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Eliten-Diskurs: Warum die Linke den Kampf gegen rechts verliert
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Früher haben sich Politiker links der Mitte als Anwälte der einfachen Leute verstanden. Heute ist die breite Masse den Anführern eigentlich nur noch peinlich - sie gilt ihnen als vorurteilsbeladen, ungebildet und zu wenig weltgewandt.

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C. V. Neuves 26.01.2018, 10:06
160.

Z. B. auch Prof. Baberowski (Berlin) in der NZZ vom 20.5.17:
Zitat von
Vor Jahrzehnten galt als links, wer in der sozialen Frage als Anwalt der Schwachen auftrat. Heute gilt als links, was eine Wohlstandselite der Gesellschaft verordnet: staatliche Bevormundung der Bürger, Selbstbestimmung auf Kosten anderer, die Tribalisierung und Ethnisierung der Gesellschaft, offene Grenzen und die Verteufelung des Nationalstaats, die Anbetung der Globalisierung, die Moralisierung aller politischen Fragen und die Rehabilitierung der Religion gegenüber der Aufklärung.
Die heutigen Linken haben immer noch nicht begriffen, dass ihre gesellschaftlichen Standpunkte bezüglich bspw. "Identity Politics" im Interesse des Neoliberalismus sind.

Dass es auf der anderen Seite auch kaum mehr Konservative, sondern fast nur noch Schergen des Großkapitals gibt, dass ist die andere Seite der Medaille.
Auch kulturell sind wir in einer finale Dekadenz angekommen wo nun wirklich nichts mehr schocken kann - nicht einmal mehr die Selbstabschaffung der Gesellschaft, die aber zum Ende des Jahrhunderts erfolgreich vollzogen sein dútfte.

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Pausen-Inkling 26.01.2018, 10:07
161.

Die ganze Armseligkeit des neuen "Konservativismus" liegt darin, dass er gesellschaftliche Probleme in schäbiger Weise gegeneinander ausspielt - und letztlich keines davon ernsthaft lösen will. Da wird vielmehr die eigene narzisstische Gekränktheit ausgetobt.

Diese Kolumne ist ein beredtes Beispiel dafür.
Viele Grüße,
Alexander Kolleth

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gantenbein3 26.01.2018, 10:11
162. Genauer gesagt

Zitat von fdb
Die Linke ist nämlich nur denen gegenüber tolerant und weltoffen, die ihre Weltansicht teilen.
...ist "die Linke," bzw. der klägliche Rest davon, überhaupt nicht tolerant und weltoffen, sondern elitär, arrogant, autoritär und jetzt auch noch lächerlich. Aber es gibt gottlob immer noch viele Menschen, die "links" denken und handeln. Die sitzen allerdings nicht morgens um 11.00 Uhr in den Cafés und warten auch nicht auf Papis Nachlass, sondern sind z.B. als EntwicklungshelferIn oder ÄrztIn in Afrika unterwegs, wo man "Rechte" selten antrifft, es sei denn um den Profit kapitalistischer Unternehmen zu mehren.

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mostly_harmless 26.01.2018, 10:15
163.

Zitat von im_ernst_56
Sie sagen "Weder die SPD noch die Grünen sind linke Parteien. Beide haben vielleicht noch einen minimalen linken Flügel. Ihre Anführer stehen jedoch für neoliberale Politik." Was verstehen Sie denn unter neoliberaler Politik? Ist in Ihren......
Wenn ich mal aushelfen darf: Das von rot-grün initiierte größte Schleifen des Sozialstaates in diesem Jahrtausend auf diesem Planeten kombiniert mit der größten Wohlstandvernichtung bei Arbeitnehmern. DAS ist neoliberale Politik.
Und die Linke hat selbstverständlich ein Konzept. Darüber berichten die Medien dieses Landes nur kaum bis gar nicht. Aber sind wir mal ehrlich: Ihr letzter Satz beweist, dass Sie an Fakten ohnehin kein Interesse haben.

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Anna156464641156 26.01.2018, 10:22
164.

Zitat von wahrsager26
Na ja,so ganz folge ich Ihnen nicht! Wie kommt es zu der unrealistischen Forderung, die Krankenversicherungen und andere damit zusammenhängende Kosten 'abzusenken',massiv.Wollen Sie das Bind der SPD zementieren, nur Geldverteiler zu sein? Geld anderer Leute zu verteilen? Danke
Wieso unrealistisch? Wie kommen sie darauf? Dem Gedanken muss ein neoliberales Weltbild dahinter liegen und der Glaube, daß die Politik den „Naturgesetzen“ der Märkte nichts Entgegensetzen zu können. Aber ich kann Ihnen sagen, man kann die Strukturen der Krankenkassen verändern. Gucken Sie sich dazu mal das Konzept der Bürgerversicherung an.

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Anna156464641156 26.01.2018, 10:22
165.

Zitat von mother_sky
Junge Menschen (hier: Jusos) mögen lebensunerfahren sein, aber in puncto Familiennachzug scheinen sie ein untrügliches Gespür zu haben, was geschehen könnte, wenn es dazu nicht kommt. Wie werden sich die vielen jungen, ......
Nein das glaube ich nicht, und ich halte den Familiennachzug auch für sehr wichtig. Aber das als K.O. Kriterium zu benennen finde ich komisch. Nur eine jüngere Delegierte kam auf die Idee daß das festlegen des Rentenniveau nur den Status Quo erhält und für sie einfach überhaupt keine Verbesserung darstellt und deshalb die Koalitionsverhandlungen abzulehnen sei, bzw. da kein Fortschritt erreicht wurde, den die SPD Führung aber so angepriesen hat. Was ich jetzt für ein viel entscheidenderen Punkt halte, der auch mehr Wähler betrifft, als irgend ein Thema um Flüchtlinge. Und das ist auch auf den Artikel bezogen, in dem Herr Fleischhauer ähnliches anhand des Beispiel von MeToo sagt.

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Paule Paulson 26.01.2018, 10:24
166. So ist es

Ich habe immer SPD gewählt, aber nun wähle ich seit 5 Jahren Piratenpartei, weil erstere mit diesem postfeministische Gehabe einfach unwählbar geworden ist. Es tut mir in der Seele weh, aber momentan geht es nicht anderes. Die Hoffnung bleibt, dass nach dem Trumpschock und einigen weiteren Schocks eines Tages doch wieder Vernunft einkehrt. Dann kehre ich und sicher auch viele andere Wähler wieder zurück.

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mother_sky 26.01.2018, 10:28
167. Frust in der neuen Heimat

Zitat von spmc-12355639674612
Sie glauben, die Eliten würden gestürzt? Ich glaube, Sie irren sich gewaltig. Die einen Eliten werden höchstens von den anderen Eliten verdrängt. Und Sie glauben wirklich, dass versucht werde, "an den Unis ausgearbeitete theoretische Konzepte rigoros in die Praxis umzusetzen"? Gehört dieses Denken nicht inzwischen in die Welt der Märchen und Träumereien? Die modernen .....
Zum Beitrag Nr. 121: In zwei Punkten möchte ich Sie korrigieren: Erstens: Miet- und Immobilienpreiserhöhungen - gerade in Ballungsgebieten - sind für den kleinen Mann ein fast schon existenzielles Problem, das durch Wohnungsknappheit in Folge massenhafter Zuwanderung zusätzlich verschärft wird - und auch weil es viel zu wenige Sozialwohnungen gibt und in puncto Wohnungsbau der Staat bzw. die Politik aktiv werden müsste. Leider geschieht diesbezüglich viel zu wenig, es bleibt bei Absichtserklärungen, gerade in Wahlkampfzeiten. - Zweitens: Ungeregelte massenhafte Zuwanderung von Menschen aus muslimischen Ländern, die die Werte des Westens verachten, aus bildungsfernen Schichten und aus patriarchalen Familien überfordert angesichts halbseidener Integrationsbemühungen (erschwerter Familiennachzug) selbst eine derart freie Gesellschaft wie die unsrige, von den horrenden Kosten der schulischen und beruflichen Bildung sowie der menschenwürdigen Unterbringung und Verpflegung dieser Menschen einmal abgesehen. Der soziale Friede scheint aufgrund des sich anbahnenden Verdrängungswettbewerbs auf dem Arbeits- (speziell im Niedriglohnbereich) und Wohnungsmarkt sowie im Hinblick auf unser über die Maßen beanspruchtes Sozialsystem in Gefahr. Im Übrigen kann eine Integration nicht gelingen, solange Familiennachzug politisch nicht durchsetzbar ist, zumal auch "Flüchtlinge" ein Sexualleben und auch ein Recht darauf haben und zumal sie auch ständig konfrontiert sind mit weiblichen Reizen, mit denen hier im freien Westen ja nicht gegeizt wird, bei ihren Bemühungen um Kontaktaufnahme aber weitgehend zurückgewiesen werden. Was für einen Frust müssen diese jungen Männer wohl haben?

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Zweihorn 26.01.2018, 10:32
168. Das Kümmern . .

. . um "Nischenprodukte", wie zum Beispiel das berühmte Genderklo in einigen Unis oder das Übermalen von Kunst ist keine erfolgreiche, beachtenswerte Politik von Links. Es gibt einfach zu wenig Leute, die das interessiert. So richtet man sich schön warm in der muckeligen Ecke von Scheinerfolgen ein und wundert sich bestenfalls, warum man nicht so ernstgenommen wird, wie man glaubt, dass es einem gestandenen Linken zusteht.
Erfolgreiche Politik braucht auch immer Themen und Anlässe, die wirklich viele Menschen berühren und keinen Elfenbeinturm.

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mitverlaub 26.01.2018, 10:32
169. Mal wieder

eine sehr gute Kolumne von Herrn Fleischhauer, danke! Sie sprechen mir aus dem Herzen, wer sich nicht dem linken Weltbild unterordnet, ist ein Rechtsradikaler, wer es wagt, unhaltbare Zustände, die sich seit 2015 in allen deutschen Städten zeigen, anprangert, ist ein Rechtsradikaler, wer es wagt, die Regierung zu kritisieren, ist ein Rechtspopulist. Diese Liste könnte so fortgeführt werden, doch es ist sinnlos, weil die, die ehemals stärkste Opposition gegenüber den Regierenden, nämlich die unabhängige Presse, ebenfalls zum linken Mainstream verkommen ist. Umso wichtiger ist es, daß es noch Journalisten wie Herrn Fleischhauer gibt.

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