Forum: Politik
Ende des Protestpartei-Hypes: Piraten erleiden Schiffbruch

Internet und Datenschutz, diese Formel reichte der Piratenpartei zu einem beachtlichen Aufstieg. Doch damit ist es jetzt vorbei: Die inhaltliche Ausrichtung ist unklar, die Führung rein männlich - und der letzte Parteitag geriet zur Farce. Weitere Wahlerfolge sind denkbar unwahrscheinlich.

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Jochen Kissly 24.05.2010, 08:05
1. Unwählbar

Nunja, eine Partei die einen Herrn Tauss in ihren Reihen duldet ist doch unwählbar!

Das allein reicht für mich schon diesem schmierigen Laden den Rücken zu kehren!

Die frauenverachtende Politik kommt dazu!

Ein Chauvihaufen - mehr nicht!

JK

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OlafKoeln 24.05.2010, 08:23
2. Totgesagte leben meist länger ....

Zitat von sysop
Internet und Datenschutz, diese Formel reichte der Piratenpartei zu einem beachtlichen Aufstieg. Doch damit ist es jetzt vorbei: Die inhaltliche Ausrichtung ist unklar, die Führung rein männlich - und der letzte Parteitag geriet zur Farce. Weitere Wahlerfolge sind denkbar unwahrscheinlich.
Totgesagte leben meist länger .... die Grünen wurden früher auch oft totgesagt. Immerhin sitzt die FDP als Ein-Themenpartei auch in der Regierung :-)

Die Piraten haben die Chance zur Konsolidierung. Ich hoffe, sie nutzen sie.

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franklinber 24.05.2010, 08:34
3. Protest heißt nicht gleich Links!

Und wenn diese Partei nicht sagt in welche Richtung Sie außerhalb der Internetproblematik will, muss man befürchten, das die Stimme des Wählers sich in eine für Ihn nicht gewollte Richtung bewegt.

Links und Grün kann man schon zu genüge wählen, aber Bürgerliche Protestparteien trauen sich nicht oder werden mit der PC Keule sofort nach Gründung erschlagen, insbesondere von unseren so "wichtigen" Öffentlich rechtlichen TV und Radio Sendern, welche sich immer so gerne als unabhängig geben!

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stanis laus 24.05.2010, 08:45
4. Auch hier wird de Spiegel sich irren

Weil er nicht mitbekommen hat, dass die Wähler von den etablierten Parteien -die längst nur sich selbst und nicht das Volk vertreten- wegwollen und nur noch "Protest" wählen. Inhalt ist dann eigentlich egal. Schlagworte ersetzen -wie bei den Etablos- wirklich Inhalte. Es ist die hohe Zeit der Vereinsmeierei. Das darf der Spiegel -als Sprachrohr der Etablos- natürlich nicht vermelden.

Jede Wahl der letzen Zeit zeigt es. Und es zeigt sich dabei, dass die versammelte Medien (und bezahlten Politikforscher) es nicht zur Kenntnis nehmen wollen.

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Flakes 24.05.2010, 08:48
5. Orientierungsphase

Zitat Spiegel: >> In das Links-Rechts-Schema der Parteienlandschaft lassen sich die Piraten jedenfalls nicht einordnen, die Wähler bleiben ratlos zurück. <<
Ich kann der These des Redakteurs nicht folgen. Das traditionelle Links-Rechts-Schema hat ausgedient. Die Gesellschaft lässt sich nicht mehr in die Traditionsvereine solidarische Arbeiterschaft und rheinischer Katholizismus unterteilen. Fakt ist, dass beim Wähler die Thesen unterschiedlicher Parteien Sympathie erhalten und die letzliche Wahlentscheidung mehr von taktischen Erwägungen, als von traditioneller Gruppenidentität geprägt ist. Insofern spiegeln die Piraten die Wirklichkeit wider.
Ein mangelnder Wahlerfolg in NRW schreibe ich in erster Linie dem Drang zur Ablösung von Rüttgers zu. Die Wähler haben hier ihre Priorität gesehen, da mussten die Piraten mit ihren Themen zurückstecken.
Was die erweiterte programmatische Ausrichtung angeht, gebe ich dem Autor recht, da fehlt noch vieles. Das sehe ich aber nicht so eng. Die Grünen haben 20a gebraucht, um vom esoterischen Wollsockenverein zur ernsthaften Partei zu werden. Wichtig ist vielmehr, dass man diesen Prozess überhaupt einleitet und in demokratischer Art bei den Themen konvergiert. Das kann nur langsam und stetig funktionieren, sonst verliert man die halbe Mannschaft auf dem Weg. Die Grünen haben es auch hinbekommen, die Wählerschaft steigt, obwohl Grün inzwischen in allen Parteien angekommen ist, also kein Grund zur Selbstversenkung.
Die Piraten sind inzwischen dank Rückenwind aus der Hafeneinfahrt raus, nun muß man segeln üben und am Ende gibt es bestimmt eine tolle Regatta - und zu Entern gibt es auch Einiges.

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prandtner 24.05.2010, 08:59
6. Früher Tod durch Erfolg

Nun ja, immerhin haben die Piraten ein ihnen wichtiges Thema in sehr kurzer Zeit im Mainstream verankert. Einige Dinge, die die etablierten Parteien vorher durchsetzen wollten, wird es in dieser Form nicht geben. Die haben eben etwas bewegt, bevor sie in Parlamente gekommen waren.

Ist ja gar nicht so eine schlechte Bilanz in Zeiten, in denen die Parteien, welche die Bundesregierung stellen, eigentlich nichts bewegen.

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mastergreg 24.05.2010, 09:00
7. Bin selbst Pirat

Es geht nicht um die Partei, sondern um die Sache. Die Themen Internet, Bürgerrechte & Co. werden von den etablierten Parteien schlicht vernachlässigt. Selbst die FDP glänzt hier nicht.
Um das Bewusstsein für diese Themen zu wecken wurde die Piratenpartei gegründet. Durch den Achtungserfolg von 2,0% bei den Bundestagswahlen wurde auch in Berlin zur Kenntnis genommen, dass man nicht an der Gesellschaft vorbei regieren darf.
Der Autor des Artikels geht auch auf wichtige Punkte ein und beschreibt zutreffend, dass sich bei den etablierten Parteien in diesem Themenspektrum was tut, wenn meiner Ansicht auch nicht genung. Ich bin froh, dass die Existenz der Piraten dazu beiträgt die Sensibilität für die Themen des 21. Jahrhunderts zu wecken. Wäre natürlich schön in Parlamente einzuziehen, jedoch sollte nicht jeder Preis dafür gezahlt werden. Ich finde gut, dass die Piraten an ihrer Idee festhalten und nicht beliebig sind. Schließlich geht es nicht um Macht, sondern um die Sache selbst.
Dass die Kernthemen der Piraten auch von anderen als wichtig erachtet werden, ist auch ein großer Erfolg.

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serafino 24.05.2010, 09:05
8. Jetzt mal langsam

Ach was. Da wird nur wieder eine politische Kraft schlecht geredet. Und SPON scheint die Piraten nicht sonderlich zu mögen, das kommt ja öfters vor.

Die Piraten sind eine sehr junge Partei, die sich erstmal selber finden muss. Seit wann haben die Piraten in D größeren Zulauf? Seit einem Jahr? Deswegen ist es vollkommen normal, dass es Anlaufprobleme gibt, wie ziemlich knappes Parteiprogramm, wenig Frauen, etc. Allerdings die 1,5% bei der NRW-Wahl darauf zu schieben ist Quatsch. Auch die FDP bekommt bei Landtagswahlen weniger als bei Bundestagswahlen. Liegt einfach an der Ausrichtung der Themen. Und viele potentielle Piratenwähler wollen Rüttgers weg haben. Die Piraten brauchen jetzt einfach Zeit um sich zu etablieren und selbst zu finden. Um sich thematisch auszurichten und ihre Erwartungen etwas relistischer zu gestalten. Und dann wird man sehen, ob sie es schaffen, die sechste Kraft hier in der Republik zu werden oder ob sie in der Nische der Splitterparteien festsitzen bleiben. Sie müssen ja nicht schon morgen die Bundeskanzlerin stellen, um erfolgreich zu sein.

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ruiin 24.05.2010, 09:06
9. nicht zu voreilig

Ich denke, wer sich mit dem internet und den mechanismen auskennt wird schon eine andere sicht auf die partei haben. Die Piraten machen grad eine schwere Zeit durch, die Gründungsphase. Trotz ihres Erfolges ist sie noch sehr jung. Im Endeffekt muss sie sich noch finden.

Die FDP, als Liberaler und Bürgerrechtlicher vorreiter, in der Krise und eigentlich nur noch wirtschaftsliberal.

Piraten sind sicher eine links liberale alternative und im Endeffekt mit ihrem Patent Copyright programm schaffen sie freiheit in der Wirtschaft von dem sich so mancher FDPler ne scheibe abschneiden kann.

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