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Ende des Zweiten Weltkriegs: Das schwierige Erinnern
DPA

Zum 70. Mal jährt sich am 8. Mai das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa. Das Gedenken an die NS-Herrschaft ist vor dem Hintergrund aktueller Krisen für die Kanzlerin und die deutsche Politik keine einfache Aufgabe.

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fafnir 26.04.2015, 19:02
1. Schwierig.

Ohne Zweifel war es ein Tag der Befreiung. Ob wir mit der Dauerbezeichnung "Nazi-Deutschland" , "Nazi-Soldaten" ect. der Sache gerecht werden wage ich zu bezweifeln. Es waren deutsche Soldaten und deutsche Armeen die diesen Krieg geführt haben. Der Zusatz Nazi hôrt sich so an, als wenn wir nicht wirklich etwas safür konnten und irgendwie waren es keine Deutschen. Es waren Nazis. Nicht gut.
Davon ab - wir können ohne Scham auch unsere eigenen Toten, Flüchtlinge, Vergewaltigungsopfer, Bombentote u.ä. bedauern und betrauern. Wir mûssen es sogar, wenn wir irgendwann mal wieder eine Nation sein wollen.
Und für jeden den das stört sei eins gesagt: Eurooa erwartet von den Deutschen eine Führungsrolle, ob wir wollen oder nicht. Schaut alle mal auf eine Landkarte.

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bellfleurisse 26.04.2015, 19:08
2. Was ist so schwierig

daran der Befreiung und der Opfer des Krieges zu gedenken?
Ist es so schwierig für Merkel und Co weil eine große Anzahl Deutscher lieber verdrängt und meckert und mault?
Ist es so schwierig, die Dinge beim Namen zu nennen, heute noch?
B E F R E I U N G
Dafür muss man dankbar sein. Den Amerikanern, den Franzosen, den Briten, den Sowjets. Dankbarkeit meint keine Teilnahme an Militärparaden (wie so oft in den letzten Jahrzehnten.

Die deutsche Politik täte gut daran, gerade jetzt, 70 Jahre nach Ende des furchbaren Krieges auch derer zu gedenken, die als Deutsche, Vertriebene und Kanonenfutter, ich denke z.B. an die Kinder und Männer des Volkssturm, so viel schreckliche Erfahrungen machen mussten.

Die Regierungsmitglieder gedenken der Opfer die die Alliierten für Deutschland zu beklagen haben. Sie gedenken der Grausamkeiten gegen Juden, Homosexuellen, Kommunisten, Behinderten und allen Insassen und Toten in den KZ.
Noch immer kein offizielles Wort zu denen, die ihre Heimat verloren haben.
Das aber würde ENDLICH das (teilweise immer noch) revanchistische Gelaber der Vertriebenenverbände abstellen helfen.
Noch immer kein offizielles Wort über die Opfer durch Vergewaltigung durch ALLe Kriegsparteien. Auch nach der Befreiung. Und durch Angehörige aller Alliierter.


Gedenken ist nie schwierig. Es braucht nur Anstand , Aufarbeitung und Dankbarkeit für die Möglichkeit in Frieden und Freiheit zu leben.

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kojak2010 26.04.2015, 19:09
3.

im zweiten WK sind insgesamt 56 Millionen Menschen gestorben. Nur so zur Info.

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hubertrudnick1 26.04.2015, 19:28
4. Eigene Vergangenheit

Es ist für alle Völker immer ein schwieriger Umgang mit der eigenen Vergangenheit, noch dazu, wenn man der Welt und deren Menschen so viel Leid angetan hat, aber wichtig ist, dass man daraus seine Lehren gezogen hat, wobei sich das zwar nie wieder wiederholen sollte, aber leider werden von uns Menschen solche Dinge nie ganz unterdrückt.
Wir erleben es auf der ganzen Welt, dass es immer wieder zu solchen schrecklichen Dingen kommen kann und oft sind wir machtlos und schauen nur zu und lassen solchen Leuten/Verbrecher walten.
Mit dem Sieg über den deutschen Faschismus hat die Welt versucht neue durchzustarten und sich geschworen, dass es ab jetzt eine friedliche Welt geben wird, aber es waren nur Versprechungen, die nicht eingehalten wurden.
Menschen werden weiterhin in Gefangenlager gehalten, gequält, gefoltert und ermordet und es werden weiter ständig neue Kriege vom Zaun gebrochen, alles nur, um einer Gruppe ihren Machtanspruch zu sichern und auszubauen, gerade in der jetzigen Zeit können wir es miterleben, dass die Welt in Kriegen verstrickt ist und das viele Menschen ihr Leben und ihre Heimat verlieren und viele auf die Flucht sind und selbst wir, die in scheinbaren sicheren Gebieten leben unternehmen zu wenig, um die Flüchtlinge aufzunehmen.
Der 8.Mai sollte uns daran erinnern, dass die Welt sehr zerbrüchlich ist und uns auffordern von unserer Seite positive Zeichen zu setzen.
Wir brauchen dabei nicht mal über das Mittelmeer schauen, auch bei uns in Europa brodelt es und auch hier kämpfen und töten sich Menschen gegenseitig und das nur weil einige erneut die Machtfrage stellen.

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ornitologe 26.04.2015, 19:38
5. Das Ende des 2WK

ist in jeder Hinsicht positiv zu werten. Die Diskussion darüber, wer die Deutschen denn nun mehr befreit hätte, Russen oder Amerikaner, sehe ich angesichts einiger immer noch unklarer Zustände in unserem Land als nicht zielführend an. Jedes Kriegsende ist ein begrüßenswerter Akt - besser wäre es natürlich, es hätte erst keinen Krieg gegeben. Die deutschen haben es allerdings versäumt, die Geschichte des 2WK und die Zeit danach zum Anlass zu nehmen, sich wieder als ein selbstbestimmtes, friedliches Volk zu erkennen. Das wir eines sind, daran besteht kein Zweifel. Allerdings haben wir es in den vergangenen 70 Jahren nicht gelernt ohne innere Spannungen mit dem Thema 2WK umzugehen.

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hubertrudnick1 26.04.2015, 19:45
6. Verrohung

In allen Kriegen und das von allen Seiten geschied zwangläufig eine Verrohung, das abändern kann man, in dem man die Kriege verhindert.
All diejenigen, die immer sagen, dass hätte wir nie gemacht und zugelassen, die machen uns nur was vor, denn die Geschichte hat uns aufgezeigt, dass auch solche Verbrechen nicht nur früher getan wurden, sondern auch nach wie vor von allen Seiten geschehen, die Berichterstattung von all den Kriegen, die nach 1945 stattgefunden haben, sprechen eine eigene Sprache und sie zeigen erneut auf, dass wir Menschen nichts dazugelernt haben.
Also nicht nur auf die Vergewaltigungen der Russen schimpfen, auch andere taten und machen es.
Kriegsverbrechen werden immer schon mit der Inzenierung der Kriege aufgerufen, sie zu verhindern sollte unsere Aufgabe sein.

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bellfleurisse 26.04.2015, 19:57
7. Ich war so wütend

Zitat von kopp
Völlig deplatziert war die offensichtlich gefühlskalte 'Wissenschaftlerin' mit ihren Kommentaren zu den Gräueltaten an deutschen Vertriebenen.
über diese Kommentare, dass ich eine Mail geschrieben habe mit Fragen und Fakten.

Es ist und bleibt unerträglich, wenn Grausamkeiten, die ein Mensch erlebt abqualifiziert werden in dieser Art.

Viele haben sich schuldig gemacht, viele waren unmenschlich grausam. Viele Brandstifter, viele Täter. Mitwisser, Dulder.


Solche Taten aber sind keine Rechtfertigung dafür die gleichen Taten zu begehen

Solche Taten können psychologisch erklärt werden mit der Schuld die viele auf sich geladen haben, mit dem Rachegedanken.

Einer Anerkennung des Leids der Opfer steht die Schuld (anderer) nicht entgegen. Das hat diese Person einfach nicht begriffen.

Leider aber eben auch unsere Gesellschaft nicht.
Das Leid bestialisch vergewaltigter Frauen, Kinder (sicher auch von Männern), das Leid der Vertriebenen. Das will keiner hören. SCHULD, schreien dann die anderen, die Angst haben um den Platz auf der Opferliste....

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spon-facebook-10000122439 26.04.2015, 20:05
8.

Zitat von bellfleurisse
daran der Befreiung und der Opfer des Krieges zu gedenken? Ist es so schwierig für Merkel und Co weil eine große Anzahl Deutscher lieber verdrängt und meckert und mault? Ist es so schwierig, die Dinge beim Namen zu nennen, heute noch? B E F R E I U N G Dafür muss man dankbar sein. Den Amerikanern, den Franzosen, den Briten, den Sowjets. Dankbarkeit meint keine Teilnahme an Militärparaden (wie so oft in den letzten Jahrzehnten. Die deutsche Politik täte gut daran, gerade jetzt, 70 Jahre nach Ende des furchbaren Krieges auch derer zu gedenken, die als Deutsche, Vertriebene und Kanonenfutter, ich denke z.B. an die Kinder und Männer des Volkssturm, so viel schreckliche Erfahrungen machen mussten. Die Regierungsmitglieder gedenken der Opfer die die Alliierten für Deutschland zu beklagen haben. Sie gedenken der Grausamkeiten gegen Juden, Homosexuellen, Kommunisten, Behinderten und allen Insassen und Toten in den KZ. Noch immer kein offizielles Wort zu denen, die ihre Heimat verloren haben. Das aber würde ENDLICH das (teilweise immer noch) revanchistische Gelaber der Vertriebenenverbände abstellen helfen. Noch immer kein offizielles Wort über die Opfer durch Vergewaltigung durch ALLe Kriegsparteien. Auch nach der Befreiung. Und durch Angehörige aller Alliierter. Gedenken ist nie schwierig. Es braucht nur Anstand , Aufarbeitung und Dankbarkeit für die Möglichkeit in Frieden und Freiheit zu leben.
Deutschland hat ca.27 Millionen Menschen in der Sowjetunion umgebracht , kein Wort daruber(wie unser BP),und Sie wollen Moskau vorschreiben ,ob eine Parade angemessen ist ,oder nicht.----

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dragondeal 26.04.2015, 20:08
9. Der 8. Mai ...

... war 1945 für die meisten Deutschen wohl eher der Tag der Niederlage und für manchen der Kriegsgeneration wird das auch ein Leben lang so geblieben sein. Erst für die folgenden Generationen ist es dann der Tag der Befreiung geworden.

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