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Eliten-Diskurs: Warum die Linke den Kampf gegen rechts verliert
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Früher haben sich Politiker links der Mitte als Anwälte der einfachen Leute verstanden. Heute ist die breite Masse den Anführern eigentlich nur noch peinlich - sie gilt ihnen als vorurteilsbeladen, ungebildet und zu wenig weltgewandt.

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muellerthomas 25.01.2018, 16:30
1.

"Mit der Identitätspolitik ist kein Aufstiegsversprechen mehr verbunden"
Vielleicht tatsächlich das Kernproblem der Sozialdemokraten weltweit - allerdings geben auch Trump oder AfD kein individuelles Aufstiegsversprechen ab, eher im Gegenteil. Dort wird der individuelle Aufsteig ersetzt durch den vermeintlichen Wiederaufsteig der Nation.

Aber ja, die SPD sollte sich dringend darum kümmern, den Arbeitern bei Thyssen und auch den Sachbearbeiterinnen bei der AOK wieder ein realistisches Aufstiegsversprechen zu geben.

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Olaf 25.01.2018, 16:34
2.

Es gibt zwei linke Lager in Deutschland, weil die Wiedervereinigung links noch nicht vollzogen wurde. Da ist einmal die aus der SED hervorgegangene Linke, welche in Ostdeutscher Tradition steht und zum anderen das klassische, rot-grüne Lager, welches in der Tradition der 68er der alten BRD steht.

Deshalb ist Rot-Grün ist in Ostdeutschland niemals richtig angekommen und die Linke nie so richtig im Westen. Jetzt entsteht so langsam eine gesamtdeutsche Politiklandschaft und in dieser gibt es keine rot-grüne Mehrheit mehr. In Niedersachsen wurde letztes Jahr die einzige, noch verbleibende rot-grüne Landesregierung in einem Flächenland abgewählt.

Für die BRD Linke waren die Kontrolle über die Medien das ultimative Machtinstrument, deshalb hat es sie auch immer magisch angezogen. Nun sitzen sie da und veranstalten einen Schneesturm in der Filterblase wie die MeToo Debatte.

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akarsu0 25.01.2018, 16:38
3.

Eine sehr gute Kolumne, Herr Fleischhauer ist auch der einzige jornalistas den ich bei SPON ernst nehmen kann. Ich war auch immer links, aber die linken von heute haben nichts mehr mit links zu tun. Das Problem ist das die linke versucht (allen voran die grünen) viele Themen zu verbieten. Wenn die Meinung denen nicht passt wird die Person und ihre meine geächtet. Sie fühlen sich moralisch überlegen und diskutieren wie in dem Artikel steht über Themen die keinen normalen Menschen bewegen.

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Circular 25.01.2018, 16:39
4. Auch in Deutschland hofft man noch

auf die Geschichte vom Tellerwäscher zum Millionär und hat dabei übersehen, dass die Spülmaschine dem Tellerwäschen den Einstieg schon längst streitig gemacht hat.

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Nikkel1234 25.01.2018, 16:39
5.

Beim letzten Absatz muss ich klar widersprechen. Wie sich in den USA zeigt verstärkt die Identitätspolitik die Gräben sogar, indem sie bestimmten Geschlechtern oder Rassen Privilegien zuspricht. So ist der Schwarze grundsätzlich unterpriviligiert, auch wenn er 3 Villen besitzt, gegenüber dem weißen Müllmann. Diese Politik bringt schleichend Rassen- und Geschlechtertrennung zurück, nur aus der anderen Richtung.

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muellerthomas 25.01.2018, 16:40
6.

Zitat von Olaf
Es gibt zwei linke Lager in Deutschland, weil die Wiedervereinigung links noch nicht vollzogen wurde. Da ist einmal die aus der SED hervorgegangene Linke, welche in Ostdeutscher Tradition steht und zum anderen das klassische, rot-grüne Lager, welches in der Tradition der 68er der alten BRD steht. Deshalb ist Rot-Grün ist in Ostdeutschland niemals richtig angekommen und die Linke nie so richtig im Westen. Jetzt entsteht so langsam eine gesamtdeutsche Politiklandschaft und in dieser gibt es keine rot-grüne Mehrheit mehr. In Niedersachsen wurde letztes Jahr die einzige, noch verbleibende rot-grüne Landesregierung in einem Flächenland abgewählt. Für die BRD Linke waren die Kontrolle über die Medien das ultimative Machtinstrument, deshalb hat es sie auch immer magisch angezogen. Nun sitzen sie da und veranstalten einen Schneesturm in der Filterblase wie die MeToo Debatte.
Naja die Grünen haben bei der BTW das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte geholt und würden das bei Neuwahlen wohl noch übertreffen.

Und linke Macht über Medien? Denken Sie dabei an Welt, Bild oder FAZ, um mal drei der vier auflagenstärksten Blätter in Deutschland zu nennen?

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HansSzymanski 25.01.2018, 16:41
7. Stimmt so

Das stimmt, hat aber eine einfache Begründung. Es waren besonders die 1. Akademiker aus den Arbeiterhaushalten, die noch am eigenen Dasein erlebt hatten, wie schwer ihr Vater sein Geld verdienen musste. Voller Elan wollten Sie dann das Dasein der Malocher verbessern. Dann erklommen sie und ihre Nachkommen sozialen Rang und die Erinnerung und Abstiegsängste verdrängten das Ererbte.

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KaroXXL 25.01.2018, 16:42
8.

"Sogar die Debatte über Tierschutz rangierte mit zwei Prozent noch weiter vorn."
Das ist doch der wirkliche Skandal, nur 2 % !?!
Dass "metoo" auf 1% kommt ist immerhin 0,99% mehr als ich erwartet habe...

Aber zum Thema: die heutige Linke hat mit der klassischen Linken nicht mehr viel gemein. Klassenkampf, Arbeiterklasse, Gerechtigkeit, Kapitalismus?
Stattdessen Einseitigkeit, Ideologie, Messen mit zweierlei Maß und wer Kapitalismus kritisiert ist eh Antisemit..
Auch ein Blick auf die Partei Die Linke zeigt das gut... da sind nur noch wenige klassiche Linke übrig die vom Rest angefeindet werden.

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dweik01 25.01.2018, 16:43
9. Prositionsbestimmung

Zu der Kolumne kann ich nur gratulieren, zumal sie diesmal deutlich intellektuelle Ausführungen hat, die manch linker Meinungsmache komplett abgeht. Mir missfällt aber mal wieder die Überschrift, setzt sie doch voraus, daß es da einen "Kampf" gibt und subsumiert, daß da eine Bewegung nach rechts im Gange sei. Dazu müsste man erst mal eine Positionsbestimmung durchführen, wo die Gesellschaft gerade ist UND ihre Bewegung wohin sie wandert. Abgesehen davon, daß links & rechts stark vom eigenen Standpunkt abhängt könnte es zudem sein, daß die Gesellschaft selbst sich gar nicht so viel bewegt, sondern nur das was die mediale Aufmerksamkeit, Berichterstattung und ggf auch zugelassene mediale Maniuplation als solche ausmacht. Wenn man mal für eine Sekunde die Brüllköpfe der AFD weglässt, die es auch früher schon immer gab, denen die Linke vor allem in der Flüchtlingsthematik eine Steilvorlage nach der anderen liefern (weil es einfach nicht so läuft, wie die sich das vorgestellt hatten und das absehbar war), dann könnte es auch sein, daß sich nur die mediale Wahrnehmung und Linke den Bogen "links" überspannt hat. Political Correctness an jeder Ecke, man braucht demnächst schon einen anderen Wortschatz darf sich nicht frei äußern, Ehe für alle, gerne, aber gibt's nicht noch andere Probleme, Flüchtlinge Willkommen, natürlich, und was ist mit der Zuwanderung in Sozialsysteme und Unterwanderung des Rechtsstaates, Energiewende, die nicht funktioniert, weil kein Plan da ist.... dafür bleiben wirklich wichtige Themen einfach auf der Strecke. Internet ÜBERALL, Energiewende mit Plan, Flüchtlinge, aber nur die die echte Flüchtlinge sind, und dann bitte ein funktionierender Integrationsplan und ein handlungsfähiger Rechtsstaat, Pflegenotstand und Rente und wer zahlt das alles in 20 Jahren? Ich denke die Bevölkerung bewegt sich nicht nach rechts, die politische und gesellschaftliche Elite hat die Bodenhaftung verloren und war weit nach links gedriftet, hatte aber keinen Plan und kein einziges wichtiges Thema klappt! Das ist dann kein Kampf, den berechtigte Linke (Ideen) verlieren, nein, sie kommen nur auf den Boden der Realität zurück.

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