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Enteignungsdebatte in Berlin: Baut auf diese Stadt
CLEMENS BILAN/ EPA-EFE/ REX

In Berlin wird Wohnen immer teurer. Jetzt will eine Initiative Großeigentümer enteignen. Eine schöne, revolutionäre Idee. Auch wenn sie wohl wenig bringt.

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Berliner42 05.03.2019, 15:46
70.

Zitat von Patrik74
1. Nur weil Leute von teuren Wohnungen in andere teure Wohnungen umziehen, werden die anderen davon nicht billiger 2. Natürlich werde viele hochpreisige Wohnungen nur als Geldanlage gekauft mit der Hoffnung auf Wertsteigerung; im Zweifelsfall stehen sie leer 3. Selbstredend sind die meisten großen Käufer keine Selbstnutzer, um die geht es aber Dass es bei solchen Projekten in ausreichendem Maße günstige Wohnungen vorgeschrieben werden, ist ein Märchen - wäre es so, hätten wir die aktuellen Probleme gar nicht. Ihnen ist die Thematik in der Tat zu hoch.
Also bitte, nein.
1. wenn eine Wohnung frei wird entlastet das den Mietmarkt. Es ist keine Rede von "billiger", aber zumindest hilft es, nicht teurer zu werden

2. die Wohnungen stehen aber nicht leer - auch nicht im Zweifelsfall. Das ist einfach Unsinn.

3.natürlich sind die meisten Käufer Selbstnutzer. Sie reden hier von Dingen, ohne Ahnung davon zu haben.

Auch Ihr letzter Punkt stimmt nicht. Die Sozialwohnungsquote liegt seit Anfang 2017 bei 30%. Wenn das nicht reicht - und vielleicht reichen auch nicht 100% - dann liegt das daran, daß zu wenig gebaut wird.

Es wird aber auch vermutlich nie reichen. Wird die Stadt günstiger, kommen mehr Leute und treiben die Preise.

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azorba 05.03.2019, 15:50
71.

das Grundgesetz ist also für die Katz? Schöner PR-Artikel für die Deutsche Wohnen und dergl. Ein echter Kuzmany mal wieder.

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im_ernst_56 05.03.2019, 15:50
72. Sozialismus 4.0?

Zitat von Susi64
Gemeinnützig und genossenschaftlich sollte Wohnraum bewirtschaftet werden. Dabei kann eine Obergrenze für den Wohnungsbestand eingeführt werden und eine untere Grenze ab der ein Vermieter nicht mehr ein Kleinvermeiter ist sondern gemeinnützig sein muss.
1. Worin sollte der wirtschaftliche Anreiz bestehen, unter diesen Bedingungen noch Wohnungen zu bauen? Oder sollen auch Bauunternehmen gemeinnützig und genossenschaftlich sein?
2. Ich gehöre zu den Glücklichen in Berlin, der ein einer Genossenschaftswohnung wohnt und auch Mitglied der Genossenschaft ist. Die Mitgliederversammlung sind immer lustig, weil es bei uns einige Super-Linke gibt, die die Genossenschaft als Schutzwall gegen den bösen Kapitalismus sehen und für die es ganz wichtig ist, dass auch diejenigen, die keine Miete mehr zahlen, wohnen bleiben dürfen, auf Kosten der anderen Genossenschaftsmitglieder/Mieter versteht sich. Könnte es sein, dass es das ist, was Sie unter gemeinnützig verstehen?
3. Worin besteht denn der Vorteil von gemeinnützig und genossenschaftlich gegenüber kommunal? Arbeitet eine Genossenschaft, die keine Gewinne erwirtschaften darf, effektiver als ein kommunale Wohnungsverwaltung? Oder klingt es einfach nur chicer als staatlich bzw. kommunal ?

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lautlos 05.03.2019, 15:54
73. Alle

Ich kann es Ihnen aus meinem Bekanntenkreis am Prenzlberg und in Friedrichshain ganz genau sagen: Alle (8 Personen) haben gegen die Bebauung des Tempelhofer Feldes gestimmt. Ich habe fassungslos gefragt, wie das Wort Gentrifizierung und ihre Empörung darüber in Einklang damit zu bringen sei. Und es wurde klar, es geht nur um eines: Es soll alles bleiben wie es ist und das ohne Preisaufschlag. Im Grunde sind diese Pseudo-Enteigner nichts anderes als stock Konservativ.

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Mohawk5 05.03.2019, 15:55
74.

Ich kann nur Jedem empfehlen sich mal die Wirtschaftskapitel der Verfassungen von Bayern oder (Süd)Baden durchzulesen:

http://www.verfassungen.de/by/verf46-i.htm

Denn da wird deutlich was die damals Konservativen (die noch christlich, bäuerlich-bescheiden waren) mit Sozialer Marktwirtschaft meinten. (Rheinland-Pfalz geht in der Urfassung auch nur ist da 2000 die FDP darüberhergefallen).
Und wenn jetzt jemand meint, das wäre doch total links und könnte doch gar nicht von den Christsozialen (die damals ihrem Namen noch gerecht wurden) möge sich dann doch zum Vergleich einfach die Hessische Verfassung ansehen (Art. 41), der übrigens per separater Volksabstimmung verabschiedet wurde.

ÜBER DAS SOZIALE WAR MAN SICH EINIG (s.a. Art. 20Abs. 1GG; Sozialstaatsprinzip) - - > Die Unterschiede bestanden hauptsächlich in der Art und Weise, soziale Plan-, oder soziale Markt- Wirtschaft. Aber dass es sozial sein musste, darüber war man sich einig.

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Berliner42 05.03.2019, 15:56
75.

Zitat von Susi64
sollte Wohnraum bewirtschaftet werden. Dabei kann eine Obergrenze für den Wohnungsbestand eingeführt werden und eine untere Grenze ab der ein Vermieter nicht mehr ein Kleinvermeiter ist sondern gemeinnützig sein muss.
Das führt auch nur dazu, daß Wohnungen günstig sind, aber knapp bleiben und an die mit der besten Bonität vermietet werden. Die mit schlechter Bonität haben dann immer noch keine Wohnungen.

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Mohawk5 05.03.2019, 16:00
76. Wirtschaftsstrafgesetz

Im Übrigen sei daran erinnert, wie auch schon ein Vorredner schrieb, dass damals das Ausnutzen von Mangel zur persönlichen Bereicherung nach dem Wstg hart bestraft wurde. - Die heute da noch vorhandene Klausel zum Mietwucher (nur noch Ordnungswidrigkeit) ist dagegen leider ein absoluter Witz.

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lautlos 05.03.2019, 16:07
77. Wien

Hier wird immer gerne Wien als Vorbild genannt. Ist aber totaler Unsinn. Wer nach Wien zieht wird nie in den Genuß der günstigen Wohnungen kommen. Stattdessen muss man sich um den knappen Wohnraum balgen der für Zugezogene zur Verfügung steht. Denn die günstigen Wohnungen werden nie wieder aufgegeben oder gleich wieder an Alteingesessene vergeben über Beziehungen. Aber es scheint ja immer mehr den Hang zu dieser Art von "No Borders aber in meinem Kiez schon" zu geben. Die Schwester meiner Schwiegermutter hat 20 Jahre auf 200qm Belle Epoque für die Hälfte der Miete meiner Wohnung (60qm) gelebt. Na klar ist das toll. Aber auch ein großes Missverständnis: Sozialismus ist das nämlich nicht. Außer man denkt an Wandlitz........

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Patrik74 05.03.2019, 16:23
78. Doch kann man

Zitat von Berliner42
Wie auch immer, man kann auch das Tempelhofer Feld verteidigen. Man kann aber nicht gleichzeitig hohe Mieten beklagen. Leider ist der Mensch zu derlei Unlogik fähig.
Denn um Berlin rum ist noch unglaublich viel leeres Land. Berlin muss einfach wachsen - wie jede andere Stadt auch.

Da mag zwar immer noch eine Mauer in den Köpfen sein, aber seit 30 Jahren ist da keine mehr.

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Patrik74 05.03.2019, 16:40
79. Jo

Zitat von Berliner42
Also bitte, nein. 1. wenn eine Wohnung frei wird entlastet das den Mietmarkt. Es ist keine Rede von "billiger", aber zumindest hilft es, nicht teurer zu werden 2. die Wohnungen stehen aber nicht leer - auch nicht im Zweifelsfall. Das ist einfach Unsinn. 3.natürlich sind die meisten Käufer Selbstnutzer. Sie reden hier von Dingen, ohne Ahnung davon zu haben. Auch Ihr letzter Punkt stimmt nicht. Die Sozialwohnungsquote liegt seit Anfang 2017 bei 30%. Wenn das nicht reicht - und vielleicht reichen auch nicht 100% - dann liegt das daran, daß zu wenig gebaut wird. Es wird aber auch vermutlich nie reichen. Wird die Stadt günstiger, kommen mehr Leute und treiben die Preise.
1. Nützt also nichts, es geht ja um die Frage wie Mieten wieder sinken können. Außerdem ist ein anderes Segment. Wenn Audi-Fahrer auf Tesla umsteigen, ändert das am Preis vom Polo gar nichts. Bei der 2-Zimmer-Sozialplatte und der schicken Neubauwohnung ist es genauso.

2. Meinethalben, eine Woche im Jahr ist der Chinese zum Shoppen auch mal in der Stadt

3. Es geht nicht um die Zahl der Käufer, sondern um die Zahl der gekaufte Wohnungen; wenn von 1000 Käufern einer 2500 Wohnungen kauft und die anderen alle nur eine zur Selbstnutzung, dann werden trotzdem die meisten zur Fremdnutzung gekauft.

4. Offensichtlich reicht es nicht. Dass mehr gebaut werden muss, war mein Eingangsstatement

5. So lange Berlin Alleinstellungsmerkmale wie bspw. das Tempelhofer Feld hat, wird sich die Stadt über mangelnden Zuzug nicht beschweren können. Wenn wir aus Berlin eine Null-Acht-Fuffzehn-Stadt machen, sinken bestimmt auch wieder die Mieten. Vielleicht ist das die Lösung...

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