Forum: Politik
Ein Jahr Revolution : Gedämpfte Feierstimmung in Libyen
AFP

Vor zwölf Monaten begann der Aufstand gegen das alte libysche Regime: Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ist am Freitag der erste Jahrestag des Revolutionsbeginns gefeiert worden. Überschattet wurde das Jubiläum von einem Konflikt zwischen verdienten Kämpfern und der Übergangsregierung.

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carahyba 18.02.2012, 09:44
20. der Glaube reicht nicht, nur bares zählt...

Zitat von murock
Sind solche Umfragen nicht eh anonym? und könnte es nicht sein, dass 86% der Libyer nach 42 Jahren Diktatur tatsächlich jetzt zufriedener sind?
Geehrter @murock;
meine Tante wartet immer noch auf Ihre Auskunft wo sie sich die 1500,- Dollar von alJazeera abholen kann.
Vielen Dank im Voraus für Ihre wertvollen Informationen.

@murock informierte:
Zitat von
zur Verjährung der Revolution bekommt jede libysche Familie 1500 Dollar geschenkt (hat es zu Gaddafis Zeit jedenfalls nie gegeben), steht auf libya.tv und al Jazeera, ausserdem hats meine Mutter gestern erzählt, aber die letzte Information wird ja eh nicht geglaubt.

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carahyba 18.02.2012, 09:54
21. Fregen über Fragen ...

Zitat von murock
Sind solche Umfragen nicht eh anonym? und könnte es nicht sein, dass 86% der Libyer nach 42 Jahren Diktatur tatsächlich jetzt zufriedener sind?
Könnte es nicht auch anders sein?
Die 14% Unzufriedenen sind wahrscheinlich diejenigen, die in den Gefängnissen und Konzentrationslagern sind.

In den vergangenen 42 Jahren Gaddafi-Herrschaft hat es nicht soviel Menschenrechtsverletzungen und Tote gegeben, wie im letzten halben Jahr im Verlauf der humanitären Intervention durchgeführt von der Menschenrechts-Allianz USA-EU-NATO.

Oder irre ich mich?

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tkgdfk 18.02.2012, 10:29
22. anonym?

Zitat von murock
Sind solche Umfragen nicht eh anonym? und könnte es nicht sein, dass 86% der Libyer nach 42 Jahren Diktatur tatsächlich jetzt zufriedener sind?
Wie ich schon geschrieben habe gingen bei dieser ominösen Umfrage die Befrager von Wohnung zu Wohnung und natürlich muß man davon ausgehen dass auch Spitzel des neuen Regimes darunter sind. In einem
Land wo jeder Andersdenkende mit Folter und Mord bedroht ist kann
man mit solchen Mitteln mit Sicherheit keine seriöse Umfrage machen. Ein Riesenskandal ist es also das sich das ZDF auf Kosten der Gebührenzahler an so etwas beteiligt.

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murock 18.02.2012, 10:48
23.

Zitat von carahyba
Geehrter @murock; meine Tante wartet immer noch auf Ihre Auskunft wo sie sich die 1500,- Dollar von alJazeera abholen kann. Vielen Dank im Voraus für Ihre wertvollen Informationen.
Tja, das würde ich gerne, aber aus unerfindlichen Gründen kommen meine Beiträge mit den Links nicht durch.
Hier noch ein dritter Versuch:
Link1
Link2
Zitat von tkgdfk
In einem Land wo jeder Andersdenkende mit Folter und Mord bedroht ist kann man mit solchen Mitteln mit Sicherheit keine seriöse Umfrage machen.
Dass jeder Andersdenkende mit Mord und Folter bedroht wird, sagen Sie. Ist es nach einer Diktatur nicht wahrscheinlicher, dass die meisten Menschen nach 4 Jahrzehnten Repressalien und Schikane einfach mal wieder aufatmen können?, oder liegt es daran, dass Sie die Ergebnisse nicht wahr haben wollen?.

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simon23 18.02.2012, 11:05
24.

Zitat von murock
Tja, das würde ich gerne, aber aus unerfindlichen Gründen kommen meine Beiträge mit den Links nicht durch. Hier noch ein dritter Versuch: Dass jeder Andersdenkende mit Mord und Folter bedroht wird, sagen Sie. Ist es nach einer Diktatur nicht wahrscheinlicher, dass die meisten Menschen nach 4 Jahrzehnten Repressalien und Schikane einfach mal wieder aufatmen können?, oder liegt es daran, dass Sie die Ergebnisse nicht wahr haben wollen?.
Das der eine Unterdrücker weg ist und man danach erstmal - vielleicht unvorsichtigerweise - aufatmet, kann ich nachvollziehen. Aber das man unter den gegebenen Umständen offen über Mißstände redet, halte ich gelinde gesagt für unklug. Sie haben doch die Berichte der letzten Wochen gelesen, oder? Wenn sie dort als Gegner des "Neuen" geoutet sind, sind sie zwangsläufig ganz schnell ein Anhänger des "Alten". Passiert hier im Forum ja auch. Und was mit denen geschieht, bei denen man das nur vermutet, können Sie nachlesen.
Vielleicht wollen Sie das nicht wahrhaben?

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murock 18.02.2012, 11:13
25.

Zitat von carahyba
In den vergangenen 42 Jahren Gaddafi-Herrschaft hat es nicht soviel Menschenrechtsverletzungen und Tote gegeben, wie im letzten halben Jahr im Verlauf der humanitären Intervention durchgeführt von der Menschenrechts-Allianz USA-EU-NATO. Oder irre ich mich?
Woher wollen Sie das wissen? Bei Gaddafi gab es ja nicht mal Leichen zum zählen. Die Betreffenden verschwinden einfach, ausserdem vergleichen Sie eine Diktatur mit einem fast einjährigen Bürgerkrieg, was nicht viel Sinn macht.
In einem Krieg sterben auf beiden Seiten Menschen, in einer Diktatur nicht, abgesehen davon kann man nicht Menschenleben gegeneinander aufwiegen und am Ende sagen: der/die hat mehr Menschen getötet, also ist er der bösere. So einfach funktioniert das nicht.

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murock 18.02.2012, 11:22
26.

Zitat von simon23
Aber das man unter den gegebenen Umständen offen über Mißstände redet, halte ich gelinde gesagt für unklug. Sie haben doch die Berichte der letzten Wochen gelesen, oder? Wenn sie dort als Gegner des "Neuen" geoutet sind, sind sie zwangsläufig ganz schnell ein Anhänger des "Alten".
Das stimmt nicht. Es gab und gibt sogar sehr viel Kritik von der Bevölkerung seitens des Nationalrats.
Mahmud Jibril, die Nummer 2., hat auf Druck der Strasse versprochen abzutreten, sobald das Land befreit wird, was er dann auch gemacht hat.
Der Chef Abdel Jalil wurde auch mal weggejagt, als er mit den Demonstranten reden und sie beruhigen wollte.
Der Vize Chef Abdelhafis Ghoga wurde ebenfalls aus der Uni rausgeschmissen, als er dort eine Rede halten wollte und man hat gegen ihn demonstriert, bis er seine Kündigung eingereicht hat.
Die Arbeiter der Fluggesellschaft haben ihre Arbeit niedergelegt, bis der ihrer Meinung nach korrupte Chef seine Kündigung eingereicht hat.

Als Kritiker oder eben Andersdenkende ist man noch lange nicht ein Anhänger des alten.

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simon23 18.02.2012, 14:18
27. xxx

Zitat von murock
Das stimmt nicht. Es gab und gibt sogar sehr viel Kritik von der Bevölkerung seitens des Nationalrats. Mahmud Jibril, die Nummer 2., hat auf Druck der Strasse versprochen abzutreten, sobald das Land befreit wird, was er dann auch gemacht hat. Der Chef Abdel Jalil wurde auch mal weggejagt, als er mit den Demonstranten reden und sie beruhigen wollte. Der Vize Chef Abdelhafis Ghoga wurde ebenfalls aus der Uni rausgeschmissen, als er dort eine Rede halten wollte und man hat gegen ihn demonstriert, bis er seine Kündigung eingereicht hat. Die Arbeiter der Fluggesellschaft haben ihre Arbeit niedergelegt, bis der ihrer Meinung nach korrupte Chef seine Kündigung eingereicht hat. Als Kritiker oder eben Andersdenkende ist man noch lange nicht ein Anhänger des alten.




«Tiefgreifende Reformen, etwa der Abbau der Subventionen, wären eine Voraussetzung für ausländische Investitionen, aber daran wagt sich zurzeit noch niemand», sagt auch der stellvertretende Regierungschef Omar Abdelkarim

Das Regime Ghadhafi habe die ausländischen Erdölfirmen in den letzten Jahren mit ungünstigen Auflagen richtiggehend ausgesaugt.

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simon23 18.02.2012, 14:23
28.

Zitat von murock
Das stimmt nicht. Es gab und gibt sogar sehr viel Kritik von der Bevölkerung seitens des Nationalrats. Mahmud Jibril, die Nummer 2., hat auf Druck der Strasse versprochen abzutreten, sobald das Land befreit wird, was er dann auch gemacht hat. Der Chef Abdel Jalil wurde auch mal weggejagt, als er mit den Demonstranten reden und sie beruhigen wollte. Der Vize Chef Abdelhafis Ghoga wurde ebenfalls aus der Uni rausgeschmissen, als er dort eine Rede halten wollte und man hat gegen ihn demonstriert, bis er seine Kündigung eingereicht hat. Die Arbeiter der Fluggesellschaft haben ihre Arbeit niedergelegt, bis der ihrer Meinung nach korrupte Chef seine Kündigung eingereicht hat. Als Kritiker oder eben Andersdenkende ist man noch lange nicht ein Anhänger des alten.
Keine Goldgräberstimmung in Libyen (Politik, International, NZZ Online)


Mal was anderes. Habe heute einen Artikel der NZZ gelesen. Zwei Sätze fand ich interessant:

"Das Regime Ghadhafi habe die ausländischen Erdölfirmen in den letzten Jahren mit ungünstigen Auflagen richtiggehend ausgesaugt"

Offenkundig war Gaddafi nicht nur in der Bevölkerung nicht nur beliebt.

«Tiefgreifende Reformen, etwa der Abbau der Subventionen, wären eine Voraussetzung für ausländische Investitionen, aber daran wagt sich zurzeit noch niemand», sagt auch der stellvertretende Regierungschef Omar Abdelkarim.

Was könnte damit gemeint sein und welche Folgen könnte dies für die Bevölkerung habe. Vorallem für jene Teile, die auch bis jetzt nicht von Wohlstand gesegnet waren?

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wika 18.02.2012, 14:44
29. Kurzzusammenfassung zum Thema Libyen …

„Libyen hat bekommen was der Westen wollte“ … und dem Willen des Westens waren dabei die Menschen in Libyen ziemlich egal … es ging um „höhere Interessen“ … so denke ich darf man es durchaus abkürzen und das Ergebnis sehen wir heute und niemand hier interessiert sich wirklich mehr für die Region während dort die Metzeleien weitergehen … wir haben schon die nächsten „höheren Interessen“ im Visier, Syrien und Iran … (°!°)

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