüchtlingskrise zerbricht)
GB tritt nicht aus, die wissen genau wie wichtig die EU-Mitgliedschaft für die eigene Wirtschaft ist.
Säbelrasseln biligster Machart.

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axelmueller1976 10.11.2015, 12:41
113. Nr.73 Wahlen in Europa

Zitat von BellUomo
Politiker ohne Charisma und Weitblick. die eine Art "Groß-Europa" schaffen wollten, haben sich mit der Aufnahme von eher national gesinnten Ländern derart verhoben, dass jetzt wohl nicht mehr allzuviel fehlt und die EU zerbricht. Möglicherweise wäre der Brexit dafür die Initialzündung.
Eine sehr gute Analyse.Nur in Brüssel und Berlin will man das nicht hören und glaubt weiter so. Aber da spielen die Wähler in den EU-Ländern nicht mehr mit.Bis zum Jahresende sind in Spanien und Frankreich noch zwei wichtige Wahltermine.Dann wird man bezüglich Zerfall der EU mehr sehen.

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HansGnodtke 10.11.2015, 12:43
114. Da kann man bei den Briten noch was lernen

Will jemand ernsthaft noch in dieser famosen Union bleiben, wenn die Briten erst mal raus sind? Genau genommen definiert Cameron doch nicht nur spezifisch britische Ideen, sondern die Interessen aller großen Geberländer gegenüber Partnern, die grundsätzlich immer mit dem Handrücken nach unten bei europäischen Gipfeln erscheinen. Wenn er beim Euro mitreden will liegt das im Zweifel auch im deutschen Interesse, oder haben wir die in Aussicht genommene Horrorshow in den Brüsseler Schubladen mit Eurobonds und anderen "Rettungsmaßnahmen" schon wieder vergessen? Wenn dagegen die Briten die Reißleine ziehen, fällt es auch unseren Euro-Enthusiasten schwerer, immer mehr Milliarden rüber zu schieben. Bleiben noch die Ausführungen zu Freizügigkeit und Sozialmißbrauch sowie die klaren Aussagen zur absoluten Souveränität der nationalen Parlamente und Verfassungsgerichte, die wieder gegenüber Brüssel das letzte Wort haben müssen, was vermutlich dem Riesenstaatsmann Schulz aus Würselen nicht passt; aber das Bundesverfassungsgericht hat da ja ähnliche Vorbehalte in den Raum gestellt, wenn auch schwammiger formuliert. Sonst kann man Camerons Vorstellungen eigentlich nur als Forderungen des gesunden Menschenverstandes begrüßen. Könnte mir vorstellen dass ihm einige Bundesrepublikaner ganz klammheimlich viel Erfolg dabei wünschen.

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lupidus 10.11.2015, 12:44
115.

es ist ja ganz legitim, wenn jemand aus einer gruppe seine eigenen bedürfnisse zur sprache bringt und sich bemüht diese auch durchzusetzen. wir deutschen sollten da ganz ruhig sein mit der verurteilung. die rettung griechenlands und die unregulierte aufnahme von flüchtlingen waren wünsche deutschlands und die wurden auch gnadenlos durchgesetzt. teils ohne rücksprache mit den anderen, teils mit ausübung von druck (der euro hängt dran, solidarisch nötig usw.). jeder versucht doch für sich einen vorteil zu ergattern und die gestaltung nach seinen präferenzen zu beeinflussen. versuchen kann man es ja. wenn die anderen alle mitmachen, selbst schuld.

übrigens werden die briten wenigstens noch gefragt per volksabstimmung. so viel demokratie wird den deutschen erst gar nicht zugetraut.

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localpatriot 10.11.2015, 12:50
116. Politik ist die Kunst der Möglichen

Zitat von michel-watcher
Europa hat sich durch die reine Fixierung auf ökonomische Belange selbst demontiert. Noch nie gab es so wenig Solidarität untereinander, noch nie waren die Rechte so stark. Das kommt von einer Politik des Geldes, einem Handeln, dass sich dem Kapital unterwirft und deie infachen Menschen vergisst. Jetzt bekommen wir die Rechnung. Und Cameron legt seinen Deckel oben drauf. Der europäische Bürger und Steuerzahler übernimmt gerne... Gut erkannt, Herr Cameron: Alles geht!
Politik ist die Kunst des Möglichen. Im Berlin träumt man die Träume die Unmöglichen und die Alpträume der Anderen in der EU.

Geld, Markt und gewisse wirtschaftlichen Interessen sind die heutigen Gemeinsamkeiten auf welche man echt bauen kann. Die Montanunion, der Gemeinsame Markt sind die einzigen Errungenschaften welche auf halbwegs soliden Fundamenten stehen.

Alles andere was EU Traeumer wie Herr Kohl hinstellten wackelt heute - der Euro, Schengen, Gemeinsame Aussenpolitik usw und Berlin trägt einen grossen Teil der Schuld. ES sind Bauwerke ohne Fundamente, auf Sand gebaut.

Man muss nur die heutige Situation mit den Umsiedlern als Beispiel nehmen. Die Briten und andere Könnens sich nicht einmal mit der Idee der Innen EU Migration befreunden. Niemand wurde über die Syrien Einladung informiert, niemand durfte eine Meinung sagen, niemand kümmerte sich um die Konsequenzen für die Europa Solidarität. Es war Berlin wo man kurzerhand die Grenzkontrollen der EU an den Nagel hängte.

Mr Cameron hat sein Mohnbluemchen am Revers und es erinnert jeden Briten an den Ersten Weltkrieg und wer gewonnen hat. Die Seele Europas ist noch nicht miteinander. Die Gemeinsamkeit findet sich im gemeinsamen Nutzen und nicht im Geiste der Gemeinsamkeit.

Warum wacht man in Berlin nicht endlich auf und arbeitet am Möglichen und baut dort solide Fundamente anstatt an Ideen aller Art, welche die Einheit nicht stärken, herumzubasteln.

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sibbi78 10.11.2015, 12:53
117. Wieso wird

eigentlich immer wieder übersehen, dass Cameron zunächst lediglich 4 Ziele genannt hat - "Eine detaillierte Wunschliste wird er aber offenbar erneut nicht verraten".
Das bedeutet doch im Klartext, dass die EU zunächst auf die 4 genannten weichen Ziele reagieren soll und dann erst der Hammer der harten Ziele in Form der detaillierten Forderungen Camerons heraus geholt wird.
Lasst sie gehen - sind ohnehin nur Versallen der USA und Unruhestifter. Linksfahrer...!

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eggshen 10.11.2015, 12:54
118. Geplatzt?

Zitat von Lebonk
Moderate und vernünftige Forderungen. Hoffentlich rührt sich die EU, andernfalls wäre mit einem Austrit GBs aus der EU das europäische Vorhaben geplatzt (falls es nicht schon an der Flüchtlingskrise zerbricht)
Ein Austritt GBs ändert garnichts. Ganz im Gegenteil - eine Sorge weniger.

Leute...gerade in der aktuellen Situation zeigt sich doch der wahre Geist. Deutschland hat sich bei der 'Flüchtlingskrise' bestimmt nicht begeistert vorne angestellt (selbst wenn die ganzen Gartenzwergputzer das Gegenteil behaupten), sondern als starkes Land in Europa einfach Verantwortung übernommen. Wie sehr hätte ich mir gewünscht, daß diese Verantwortung von anderen starken Nationen, u.a. GB, geteilt wird.

Was ich jetzt wirklich vermisse, ist der britische 'Spirit', dieses 'Wir schaffen das - trotz größter Not', der ja immer wieder gern anläßlich unzähliger Weltkriegsparaden zelebriert wird.

Stattdessen - Egoismus, Kleinmut, Schürung von Ressentiments...

Davon haben wir in Europa gerade aktuell mehr als genug. Auf Schönwetter-Europäer, die immer nur auf ihren eigenen Vorteil aus sind, können wir verzichten.

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j.vantast 10.11.2015, 12:57
119. Sie irren

Zitat von jufo
Die Briten sind immer Stimme der nationalen Eigenverantwortung und auch nationaler Souveränität gewesen.
Egoismus ist nicht gleichbedeutend mit "nationaler Eigenverantwortung".

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