Forum: Politik
Dürrekatastrophe in Ostafrika: Bürokraten vereiteln Hilfe für Hungernde

Das Camp Dadaab in Kenia ist das größte Flüchtlingslager der Welt. 400.000 Menschen drängen sich in den überfüllten Hütten - und täglich kommen mehr Hungernde aus Somalia. Hundert Meter nebendran steht ein riesiges Lager mit Strom- und Wasseranschluss: menschenleer. Die Behörden wollen es so.

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LEGEIPS 27.07.2011, 21:24
40.

Zitat von Seba O
Ohne hier den Weltverbesserer oder Alternativen geben zu wollen, finde ich das wir mal darüber nachdenken sollten ob wir uns, mit Hinblick auf Afrika, auch in Zukunft eine derart schwersubventionierte Agrarökonomie leisten könne, daß diese ihre massiven Überproduktionen zu Schleuderpreisen auf den Afrikanischen Markt drücken kann. Und zwar so sehr, daß die Afrikanische Wirtschaft völlig im Argen liegt. Läßt man jetzt mal die Kausalität vom Anker, kann man erkennen, daß dies die Wurzel allen Übels ist, bis hoch zu den fiesen Warlords etc.. Natürlich sind hier auch andere Branchen (Rotes Kreuz, etc.) beteiligt. Solange wir uns hier die Tüte Salami für unter einem Euro leisten wollen, kann es in Afrika gar nicht besser werden. Nur mal so meine Sicht der Dinge
Alleine Indien hat mehr Einwohner wie ganz Afrika. Indien ist zwar auch arm und korrupt kann sich aber weitestgehend selbst versorgen. Konzerne aus China,Indien,Arabien und Europa kaufen grosse Ländereien um Nahrungsmittel und Biotreibstoffe zu produzieren. Dies weil es eben in Afrika günstiger geht als in Europa mit all den Subventionen.
Und ich seh es schon kommen: Die UNO kauft Nahrungsmittel, die auf diesen Ländereien produziert werden, um sie an hungernde Afrikaner abzugeben. Offensichtlich geht es ohne Kolonialherren nicht. Im Vergleich zu Asien fällt Afrika durch Band ab. Trotz besseren Bodenschätzen und guter Infrastruktur. Zimbabwe war mal eine Kornkammer unter den Briten. Jetzt ist es ein Armenhaus. Südkorea war mal Ärmer als Kenia. Und jetzt schon mal ein Kenianisches Mobiltelefon oder Auto gekauft?
Die Geschichte mit dem Hähnchen aus Europa, das billiger sein soll als ein Einheimischens ist doch ein Witz. Die Löhne da sind sehr tief. Die Zucht eines Hühnchens ist sicher billiger. Aber jetzt kommt das Problem. Die Infrastruktur ist sehr schlecht. Oftmals stammen Eisenbahnlinien noch aus Kolonialzeiten. Der Transport in Afrika ist sehr teuer. Dies ist durch die schlechte Infrastruktur und die Korruption bedingt. Und da kann es halt sein dass ein Kühlcontainer aus Europa billiger in die Grosstadt kommt wie einer aus dem Hinterland.
Schicken sie mal ein Ersatzteil einer Maschine in ein Afrikanisches Land. Die Fracht ist teurer wie nach Australien und ohne gute Beziehungen bekommt man gar nichts aus dem Zoll heraus. Investitionsgüter sind in Afrika am teuersten. Da kann sich nun keine Wirtschaft entwickeln.

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thepianoman 27.07.2011, 21:26
41. 6,1 Kinder pro Familie

Zitat von hanspeter.b
Ansonsten stimme ich Ihnen zu. Die gut gemeinte Hilfe hat seit Jahrzehnten die Situation in keinster Weise verbessert. Sie hat höchstens für ein noch schnelleres Bevölkerungswachstum gesorgt.
Sehe ich auch so. Wir verschlimmern das Problem des
Bevölkerungswachtums, weil wir den Somaliern suggerieren,
dass sich schon irgendwer um sie kümmert und sie also
weitermachen können wie bisher.

6,1 Kinder hat die Durchschnittsfamilie laut Wikipedia.
Von den 6,1 Kindern könnte die Durchschnittsfamilie wieviele
ausreichend ernähren? 1 Kind oder sogar 2? Auf jeden Fall
keine 6 Kinder im Schnitt.

Auf Deutschland übertragen heißt 6,1 Kinder, dass wir im
Jahr 2035 160 Mio. Einwohner hätten, im Jahr 2060 etwa
300 Mio. Dann wären wir auch ein Entwicklungsland.

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franks meinung 27.07.2011, 21:27
42. Vor Scham im Boden versinken

Zitat von hanspeter.b
Ist Ihnen eigentlich klar, dass in dieser Region seit mindestens 30 Jahren eine Dürre/Hungersnot die nächste jagt. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung so schnell wie sonst nirgends auf der Welt, was das Problem natürlich weiter verschärft. Zu allem Überfluss treiben dort (offenbar mit Rückendeckung aus der Bevölkerung) auch noch Warlords und Islamisten ihr Unwesen. Und Sie wollen Nahrungsmittel hinkarren und die Kenianer, die selbst genug eigene Probleme haben zwingen sich diese Zustände auf Dauer auch noch ins eigene Land zu holen?
Nee, ist schon klar. Es ist besser, die Leute nicht ins Niemandsland zwischen Kenia und Somalia zu lassen (Ja das gibts wirklich). Dann könnten sich die Kenianer ja nicht selbst die Hilfsmittel unter den Nagel reißen. Der Verwesungsgeruch von der Grenze hätte sich dann bestimmt auch irgendwann erledigt.

Man man man, ich wundere mich, wie manche Leute so durchs Leben kommen, ohne vor Scham im Boden zu versinken.

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lisahaehnle 27.07.2011, 21:28
43. Wie wäre es mit einer einfachen Alternative?

Zitat von hansjoki
---------- was mag wohl die Ursache für solch (nihilistisches) Fehlverhalten sein ??? Um nicht alle Ursachen erneut "herunterbeten" zu müssen, möchte ich nur auf die eher skandalöse Entwicklungshilfe-Politik der westlichen Staaten verweisen... So erwarteten beispielsweise westliche Bürokraten (geradezu als "Naturgesetz"), dass die Menschen der Entwicklungs- länder dank des "Geldbeutels" aus einem mittelalterlichen Status (Bildung, Ökonomie, Demokratie) mit einem RUCK ins JETZT "geschleudert" werden. Dass auf diese Weise gleichfalls ethische Prinzipien und Humanität der jeweiligen (dortigen) Machthaber als Manko zu verbuchen sind - wen wundert dies ?
Hallo hansjoki: Wie wäre es mal mit der einfachen - aber poltisch natürlich höchst inkorrekten- Alternative dass die Probleme Afrikas an inkompetenten und korrupten Eliten festzumachen sind, die vom Westen oder sozialistisch - humanitären Osten lange gepäppelt worden sind und denen das Schicksal der Hungernden scheissegal ist. Bürokratische Hindernisse sind halt schlichtweg auf fehlende Schmiergelder zu reduzieren.

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Arrivato 27.07.2011, 21:29
44. Die Katze beisst sich in den Schwanz

Die Menschen in Somalia lebten bisher nicht nur von Viehhaltung. Viele waren Fischer. Die Küstenlinie des Landes beträgt fast 3.000 Kilometer. Damit stand den Fischern ein riesiges Fanggebiet zur Verfügung. Aber illegale Fischerei – auch durch Europäer – hat ihnen diese Lebensgrundlage zerstört. Mangels einer funktionierenden Regierung konnten sie sich nicht dagegen wehren. Als ob das noch nicht schlimm genug gewesen wäre, haben andere Länder im Meer vor Somalia ihren Giftmüll entsorgt, so z. B. seit Jahrzehnten radioaktiver Müll. Der Tsunami Ende 2004 hat Unmengen an Giftmüll freigeschwemmt, was zu schweren Krankheiten bei der somalischen Bevölkerung geführt hat Allein aus diesen Gründen stehen diesen Menschen hohe Entschädigungszahlungen seitens der Verursacher zu.

Die Regierungen aus den Staaten der Verursacher bzw. die EU oder UN hat dies nicht dazu bewogen, den Somalis zu Hilfe zu kommen und sie zu schützen. Erst als u. a. ehemalige Fischer zu Piraten wurden und ausländische Schiffe überfielen, haben zahlreiche Länder Kriegsfregatten vor die Küste Somalias geschickt, um ihre eigenen Handelsschiffe zu schützen. Leider beisst sich hier auch für uns die Katze in den Schwanz: Die Fische, die „unsere“ Fischer dort fischen, landen jetzt radioaktiv verseucht und vergiftet auf unseren Tellern.

Die Europäische Union und die UN leisten jetzt humanitäre Hilfe in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro. Es wäre allerdings angebracht, dass der europäischen Öffentlichkeit in transparenter Weise eine detaillierte Auflistung zur Verfügung gestellt wird, aus der hervorgeht, an wen genau, für welche Maßnahmen das Geld fließt. Dies sollte ebenfalls für alle anderen Länder gelten, an die europäische Hilfsgelder gezahlt werden. Es sollte genau überwacht werden, ob die Gelder zum Wohle der Bevölkerung in best möglichem Masse verwendet werden.

http://www.greenpeace.de/themen/chem...iftmuell_frei/

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm

http://www.greenpeace.de/themen/chem...iftmuell_frei/

Kenia hat ähnliche Probleme wie Somalia. Auch Kenia ist von großer Dürre und Wassermangel betroffen. Um so schockierender ist es, dass dort Rosen angepflanzt werden, die mit großen Wassermengen gegossen werden, während die Bevölkerung nicht genug Trinkwasser zur Verfügung hat.

http://www.faz.net/artikel/C30350/ro...-30082514.html

Wenn Probleme entstehen, sollte jeder aktiv oder passiv Beteiligte sich fragen, was sein Anteil daran ist. Auch wir Europäer haben zum großen Elend dieser Bevölkerungen beigetragen.

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hanspeter.b 27.07.2011, 21:51
45. Nö

Zitat von Arrivato
Die Menschen in Somalia lebten bisher nicht nur von Viehhaltung. Viele waren Fischer. Die Küstenlinie des Landes beträgt fast 3.000 Kilometer. Damit stand den Fischern ein riesiges Fanggebiet zur Verfügung. Aber illegale Fischerei – auch durch Europäer – hat ihnen diese Lebensgrundlage zerstört. Mangels einer funktionierenden Regierung konnten sie sich nicht dagegen wehren.
Das ist natürlich so nicht richtig.
Die allermeisten Somalier sind entweder Bauern oder Nomaden, also Viehzüchter. Die Fischerei spielt nur in den Küstendörfern eine Rolle.

Und für den Küstenschutz ist nun mal jeder Staat selbst zuständig.
Europa ist nicht verpflichtet weltweit vor allen Küsten zu patrolieren um die dortigen Fischbestände zu schützen.
Fragen Sie lieber mal warum die Somalier seit über 20 Jahren keine eigene Regierung hinbekommen. Da liegen die Ursachen der Probleme.

Zitat von Arrivato
Als ob das noch nicht schlimm genug gewesen wäre, haben andere Länder im Meer vor Somalia ihren Giftmüll entsorgt, so z. B. seit Jahrzehnten radioaktiver Müll. Der Tsunami Ende 2004 hat Unmengen an Giftmüll freigeschwemmt, was zu schweren Krankheiten bei der somalischen Bevölkerung geführt hat Allein aus diesen Gründen stehen diesen Menschen hohe Entschädigungszahlungen seitens der Verursacher zu.
Ich kann mir nicht vorstellen dass dort deutscher Atommüll lagert.
Nennen Sie doch mal konkret die Verursacher.


Zitat von Arrivato
Es wäre allerdings angebracht, dass der europäischen Öffentlichkeit in transparenter Weise eine detaillierte Auflistung zur Verfügung gestellt wird, aus der hervorgeht, an wen genau, für welche Maßnahmen das Geld fließt.
Die EU weiss doch selbst nicht wie sie das am besten angehen soll.

Zitat von Arrivato
Kenia hat ähnliche Probleme wie Somalia. Auch Kenia ist von großer Dürre und Wassermangel betroffen. Um so schockierender ist es, dass dort Rosen angepflanzt werden, die mit großen Wassermengen gegossen werden, während die Bevölkerung nicht genug Trinkwasser zur Verfügung hat.
Naja wer importieren will muss auch was exportieren.
Und Kenia hat nun mal nicht allzuviel zu bieten.

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henderson2 27.07.2011, 21:59
46. Somalia

Moin,

bei allem Mitleid für die Jungs und Mädels dort.
Jeder Jahr Reis dahin zu fliegen löst das Problem auf Dauer nicht.
Vielleicht sollte man statt dessen mal die Waffenlieferungen einfrieren ?
Und wenn Stamm A der Meinung ist , Stamm B vor´s Knie zu pinkeln, ist an einem bestimmten Punkt ein lokales Problem.

Wir können nicht mal uns retten, geschweige denn , die Welt.

Hen

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kleiner-moritz 27.07.2011, 22:01
47. Nicht umsonst sagt man BevölkerungsEXPLOSION

Zitat von weltbetrachter
Wenn man diesen Bericht liest, dann kommen einem die "Probleme rund um den EURO" vor wie Sandkastenspiele im Kindergarten.
Keinesfalls, denn was man dort sieht, dass wird Teil der nächsten und größten Katastrophe!

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helika 27.07.2011, 22:01
48. .

Zitat von franks meinung
Die Weltgemeinschaft müsste nur einmal konsequent handeln. Alle kenianischen Regierungsmitglieder in allen Ländern zur unerwünschten Person erklären und alle Auslandskonten einfrieren. Innerhalb von 24h würden mindestens 400.000 Menschen in diesem Flüchtlingslager wohnen. Garantiert!
Und was haben jetzt bitte die kenianischen Regierungsmitglieder verbrochen? Ja, sie wollen weniger Somali im Land haben, unter anderem, da es ihren eigenen Landsleuten schlecht geht und diese ebenfalls in katastrophalem Ausmaß von der Dürre betroffen sind.

Wo ist Ihr Aufruf nach der Sanktion der SOMALISCHEN Regierungsträger/Rebellengruppen? Wieso sollen die Somalier in kenianische Flüchtlingslager? Wie der Artikel schreibt, kann das kein Dauerzustand sein! Da sollte man wenn schon vor Ort in Somalia durchgreifen und nicht die Schuld auf die Kenianer schieben, die selbst von der Dürre betroffen sind und sich - was ein Wunder - erst einmal um ihre eigenen Leute sorgen!

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Persipanstollen 27.07.2011, 22:01
49. Mehr Medienpräsenz

Ich würde mir da etwas mehr Medienpräsenz in den Katastrophenregionen wünschen. Wenn die Wohlstandsmenschen live sehen können, wie sie mit ihrem Geld andere Leute glücklich machen können, werden sie noch mehr spenden und den Leuten helfen.

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