Forum: Politik
Elfenbeinküste: Entscheidungsschlacht um Abidjan

Frankreich lässt seine Staatsbürger evakuieren, die Uno fliegt ihre Mitarbeiter aus. Der blutige Machtkampf in der Elfenbeinküste geht offenbar in die entscheidende Phase: Die Truppen des gewählten Präsidenten Ouattara kündigten den Beginn einer Schlussoffensive um die Metropole Abidjan an.

team_gleichklang_de 04.04.2011, 21:14
1. Frankfreich und UN sind Kriegsparteien

Sofort nach dem fürchterlichen Massaker, was die Truppen des angeblich zum Präsidenten gewählten Quattara verübt haben, greifen französische Truppen ivorische Soldaten an, um deren Verteidigungslinie gegenüber den vorrückenden Rebellen zu schwächen. Die Rebellen rücken in eine Stadt ein, deren Bevölkerung ihnen mehrheitlich feindlich gegenüber steht. Es ist keine Befreiung, sondern eine Eroberung. Die UN scheint entschlossen, einen Mann, der in Massenmorde involviert ist, an das Präsidentenamt zu bringen, damit er die Massaker verschleiern kann. Nach allem, was wir wissen, konnten die Menschen in den von den Rebellen kontrollierten Gebieten niemals offen für Gbagbo eintreten, ohne ihr Leben zu riskieren. Soviel zur Fairness der Wahlen. Wobei selbst die UN Unregelmäßigkeiten zugibt, nur meint, diese wären nicht schwerwiegend genug. Wie auch immer, die UN ist entschlossen, eine seit jahren äußerst brutal vorgehende, in den Blutdiamantenhandel verstrickte Rebellenbewegung an die Macht zu bringen. Die UN ist damit nicht mehr Vermittlerin, sondern Kriegspartei.

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NOtU 04.04.2011, 21:51
2. Das kleinere Übel

Wieder so ne Sache in der man sich wohl nur für das kleinere Übel entscheiden kann. Immerhin kann man, bei der ganzen schei*se, zumindest beim "gewählten" hoffen, beim Diktator (denn nichts anderes ist ein Politiker der sich entgegen der Mehrheit mit Waffengewalt an der Macht hält) findet man nur Gewissheit. Ob es eine intervention von französischen Soldaten rechtfertigt ist fraglich. Andererseits könnte der damit steigende französische Einfluss dem hoffen auch ein wenig nachhelfen. Abwarten heisst die Devise. Abwarten und das beste daraus machen.

Realistisch betrachtet kann man aber auch nur auf die Hoffnung hoffen, hoffe ich...

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tô-yirri 04.04.2011, 23:36
3. Darf man fragen ........

Zitat von team_gleichklang_de
Sofort nach dem fürchterlichen Massaker, was die Truppen des angeblich zum Präsidenten gewählten .....
Darf man ganz bescheiden anfragen, woher Ihre erleuchteten Feststellungen kommen? Jedenfalls trennen die sprichwoertlichen "Welten" Ihre Stellungnahme und das, was z.B. eine serioese Quelle wie "Jeune Afrique" vor und seit den Wahlen im letzten Jahr als Informationen zur gegenwaertigen Auseinandersetzung Gbagbo/Ouattara anbietet. Zur kleinen Nachhilfe (falls gewuenscht) folgender Link: www.jeuneafrique.com.fr


Jemand, der die CdI aus eigener Anschauung kennt und schaetzt und versucht, sich informiert zu halten.

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Noctim 05.04.2011, 08:56
4. Dia

Das Problem da unten ist, dass jeder selbsternannte oder sogar gewählte Machthaber Dreck am Stecken hat und seine Legilaturperiode in der Regel auf militärische Macht stützen muss. Im Grunde sind das alles kleine "Warlords", aber keine "Politiker" im eigentlichen Sinne.

Deswegen kommt Afrika auch nicht aus der Krise raus: Anstatt sich gegen die Plünderer in Form der Supermächte (China, Amerika, Europa etc.) zu wehren, zu verweigern oder immerhin zu solidarisieren, hauen sie sich gegenseitig auch noch die Köpfe ein und sind bis auf den letzten Blutstropfen korrupt und gewaltbereit.

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