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Elfenbeinküste: Gbagbo kämpft sich zurück nach Abidjan

Seine Niederlage soll unmittelbar bevorstehen, doch Laurent Gbagbo ist noch immer für militärische Überraschungen gut. Dem abgewählten Präsidenten der Elfenbeinküste gelang es mit seinen letzten Getreuen, Teile der Hauptstadt Abidjan zurückzuerobern.

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wittmann27 09.04.2011, 20:34
1. "International anerkannter Präsident Ouattara"

Soldaten Ouattaras richten im Westen der Elfenbeinküste ein Massaker mit über 800 Toten an. Weitere Horrormeldungen werden von Tag zu Tag bekannt. Wenn man - zurecht - Gbagbos Taten anprangert, kann man nicht andererseits Ouattara den roten Teppich auslegen. Europa begibt sich hier auf einen sehr gefährlichen um nicht zu sagen unverantwortlichen Pfad.

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thejedi 09.04.2011, 20:46
2. Wahlfälschung

Zitat von wittmann27
Soldaten Ouattaras richten im Westen der Elfenbeinküste ein Massaker mit über 800 Toten an. Weitere Horrormeldungen werden von Tag zu Tag bekannt. Wenn man - zurecht - Gbagbos Taten anprangert, kann man nicht andererseits Ouattara den roten Teppich auslegen. Europa begibt sich hier auf einen sehr gefährlichen um nicht zu sagen unverantwortlichen Pfad.
Desto interessanter wird diese Nachricht, wenn man sie in den Zusammenhang setzt, dass die Wahl evtl. gar nicht so eindeutig gewonnen wurde (Wahlfälschung) und das besagte Massaker an Christen stattgefunden hat.

Ouattara ist der muslimische, Gbagbo der christliche Kandidat bei der Wahl gewesen.

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panzerknacker51 09.04.2011, 22:15
3. Darum

Zitat von thejedi
Desto interessanter wird diese Nachricht, wenn man sie in den Zusammenhang setzt, dass die Wahl evtl. gar nicht so eindeutig gewonnen wurde (Wahlfälschung) und das besagte Massaker an Christen stattgefunden hat. Ouattara ist der muslimische, Gbagbo der christliche Kandidat bei der Wahl gewesen.
geht es hier gar nicht. Frankreichs Sarkozy will seinen langjährigen Freund und Günstling Quattara durchboxen, um an der westafrikanischen Peripherie wieder einen wohlmeinenden "Präfekten" zu haben.

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Arne11 10.04.2011, 00:21
4.

Zitat von thejedi
Desto interessanter wird diese Nachricht, wenn man sie in den Zusammenhang setzt, dass die Wahl evtl. gar nicht so eindeutig gewonnen wurde (Wahlfälschung) und das besagte Massaker an Christen stattgefunden hat. Ouattara ist der muslimische, Gbagbo der christliche Kandidat bei der Wahl gewesen.
Umso interessanter ist es dass diese Umstände nirgendwo erwähnt werden O_o Die Situation ist nämlich dieselbe wie in Nigeria oder im Sudan, der sich gerade in eine Nord (Muslimisch) und Südhälfte (Christlich) teilt. Es geht gar nicht um Demokratie sondern einfach nur ums Überleben inmitten eines religiösen Konflikts. & sorry, ich glaube dass die Christen genausowenig wie im Sudan, in Ägypten etc. 'schuld' an ihrer Verfolgung sind.

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team_gleichklang_de 10.04.2011, 00:56
5. Wiederholung macht Unwahrheiten nicht wahr

Der Spiegel wiederholt es wir ein Mantra, Gbagbo sein "abgewählt". Der Spiegel steht damit nicht allein, andererseits haben nun nach dem Bekanntwerden der Quattara-Massaker andere Medien, wie die Zeit, begonnen, solche Behauptungen in Anfürungen zu setzen, wsie Quattara sei der "legitime" Präsident. Vielleicht schafft es der Spiegel ebenfalls bald, hier zu Objektivität zurück zu kehren?

Fakt ist, wie wissen nicht, wer mehr Stimmen bei den Wahlen erhielt, Gbagbo oder Quattara. Richtig ist, dass die von Quattara Anhängern dominierte Wahlkommision und die UN behaupten, Quattarea habe die Wahl gewonnen. Gbagko, seine Anhänger und der oberste Verfassungsrat behaupten das Gegenteil.

Drei Aspekte lassen große Zweifel an dem angeblichen Wahlsieg Quattaras aufkommen:

1. In den Rebellen kontrollierten Provienzen werden Zustimmungsraten von bis 97.7% für Quattara berichtet. Syrische Verhältnissse, die wenig glaubhaft wirken.

2. Die UN berichtet, dass in 10% der Wahlboxen mehr Stimmen waren als es Wähler gab. Wie soll das gehen? Es können doch nur weniger sein, weil es nie 100% Wahlbeteiligung gibt. Welches Vertrauen soll man da noch in die gesamten Stimmzettel haben?

3. In den Rebellen kontrollierten Gebieten hatten Gbagbo Anhänger offenbar kaum Chancen, ohne Gefahr für Leib und Leben, Wahlkampf zu betreiben und offen ihre Argumente darzulegen. Hinweis: Die Rebellen sind seit jeher für Morder, Plünderungen, Vergewaltigungen und Erpressungen bekannt. Sie haben in ihren Gebieten einen Zustand der Gesetzlisigkeit geschaffen.

Die Wahlen sind gescheitert. Grund ist, dass die Rebellen nciht entweaffnet waren (wie vorgesehen) und das keine Minimalversöhnung vor den Wahlen hergestellt werden konnte. Ansattt das Scheitern einzugestehen, hat die UN sofort und ohen Prüfung der Vorwürfe Quattara als Wahlsieger bestätigt. Damit wurden die UN KOnfliktpartei und haben gleichzeitig den Vormarsch der Quattara Truppen mit den ungeheuerlichen Massakern, Massenvergewaltigungen und Verbrennungen von Menschen maßgeblich mit bewirkt.

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senufo 10.04.2011, 09:22
6. Welche Alternative

Die Wahlen hätten nicht stattfinden dürfen, weil keine der irregulären Truppen ihre Waffen deponiert haben. Auch nicht die diversen Milizen im Süden und Westen. Von den Rebellen ganz zu schweigen. Wahlen in der CI sind sowieso eine eher witzge Veranstaltung (abgesehen von den Gewaltausbrüchen). Da werden Plastikkübel und Wickeltücher mit den Bildern des Kandidaten abgegeben und der Chef de Village erält einen Umschlag, dann ist klar, wer von den Bewohnern dieses Village gewählt wird. Demokratie und die Teilanhem daran, setzt Bildung voraus. Ob die diesbezüglichen Voraussetzungen in einem Land gegeben sind, in welchem "Hexen" noch gemäss Strafgesetzbuch zu Gefangsnisstrafen verurteilt werden, ist doch mehr als fraglich.

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rod 10.04.2011, 10:09
7. ...

Zitat von senufo
Die Wahlen hätten nicht stattfinden dürfen, weil keine der irregulären Truppen ihre Waffen deponiert haben. Auch nicht die diversen Milizen im Süden und Westen. Von den Rebellen ganz zu schweigen.
Dennoch ist es genau die sogenannte "internationale Gemeinschaft", die Gbagbo zur Wahl immer wieder gedrängt haben, obwohl er genau die Argumenten, die Sie jetzt nennen, auch immer wieder genannt hat.

Zitat von senufo
Es gibt keine Milizen seitens Gbagbo, weil die reguläre Armee ihm treu geblieben ist. Wahlen in der CI sind sowieso eine eher witzge Veranstaltung (abgesehen von den Gewaltausbrüchen). Da werden Plastikkübel und Wickeltücher mit den Bildern des Kandidaten abgegeben und der Chef de Village erält einen Umschlag, dann ist klar, wer von den Bewohnern dieses Village gewählt wird. Demokratie und die Teilanhem daran, setzt Bildung voraus. Ob die diesbezüglichen Voraussetzungen in einem Land gegeben sind, in welchem "Hexen" noch gemäss Strafgesetzbuch zu Gefangsnisstrafen verurteilt werden, ist doch mehr als fraglich.
Bildung ist eine Sache, politische Bildung eine andere. Ich diskutiere ziemlich viel mit Deutschen und Mitteleuropäer generell, bei vielen erkenne ich auch eine mangelnde politische Bildung, die man UNBEDINNGT braucht, um ein demokratisches System aufrechts zu erhalten.

Hier sind vier Videos eines Dokumentars mit englischen Untertiteln, die die Fakten über diese ganzen Aktionen in Afrika erklären.

1. http://www.youtube.com/watch?v=EZT5cu6REVU&NR=1
2. http://www.youtube.com/watch?v=pR0GH78g3HU
3. http://www.youtube.com/watch?v=SJLABSqdQSA
4. http://www.youtube.com/watch?v=PrMNEDdNIHk

PS: der chef der UNOCI (UNO Mission in Elfenbeinküste) war so wütend nach der Veröffentlichung dieser Video, dass er einen Hexenjagd bei seinen Mitarbeitern in Elfebeinküste gestartet hat. Ergebinis war der Austausch etliche Posten.

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elandy 10.04.2011, 10:40
8. Rolle

Zitat von thejedi
Desto interessanter wird diese Nachricht, wenn man sie in den Zusammenhang setzt, dass die Wahl evtl. gar nicht so eindeutig gewonnen wurde (Wahlfälschung) und das besagte Massaker an Christen stattgefunden hat. Ouattara ist der muslimische, Gbagbo der christliche Kandidat bei der Wahl gewesen.
Schon wieder dieser Unsinn mit dem "Glaubenskrieg". Dieser Kampf geht um Macht, Religion spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle, Fundamentalismus (egal welcher Richtung) überhaupt keine.
Diese einfachen Erklärungsmuster gibt es offenbar für einfache Gemüter.

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senufo 10.04.2011, 12:09
9. Genau

Zitat von elandy
Schon wieder dieser Unsinn mit dem "Glaubenskrieg". Dieser Kampf geht um Macht, Religion spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle, Fundamentalismus (egal welcher Richtung) überhaupt keine. Diese einfachen Erklärungsmuster gibt es offenbar für einfache Gemüter.
Religion ist oft genug Ursache von Gewalttaten, dass jetzt der Konflikt in der CI als ein Religionskrieg dargestellt wird, entspricht irgendwie der Logik gemäss Denkschema vor allem religiöser Menschen, zeugt aber nur von Unwissenheit gegenüber Land und Leute.

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