Forum: Politik
Entlassung von Staatssekretär Holm: Richtig - und trotzdem schade
DPA

Zur Entlassung von Ex-Stasi-Mann Holm gab es keine Alternative. Trotzdem ist sie eine schlechte Nachricht: Als Berliner Baustaatssekretär hätte er wichtige Antworten auf die Wohnprobleme der Stadt geben können.

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Adrianstein 15.01.2017, 20:28
180. Moral ist ein gordischer Knoten...

Zitat von diorder
Wieweit Muß die Kooperation mit dem SED-Regime gegangen sein? Eine Einzelfallprüfung ist sicher notwendig. Ein Vergleichspunkt wäre Angela*Merkel*geb. Kastner. FDJ-Kreissekretärin für Agitation und Propaganda bis zur Wende* ( Langguth) . Eine schöne Zeit (Interview mit H. Gauss ) Die ehemalige "rote Socke" demonstrierte mit einer FDJ-Gruppe vor dem Haus des Systemkritikers und Vater ihres Kollegen Havemann . Bilder davon zu veröffentlichen, ließ sie dem WDR verbieten ( laut SPIEGEL ) . Merke: Ganz oben gelten andere Maßstäbe : Kiesinger, Globke...
..besonders wenn Moral zum Langzeit Hütchenspiel des Ost West Konflikts wird. FDJ und Stasi ist irgendwie alles DDR, ja ? Und "Dein großer Globke" ist aber viel schlimmer als "mein kleiner Holm". Und deshalb haben wir noch zweimal mal gut im links/ rechts Schema. Und das ist doch nicht Ihr Ernst, eine FDJ Mitgledschaft mit einer Stasiverpflichtung zu vergleichen? Das ist Hitlerjugend mit Gestapo gleichzusetzen. .

In Berlin 2007 geht es nicht um Adenauer und Nürnberger Gesetze, sondern um Einzelfallprüfung hinsichtlich eines Stasioffiziersanwärters mit Selbstverpflichtung. - Und Gedächtnisproblemen 2004.

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k70-ingo 15.01.2017, 20:46
181.

Zitat von lilja174
Eher ist doch wohl der SPD-Abgeordnete Sven Kohlmeier nicht tragbar. Für die Immobilienwirtschaft Lobby-Arbeit machen und dafür auch noch vom Steuerzahler bezahlt werden.... Interessenskonflikte wohin man schaut: "Und womöglich fordern nicht alle Holm-Kritiker den Rücktritt des umstrittenen Staatssekretärs ganz uneigennützig: Der Berliner SPD-Abgeordnete Sven Kohlmeier, der als erster Sozialdemokrat erklärte, Holm sei "nicht tragbar", betreibt beispielsweise als Anwalt eine Kanzlei für Immobilienrecht. "Neubauwohnungen, Altbauwohnungen, Villen, Mietshäuser oder Wohn- und Geschäftshäuser sind besonders gefragte Immobilieninvestments", heißt es auf der Website. "Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Traum-Immobilie in Berlin rechtlich abgesichert zu erwerben."
Es wäre Berlin zu wünschen, daß Herr Kohlmeier diesen Posten bekommt. Das wäre endlich mal jemand mit einschlägiger Fachkenntnis und eine kleine Hoffnung, daß es wenigstens in einem Teilbereich weniger ideologisch und fachkundemangelbedingten Dilettantismus geben könnte.

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mini-max12 15.01.2017, 21:02
182. Hier geht es nicht um Linke oder Rechte, hier geht es um ...

Zitat von Corry Fehe
... In einer freien und offenen Gesellschaft geht es auch darum, Leute wie Herrn Holm auszuhalten. Nur der eigenen Nase nach führt in die Irre. Ich als Linke muss ja auch allerhand aushalten. Es ist an der Zeit, dass die rechte Seite der Bevölkerung kapiert, dass die linke Seite auch eine Daseinberechtigung hat.
den Rechtsstaat an sich, und da müssen Linke und Rechte gleichbehandelt werden. Die Gesellschaft wird einen Linken wie Herrn Holm schon aushalten, der öffentliche Dienst muss es nicht. Außerdem hätte ich mich genauso dagegen ausgesprochen, wenn 27 Jahre nach dem Zusammenbruch des 3. Reiches ein Gestapo-Offizier als Staatssekretär im damaligen West-Berlin eingesetzt worden wäre, egal, ob er jemandem etwas angetan hatte oder nicht. Er war in einem Repressionsapparat dabei und hat ein undemokratisches Regime aktiv unterstützt. Solche Leute in führenden Positionen braucht der Rechtsstaat nicht, es gibt genügend andere, die keinen Dreck am Stecken haben.

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kaltwasser 15.01.2017, 21:42
183. Der

gute Mann war ein hundertprozentiger Systemunterstützer. Und nach dem Untergang seines Systems war er Aktivist in der linksextremistischen Szene. Der gute Mann wusste stets wohl was er tat und tat es mit Überzeugung. Stasi und Gulag werden leider nicht mehr benötigt. Und wenn er unbedingt was mit Bauen machen will, da kann ich ihm nur eine wertvolle gesellschaftliche Tätigkeit als Bauarbeiter empfehlen. Allerdings muss man da dann wirklich arbeiten.

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Robert_Rostock 15.01.2017, 22:03
184.

Zitat von viceman
rostock herumgesprochen, was ein rechtsstaat ist und was nicht? holm war zuerst einmal wehrpflichtiger eines staates. der sich für einen 3 jährigen wehrersatzdienst, im wachregiment , entschieden hatte. dieser endete, weil der staat und sein "regiment" verschwandt nach wenigen monaten. was er - nach ihrem gusto - werden wollte/sollte und was er dann eventuell getan hätte - spielt überhaupt keine rolle, weil es nicht passiert ist. weil er nicht tat, was man ihm unterstellt, kann mann ihm -in einem rechtstaat- nicht für etwas büßen lassen, was er niemals getan hat.... es sein denn mann setzt sich selbst ins unrecht !
Wollen oder können Sie es nicht verstehen?!
Holm hat sich nicht für 3 Jahre verpflichtet, sondern für (mindestens) 25. Er hat nicht seinen Wehrdienst beim Wachregiment geleistet.
Wird diese Lügenparole "der arme Jung hat doch nur seinen Wehrdienst gemacht" irgendwo zentral vom Politbüro rausgegeben??

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Robert_Rostock 15.01.2017, 22:05
185.

Zitat von Corry Fehe
... Er war 19 und war etwa fünf Monate beim Wachregiment. ..
Nein, er war für fünf Monate bei der Stasi-Bezirksverwaltung Berlin.
Die ersten sechs Wochen waren die obligatorische militärischr Grundausbildung.
Was soll diese ständige Ablenkung, Verharmlosung, Relativierung mit dem Wachregiment?

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Corry Fehe 15.01.2017, 22:52
186. Über den Tellerrand schauen

Zitat von Robert_Rostock
Nein, er war für fünf Monate bei der Stasi-Bezirksverwaltung Berlin. Die ersten sechs Wochen waren die obligatorische militärischr Grundausbildung. Was soll diese ständige Ablenkung, Verharmlosung, Relativierung mit dem Wachregiment?
In der Gesamtbetrachtung des "Fall Holm" bleibt das für mich eine Pettitesse. Ich rücke nicht von meinen bisherigen Statements ab. Holm hat niemanden Schaden zugefügt. Das ist für mich die Meßlatte. Ich habe mit 18, 19 auch Mist gebaut und aus mir ist eine nützliche Bürgerin geworden. Holm ist ein exzelenter Wissenschaftler.
Siegerjustiz bringt uns nicht weiter!

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smsderfflinger 15.01.2017, 23:32
187.

Sie schrieben:
"Und: Holm war 19, er war fünf Monate beim Wachregiment und das Ganze spielte sich vor 27 Jahren ab. Er hat m.E. auch nicht gelogen, sondern geschummelt. Kann ich gut verstehen. Er wollte sich seine Zukunft nicht verbauen. Das ist legitim."
Weil sich das so liesst, als ob Holm lediglich 5 Monate Wehrdienst in einer stinknormalen Einheit geleistet habe, habe ich Ihnen den Beitrag des Floristen # @Robert_Rostock # empfohlen, der Holms DDR-Aktivitäten in einem weit weniger "harmlosen" Licht erscheinen lässt, und Sie gebeten, diesen zu widerlegen, falls Sie damit nicht konform gehen,
@Robert_Rostock:
"Holm war kein Wehrpflichtiger, der seinen 18-monatigen oder dreijährigen Wehrdienst beim Wachregiment ableistete.
Holm hat sich -vorher!- zu einer beruflichen Laufbahn beim Ministerium für Staatssicherheit verpflichtet. Berufliche Laufbahn heißt (mindestens) 25 Jahre.

Am 1. September 1989 schrieb er:
„Ich, Andrej Holm, geboren am (...), verpflichte mich, (...) im Ministerium für Staatssicherheit Dienst im militärischen Beruf zu leisten.“

„Bei der Abgabe dieser Verpflichtung bin ich mir bewußt, (...) daß das Ministerium für Staatssicherheit als ein bewaffnetes Organ der Arbeiter- und Bauern-Macht zum Schutze (...) der sozialistischen Gesellschaft und zum Kampf gegen alle Anschläge der Feinde des Friedens und des Sozialismus geschaffen wurde.“
http://www.tagesspiegel.de/themen/reportage/berlins-neuer-staatssekretaer-und-die-stasi-was-hat-andrej-holm-getan-und-was-hat-er-dazu-gesagt/14969070.html

Und der erste Teil der Ausbildung zum Stasi-Mitarbeiter war eine sechswöchige militärische Grundausbildung beim Wachregiment.
Danach saß Holm in der Bezirksverwaltung Berlin der Stasi und wertete Berichte aus. Dort blieb er bis zum bitteren Ende, bis zur Auflöung der Stasi."

Darauf antworten Sie nun mit oben zitiertem Beitrag, dem man lediglich entnehmen kann, dass Sie die kleine "Schummelei" nicht weiter tragisch finden...
Dass Ihre Eltern unter Franco gelitten haben, tut mir leid, doch sehe ich keinen Zusammenhang zum Thema, noch nicht einmal das Plädoyer für linke Gesinnung. (Die Buchläden nehme ich da aus)
Auch wenn Sie glauben, den Linken würde Radikalität lediglich unterstellt, so erlaube ich mir daran zu erinnern, dass sich noch stets linke Regierungen, sobald sie die Gelegenheit bekamen zu Diktaturen wandelten. (Rechtsradikale ebenso!)
D

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smsderfflinger 16.01.2017, 00:10
188.

Zitat von Corry Fehe
Und ein Rechtsstaat st eben kein Rachestaat! Das Ganze ist 27 Jahre her, Holm war 19, er war etwa fünf Monate beim Wachregiment und vor allem: Er hat niemanden Schaden zugefügt. Für seine Eltern kann er nichts. Sippenhaft geht gar nicht. In einer freien und offenen Gesellschaft geht es auch darum, Leute wie Herrn Holm auszuhalten. Nur der eigenen Nase nach führt in die Irre. Ich als Linke muss ja auch allerhand aushalten. Es ist an der Zeit, dass die rechte Seite der Bevölkerung kapiert, dass die linke Seite auch eine Daseinberechtigung hat.
Ihr Engagement für linke Gesinnung in allen Ehren, aber hier haben Sie sich nun wirklich das falsche Objekt - besser Subjekt - ausgesucht.
Das hier in der Diskussion stehende Verhalten leistet Ihrer Intention einen Bärendienst und das entgeht Ihnen?
Herr Holm hat einen Teil seines Wehrdienstes bei einer Stasi - Eiheit abgeleistet und auch eine weitergehende Verpflichtungserklärung abgegeben.
Da sein Vater ebenfalls bei der Stasi war, kann Holm jr. nicht für sich in Anspruch nehmen, er habe nicht gewusst, um was es sich handelt.
Das hat mit der von Ihnen heraufbeschworenen "Sippenhaft" gar nichts zu tun!
Dass er niemandem Schaden zugefügt hat, hat er lediglich dem Verlauf der Geschichte zu verdanken, nicht irgendeiner persönlichen Gesinnungsänderung. Oder wollen Sie ernsthaft behaupten - und haben Sie Anhaltspunkte dafür - dass H. bei Weiterbestehen der DDR mit der Stasi gebrochen hätte?
Natürlich hält eine freie Gesellschaft Leute wie ihn aus, nur sollte sie sie nicht im Staatsdienst beschäftigen. Sicher wäre ihm eine Karriere bei den Linken möglich gewesen...
Zu denken geben jedoch die veritablen Gedächtnislücken eines relativ jungen Menschen. Ich dachte immer, die hätendie alten CSU Granden exklsiv...
D.
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pittiken 16.01.2017, 00:26
189.

Zitat von Keine Zensur
Hätten SIE denn die Wahrheit gesagt? Wohlwissend, daß Sie dann ihr restliches Berufsleben in die Tonne kloppen können? Jetzt bitte mal GANZ ehrlich! Und nicht diese übliche Scheinargumentation von gebürtigen Westdeutschen, die NIE in die Situation gekommen sind, über die sie so hochnäsig urteilen, daß man annehmen müßte, daß 97,8 Prozent aller Westdeutschen, wären sie in der DDR aufgewachsen, ganz selbstverständlich in Bautzen als Widerstandskämpfer eingesessen hätten!
Nun tun Sie mal nicht so, als wären rund 16 Mio Ostdeutsche bei der Stasi gewesen, es gab noch genügend Ostdeutsche, die zwar keine Widerstandskämpfer waren, aber nicht so verlogen waren, des beruflichem Weiterkommen wegen, sich mit dem Teufel ins Bett legten. Alles eine Charakterfrage.

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