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Ein Jahr nach Charlottesville: Amerikas Rechte marschiert ins liberale Portland ein
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Ein rechter Troll, gefüttert von Donald Trumps Wahlerfolg, überzieht die Westküste der USA mit martialischen Aufmärschen. Ein Jahr nach dem tödlichen Angriff in Charlottesville kam es in Portland zum Showdown.

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Andre V 05.08.2018, 21:10
160.

Zitat von g.eliot
Sie haben wohl überlesen, dass das der erste Jahrestag der Charlottesville Proteste war, an welchen die "Proud Boys" aka weiße Nationalisten englischen Ursprungs unter dem Motto "Unite the Right" teilgenommen hatten. Also gemeinsam mit denjenigen, die aus dem Dritten Reich stammende Nazi-Parolen grölten, während sie abends im Fackelzug durch die Stadt zogen. Haben Sie schon Menschen getroffen, die aus Versehen in solch einen Protest hineingeraten sind aber mitmachen? Auch noch unter dem gemeinsamen Motto "Unite the Right!" Also entweder haben Sie sich mit der Sache nicht beschäftigt oder Sie stellen sich dumm.
Der erste Jahrestag von irgendwas ist immer irgendwo. Warum sollte jemand ausgerechnet in Portland demonstrieren, für etwas, das in Charlottesville passiert ist? Das ist doch meiner Meinung nach nur eine Erfindung. Google Maps sagt mir, Portland (Oregon) ist von Charlottesville (Virgina) über Land 2797 Meilen entfernt, per Flugzeug 6 Stunden 40 zu einem Flugpreis von 398 Euro.

Wäre es nicht sinnvoller gewesen, wieder in Charlottesville zu demonstrieren? Welche Begründung nennt der Autor denn für Portland?

Der 4. August ist übrigens auch der Jahrestag der Eroberung Gibraltars 1704, der Genehmigung der Kriegskredite 1914 und der Revolution in Obervolta 1983 - neben vielen anderen :-)

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Andre V 05.08.2018, 21:14
161.

Zitat von syracusa
Sie scheinen Demonstrationen grundsätzlich für antidemokratisch zu halten. Sie sind aber ein ganz wesentliches demokratisches Grundrecht. Gegendemonstrationen gegen Demos sind immer und ausnahmslos durch dieses Grundrecht gedeckt. Beim Blockieren kommt es nur darauf an, ob dies gewaltfrei geschieht. Wenn das so ist, dann ist es auch erlaubt.
Wie kommen Sie auf dieses schmale Brett? Ich habe selbst (früher, lang ists her) demonstriert, auch bei Gegendemos, und habe mich toll gefühlt, wenn wir Guten den Bösen den Weiterzug blockiert haben.

Jetzt bin ich 20 Jahre älter und halte dieses Verhalten nicht nur für kindisch, sondern auch für kontraproduktiv und im Endeffekt sogar gefährlich.

Wenn irgendwann nur noch die Freunde des Vereins zur Rettung des Steinkauzes ohne Gegendemo demonstrieren können, ist das mit auch meine Schuld. Und wer weiß, vielleicht gibt es sogar Gruppen, die etwas gegen den Steinkauz haben oder den Verein zur Rettung desselben...

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syracusa 06.08.2018, 10:33
162.

Zitat von Andre V
Jetzt bin ich 20 Jahre älter und halte dieses Verhalten nicht nur für kindisch, sondern auch für kontraproduktiv und im Endeffekt sogar gefährlich.
Diese Meinung dürfen Sie gerne haben. Dennoch gilt ohne jeden Widerspruch, dass das Demonstrationsrecht in jedem demokratischen Staat ein Grundrecht ist. Und diese Tatsache müssen Sie selbst dann respektieren, wenn Sie Demonstrationen für sinnlos oder gar potentiell gefährlich halten.

Ich kann Ihre Haltung sogar ein klein wenig nachvollziehen. In einem demokratischen Staat wie unserem bringen Demos nur selten was. Aber lassen Sie hierzulande mal eine AfD-Regierung an die Macht kommen. Dann werden auch Sie einsehen, dass Demos mit Millionen von Teilnehmern gegen die AfD-Regierungspolitik äußerst sinnvoll sind. Und ganz besonders sinnvoll wären die dann als Gegendemos gegen von der AfD im wiederbelebten Reichsparteitagsgelände in Nürnberg veranstaltete Massenveranstaltungen mit Fackelzügen und Bücherverbrennungen.

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jim_hilsenteger 06.08.2018, 20:40
163. The Nazis (as we call them) were not from Portland

First, sorry for the english language. I've let my German speaking abilities lapse. Please let it be clear that "alt-right" nazi racists came from out of town and out of state to my dear city. Our citizens stood up to them and, unfortunately, were targeted by the local police (of whom the vast majority do not live in Portland).
Danke.

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ROBIN7 09.08.2018, 03:40
164. Mt Verlaub

Zitat von Oihme
... peinlicher Versuch, die millionenfachen Greueltaten des "real existierenden Sozialismus" gegen deren eigenen "Klassenfeinde" und Gesellschaftsschädlinge nicht nur schamhaft zu verschweigen, sondern indirekt sogar zum genauen "Gegenteil sozialistischer Denkstrukturen" zu erklären. Irrtum, die Nichtachtung des Individuums und die Überhöhung des Staates und der Gesellschaft sind sogar Kernbestandtteile linken Denkens.
was für ein dummer Quatsch ! "Linkes Denken" schliesst Unterdrückung aus. Denn linkes Denken beruft sich auf die Werte der Aufklärung und der französischen Revolution. Das schliesst nicht aus, dass sich Menschenfeinde als "links" tarnen oder sich "links" nennen: schliesslich nannte sich die größte Mörder- und Verbrecherbande, die die Welt je gesehen hat, ja auch National- "Sozialisten" ( die zweitgrößte dann Stalinisten) - und dafür können echte Sozialisten rein gar nichts. Im Gegenteil: die wurden von National-"Sozialisten" vergast und/oder von den Stalinisten umgebracht.
Also mal ganz langsam beim Verdrehen und beim Lügen -
kehren Sie stattdessen lieber vor der eigenen Tür ganz rechtsaußen (das ist dort, wo die vielen Leichen liegen!).

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ROBIN7 09.08.2018, 03:54
165. Naja

Zitat von syracusa
Da verwechseln Sie was. Ich habe noch nie gelesen, dass Lincoln eine Vorrangstellung der USA auf Kosten anderer Nationen anstrebte. Bei Trump und den Rechtsnationalisten der USA ist das anders: der versteht jede Art von Handel als Nullsummenspiel, bei dem genau das, was der eine gewinnt, der andere als Verlust verbucht. Trumps "America first" bedeutet deshalb nichts anderes, als den Versuch, andere Staaten zu schädigen, um daraus Vorteile zu ziehen. Sowas gab's bei Lincoln nicht. Die Rechten in den USA stehen deshalb auch keineswegs für Patriotismus, sondern für strammen Nationalismus. Diese beiden Begriffe zu Synonymen zu verklären, ist das erklärte Ziel der Rechtsnationalisten. Und Sie scheinen sich daran beteiligen zu wollen.
Sie kennen ja die Strategie: kaum ist ein Forum auf, bei dem es um Themen wie "Nationalismus" oder gar um "Flüchtlinge geht, versammeln sich dort auf einen Schlag sämtliche Forentrolle und Hetzer aus Breitbart, RT, AfD, Pi-News u.a., um "Stimmung" zu machen. Verständlich, denn die sprechen sich ab, und schwuppdiwupp entsteht der Eindruck, dass da nicht ein paar Extremisten, Kriminelle, Russen, Nazis oder Spinner schreiben würden, sondern "das Volk" . Wir sollten uns dagegen wehren, und zwar mit allen Mitteln, denn sonst ist unsere Demokratie demnächst Geschichte. Und damit vermutlich die gesamte Menschheit ...

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ROBIN7 09.08.2018, 04:05
166. Wenn man

Zitat von nickleby
Die Rechten stehen in den USA für Patriotismus, da sie die Werte der Verfassung achten und vertreten. Man denke an den großen Republikaner Abraham Lincol, der ebenso wie Donald Trump, die Rettung der Union als oberstes Ziel vor Augen hatte. Heute heißt es einfach und knapp : America First. Genau dem Sinn Abraham Lincolns entsprechend, treibt Donald Trump daher seine amerikanische Politik.
den "Rechten" in den USA ihre eigene Verfassung vorliest, halten die sie für das "kommunistische Manifest". Und das nachweislich.
Deswegen jgibt es ja auch das rechte Gehetze gegen den angeblichen "Deep State" .
Ach ja: Abraham Lincoln würde sich im Grab herum drehen, wenn er sehen würde, dass mit Donald Trump ein primitiver Rassist ihn in seinem Amt beerbt hat.
Und für "Donald Trump" ist nicht "die Rettung der Union ... oberstes Ziel", sondern sein deppertes, primitives und gieriges eigenes EGO., und sonst nichts.

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helmut_s 09.08.2018, 17:06
167.

Zitat von Beat Adler
Das Monopol fuer Gewalt gehoert dem Staat. Wer das in Frage stellt wird bestraft. Eine Art von "Gegen"bewaffnung der Bevoelkerung, um sich vor politischen Extremisten zu schuetzen, ist wohl nicht angesagt. Wenn doch, dann entsteht der Buergerkrieg als logische Folge. Es ist Aufgabe jeden einzelnen Teilnehmers einer freiheitlich-rechtsstaatlichen Demokratie dafuer zu sorgen, dass der Staat in seinem Gewaltmonopol gestaerkt wird. mfG Beat
In einem Staatwesen, das bewaffnete Massenaufmärsche zufällig politisch opportuner paramilitärischer Einheiten als normale "Meinungsäusserung" begreift, sehe ich keine andere Möglichkeit, als dafür zu sorgen, dass die Machtmittel auf allen Seiten des politischen Spektrums gleich verteilt sind. In einem solchen Staatswesen sind "normale" Verhältnisse einer freiheitlich-rechtsstaatlichen Demokratie längst nicht mehr gegeben.
Es liegt am Staat USA, die Grundlagen zu schaffen, auf deren Basis der Einzelne vertrauensvoll das Recht zur Gewaltausübung ans "grosse Ganze" abtritt. So wie es aussieht, versagen die USA an dieser Front auf ganzer Linie.

" Wenn doch, dann entsteht der Buergerkrieg als logische Folge."

Zumindest ist er eine mögliche Folge, so wie die mögliche Konsequenz der einseitigen Bewaffnung bestimmter, regierungsnaher Bevölkerungsteile die Diktatur ist.

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