Forum: Politik
Empörung über britischen Premier: "Cameron ist ein Feigling"

Was ist da los auf der Insel?*David Camerons sture Haltung*auf dem EU-Gipfel*sorgt für*viel Frust.*Ungewöhnlich deutlich schimpfen viele Europaabgeordnete*über Großbritanniens Premier. Ihre Botschaft an die Briten:*Es geht auch ohne euch.

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kalzifer 09.12.2011, 15:40
1. Blick über den Tellerrand

Es macht Sinn, auch ausländische Pressestimmen zu studieren. Es macht aber auch Sinn, einmal einen Blick in britische Online-Medien zu werfen. Auf der Seite des Daily Mirror erfährt man dann z.B., wie Sarkozy Herrn Cameron mit fiesem Grinsen den handshake verweigert.

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Andr.e 09.12.2011, 15:46
2. .

Zitat von
"Cameron ist ein Feigling"
Oh, da ist wohl noch viel mehr im Busch;-)*
Müssen wir uns etwa wirklich Sorgen um den Euro machen?

*War nur Cohn-Bendit, der für sein diplomatisches Geschick ja nicht gerade bekannt ist.

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wolffsohn 09.12.2011, 15:47
3. Cameron, Führer Britanniens?

Die NPD hätte sich über einen Parteiführer wie Cameron in Deutschland ganz sicherlich überschwänglich gefreut: "Andere abkochen und sich auf Dauer von der Weltgemeinschaft isolieren" heißt hier die Devise, die zwar dem eigenen Land mehr schadet, als den anderen, aber offenbar durch den englischen Führer nicht überblickt werden kann. Wer die Isolation möchte, der sollte auch dahingehend unterstützt werden. GB ist für die EU seit Beginn an nur ein lästiger Klotz am Bein und sollte auch als solcher entsorgt werden!!!

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parisien 09.12.2011, 15:51
4. Schade

Zitat von sysop
Was ist da los auf der Insel?*David Camerons sture Haltung*auf dem EU-Gipfel*sorgt für*viel Frust.*Ungewöhnlich deutlich schimpfen viele Europaabgeordnete*über Großbritanniens Premier. Ihre Botschaft an die Briten:*Es geht auch ohne euch.
Cameron spricht das aus, was viele Briten in ihrer splendid isolation immer noch denken.
Außerdem sieht er seinen Finanzplatz gefährdet , der ein wichtiger Bestandteil der brit. Wirtschaft zu sein scheint.
GB muss nur langsam damit rechnen, dass die Stimmung auf dem Kontinent ( im eigentlichen "Europe", nach brit Lesart ) , die GB immer noch wohl gesonnen war, umkippt , so dass sich nicht-britische Regierungen veranlasst sehen könnten, aus der splendid eine terrible and real isolation zu machen.

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phboerker 09.12.2011, 15:52
5. vollkommene Überreaktion

Was soll die ganze Empörung? Warum sollte für die Briten Anlass bestehen, etwas an der EU zu ändern? Die haben ja schließlich nicht den Euro und damit keines der aktuellen Probleme. Aus britischer Sicht gibt es keinerlei Grund, einen massiven Umbau der EU zu akzeptieren, nur weil 17 von 27 EU-Staaten sich mit dem Euro tief in die Sch... geritten haben.

Pacta sunt servanda, das gilt auch für die EU-Verträge. Will man Verträge ändern, geht das nun einmal nur mit der Zustimmung aller Vertragspartner. Da wird ja nun nicht mal eben eine kleine Änderung der AGBs vorbereitet.

Bei undiplomatischen Äußerungen wie jener vom Nachwuchs-Marktgrafen muss EU-Architekten wie Genscher und Kohl schwindlig werden.

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Putenschnitzel 09.12.2011, 15:53
6.

Die parteiübergreifende Einigkeit zwischen Union, FDP, Grünen und Sozialdemokraten im EU-Parlament ist schon ungewohnt. Das gebe ich zu, aber sie ist absolut notwendig.
Großbritannien muss dazu gebracht werden, sich zu entscheiden. Entweder ganz rein in die EU mit allen Konsequenzen oder ganz raus. Immer nur alles torpedieren und Kompromisse so lange verwässern, bis sie am Ende eher schaden als nützen, bringt niemandem etwas.

Es gibt im Grunde nur zwei Wege, die nötige Finanzmarktregulierung in Europa durchzuführen und zu gewährleisten. Man muss in jedem Fall die britische Bankerzockermafia vom innereuropäischen Markt abkoppeln und sie auf die Rechte eines normalen außereuropäischen Drittstaates, beispielsweise der Schweiz, beschränken. Dann könne britische Banken zwar noch in Europa engagiert sein, aber eben nur zu den Bedingungen und unter der Regulierung, die dann in Europa gilt.

Das kann man auf zwei Wege schaffen:
Entweder man bringt die Briten dazu, sich selbst zu entscheiden und aus der EU auszutreten, wie Bütikofer von den Grünen das vorschlägt.

Oder die EU wird schlichtweg neu gegründet, wie Lambsdorff das vorschlägt. Institutionen, Gebäude, Gerichtshof und Verwaltung kann man dabei glatt übernehmen, den Vertrag auch (idealerweise sogar in verbesserter Form inklusive Fnanzmarktregulierung, Schuldenbremsen, etwas effektiveren Strukturen usw.). Dann unterschreiben alle willigen den neuen Vertrag und der alte wird zerrissen, quasi eine EU 2.0.
Natürlich sollte Großbritannien jederzeit der Weg frei sein, sich Europa wieder anzuschließen, aber wie gesagt zu europäischen Bedingungen und ohne faule Kompromisse.

Eine Eu 2.0 könnte Europa wirklich voranbringen, denn an Europa wird auch in Zukunft kein Weg vorbeiführen. Sie ist der größte, stärkste und homogenste zusammenhängende politische und Wirtschaftsraum des ganzen Planeten. Kein Land außerhalb Europas kann es sich leisten, hier nicht vertreten zu sein. Wenn Großbritannien als ewiger Blockierer außen vor ist, kann Europa als ganzes auch endlich selbst und unabhängig die Bedingungen bestimmen, die vor allem in Sachen Finanzmarktregulierung hier zu befolgen sind.

Viele Grüße

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r-le 09.12.2011, 15:59
7. Noch nicht mal Äpfel mit Birnen

Zitat von kalzifer
Es macht Sinn, auch ausländische Pressestimmen zu studieren. Es macht aber auch Sinn, einmal einen Blick in britische Online-Medien zu werfen. Auf der Seite des Daily Mirror erfährt man dann z.B., wie Sarkozy Herrn Cameron mit fiesem Grinsen den handshake verweigert.
Und? Was soll das heißen? Was hat eine "fiese" Geste mit den Auswirkungen des Vetos von Cameron zu tun? Wissen Sie worum es hier eigentlich geht?
Und die britischen Medien übrigens kramen mal wieder die Angst vor den Deutschen (und Frankreich) aus (den 2. Weltkrieg inkl.). Ich habe die Mendien verfolgt und auch die Kommentatoren. Das mag nicht repräsentativ sein, aber Du meine Güte, was für eine Geisteshaltung, 70-200 Jahre alt...

Ich habe sehr gute persönliche und berufliche Kontakte in England, aber manchmal "spinnen die Briten".

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BonChauvi 09.12.2011, 16:00
8. Cameron ist kein Feigling

Zitat von sysop
Was ist da los auf der Insel?*David Camerons sture Haltung*auf dem EU-Gipfel*sorgt für*viel Frust.*Ungewöhnlich deutlich schimpfen viele Europaabgeordnete*über Großbritanniens Premier. Ihre Botschaft an die Briten:*Es geht auch ohne euch.
Cameron hat recht. Er soll die Resteuropäer ihren Murks machen lasen. Ihm jetzt vorzuwerfen, dass er diesen total vermurksten EURO nicht will ist doch eine Dreistigkeit sonder gleichen.

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Roßtäuscher 09.12.2011, 16:01
9. Drei Kommentare - drei Meinungen - schlecht und gut

Zitat von sysop
Was ist da los auf der Insel?*David Camerons sture Haltung*auf dem EU-Gipfel*sorgt für*viel Frust.*Ungewöhnlich deutlich schimpfen viele Europaabgeordnete*über Großbritanniens Premier. Ihre Botschaft an die Briten:*Es geht auch ohne euch.
Roland Nelles betrachtet "Auf Wiedersehen, England" etwas skeptisch und nicht mal so gut für die EU. Philipp Wittrock sagt "Merkel zahlt hohen Preis für ihren Sieg" und ist ähnlich skeptisch.
"Cameron ist ein Feigling" titeln Veit Medick und Annett Meiritz. Wobei der ~Feigling~ von Daniel Cohn-Bendit stammt. Aber, grundsätzlich geht es ohne "Great Britain", zumal Cameron tönt, er wäre froh nicht in Schengen zu sein und den € wollen die etwas anderen Engländer als der Rest von Europa, nicht Europa und der Rest - die Engländer, auch nicht einführen.
Die Engländer fahren auch nach wie vor links, warum eigentlich. Warum ist Schweden erst 1967 von Links auf Rechts gewechselt. Der Rechtsverkehr soll Vorteile bringen. Liegt es daran, dass Engländer überwiegender Linkshänder sind als wir Europäer vom Kontinent??
Es ist sicher eine Lebensart, Extraordinary oder außergewöhnlich zu sein, aber zu viel ist dann doch zuviel. Man soll nicht so viel so dick auftragen, sonst schlägt es wieder ins krasse Gegenteil um.

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