Forum: Politik
Entlassung von Staatssekretär Holm: Richtig - und trotzdem schade
DPA

Zur Entlassung von Ex-Stasi-Mann Holm gab es keine Alternative. Trotzdem ist sie eine schlechte Nachricht: Als Berliner Baustaatssekretär hätte er wichtige Antworten auf die Wohnprobleme der Stadt geben können.

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winnirich 14.01.2017, 21:21
60. Lobhudelei?

"...Als Berliner Baustaatssekretär hätte er wichtige Antworten auf die Wohnprobleme der Stadt geben können." Die Antworten kann auch jemand anders geben! Niemand ist unersetzlich! Vielleicht wird sogar daraus noch ein Glücksfall für Berlin. Ich erinnere nur daran, dass in MacPom einem Mann der Ministerposten verwehrt wurde, nur weil er auf Facebook bei der AfD ein Like hinterlassen hatte...

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Besser_Meyer 14.01.2017, 21:26
62. Der Sieg der Medien über die Politik

An dieser Entscheidung ist nichts richtig. Der Verlierer wird in Berlin der Mieter sein. Ganz toll. Bis in die 70er war eine nsdap Vergangenheit im Staatsdienst kein Problem, aber wehe dem, der 6 Monate Azubi bei der Stasi war. Dem droht Berufsverbot und Pranger. Ich war übrigens nicht bei der Stasi.

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Frietjoff 14.01.2017, 21:33
63. Ja, er wusste, dass er bereits bei »Felix« Hauptamtlicher war

Zitat von yossariania
War er nun hauptamtlicher Mitarbeiter oder hat er eine hauptamtliche Mitarbeit nur angestrebt?
Also, das lief so: wer als 18jähriger Junge hauptamtlich bei der Stasi einstieg, wurde in aller Regel erst mal drei Jahre lang konspirativ zum Wehrdienst geschickt. Das konnte bei der NVA sein oder bei den Grenztruppen oder eben beim Stasi-Regiment »Felix Dzierzynski«.

Wir hatten in meiner NVA-Einheit (in der ich sehr widerwillig Zwangswehrdienst leistete) auch so einen. Nach außen war er ein normaler NVA-Zeitsoldat (also einer von vielen, die sich, um studieren zu dürfen, zum längeren Wehrdienst überreden ließen). In seiner Personalakte stand aber klipp und klar, dass er hauptamtlicher MfS-Angehöriger war, der als NVA-Unteroffizier posierte, um für die Stasi innerhalb der NVA spionieren zu können. (Natürlich war die Personalakte nicht frei zugänglich. Wir erfuhren davon, als einer unserer Freunde mal Notvertretung für den Spieß machen musste und so aus Versehen Zugang zu Akten bekam, den er nie hätte haben sollen.) Als wir den »Stasi-Soldaten« mit unseren Erkenntnisse konfrontierten, gab er das auch zu.

Ich habe also keinen Zweifel daran, dass Holm seinen damaligen Status kannte.

Ob ihm allein wegen seiner (kurzen) Stasizugehörigkeit eine wissenschaftliche oder politische Karriere verwehrt bleiben sollte, kann man diskutieren.

Meine persönliche Meinung: Wissenschaftler an der Uni darf er meinetwegen bleiben. Ich habe 3 ehemalige Klassenkameraden, die bei »Felix« oder sogar der »echten« Stasi 3 Jahre Wehr(ersatz)dienst gemacht haben und danach trotzdem ordentliche Menschen geworden sind. (Als oppositionell eingestellte Jugendliche haben meine Freunde und ich sie damals allerdings verachtet.)

Politischer Spitzenbeamter muss ein Ex-Stasi-Mann, der über seine Verstrickung seit über 25 Jahren lügt, nun aber wirklich nicht sein. (Ich habe einen anderen Klassenkameraden, der als Jugendlicher angeworben wurde, dann aktiv spionierte, sich aber noch 1989 seinen Opfern offenbarte und seine Rolle sehr selbstkritisch aufarbeitete. DEN würde ich für jedes Amt unterstützen.)

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winnirich 14.01.2017, 21:37
64.

Zitat von Besser_Meyer
An dieser Entscheidung ist nichts richtig. Der Verlierer wird in Berlin der Mieter sein. Ganz toll. Bis in die 70er war eine nsdap Vergangenheit im Staatsdienst kein Problem, aber wehe dem, der 6 Monate Azubi bei der Stasi war. Dem droht Berufsverbot und Pranger. Ich war übrigens nicht bei der Stasi.
...man kann alte Fehler nicht mit einem neuen Fehler legitimieren...

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brazzo 14.01.2017, 21:40
65. @monopinion

In Ihrem Beispiel fehlt aber der gesamte Kontext. Vor seinem Eintritt müsste er auch in einem Staat aufwachsen sein, der seit Jahrzehnten von der NPD regiert wird und auch entsprechend indoktriniert worden sein.

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KalliGraf 14.01.2017, 21:43
66. Die vier Fehler des Herrn Holm

Herr Holm hat
1. sich für die Stasi verpflichtet und
2. bei seiner Einstellung an der Uni 2005 über seine Stasi-Zugehörigkeit gelogen und
3. hat eine linksextremistische Nähe, wie auch der BGH deutlich gemacht hat, und
4. hat keine Ahnung, da er sich als Soziologe nur mit der sog. Gentrifizierung beschäftigt hat, aber nicht mit der Struktur von Immobilien, der Finanzierung, dem Bauplanungsrecht oder der Besteuerung.

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Robert_Rostock 14.01.2017, 21:43
67.

Zitat von Flari
Man stelle sich mal vor, was die Leute krakelen würden, wenn bekannt würde, dass jemand von der Union z.B. eine FdJ-Vergangenheit gehabt hätte. Zum Glück wurde dort jeder richtig kontrolliert und alles offengelegt.
Sie wollen doch nicht ernsthaft eine "FDJ-Vergangenheit", die so ca. 99% der DDR-Bürger hatten, mit einer hauptamtlichen Stasi-Tätigkeit gleichsetzen.

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pebcak 14.01.2017, 21:47
68. Soso,

Na dann schaut Euch im Bundestag und den Ministerien mal um... :D

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brazzo 14.01.2017, 21:47
69. @Corry Fehe

Ich war schon sehr lange nicht mehr in Berlin, aber so wie ich die Berliner kenne, werden die da schon so einiges fabriziert haben.

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