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Einigung zwischen EU und Großbritannien: Brexit-Verlängerlängerlängerung
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Die EU hat den Brexit erneut verschoben - diesmal bis maximal zum 31. Oktober. Ob die Zeit genügt, damit die Briten sich endlich untereinander einigen, ist allerdings keineswegs sicher.

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apfelesser 11.04.2019, 08:19
110. Lehrstück Demokratie: Der Kompromiss

Es ist wirklich nicht zu fassen: 600 Parlamentarier im UK können sich seit drei Jahren auf nichts, aber auch auf garnichts einigen, und die 27 Staatenvertreter der EU beschließen in einer Nacht einen neuen spätesten Austrittstermin im Kompromiss! Und dabei war reichte die Spanne der Ausgangslage von morgen (12.04.2019) bis zum Sankt Nimmerleinstag. Dieses zentrale Werkzeug ist den Briten offenbar abhanden gekommen, der Kompromiss britischer Lesart (dessen Notwendigkeit man auch im UK sieht und zu dem seit Monaten fast jeder Sprecher dringlich aufruft) lautet: "Wir müssen uns einigen, tu endlich, was ich will". Und genauso stehen sie auch nach außen und erpressen die EU. Die Briten müssen raus aus der EU um endlich ihre demokratischen Defizite zu beheben.
Eine Anmerkung zum Untertitel des Artikels: Dass die EU den Brexit verschoben hat ist unwahr. Die EU beschließt den Brexit überhaupt nicht, sie hat den Briten mehr Zeit zur Entscheidung und dem Vollzug des Brexit eingeräumt. Könnte die EU den Brexit vollziehen, so wäre er passiert. Hoffentlich.

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Der Kopfschüttler 11.04.2019, 08:19
111. Da wackelt der Schwanz mit dem Hund

Grossartige Idee! Man verlängert, hat demnächst Totalblockierer im Parlament sitzen und als Ergebnis kriegen die Tommys alles was sie sich in ihren Träumen ausgemalt haben. So macht man den Bock zum Gärtner, treibt reihenweise Wähler in die Arme von extremen Parteien und lähmt sich selbst. Wie kann man nur so blöd sein.

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lathea 11.04.2019, 08:19
112. Die EU hat das gemacht, was von ihr.....

......erwartet wurde: das Beste für die EU rausgeholt und an ALLE EU-Bürger und deren Wohl gedacht - inkl. der britischen Pro-Europäer. Jetzt gibt es hoffentlich etwas Ruhe vor dem Brexit-Sturm (sofern es diesen noch geben wird) und wir werden uns nach den EU-Wahlen und deren Ausgang in GB ein neues Bild der Lage machen können. Vielleicht kandidiert danach Farage für die AfD und Johnson für Trump, weil man sie aus GB herausjagt. ;-)) Nach den EU-Wahlen, die in GB einem zweiten Referendum entsprechen, werden ausserdem nicht nur die in GB ansässigen Unternehmen, sondern auch die Nord-Iren und Schotten ihre politische und wirtschaftliche Situation neu überdenken können.

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ekel-alfred 11.04.2019, 08:24
113. Schwach. Schwächer. EU

Zitat von Hans_Suppengrün
Die EU präsentiert sich handlungsunfähig und entscheidungsschwach, bestätigt also genau das Klischee, welches die Kritiker in ihr sehen, rollt den Populisten damit für die Wahl den roten Teppich aus uns schaufelt sich so ihr eigenes Grab... ich bin so unglaublich enttäuscht!
Sehe ich genauso! Die 27 EU Staatslenker plus Kommissions- und Ratspräsident sind alles eierlose und von der Wirtschaft gelenkte Marionetten.
Sie werden von den Briten mit dem Nasenring durch die Manege geführt und feiern ihre wachsweichen Verschiebungen als human und vorausschauend.
Meine Antwort darauf bekommen sie am 23 Mai.

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wizzard74 11.04.2019, 08:25
114.

Zitat von AZ1
Warum kann man nicht das demokratische Votum der Briten respektieren und sie gehen lassen? Zwei Jahre auf die Umsetzung zu warten ist schon übel, warum jetzt noch länger? Dann gäbe es eben einen harten Brexit -- die Welt würde nicht untergehen, auch die Insel nicht, und man wäre endlich wieder in einem definierten Zustand. Sowohl EU als auch VK haben genug echte Probleme, um die sich die Regierenden kümmern müssen, statt dieses Brexit- Theaters.
Hä??? Man will sie ja gehen lassen, die Briten bekommen es nur nicht gebacken.

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dr. kaos 11.04.2019, 08:25
115. Raus.

Ganz einfach. Die Briten haben seit ihrem Eintritt in die EG immer nur die Extrawurst gespielt, egal ob es um Agrarsubventionen, Fischfang, Beitragsrabatt oder andere Besonderheiten ging. Jetzt machen sie mit ihrem Brexit grad weiter. Tür auf, GB raus, Tür zu, Basta.

Im übrigen: was hat eine Grenze zwischen IRL (EU-Gebiet) und Nordirland (GB) mit Menschenleben zu tun? Niemand möchte eine Mauer mit Schießbefehl dort bauen....

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zrh 11.04.2019, 08:27
116. Kluge Entscheidung

Gut durchdacht. Die Details sichern Europa und und geben doch den Briten nochmals eine Chance. Das ist ein wichtiges Signal für die Millionen Bürger, die eigentlich in der EU bleiben oder eine freundschaftliche Beziehung behalten wollen. Man kann stolz sein auf die EU, dass sich 27 so unterschiedliche Länder auf einen Kompromiss einigen konnten. Das Britische Parlament sieht dadurch nur noch schlechter aus. Es ist nicht mal fähig, für sein eigenes Land einen Weg zu finden.

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tucson58 11.04.2019, 08:27
117.

Zitat von pjotrmorgen
Da der Markt doch alles regelt, sollte man die Englaender jetzt auch sofort gehen lassen bzw. aus der EU kicken (Schotten, Waliser und Nordiren wollen sicher in der EU bleiben). Jahrzehntelang haben sie die Einigkeit der EU behindert, auch zum Nutzen der USA. Nun zeigen sich aber erste positive Effekte des kommenden Brexits: Die EU ist einig wie nie zuvor, konzentriert sich auf das Wesentliche und ist zielstrebig un d man glaubt es kaum weitgehend kompromisslos. Allein dafuer muss man den Englaendern danken. Die absurde Haengepartie nutzt niemandem, ausser vielleicht einigen Tories, die vage darauf hoffen, die EU noch in einem grandiosen Turnaround so austricksen zu koennen, dass alle neoliberalen Traeume von tollen Wirtschaftsdeals mit anderen Staaten noch wahr werden. Die naerrischen Stimmen in Deutschland besonders aus der Wirtschaft schueren Aengste von "wirtschaftlichen Nachteilen" fuer Deutschland, obwohl das gegnteil der Fall sein wird. Die Eng;aender muessen noch mehr fuer deutsche Produkte zahlen, womit unsere Gewinne noch steigen werden.
......Die EU ist einig wie nie zuvor, konzentriert sich auf das Wesentliche und ist zielstrebig un d man glaubt es kaum weitgehend kompromisslos.....

Von welcher EU schreiben sie da ?

Am Anfang ihres Beitrages schreiben sie .........Da der Markt doch alles regelt, sollte man die Engländer jetzt auch sofort gehen lassen bzw. aus der EU kicken .........

und genau das macht die EU eben nicht und setzt neue Austrittstermine mit immer neuen Bedingungen die dann am Ende keine Rolle mehr spielen und man sich wieder über einen neuen Termin berät .. usw ....... Kompromisslos ist was anderes !

Einig sind sich immer nur wenn es darum geht den Austrittstermin immer wieder zu verschieben und vergessen dabei aber des sich auf das Wesentliche zu konzentrieren , die restliche Welt und ihre Problem die auch die EU betreffen . Haben die schon mitbekommen das Trump wieder alles Geschütze auffährt und weitere Strafzölle verhängen will und wird ? Das findet man ja schon nicht mehr in den Medien wie vorher, als täglich Seitenweise über Trump berichtet wurde !

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v8triebwerk 11.04.2019, 08:30
118. Schnarch

Natürlich unternimmt die EU mit diesem Schritt Verantwortung für verantwortungs- und planlose Briten. Das Bauchgefühl sagt: "nun geht doch endlich, damit auch der Rest der Welt endlich erfahren kann, ob sich ein Ausstieg aus der Gemeinschaft lohnt". Der Verstand versucht alles erdenklich mögliche, dieses Bauchgefühl, dass einem mittlerweile einen Brechreiz verursachen kann, zu eliminieren. Jede noch so kleine Hoffnung, die Briten -im Interesse Europas- umzustimmen, wird, ob nun sinvoll oder nicht, genutzt. Mir ist bereits übel und ich bin müde! Danke Herr David William Donald Cameron für all das!

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HolmWolln 11.04.2019, 08:31
119. Realpolitik 2.4

Die gesamte Geschichte Englands in der EG/ EU zeigt deutlich, was von Beginn an in der Europäischen Union und ihren Vorgänger-Institutionen falsch lief.
Die Doku "The Brussels Business" bringt dies übrigens für Interessierte noch einmal auf den Punkt. Googlen, klicken, zurücklehnen...
Die Geschichte des Brexit und die Handhabe dieses Vorganges von allen Beteiligten verdeutlicht uns noch einmal, wem wir unsere Länder und unsere Leben anvertrauen.
Die Briten tragen ihre internen Befindlichkeiten auf dem Rücken Kontinentaleuropas aus und finden das auch alles ganz in Ordnung so.
Unsere gewählten Repräsentanten schützen Märkte, Lieferketten und Investitionen. Exklusiv.
Europa ist eine fantastische Idee.
Für Menschen, auf einem von zahlosen Kriegen gebeutelten Kontinent aufgewachsen, eine Zukunftsperspektive die durch nichts aufzuwiegen ist.
In 12+ Jahren Aufenthalt und Firmenleitung in Griechenland habe ich erfahren, was unvoreingenommene Gastfreundschaft, Toleranz und überwinden kultureller Prägung mit Gemeinschaften macht.
Und es war/ ist eine mit Geld nicht aufzuwiegende Bereicherung für all Diejenigen in Europa, die mehr wollen, als stolz auf Menschen zu sein die Sie nicht kannten, auf Leistungen stolz zu sein, zu denen Sie nichts beigetragen haben oder die sich vor Andersdenkenden, Andersaussehenden und Andersgläubigen schützen wollen, weil Sie Angst haben, mit ihrem selbst beschränkten Realitätempfinden unbemerkt in der Masse unterzugehen.
Nur denkt an die Macht und die Kraft die aus Nähe und Erkenntnis der Absenz von Unterschieden wächst in der Politik niemand.
Die EU ist eine rein dem Aussenhandel verpflichtete Institution, die genau wie im Bundestag, ihre Bürger ausschliesslich zum Machterhalt heranzieht. Mit wahlen in deren Vorfeld gelogen, betrogen, diffamiert und stigmatisiert wird. Exakt wie vor dem Brexit in UK.
Die Zeit ist reif für eine andere Politik in Europa. Und wir sollten die Macht Europas in der Welt nicht unterschätzen.
Wir Bürger, gemeinsam mit unseren klugen und mutigen Kindern, sollten Politik anhand der aus unser Aller Lebenswirklichkeit enstehenden Bedürfnissen und belangen machen.
Es wird sonst niemand für uns antreten. Niemand von denen die uns nun den Brexit mit grosser Rücksichtslosigkeit und ohne Konsquenz vorspielen jedenfalls.

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