Forum: Politik
England und die Gründe: Ist Merkel schuld am Brexit?
DPA

Die Brexit-Wähler sind entweder alte Deppen oder haben sich vertan - so erklären deutsche Medien den Ausgang des Referendums. Ebenso wahnhaft ist ihre Antwort auf den Abschied der Briten: Noch mehr Macht für Brüssel.

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Addams 27.06.2016, 17:30
430. Sie machen sich ja gar nicht erst die Mühe

ihre Frage zu beantworten. Vielmehr springen Sie auf den fahrenden Zug Brexit-Debatte auf um Ihre kruden Thesen von der Merkelschen Grenzöffnung für Flüchtlinge zu herauszukonfabulieren. Mit etwas mehr Anstand hätten Sie die Frage "Trägt Merkel eine Mitschuld am Brexit?" gestellt. Dann könnte man Ihnen zumindest keine politische Agitation vorwerfen. So aber stückeln Sie sich die Realität zusammen und zerhauen wahllos Porzellan, weil sich der rechte Pöbel daran erfreuen kann. Meinen Sie, so könne man Rechtspopulismus begegnen. Sehen Sie sich die Umfragen der CSU an und lernen Sie.
Übrigens: Die von Brexitbefürwortern an den Tag gelegte Fremdenfeindlichkeit machte sich weniger an Flüchtlingen (die haben genug Erfahrungen mit denen aus ihrem Commenwealth) sondern mit den Innereuropäischen, wie Polen fest. Ist Merkel auch daran schuld, dass die EU die Freizügigkeit der Arbeitnehmer als Grundprinzip hat? Meine Herren, von einem Schreiber Ihres Kalibers kann man doch nun wirklich mehr Inhalt und weniger Agitation verlangen, oder hat Sie der Brexit auch so mental umgehauen, wie viele echte Europäer?

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hanka-matho 27.06.2016, 17:31
431. Spezieller Wirklichkeitsbezug

Köstlich! Der Artikel sitzt, passt, wackelt und hat Luft- wie der Handwerker sagt.

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kleinbürger 27.06.2016, 17:33
432. moment

hatürlich ist merkels flüchtlingspolitik und noch mehr ihr deal mit der türkei, der den türken visa-freiheit für europa in aussicht stellte mitverantwortlich für den brexit, wer die debatte in england auch nur rudimentär mitverfolgt kann kann überhaupt zu keinem anderen schluss kommen.

das bittere, die kühle und sachliche kanzlerin, die alle stürme (griechenland usw.) wie eine eiche überstanden hat ist einmal weich, emotional geworden (ich spekuliere mal, durch die begegnung mit dem keinen weinenden mädchen der sie sagte, dass sie eventuell nicht bleiben könne), dann die zig-tausenden flüchtlinge in ungarn, sie ist in dem moment emotional nur ihrem eigenen persönlichen gewissen gefolgt und ist dabei übers ziel hinausgeschossen (mutter merkel hat uns eingeladen).

helfen ja, aber millionen nein - das war die antwort der deutschen.

dann war die unerwünschte million allerdings schon drin.

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Tuolumne Meadows 27.06.2016, 17:34
433. Natürlich....

Zitat von bernd.stromberg
Ich sehe das Problem viel eher in den plumpen Schuldzuweisungen der Rechtspopulisten an der EU. Groß-Britannien hat seit Jahrzehnten innenpolitische Probleme angestaut: De-Industrialisierung, soziale und gesellschaftliche Probleme und ein schlechtes Gesundheitssystem. Die Rechtspopulisten aber die EU - die an sich natürlich ihre Fehler hat - auch als Sündenbock für hausgemachte innenpolitische Probleme gemacht. Dazu das beschwören des "Commonwealth", Great Britain als vermeintliche Weltmacht. Fakt ist : Großbritannien ist tief gespalten und hat sich mit dieser Entscheidung sowohl in die weltpolitische Bedeutungslosigkeit, als auch noch tiefer in den wirtschaftlichen Abgrund gestürzt.
....sind die britschen Politiker und Populisten selbst schuld. Sie waren nie überzeugte Europäer. Wie soll dann der einfache britische Bürger überzeugter Europäer werden, wenn für jede hausgemachte Misere die Schuld bei der EU gesucht wird.

Bürger mit einer europäischen Identität würden nie auf die Idee kommen, aus einer EU auszutreten, da müsste schon sehr viel Frust zusammenkommen.

Die EU ist reformbedürtig und eilt von Krise zu Krise. Und.... eigentlich sollten wir den Briten irgenwo auch dankbar sein. Denn das war der richtige "Tritt in den Allerwertesten", damit die Technokraten und Politiker in endlich aufwachen und handeln.

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mcausland 27.06.2016, 17:35
434. Wahnsinn

An der Bloedheit des Wahlvolkes ist leider was dran. Komisch, dass die Regionen mit dem hoechsten Anteil an Immigranten meistens fuer den Verbleib in der EU gestimmt haben. Jene mit wenigen Neuankoemmlingen aber fast immer fuer den Austritt. Es scheint, als ob eine gefuehlte Gefahr (Immigranten ueberall) als so unertraeglich empfunden wurde, dass man an nix anderes mehr denken konnte. Wenn es mal soweit gekommen ist, sollte man zum Doktor gehen. Aber ganze Nationen koennen das ja nicht.

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DerweißEwal 27.06.2016, 17:35
435. Schmutzig

Zitat von ulli7
"Aber dass die Bilder von Flüchtlingstrecks Richtung Bayern vielen Briten eine Heidenangst eingejagt haben, darf als gesichert gelten. Wenn nicht einmal die disziplinierten Deutschen willens oder in der Lage sind, ihre Grenzen zu schützen, wem soll es dann gelingen?"
Der Satz unterschlägt die Tatsache, dass Deutschland die Grenze willentlich geöffnet hat. Erst heißt es noch "nicht willens", dann plötzlich ist es das "nicht gelingen", das Angst macht.

So wird eine freiwillige Absicht einfach umdeklariert in die Unfähigkeit, das ja Beabsichtigte zu verhindern.

Eine ganz üble rhetorische Falle, die nur belegt, dass Fleischhauer keine Belege hat, sondern sich ersatzweise welche bastelt. Und das soll Journalismus sein ?

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Trouby 27.06.2016, 17:36
436.

Zitat von J.Watson
Was so manche Schreiber von sich geben ist wirklich hanebüchen. Allein die Fragestellung. Die Britten habe abgestimmt, es also Ihr Votum. Sie (52%) wollen das beste vom Kuchen, ohne eigene Verantwortung. Schade, England! Einst Mitbegründer des Europäischen Einigungsgedanken und jetzt als erste raus?
Ich war letztes Jahr im Spätherbst in England. Die Engländer waren größtenteils völlig entsetzt, dass unsere Grenzen offen sind. Sie mussten zwar zugeben, dass sich die Deutschen moralisch anständig benehmen, aber gleichzeitig selten dämlich sind. Als Engländer wüssten sie, was Zuwanderung aus bestimmten Kulturkreisen bedeutet und wie die Folgen aussähen. Es ist realitätsfern anzunehmen, dass das bei der Abstimmung nicht wenigstens 2-3% ausgemacht hat.

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moistvonlipwik 27.06.2016, 17:36
437.

Zitat von BRDexit
Also noch einmal: Wo profitiert D vom Euro?
Natürlich gibt es - wie immer - Profiteure und Verlierer.
Die hier ansässigen Unterhemen machen aufgrund der Schwäche des Euro zusätzliche Gewinne. Zudem wird die Kapitalbeschaffung leichter: vor allem Bankkredite sind jetzt deutlich billiger.
Sollte beides wegfallen, droht ein Anpassungsschock, oft gefolgt von einem Chrash.
Sparer leiden unter den Zinsen. Frage ist nur: wen braucht die Bundesrepublik mehr - die Unternehmen oder die Sparer?

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klausbacker 27.06.2016, 17:37
438. Ja lautet die Antwort

Bei den 51,9% Brexitbefürwortern und bei der Art des Wahlkampfs dürften deutlich mehr als 2% durch die deutsche Flüchtlingspolitik zur Zustimmung zum Brexit bewegt worden sein. Und das hat gereicht und letzten Endes den Ausschlag gegeben.

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bogeydealer 27.06.2016, 17:37
439.

Zitat von orangen
Welche Gefühle hätten die Briten denn gehabt, wenn Tausende von Kriegsflüchtlingen in der Umgebung von Kufstein wie in Idomeni gelagert hätten, weil die Bundespolizei ihnen den "Trek" in das Bundesgebiet versagt hätte? Da wäre doch auf der Titelseite der Sun sofort Bilder mit Pickelhaube o.ä. abgedruckt worden.
Das wäre ehrlich gesagt, das geringere Problem gewesen.

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