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Ehe für alle: Letzte Hürde Karlsruhe
DPA

Könnte der Bundestag die Ehe für Schwule und Lesben beschließen? Viele Abgeordnete sehen das so. Doch die Urteile des Bundesverfassungsgerichts lassen Zweifel daran - womöglich ist eine Grundgesetzänderung nötig.

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marcaurel1957 30.05.2015, 16:17
1.

Ich denke, dass eine Grundgesetzänderung zur vollständigen Gleichstellung möglich ist. Zwar ist auch Artikel 6 über Artikel 1 von Artikel 79 III geschützt, jedoch würde ein derartige Änderung die Menschenwürde nicht beeinträchtigen, somit wird auch das BVerfG keien Einwände haben.

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007er 30.05.2015, 16:19
2. Wo habe ich einen Dreher im Kopf...

...ich verstehe es nicht ganz. Wieso will man eine Ehe für alle? Wieso eine Homo Ehe? Gebt "eingetragenen Partnerschaften" die gleichen Rechte und Pflichten wie Eheleuten, stellt Familien im GG und bei der Besteuerung besser - und gut ist.

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polarwolf14 30.05.2015, 16:22
3. Privileg

Es ist nicht hinzunehmen, dass die Ehe für alle geöffnet wird. Sie ist aus christlichem Ursprung mit dem Ziel, die Gesellschaft zu erhalten (durch Kinder) . Ich sehe nicht, warum andere ein solches Privileg auch haben sollten. Partnerschaft reicht völlig aus.

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rkinfo 30.05.2015, 16:22
4. Ehe auf Lebenszeit ?

Grundgesetz: (1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung

Die Homoehe ist weder vom Grundgesetz noch BGB ausgeschlossen - es steht nirgends dass Mann / Frau gemeint sind.
Wir haben sogar 'Familie' im Grundgesetz was seit Ewigkeiten auch angeheiratete Partner jedes Geschlechtes umfasst.

Auf Lebenszeit werden Ehen vielleicht am Anfang geschlossen aber dies lässt nach Jahren der Beziehung nach. Im Hinterbliebenenrecht ist mit nur noch 25% Rentenanspruch die Zweitbeziehung im Todesfall schon systemnötig - nix mehr mit ewiger Verbindung.

Das Ehegattensplitting ist wohl die absurdeste steuerliche Regelung im Land. Firmenverbünde lassen sich global als Einheit versteuern - nicht aber unverheiratete Paare im Inland ?
Es gehört bei gleichen Hausstand auch gemeinsam veranlagt so wie es Firmen ähnlich machen können !

Dann wäre aber die Ehe kaum noch nötig und wir würden eine Stärkung nichtehelicher Lebensgemeinschaften benötigen die auf Dauer ausgerichtet sind. Und dann wäre im Zusammenhang mit 'Familie' erst die Beschränkung auf Mann/Frau sinnvoll wobei sogar Kinder(-wunsch) als Kriterium für eine Ehe nötig wäre.

Ist nicht einfach mit der Ehe ... selbst juristisch betrachtet.

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friedrich_eckard 30.05.2015, 16:25
5.

Ich kann ja hier nicht für die direkt Betroffenen reden, aber: wenn die "eingetragene Partnerschaft" zwischen verschieden- und gleichgeschlechtlichen Partner/innen für die Beteiligten jeweils dieselben Rechte und Pflichten mit sich bringt, und wenn der Unterschied dann also einzig noch einer in der Terminologie ist, weil der Begriff "Ehe" eben der "eingetragenen Partnerschaft zwischen Personen verschiedenen Geschlechts" vorbehalten bleibt, und wenn damit verfassungsrechtliche Umständlichkeiten vermieden werden können - dann müssten die Betroffenen damit eigentlich gut leben können. Ein wenig Pragmatismus ist manchmal auch etwas ganz Schönes, und im Alltagssprachgebrauch wird sich der Unterschied mit der Zeit wahrscheinlich auch verwischen, schon wegen der Unhandlichkeit des Begriffs "eingetragene Partnerschaft".

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mundi 30.05.2015, 16:31
6. Frage

Zitat von marcaurel1957
Ich denke, dass eine Grundgesetzänderung zur vollständigen Gleichstellung möglich ist. Zwar ist auch Artikel 6 über Artikel 1 von Artikel 79 III geschützt, jedoch würde ein derartige Änderung die Menschenwürde nicht beeinträchtigen, somit wird auch das BVerfG keien Einwände haben.
Darf ich dann auch meinen Kanarienvogel heiraten oder gilt das Gesetz nur für 2 Menschen?

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nopower 30.05.2015, 16:40
7. am Grundgesetz

darf einfach nicht rumgewerkelt werden,es ist das Grundgesetz worauf unsere Gesellschaft aufgebaut ist.Gewisse dinge im Leben müssen einfach akzeptiert werden,und wegen Minderheiten darf ein Mehrheitswille nicht geändert werden

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Wildes Herz 30.05.2015, 16:41
8. @ polarwolf14

Zitat von polarwolf14
Es ist nicht hinzunehmen, dass die Ehe für alle geöffnet wird. Sie ist aus christlichem Ursprung mit dem Ziel, die Gesellschaft zu erhalten (durch Kinder) . Ich sehe nicht, warum andere ein solches Privileg auch haben sollten. Partnerschaft reicht völlig aus.
Die Ehe ist überhaupt nicht "aus christlichem Ursprung" entstanden! Die Ehe gab es schon weit vor dem Christentum in Europa, in heidnischer, weit vorchristlicher Zeit (siehe z.B. Tacitus - Germania, Kapitel 18-20).

Die Zivilehe aber wiederum, um die es hier geht, gibt es erst seit Ende des 19. Jahrhunderts. Und sie wurde vom Staat gerade als ALTERNATIVE zur konfessionell gebundenen christlichen Eheschließung ins Leben gerufen. Mit irgendwelchen "christlichen" oder sonstigen religiösen Interpretationen der explizit nicht-konfessionsgebundenen Zivilehe können Sie hier also nicht kommen.

Außerdem war die Schließung einer Zivilehe noch nie von der Fähigkeit oder auch nur von dem Willen dazu abhängig, Kinder zu zeugen. So können z.B. auch Männer und Frauen heiraten, die zeugungsunfähig sind, die hochbetagt sind oder die ausdrücklich gegenüber dem Standesbeamten erklären, niemals Kinder haben zu wollen.

Warum also sollte diese Möglichkeit nicht auch homosexuellen Paaren offenstehen?

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chucho 30.05.2015, 16:43
9. Es ist einfach nur der Begriff

Unter "Ehe" wird nun einmal traditionell die Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau verstanden. Das lernen Juristen schon in den Anfangssemestern. Und da der Verfassungsgeber nur die Ehe und Familie in Art. 4 GG unter den besonderen staatlichen Schutz gestellt hat, schließen die Verfassungsrichter messerscharf daraus, dass gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften nun einmal nicht den besonderen verfassungsrechtlichen Schutz genießen. Daran werden sie auch nur schwer vorbeikommen, ohne selbst eine Verfassungsänderung vorzunehmen,wozu sie aber nun einmal nicht befugt sind. Etwas anderes wird vielleicht einmal dann gelten, wenn die Tradition sich geändert hat, dafür bedarf es aber eines langen historischen Zeitraums. Derzeit ist dies jedenfalls wohl noch nicht der Fall, was die hartnäckig geführten Diskussionen in der Öffentlichkeit zeigen. In naher Zukunft wird es daher wohl nicht ohne Verfassungsänderung zur Homoehe in Deutschland kommen. Und hierzu bedarf es bekanntlich einer 2/3 Mehrheit im Bundestag, was schwierig zu erreichen sein dürfte.

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