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Ehe für alle: Und sie bewegen sich doch
DPA

Plötzlich scheint die Ehe für alle kein Problem mehr zu sein. Warum erst jetzt?

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moewe2 27.06.2017, 22:45
90. Extrem wichtiges Thema - nur nicht für jeden

Hier scheint sich der Eindruck festzusetzen, dass das Thema Ehe für alle kaum Relevanz in der Gesellschaft habe. Dem muss ich vehement wiedersprechen.
Für die nun profitierende Minderheit ist das seit Jahren ein extrem wichtiges Thema - nur ist man schon sehr müde. Nachdem alle großen Parteien in den letzten Jahren Regierungsverantwortung getragen hatten, traut man es einfach keiner mehr zu. Die Debatte kommt daher tatsächlich nicht aus der Bevölkerung, aber trifft dennoch ins Schwarze.

Wenn wir in der Gesellschaft vielleicht 10% an Menschen haben, die endweder selbst homosexuell sind oder im direkten Umkreis stehen, dann ist das eine sehr relevante Gruppe.

Aber eigentlich darf es darum gar nicht gehen: Denn wenn es auch nur einen einzigen gäbe, dem wir hier zu gleichwertigen Lebensverhältnissen verhelfen, dann ist die Sache richtig; denn es wird ja niemandem etwas weggenommen.

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tachoseal 27.06.2017, 22:45
91. Ehe für wirklich alle

Wenn die Ehe für alle kommt, dann bitte wirklich für alle, also auch für Polygamisten und Geschwisterehen - gerne jeweils auch in gleichgeschlechtlicher Ausführung.

Es gibt keinen Grund, diese Menschen gegenüber Homosexuellen schlechter zu stellen und zu diskriminieren. Geschwisterliebe ist in den meisten Ländern gar nicht mehr strafbar und nicht weniger natürlich oder unnatürlich als die Liebe unter Homosexuellen.
Und bevor einige Queers jetzt empört aufkreischen sollte man sich daran erinnern, in welcher prekären Situation sich Homosexuelle vor gar nicht allzu langer Zeit befanden.

Im Übrigen mal so am Rande: Ich war schockiert zu erleben, mit welchem Hochmut bzw. Missachtung Homosexuelle untereinander begegnen, wenn man(n)/frau den falschen Stil pflegt, nicht die richtigen Körpermaße besitzt etc. Keinen deut besser als die Heteros.

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Tolotos 27.06.2017, 22:50
92. Natürlich existiert Fraktionszwang!

Zitat von ArnoNyhm1984
"Merkel gibt damit den Abgeordneten ihrer Fraktion die Freiheit, darüber abzustimmen, wie sie wollen" -Dieses Recht haben die Abgeordneten qua Grundgesetz sowieso, dass muss ihnen Frau Merkel nicht zugestehen. Es ist nur einfach so, dass alle Abgeordneten zu duckmäuserisch und pfründengewöhnt sind, dass sie ihr freies Mandat nicht wahrnehmen -auch das eine der traurigen Wahrheiten, weswegen DE eben keine Demokratie ist, denn damit ist die Gewaltenteilung zwischen Exekutive und Legislative faktisch nicht existent.
Abgeordneten, die der Fraktion den Gehorsam verweigern, kann die Fraktion bei der nächsten Wahl den Listenplatz entziehen. Damit übt die Fraktion einen Zwang auf alle Abgeordneten aus, denen die Fraktion das Mandat entziehen kann.

Mann kann zwar argumentieren, dass dies kein Zwang ist, weil das Grundgesetz dies nicht zulässt. Ich sehe das aber eher so, dass die Parteien sich nicht darum scheren, was das GG. vorschreibt, und dass das Verfassungsgericht dies zumindest beim Fraktionszwang akzeptiert.

Ich stimme damit überein, dass das die Demokratie aushebelt, denn die betroffenen Abgeordneten sind unter diesen Arbeitsbedingungen im Zweifel keine Volks-vertreter, sondern Fraktionsvertreter!

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wo_ist_all_das_material? 27.06.2017, 22:51
93.

Zitat von hornochse
Ehe geht nur zwischen Mann und Frau da diese leibliche Kinder vorsieht. Soll man lieber die eingetragene Partnerschaft von ihrer gesellschaftlichen Stellung gleichsetzen wobei das steuerlich schon der Fall ist. Zeremonien gehen ebenfalls. Warum homosexuelle Paare Gebetsmühlen für den Begriff Ehe abspulen ist mir schleierhaft es sind nun mal zwei paar Schuhe!
Nun, diese Leute sind eben spießig, konservaiv und autoritär.
Es genügt eben einfach nicht, (für die meisten Menschen) absonderliche Sexualpraktiken in Ruhe ausüben zu können, weil sich die meisten Menschen dafür nicht mehr interessieren. Nein, sie wollen einer Sonderstellung, sie wollen ihre Bettgeschichten nach außen tragen (Ich bitte, dies stehenzulassen, lieber Zensor, da ich in dieser Sache wirklich völlig neutral bin: Ich interessiere mich für niemandes Bettgeschichten, weswegen die Sexualität von Menschen noch nie mein Problem war!), Anerkennung erheischen, eben etwas Besonderes sein. Dabei konterkarieren sie natürlich jeden Gleichstellungsgedanken.

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ds10 27.06.2017, 22:52
94.

Zitat von Spiegelsicher
... dann sind also bsp. das "gesamte Schulwesen" (Art. 7), die Wehrpflicht (Art. 12a) oder die staatliche Ermächtigung zur Enteignung (Art. 15) oder zum Entzug wesentlicher Rechte (Art. 18) also alles Grundrechte.
Es geht hier um Textlogik, was in einem Kapitel steht, gehört zu diesem. Deshalb ist es völlig legitim den Schutz der Ehe als Grundrecht zu bezeichnen. Juristen können das gerne noch genauer eingrenzen, aber darum geht es im Kommentar ja wohl nicht.

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derinvestigator 27.06.2017, 22:52
95. Die eigentlichen Probleme bleiben bei Merkel wie bei Schulz außen vor!

„Ehe für alle“ – dieser neueste Spielball einer übersättigten und unkritischen Gesellschaft, die sich in die wahltaktischen Spielchen der Parteien einbinden lässt, ist hervorragend geeignet, das Volk, den „dummen Lümmel“ (Heine) von den wahren Problemen, und vor allem von seinen Interessen abzulenken. Statt sich von der Berliner Scheinpolitik blenden und vor allem instrumentalisieren zu lassen, wäre es angezeigt, wenn die Wähler von allen Parteien konkrete Vorschläge zur Rentensicherheit und Inneren Sicherheit für die kommende Legislaturperiode einfordern würden. Bleiben die Grenzen nach wie vor offen, um die wieder zunehmende ungezügelte Einwanderung weiterzuführen? Wie wird im kommenden Jahr z. B. der Wohnungsmarkt gestaltet, wenn die inzwischen 500 000 Asylberechtigten ihre Familien zusammenführen dürfen? Werden weitere Kriegseinsatz der BUWE (bisher in ca. 20 Ländern) angestrebt? Wie wird die Griechenland“rettung“ weiter geführt? Usw. usf. – Fragen, über Fragen, die alle Bürger angehen und nicht nur eine kleine Minderheit von ca. 10 %. Immerhin sollen diesmal nicht die 10 % der Reichsten gefördert werden.

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Leser 007 27.06.2017, 22:54
96.

Zitat von spdf
Sie bringen die Begriffe durcheinander. Art.6 GG setzt Familie nicht mit Ehe gleich. Ehe wiederum bedeutet auch nicht gleich Kinder. Ich zitiere Wikipedia: "Familie ist die Gemeinschaft der Eltern mit ihren Kindern („Kleinfamilie“). Der Begriff der Familie ist also faktisch gemeint – er liegt auch vor bei unverheirateten Paaren mit gemeinsamem oder nicht gemeinsamem Kind sowie Elternteilen mit Kind. Die Ehegatten als solche bilden dagegen noch keine Familie. " https://de.wikipedia.org/wiki/Schutz_von_Ehe_und_Familie Wollen sie, dass man nur heiraten darf wenn man Kinder hat? Der Ehebegriff im GG hat somit auch nichts mit der religiösen Ehe zu tun. Das ist strikt getrennt.
Dann noch mal konkreter:
Ich plädiere dafür, dass sich Menschen für die Ehe (im vertraglichen SInne) entscheiden können, wenn/wie sie es wollen.
Unabhängig von der Frage, ob sie hetereosexuell, homo oder sonstwie sind und auch wenn sie - wie i.A. Geschwister zueinander asexuell sind.
Ich wünsche mir also die Möglichkeit für eine Heirat unabhängig von der Kinderfrage.
Und richtig - Ehegatten als solche bilden noch keine Familie und sollten meines Erachtens auch in keinster Weise steuerlich oder sonstwie anders behandelt werden, als nicht Verheiratete.
Im Gegensatz dazu sollten unverheiratete Paare, die ein oder mehrere Kinder haben, von einem Familiensplitting profitieren.
Eben unabhängig davon, ob sie verheiratet sind, oder nicht !
Wo Kinder sind, ist für mich "Familie" und das ist staatlich unterstützendswürdig, weil zukunftsträchtig - um nicht zu sagen bitternötig !
Zur religiösen Ehe: Hier ist die Ehe ein Sakrament und das hat mit der staatlichen Ehe heute nichts mehr zu tun. Allerdings denke ich, dass es den Staat nichts angeht, was ich sexuell mache (solange es auf dem GG beruht) und auch nicht, was ich religiös glaube, oder nicht !
Und ich ... glaube eben: Vater Staat bringt uns unter Mutter Erde !
So oder so :-)

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brux 27.06.2017, 22:58
97. Ach wirklich?

Ein Grundrecht ist die formale staatliche Anerkennung einer, oftmals temporären, Lebensgemeinschaft natürlich nicht. Das ist wirklich Unfug.

Merkel lässt Schulz wunderbar leer laufen. Der bleibende Eindruck ist, dass Schulz nur Taktik für ganz schlichte Gemüter kann. Substanz und Prinzipien vermutet man bei ihm nicht.

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KarK 27.06.2017, 23:00
98. Es handelt sich

Zitat von jan07
Das ist natürlich nur die halbe Miete. Es wird höchste Zeit, endlich das Ehegattensplitting zugunsten eines Familiensplittings abzuschaffen. Es war schon falsch, kinderlose heterosexuellen Paare steuerlich zu begünstigen. Wenn Schwule unbedingt ihre Partnerschaft 'Ehe' nennen müssen, sollen sie es künftig tun. Es ändert aber nichts, dass die Ehe nur durch Kinder ihren wirklichen Sinn bekommt.
beim Ehegattensplitting um einen Nachteilsausgleich. Wenn der abgeschafft wird, bedeutet das nichts anderes als eine saftige Steuererhöhung.

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paraibu 27.06.2017, 23:02
99. Splitting

Das Splitting ist nicht etwa als Ausgleich gedacht fuer die Kosten von Kinderbetreuung (dafuer gibt es Freibetraege und Kindergeld), sondern fuer die Pflicht des Besserverdienenden, lebenslang fuer den schlechter Verdienden zu sorgen. Damit hat dieses Thema nichts mit der Oeffnung der Ehe fuer alle zu tun!

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