Forum: Politik
Ein Jahr Revolution : Gedämpfte Feierstimmung in Libyen
AFP

Vor zwölf Monaten begann der Aufstand gegen das alte libysche Regime: Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ist am Freitag der erste Jahrestag des Revolutionsbeginns gefeiert worden. Überschattet wurde das Jubiläum von einem Konflikt zwischen verdienten Kämpfern und der Übergangsregierung.

Seite 1 von 4
robert.haube 17.02.2012, 17:44
1. "Phoenix" aus der Asche

Amusant, dass der Chef des NTC die staatlichen Strukturen als korrupt bezeichnet.
Denn vielen Libyern gilt er als der Korrupteste von allen.

Spuren wurden schon zu Beginn des NATO-Einsatzes verwischt als die NATO in einem ihrer ersten Bombardements das Anti-Korruptions-Ministerium in Schutt und Asche legte.
Alle belastenden Akten sind damals verbrannt.

Danach konnten die NTC-Leute die ihnen zugedachte Rolle als "Saubermänner" spielen.

Wie lange noch ?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tkgdfk 17.02.2012, 19:26
2. Wer feiert?

Zitat von sysop
Vor zwölf Monaten begann der Aufstand gegen das alte libysche Regime: Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ist am Freitag der erste Jahrestag des Revolutionsbeginns gefeiert worden. Überschattet wurde das Jubiläum von einem Konflikt zwischen verdienten Kämpfern und der Übergangsregierung.
In Libyen herschen brutale islamistische Faschisten, von der NATO an die Macht gebombt wie die Lateinamerikanischen Faschisten in den 70-er Jahren. Nur die Faschisten feiern, das Volk lebt nun in grosser Armut
in den Ruinen der von der NATO zerstörten Städte, ohne Nahrung und ohne medizinische Versorgung. Im Westen freut man sich über den ungestörten Zugang zum Öl, während die Säuberungen auf Hochtouren laufen, täglich werden Hunderte Menschen verschleppt, gefoltert und tauchen nie wieder lebendig auf. Libyen ist Dank der NATO ein Schlachthaus indem sich die übelsten Gestalten der Menschheit ungestraft ihrem Mordhandwerk hingeben dürfen. Soll etwa Syrien in einem Jahr genau so aussehen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
karlomari 17.02.2012, 20:09
3.

Zitat von sysop
Vor zwölf Monaten begann der Aufstand gegen das alte libysche Regime: Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ist am Freitag der erste Jahrestag des Revolutionsbeginns gefeiert worden. Überschattet wurde das Jubiläum von einem Konflikt zwischen verdienten Kämpfern und der Übergangsregierung.
Was soll es auch zu feiern geben.
Die Stimmung ist in Tripolis auf dem Tiefpunkt. Nichts funktioniere, klagen die Einwohner. Mangels Polizei steige die Kriminalität, schreibt die Bloggerin Khadija Teri. Sie berichtet von Wohnungseinbrüchen und Entführungen in der Stadt. Hinzu kommt, dass die Kälte Libyen ungewöhnlich hart erwischt hat, mit Hagel und Schneeregen. Schulen bleiben wegen Überschwemmungen geschlossen. In schlecht isolierten Häusern kann man sich nur im Bett verkriechen, wenn der Strom mal wieder stundenlang ausfällt und damit auch die Heizung.

Dabei hatten die Schulen erst am 7. Januar, nach fast einem Jahr Unterbrechung, wieder mit dem Unterricht begonnen. Allerdings mit sehr reduziertem Stundenplan, was die Eltern in Rage gebracht habe, wie die Bloggerin Highlander berichtet. »Was hat uns die Revolution gebracht«, zitiert sie einen wütenden Vater, »das erste, was den Bach runtergeht, sind Sicherheit, Gesundheit und Bildung

Aber es gibt auch "positives" zu berichten.
Die angeblich 86 % bei der Umfrage von Oxford Research International zufriedenen Libyer haben wohl diese Wahlversprechen im Blickpunkt.

Eine der beliebtesten Parteien soll die Partei für Recht und Demokratie aus Bengasi sein. Sie verspricht kostenloses Wohnen, kostenloses Auto, kostenlosen Strom, kostenloses Telefon und *Internet, dazu ein kostenloses Bildungs- und Gesundheitssystem. Im Gegenzug will sie den öffentlichen Nahverkehr abschaffen. Das Argument: Busse seien überflüssig, wenn jeder Libyer ein Auto habe. Ihr Programm ist von allen Parteien mit Online-Auftritten am detailliertesten. So fordert sie die lebenslange Geltungsdauer für Pässe und Führerscheine und eine kostenlose jährliche TÜV-Prüfung, eine Arbeitszeitverkürzung auf fünf Stunden täglich, den Kauf von 55 neuen Flugzeugen und die Beauftragung amerikanischer, europäischer und koreanischer Firmen mit dem Bau von Wohnhäusern, die die Bewohner selbst entwerfen sollen. Es ist die einzige Partei, die Frauen in ihrem Programm erwähnt: Sie sollen ermutigt werden, sich am Aufbau des neuen Staates zu beteiligen. Die Partei fordert jedoch auch, das Land von unnützen Ausländern zu reinigen , und strebt eine Verschärfung der Visa*Bestimmungen an: 500 US-Dollar soll ein Visum kosten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
carahyba 17.02.2012, 20:19
4. Gedämpfte Feierstimmung in Libyen ...

Zitat von sysop
Vor zwölf Monaten begann der Aufstand gegen das alte libysche Regime: Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ist am Freitag der erste Jahrestag des Revolutionsbeginns gefeiert worden. Überschattet wurde das Jubiläum von einem Konflikt zwischen verdienten Kämpfern und der Übergangsregierung.
In Tripoli wird geschossen. In Benghazi feiern einige Hundert Salafisten das islamistische Chaos, Dank der humanitären Intervention der Menschenrechts-Allianz (USA-EU-NATO).

Mit der Begründung Zivilisten vor den Gräuln Gaddafis zu schützen wurden Tausende von Zivilisten zu Tode gebombt um die Salafisten an die Macht zu bringen.

Ca. 500 Milizen terrorisieren die Bevölkerung, in Hunderten von Gefängnissen und Konzentrationslagern werden Tausende von willkürlich festgehaltenen Menschen terrorisiert und gefoltert. In den Berichten über die systematischen Folterungen wird verschwiegen worum es bei diese Folterungen geht. Es geht um Erpressung von Lösegeld und um Informationen ob den Gefolterten bzw. deren Familien irgend etwas von Wert abgenommen werden kann.

Der Menschenrechts-Allianz ist die augenblickliche Menschenrechtssituation in Libyen vollkommen egal, genauso wie in Saudi-Arabien oder Bahrein, denn jetzt sind die Salafisten auf "unserer" Seite. Und Öl fliesst jetzt auch wieder ungehindert zu günstigen Konditionen. Was will man mehr.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
carahyba 17.02.2012, 20:29
5. Umfrage?!?

Zitat von karlomari
... Die angeblich 86 % bei der Umfrage von Oxford Research International zufriedenen Libyer haben wohl diese Wahlversprechen im Blickpunkt. ...
Es wird verschwiegen, dass diese Befragung durch eine Haus zu Haus Befragung zustande kam, auch der Zensus wurde nicht offen gelegt.

Mehr als dubios!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
karlomari 17.02.2012, 20:35
6. Umfrage

Zitat von carahyba
Es wird verschwiegen, dass diese Befragung durch eine Haus zu Haus Befragung zustande kam, auch der Zensus wurde nicht offen gelegt. Mehr als dubios!
Die Umfrage hat Oxford Research International durgeführt. Diese haben schon im Irak 2004 als erste eine Umfrage durchgeführt, die lachhaft war.
Bei der Umfrage in Libyen wurden 2087!!!! Personen befragt. Interviewer waren hauptsächlich von der Uni in Benghazi.
In den südlichen Landesteilen waren sie überhaupt nicht.
Also kann man diese Umfrage knicken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zukunft007 17.02.2012, 20:56
7. feiern???

Zitat von sysop
Vor zwölf Monaten begann der Aufstand gegen das alte libysche Regime: Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ist am Freitag der erste Jahrestag des Revolutionsbeginns gefeiert worden. Überschattet wurde das Jubiläum von einem Konflikt zwischen verdienten Kämpfern und der Übergangsregierung.
was könnte es denn für die Bevölkerung auch zu feiern geben?
Vom Regen in die Dachtraufe,wie ein Sprichwort lautet.
Ausgenommen bis zum Letzten und den Repressalien der Turnschuhrebellen ausgesetzt.
-----
Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ hat die Misshandlung der Häftlinge bekannt gemacht. Es könne nicht die Aufgabe der ausländischen Ärzte sein, Gefangene nach einer Foltersitzung zu versorgen, damit sie gleich darauf zum nächsten Verhör abgeholt würden, hat die renommierte Hilfsorganisation erklärt. Sie hat aus Protest die Arbeit in den Gefängnissen eingestellt.
Libyen nach Gaddafi: Ärzte ohne Grenzen prangern Folter in Libyen an | Aufruhr in Arabien- Frankfurter Rundschau

Alles unter der Prämisse dieser Resolution,die doch die Menschen vor einem Barbaren retten sollte.
JETZT leidet die Bevölkerung unter Barbaren und wird auch noch ihres Öls beraubt.
Was könnte also eine Bevölkerung zu feiern haben?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
murock 17.02.2012, 21:15
8. Quellen?

Zitat von karlomari
Was soll es auch zu feiern geben. Die Stimmung ist in Tripolis auf dem Tiefpunkt. Nichts funktioniere, klagen die Einwohner.
Oh man, das ist echt mal heftig. Jetzt im ernst Leute, schreibt ihr einfach alles rein, was ihr euch wünscht?. Woher haben Sie diese Informationen? bitte ein Link, egal ob auf deutsch, englisch oder arabisch.
-Die Bloggerin lebt in Libyen nehme ich an?. Hat sie denn jemals Polizisten gesehen?. In 2 Jahrzehnten habe ich jedenfalls bloss 2 Verkehrspolizisten gesehen. Als ob die Polizei früher die Kriminalität im Griff gehabt oder überhaupt Präsenz gezeigt hätte. Von dieser Verbrecherrate-explosion weiss ich jedenfalls nichts.
-Die Stromausfälle sind erfunden und der Heitzungsausfall erst recht, da die Heitzung gar nicht mit dem Strom gekoppelt wird. Es wird nämlich mit Erdöl-produkten geheizt.
-Die Schulen hatten zumindest im Westen keine Unterbrechung gehabt. Dieses Jahr hat die Schule 3 Monate später angefangen, weil man den Unsinn Gaddafis gestrichen und neues Material fertig gemacht hat, ausserdem sind die Stundenpläne nicht reduziert, sondern VERLÄNGERT worden.
-komisch, dass ich von dieser Partei als Tripolianer nie was gehört hab, aber gut, ich kann ja nicht alles wissen. Das komische ist nur: es hat in Libyen noch nie öffentliche Verkehrsmittel gegeben. Es gibt keine Gleise im ganzen Land, keine Haltestellen, noch nicht mal Strassennamen. Es gibt nur Taxis.
-Ohne Gastarbeiter geht im Land rein gar nichts. Die Dienstleistung lag fast ausnahmslos in ägyptischer oder tunesicher Hand. Bauarbeiten, Schutt wegtragen, Müllabfuhr, alles in ausländischer Hand, und da soll eine Partei Werbung damit machen, in dem sie die Lage verschlimmern und die Ausländer fernhält?. Das passt doch auf keiner Kuhhaut.

@Topic:
ich weiss nicht, was an den Feierlichkeiten gedämpft sein soll. Ich gucke mir gerade Al Jazeera an: das Zentrum Tripolis wird live übertragen, der zentrale Platz ist voll und der Moderator ist wegen des Feuerwerks kaum zu verstehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
murock 17.02.2012, 21:24
9.

Zitat von zukunft007
JETZT leidet die Bevölkerung unter Barbaren und wird auch noch ihres Öls beraubt. Was könnte also eine Bevölkerung zu feiern haben?
Apropos Raub: zur Verjährung der Revolution bekommt jede libysche Familie 1500 Dollar geschenkt (hat es zu Gaddafis Zeit jedenfalls nie gegeben), steht auf libya.tv und al Jazeera, ausserdem hats meine Mutter gestern erzählt, aber die letzte Information wird ja eh nicht geglaubt.
Gerade jetzt um 21:21 werden live Bilder aus Tripolis auf Al Jazeera übertragen. Die offiziellen haben die Menschen gebeten die Feier zu reduzieren aus Rücksicht auf die Kriegstoten, aber niemand hat sich dran gehalten. Die Strassen sind voll, das Zentrum erst recht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 4