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Entführungen - Ist Hilfe stets eine Staatspflicht? II

In einigen Entführungsfällen, bei denen Deutsche betroffen waren, wurde der Staat aktiv und war in vieler Hinsicht gefordert. Wie sehr muss sich ein Land von offizieller Seite um Entführungsopfer kümmern? Immer und umfassend? Oder ist der Staat nicht für den Leichtsinn seiner Bürger verantwortlich zu machen?

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sojiti 03.05.2006, 13:17
1.

Zitat von sysop
In einigen Entführungsfällen, bei denen Deutsche betroffen waren, wurde der Staat aktiv und war in vieler Hinsicht gefordert. Wie sehr muss sich ein Land von offizieller Seite um Entführungsopfer kümmern? Immer und umfassend? Oder ist der Staat nicht für den Leichtsinn seiner Bürger verantwortlich zu machen?
ist es denn nicht davon abhängig wer und wo entführt wurde?
die zwei männer im irak waren ja wohl dort um zu arbeiten. ich glaube sogar für den wiederaufbau des iraks. da finde ich es richtig.
wenn aber jemand in ein gebeiet,z.b. jemen fährt muss er damit rechnen. auch hier solte der staat helfen, aber sich ein großteil der kosten zurückholen.
und bei frau osthoff fällt mir wirklich nichts ein. ich glaube die dame verschweigt zuviel.

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Hallo Pinoccio 03.05.2006, 13:29
2.

Zitat von sysop
In einigen Entführungsfällen, bei denen Deutsche betroffen waren, wurde der Staat aktiv und war in vieler Hinsicht gefordert. Wie sehr muss sich ein Land von offizieller Seite um Entführungsopfer kümmern? Immer und umfassend? Oder ist der Staat nicht für den Leichtsinn seiner Bürger verantwortlich zu machen?
Fällt Ihnen denn nichts Gescheites ein? Soll jetzt das Gequake wegen Osthoff und allen möglichen GEiseln wieder losgehen?

Mein Kommentar: Freiheit für die Geiseln! Denn Geiselnahme ist unmenschlich.

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JanSouth 03.05.2006, 13:40
3.

Zitat von Hallo Pinoccio
Mein Kommentar: Freiheit für die Geiseln! Denn Geiselnahme ist unmenschlich.
Wie menschlich ist es denn, den Verbrechern x Millionen Euro in das Säckle zu schaufeln, mittels derer dann Waffen, Sprengstoff und ähnliches en masse beschafft werden können um dementsprechend massiert weiterhin hier und da ein paar Iraker abzuschlachten?

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Antisthenes 03.05.2006, 13:49
4. Selbstverschulden

Ich denke, es sollte unterschieden werden wieweit die entführte Person mitverantwortlich ist!
Wenn sich Personen (grob) fahrlässig in Gefahr begeben, sehe ich nur teilweise die Pflicht des Staates gross einzugreifen.

Von erwachsenen Mitbürgern darf erwartet werden, sich nicht unnötig in Gefahr zu begeben. Professionelle, wie Journalisten und Mediziner bsp. wissen, Gefahren einzuschätzen und wenn's mal schief geht - Berufsrisiko :).
jml2c
Anti

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stilettoes 03.05.2006, 13:52
5.

Laut Grundgesetz ist der deutsche Staat verpflichtet, Freiheit und Unversehrtheit seiner Buerger zu schuetzen. Daraus kann (!) man folgern, dass der Staat auf jeden Fall eingreifen muss.

Ob der Entfuehrte zur Kasse gebeten werden soll, wuerde ich vom Einzelfall abhaengig machen - wer in ein Land reist, das fuer Geiselnahmen bekannt ist, muss mit den Konsequenzen leben. Nicht nur im Iran wird entfuehrt, sondern auch in Laendern Suedamerikas, im Jemen und Aegypten (wenn auch seltener), alles beliebte Urlaubsziele ...

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franziskus 03.05.2006, 13:54
6.

Zitat von sysop
In einigen Entführungsfällen, bei denen Deutsche betroffen waren, wurde der Staat aktiv und war in vieler Hinsicht gefordert. Wie sehr muss sich ein Land von offizieller Seite um Entführungsopfer kümmern? Immer und umfassend? Oder ist der Staat nicht für den Leichtsinn seiner Bürger verantwortlich zu machen?
So wie es eine Auslandskrankenversicherung gibt, so sollte es eine Entführungsversicherung geben. Wenn Firmen ihre Mitarbeiter in Krisengebiete schicken, dann müssen sie auch eine entsprechende Versicherung abschließen. Die Kosten dieser Versicherung können sie ja ihren Auftraggebern in Rechnung stellen.

Wer privat in ein Krisengebiet reist, von dem das Außenamt abrät, sollte in der Regel auch die Konsequenzen tragen. Hier fällt mir die Entscheidung schwer. Ich habe einfach keine Lösung.

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Haio Forler 03.05.2006, 14:05
7.

Zitat von sysop
In einigen Entführungsfällen, bei denen Deutsche betroffen waren, wurde der Staat aktiv und war in vieler Hinsicht gefordert. Wie sehr muss sich ein Land von offizieller Seite um Entführungsopfer kümmern? Immer und umfassend? Oder ist der Staat nicht für den Leichtsinn seiner Bürger verantwortlich zu machen?
1) Sind Bürger im Auftrag des Staates im entsprechenden Gebiet tätig gewesen und entführt worden, sollte der Staat helfen und diese Kosten auch übernehmen.

2) Sind Touristen trotz Warnung in ein Krisengebiet eingereist und entführt worden, sollt Ihnen ebenfalls geholfen werden. Die Kosten sollten in diesem Fall jedoch von den Betroffenen übernommen werden.

Ein in Handschellen ausgesprochenes "Will mir nicht helfen lassen, ist zu teuer" gilt nicht, da der Staat als Interessengemeinschaft vergleichbar einem Arzt ist, der ebenfalls zur Hilfe gezwungen ist, unabhängig vom Geldbeutel des Kranken.

Ausnahmen bestätigen immer die Regel.

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Steffen Kahnt 03.05.2006, 14:38
8.

In diesem Fall sollte der Arbeitgeber für den Schaden aufkommen, der die Leute leichtfertig in den Irak geschickt hat. Die beiden Mitarbeiter könnten das Lösegeld, vermutlich im Milionen Dollar Bereich, ohnehin nicht zurückerstatten - obwohl Sie ebenfalls leichtsinnig gehandelt haben. Wird aber wohl alles am deutschen Michel hängen bleiben und Frau Merkel wird im Politbarometer am Freitag einen Spitzeplatz einnehmen.

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Dschinny 03.05.2006, 14:38
9. Lebensversicherung einmal wörtlich genommen...

Zitat von franziskus
So wie es eine Auslandskrankenversicherung gibt, so sollte es eine Entführungsversicherung geben. Wenn Firmen ihre Mitarbeiter in Krisengebiete schicken, dann müssen sie auch eine entsprechende Versicherung abschließen.
Solche Versicherungen gibt es bereits, sind aber nicht überall auch gern gesehen.

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