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Einwanderung: Ein deutscher Traum
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Warum nicht mal zur Abwechslung positiv denken? Durch Einwanderung könnte Deutschland zum neuen, besseren Amerika werden. Wir müssten uns nur von lieben Gewohnheiten verabschieden - zum Beispiel vom Sozialstaat, wie wir ihn kennen.

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marsman 09.07.2018, 16:25
10. Sozialstaat

Ein Sozialstaat im deutschen Sinne war in den USA nicht nötig, weil es genug einfache Arbeiten gab: Eisenbahnbau, Wolkenkratzerbau, etc.. Es war "Gründerzeit". Aber was sollen diese Einwanderer heute in Deutschland tun, ohne Sozialstaat? Einfache Arbeiten gibt es nicht mehr, Autobahnen können nicht gebaut werden weil es zu wenig Platz und zu viele Frösche gibt - was tun? Die Einwanderer könnten sich ohne Sozialstaat nur von Betteln und Kriminalität ernähren.

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altais 09.07.2018, 16:26
11.

So einen Artikel kann nur ein Mann schreiben. Wenn ich das lese "Ein neuer "Schmelztiegel", in dem Menschen aus Europa, dem Nahen Osten und Afrika gemeinsam eine neue Nation erschaffen." läuft es mir als Frau eiskalt den Rücken hinunter. Ich weiß, welchen Stellenwert Frauen in diesen Ländern haben, ich war schon xmal dort. Und dieses Modell in eine deutsche Gesellschaft integriert .. mir sträuben sich alle Haare.

Ich habe heute mit einem Mindestlohnempfänger gesprochen: 164 Stunden Arbeit und am Ende bleiben kaum genug "Mäuse", um den minimalen Lebensbedarf zu decken. Von Lebensstandard kann man schon nicht mehr sprechen. Dinge, wie Urlaubsreisen, ein Auto, Rentenvorsorge, sind da nicht im Ansatz möglich. Aber Herr Augstein, gut betucht, will den Sozialstaat abschaffen. Vielen Dank für diese Superidee. Informieren Sie sich mal, wie viel prekär Beschäftigte in diesem Land am Wohlstand der Reichen arbeiten.

"Ein dezentrales Land mit starken regionalen Eigenarten aber einer schwachen nationalen Kultur." Bitte, bitte Herr Augstein, nehmen Sie einen Atlas zur Hand, Google Maps könnte Sie verwirren, und schauen Sie sich die Lage von Deutschland in Europa an. Zentraler geht gar nicht!
Ein Artikel, eines sehr abgehobenen Schreiberlings, ich verwende jetzt direkt diese verächtliche Berufsbezeichnung. Im ganzen Artikel nicht ein kluger, umsetzbarer Gedanke. Ich habe jeden Respekt verloren.

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Drehmoment 09.07.2018, 16:28
12. Alles ist denkbar...

...aber wir brauchen endlich einen nationalen Marshallplan für die Wohnungsnot in den wirtschaftlich starken deutschen Gebieten. Sonst wird jede Diskussion um Zuwanderung zur Farce.

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einstweiliger 09.07.2018, 16:29
13. Es gibt nur eine Lösung

und die ist nicht ironisch gemeint: Die Überwindung des Sozialstaates. Der Sozialstaat, egal wie basal man ihn gestaltet, vernichtet jede natürliche Solidarität zwischen den Menschen. Menschen sind von Natur aus in hinreichendem Maße solidarisch, wenn dies nicht von staatlichen Instanzen erzwungen wird.

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spiegelfechte 09.07.2018, 16:30
14. Jahrzehntelang

kam beim Hinweis auf USA:
"wir wollen hier keine amerikanischen Verhältnisse!"

Jetzt auf einmal doch?

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samba.bugatti 09.07.2018, 16:30
15. Haarscharf daneben

Augstein übersieht ein paar wesentliche Dinge.

Erstens: Amerika ist ein melting pot. Jeder kann Amerikaner werden. Gleichzeitig herrscht eine Kultur des Patriotismus. Jeder hält sich die Hand an die Brust beim inbrünstigsten Singen der Nationalhymne. Überall hängt die amerikanische Flagge. Jeder Einwanderer kann sich in positiver Weise mit Amerika identifizieren. Anders in Deutschland. Dort verachtet man die eigene Kultur. Kein Einwanderer hat Bock, sich mit einer nicht vorhandenen Kultur zu identifizieren. Siehe auch Beispiel Özil. In den USA undenkbar.

Zweitens: die Migranten, die nach Deutschland strömen, sprich „Geflüchtete“, sind mehrheitlich unqualifiziert. Die werden nie in ihrem Leben die Kosten zurückzahlen. In den USA werden die Einwanderer nach Qualifikation ausgewählt.

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manni.baum 09.07.2018, 16:32
16. Deutschland prädestiniert ?

soso "Deutschland ist prädestiniert für diese Rolle", Bevölkerungsdichte hier 233 /km² in USA nur 36 /km², in einem "Schmelztiegel" können schnell unerwünscht hohe Temperaturen auftreten.

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ma9 09.07.2018, 16:32
17.

Potzblitz, Herr Jakob Augstein, ein melting pot randvoll mit sprühender Ironie! Oder habe ich Sie vielleicht doch missverstanden? Dann sollten Sie Ihre Kolumne bitteschön als ernst gemeinten Beitrag irgendwie kennzeichnen

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Robert_Rostock 09.07.2018, 16:32
18.

Nun ja.
Zu den "Zutaten" des erwähnten "Melting Pot" USA gehörten die urprünglichen Bewohner dieser Gegend eher nicht. Ich glaube nicht, dass die Native Americans ("Indianer") ebenso begeistert davon sprechen wie Augstein.

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andropoli 09.07.2018, 16:34
19.

Zitat von LuBu
Netter Artikel, der es sich allerdings etwas (zu) einfach macht, indem er einfach auslässt, wie dieser 'alternative' Sozialstaat denn aussehen soll.
Ja, genau das fehlt mir hier auch. Irgendwie wirkt diese Kolumne unfertig.

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