Forum: Politik
Einwanderung: Ein deutscher Traum
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Warum nicht mal zur Abwechslung positiv denken? Durch Einwanderung könnte Deutschland zum neuen, besseren Amerika werden. Wir müssten uns nur von lieben Gewohnheiten verabschieden - zum Beispiel vom Sozialstaat, wie wir ihn kennen.

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dieletztenminuten 09.07.2018, 21:34
240. Es reicht wirklich

Das ist tatsächlich der letzte Beitrag den ich vom Spiegel gelesen habe. Realitätsfern, ungenügend, absurd, lächerlich...mir fallen noch andere Attribute ein, doch diese sollten genügen. Es ist auch der erste und letzte Beitrag den ich kommentiert habe, bisweilen war ich nur stiller Beobachter, doch nach 20 Jahren Spiegellesens (im Magazin und SPON) wird mir die Rhetorik nun tatsächlich zu "bunt"...
Es ist förmlich zu riechen wie die Unabhängigkeit, Unparteilichkeit und "Freiheit des Gedanken", was Inhalt und Mitarbeiter angeht, nichts mehr mit dem Spiegel zu tun hat, der mich früher so begeistert hat! Vorgefertigte Ansichten, starre Konzepte, eine einizige Richtlinie...
Ihre Journalismusaufgabe ist gescheitert, bitte gehen sie unter im Laufe der Geschichte, wie es andere auch getan haben... mit Stil!
Vielen Dank

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Berliner Kleinbürger 09.07.2018, 21:42
241. Schön eine Alternative zu haben

Wenn dieser schöne Traum nicht wahr wird und dieses Experiment nicht gut geht, startet Herr Augstein seinen Learjet Richtung USA oder Kanada, vielleicht auch nur Polen. Die meisten Leute haben diese Möglichkeit nicht; deshalb wäre es fair, die Wähler zu fragen.

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Bananenschale 09.07.2018, 21:47
242. Gar nicht!

Zitat von LuBu
Netter Artikel, der es sich allerdings etwas (zu) einfach macht, indem er einfach auslässt, wie dieser 'alternative' Sozialstaat denn aussehen soll.
Gar nicht. Der wird einfach abgeschafft. Und das ist der Hauptgrund, warum ich gegen eine massenhaft Migration bin. Wie könnte denn Sozialstaat unter der Bedingung eine Nation-Buildings aussehen? Daß Dtl. vor der Situation der Notwendigkeit eines Nation-Buildings steht, ist klar. So klar, wie der Flüchtlingswelle von 2015 weiter, weitaus umfangreichere folgen werden werden. Darum ist die Migrations-Frage die Schicksalsfrage Dtl.s genauso wie die Europas.

Ich werde es nicht erleben, denn wenn es soweit kommt, bringe ich mich um, weil ich dummerweise auf einen Sozialstaat angewiesen bin und ich nicht auf der Straße verrecken will. Wieviel eigentlich ist mein Leben wert?

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karlm99 09.07.2018, 21:47
243. Es

bedarf schon eines abgehobenen Lebens in Villa und Wohlstand, um sich in solche geistigen Höhen zu schwingen. Der Traum der linksliberalen Aristokratie: ein neues Deutschland und eine andere Nation. Leider vergisst der Protagonist und Priester solcher Glaubenspredigten, dass die alte deutsche Nation noch existiert. Die Vertreter dieses neuen Adels sollten sich an 1789 erinnern. Der Rest ist dann nur noch Schweigen.

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produster 09.07.2018, 21:51
244. Ein paar Caipirinhas zu viel

Herr Augstein hat offenbar, geht man nach den lustigen Bildern, die seinen Tagtraum einleiten, auf dem letzten Karneval der Kulturen ein paar Caipirinhas zu viel gehabt. Und, wer weiss, von irgendwelchen kunterbunten Pillen genascht. Übrigends ist das Amalgam, zu dem Herr Augstein uns einschmelzen möchte, ziemlich giftig und wird heute konsequenterweise als Zahnfüllung nicht mehr verwendet. Allerdings würden die Nebenwirkungen der augsteinschen Radikaltherapie etwas heftiger ausfallen als ein bisschen gelegentliches Zahnweh. Und bedenken sollte man ganz stark, dass die Einwanderung von anno Schnuff in die USA nicht zu vergleichen ist mit dem, was uns bevorstünde, wenn man die Augsteins dieser Welt eErnst nehmen würde.

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Frau, Mitte 30 09.07.2018, 21:53
245. Eigentlich ein amüsanter Kommentar…

…wäre er nicht Wasser auf den Mühlen der AfD. Das wissen Sie auch ganz genau, Herr Augstein. Sie nehmen das jedoch aufgrund der vielen Clicks, die er generiert, billigend in Kauf, um dann beim nächsten Mal wieder über diese Partei zu lamentieren.

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geando 09.07.2018, 21:57
246. Da ist sie schon wieder, die Leugnung nationaler Kultur und Geschichte

Da ist sie schon wieder, die Leugnung nationaler Kultur und Geschichte- Deutschland sei daher "prädestiniert zum Schmelztiegel aus Europa, nahem Osten und Afrika". Wie kommt man auf solche Ideen? Deutschland als "Land der Deutschen" hat nicht mehr und nicht weniger Geschichte und Kultur als jede andere alte Kulturnation Europas. Natürlich gab es auch früher schon Wanderungsbewegungen, aber Nationen wachsen langsam zusammen, Gesellschaften konsolidieren sich über Jahrhunderte. Wer seine Geschichte verleugnet, gibt sich selber auf. Woher kommt der Wunsch sich zum Sehnsuchtsort des nahen Ostens und Afrikas zu erklären? Was zieht denn die Menschen von dort nach Deutschland? Spoiler: es ist nicht die Bratwurst, das Bier oder die Regensburger Domspatzen. Wieso glaubt Herr Augstein, das Deutschland mittels Einwanderung aus dem nahen Osten und Afrika ein besseres Land werden würde? Ich persönlich glaube nicht daran und viele andere sehen das auch nicht so. Vielleicht sollte sich der Autor damit abfinden, das sich viele "Alteingesessene" in Deutschland mit einem kleinen Maß an Einwanderung gut abfinden können, mit den Dimensionen der letzten Jahre aber nicht mehr. Vielleicht mögen viele Menschen in Deutschland auch den mitteleuropäischen Touch ganz gerne und kommen ganz gut ohne die Segnungen der afrikanischen und nahöstlichen Lebensauffassungen klar? Letztlich wird sich dies an den Urnen entscheiden und im Augenblick steht es schlechter für Multikulti als jemals zuvor. Vielleicht wurde der Bogen einfach überspannt?

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Spiegelkritikus 09.07.2018, 22:04
247. Augsteins Albtraum

Augsteins traumhafte Idee, aus Deutschland einen arabisch-afrikanisch-europäischen "Schmelztiegel" und "das Fremde zum Eigenen" zu machen, assoziieren die meisten Bürgern wohl eher mit einem schlimmer Albtraum. Deutschland würde nämlich nach einer Periode von Chaos und Bürgerkrieg zu einem autoritären islamischen Staat. Das wäre zwar ein Neuanfang, aber wie damals in den USA mit einer starken Dezimierung vor allem der Ureinwohner verbunden, also jenen, die schon länger da waren.

Sein Traum hat allerdings ein wichtiges Rendez-vous mit der Realität: die arabisch-afrikanische Massenmigration verträgt sich nicht mit dem Sozialstaat, in den die meisten de facto einwandern. Offene Grenzen und Sozialstaat schließen sich längerfristig aus. Diese bereits vom Ökonomen Milton Friedman formulierte Tatsache läßt ihn freilich nicht aus seinem Traum aufschrecken, schließlich ist er nicht auf den Sozialstaat angewiesen.

Deswegen und weil er unbedingt den Schmelztiegel mit seinen Segnungen anstrebt, postuliert er, auf den Sozialstaat zu verzichten oder ihn auf jeden Fall stark zu beschneiden. Damit beschreibt er, worauf die Politik der meisten Grünen, und des Kipping-Flügels der Linkspartei (uneingestandenermaßen) hinausläuft. Pikant ist obendrein, daß die Kappung des Sozialstaats ein altes Anliegen des Kapitals ist. Da die westliche Kapital- und Globalisierungselite (Soros etc.) diese Art von Massenzuwanderung forciert, könnte man auf den Gedanken kommen, daß der Sozialstaat mithilfe naiver Linker geschleift werden soll.

Lafontaine und Wagenknecht haben die Sache durchschaut und sich anders positioniert: der Sozialstaat soll geschützt und Zuwanderung daher begrenzt und gesteuert werden. Wer Albtraumszenarien vermeiden will, der muß diese vernünftige Position vertreten.

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chlorid 09.07.2018, 22:06
248.

Deutschland wird noch mehr zum Einwanderungsland werden in der Zukunft. Daran wird keine AfD etwas ändern und auch kein Grenzzaun. Soviel Zäune können gar nicht gebaut werden. Und es wird auch nötig sein, weil die einheimischen Deutschen immer weniger werden. Die Geburtenrate ist seit Jahren schon viel zu niedrig und es ist keine Besserung in Sicht. Es gibt Prognose, die voraussagen, dass im Jahr 2060 nur noch 73 Mio. Menschen in Deutschland leben - 38 % davon über 60 Jahre alt. Den Rest kann sich jeder selbst denken. Und dass das stimmt, ist offensichtlich. Man braucht sich nur umzusehen in den deutschen Kinderstuben.

Aber Zuwanderung hat Tradition in Deuscthland. Deutschland ist nach dem 2. Weltkrieg durch Zuwanderung groß geworden. Das Wirtschaftswunder war nur mit Hilfe von Gastarbeitern zu schaffen. Deren Kinder sind heute vollständig integriert. Aber auch früher schon, ab den 1880er Jahren bis zum 1. Weltkrieg, gab es erheblich Zuwanderungen aus Polen, u.a. ins Ruhrgebiet, die so genannten "Ruhrpolen". Deren Nachkommen sind heute fester Teil der Identität des Ruhgebiets. Schimanski lässt grüßen.

Einwanderung war also immer schon Teil Deutschlands und viele Menschen, die sich heute selbst als "Biodeutsche" sehen, haben einen Migrationshintergrund, der drei, vier, fünf Generationen zurückliegt. Letztlich hat jeder Menschen einen Migrationshintergrund. Man muss nur weit genug zurückgehen...

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andreasbs75 09.07.2018, 22:08
249. Erwartung einer zwischenmenschlichen Gegenleistung

Ich habe auch mal davon geträumt, man könnte die Einwanderung ja viel besser inszenieren. In großen Schiffen, die an einer großen deutschen Freiheitsstatue in Hamburg vorbeischippern und dem Versprechen, dass jeder Neuankömmling seinen Platz finden wird. Vielleicht irgendwelche Auswahltests, psychologisch und fachlich, sodass gleich klar wird, wer welchen Arbeits- oder Ausbildungsplatz bekommen kann. Arbeit von Anfang an. Irgendwie ist daraus aber eine furchtbare Dystopie geworden. Selbst die ehrenamtlichen Helfer scheinen ihr eigenes Spiel zu spielen. Ohne den unschätzbaren Wert ihrer Arbeit groß abwerten zu wollen, scheint es doch in Wahrheit in der Regel um die Bedürfnisse ihres - sagen wir mal - "Herzens" zu gehen. Eine Sehnsucht nach der Lösung innergesellschaftlicher Konflikte nach dem Muster "Seht doch mal, anderswo sind die Menschen viel mehr soundso". Leider haben die Menschen überall sehr ähnliche Fehler. Das einzige, was Menschen zu ehrlicher Kooperation zu bringen scheint, ist die Notwendigkeit von Kompromissen zur Erlangung materieller Vorteile. Amerika zu seiner Einwanderungszeit ist hier tatsächlich ein interessantes Beispiel. Wer sich nicht einordnen wollte, der ist eben krepiert. Das war aber auch nicht schlimm, denn zu der Zeit war die Einordnung relativ einfach mit ein paar Handgriffen in einer Fabrik oder auf einem Stück Land zu erlangen. Hier und heute wird jedoch eher eine zwischenmenschliche Gegenleistung erwartet, die auf die völlig falsche Bahn führt. Solange dieser Anreiz besteht und die Überweisung von "uneigennützigen" Geschenken explizit erwünscht ist, wäre es fast schon dumm, wirklich ernsthaft wirtschaftliche Tätigkeit zu erbringen.

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