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Entlassung von Staatssekretär Holm: Richtig - und trotzdem schade
DPA

Zur Entlassung von Ex-Stasi-Mann Holm gab es keine Alternative. Trotzdem ist sie eine schlechte Nachricht: Als Berliner Baustaatssekretär hätte er wichtige Antworten auf die Wohnprobleme der Stadt geben können.

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teijin 14.01.2017, 21:47
70. Sie vergleichen aber schon Äpfel mit Birnen

Zitat von schwarzeliste
Etliche Politiker mussten gehen, weil ihnen Plagiarismus bei der Diss vorgeworfenen wurde. ......
Die betroffenen Politiker haben auch noch Jahrzehnte nach ihrer erschlichenen Dissertation ihren Dr. vor sich her getragen, weil der ihrer Karriere dienlich war. Herr Holm hat seine angestrebte MfS-Karriere aber keineswegs weiterhin zu seinem Vorteil genutzt. Eher hätte er dieses dunkle Kapitel lieber aus seiner Vita gestrichen.

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Robert_Rostock 14.01.2017, 21:51
71.

Zitat von brazzo
Meine Güte, er war Offiziersschüler beim Wachregiment und damit viel eher bei der Armee als bei der Stasi, auch wenn es auf dem Papier dem MfS unterstellt war. ...
Das ist nicht richtig.
Holm hatte sich zu einer beruflichen Karriere bei der Staatssicherheit verpflichtet.
Die Stasi gehörte zu den "bewaffneten Organen" der DDR und war straff militärisch organisiert, alle Stasi-Mitarbeiter hatten einen militärischen Rang. Alle, nicht nur die beim Wachregiment.
Ergo waren diejenigen, die sich in der Ausbildung zum hauptamtlichen Stasi-Mitarbeiter befanden, Offiziersschüler. Und diese mussten zuerst eine militärische Grundausbildung absolvieren, die beim Wachregiment stattfand.
Schon interessant, wie hier immer die Legende verbreitet wird, er sei doch nur beim Wachregiment gewesen. Manchmal wird sogar behauptet, er habe doch nur seinen Wehrdienst dort abgeleistet.

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angelobonn 14.01.2017, 21:54
72. Inhaltsleerer Kommentar

Der Kommentar ist letztlich inhaltsleer. Er behauptet zwar eine große fachliche Qualifikation, aber außer der Information, dass Herr Holm Soziologe ist, erfährt man darüber nichts. Mir ist auch rätselhaft, weshalb ein Soziologe besondere Qualifikation für Wohnungspolitik haben sollte. Das Problem in Berlin besteht ohnehin nicht in zu hohen Preisen, sondern im niedrigen Einkommensniveau. Gebraucht wird eine vernünftige Wirtschaftspolitik, die zur Ansiedlung gut bezahlter Jobs führt. Ein RRG Senat wird das aber nicht schaffen.

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Robert_Rostock 14.01.2017, 21:54
73.

Zitat von Besser_Meyer
An dieser Entscheidung ist nichts richtig. Der Verlierer wird in Berlin der Mieter sein. Ganz toll. Bis in die 70er war eine nsdap Vergangenheit im Staatsdienst kein Problem, aber wehe dem, der 6 Monate Azubi bei der Stasi war. Dem droht Berufsverbot und Pranger. Ich war übrigens nicht bei der Stasi.
So ein Quatsch. Der Posten des Wohnungs-Staatssekretär steht der Linkspartei zu. Also wird der Nachfolger von Holm wieder von der Linkspartei sein. Und kann genau dieselbe Politik machen wie Holm.
Und diese Verweise auf die Nazis sind nur noch lächerlich. Weil das damals falsch gemacht wurde, muss man es heute wieder falsch machen?!

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DieterSchaefer 14.01.2017, 22:00
74.

Zitat von Sharoun
Was genau hat denn dieser zu Wendezeiten gerademal volljährige "Ex-Stasi-Mann" jetzt - also bzw. damals - angestellt? Welchen VERLUST seine Entlassung für die Berliner Kommunalpolitik darstellen wird, wurde ja bereits erwähnt...
Genau diese Gedanken habe ich mir auch gemacht.

Zur Erinnerung!
Wieso fand nach 1945 bis in die 1980er Jahre eigentlich diese Jagd nie statt.
In allen möglichen Positionen dieses Staates saßen ehemalige Nazis und jeder sprach, hinter vorgehaltener Hand, davon.
Von den Posten würde keiner entfernt.

Ich habe mir dieses Gesicht angeschaut und automatisch zurück gerechnet. Junger Kerl gewesen damals.

Nun wird so eine Person, obwohl die meisten seine Kompetenz nicht bestreiten, verbrannt und wie die "Sau" durch dass Dorf gejagt.
Er hat sich entschuldigt und ich finde man sollte Menschen immer Chance einräumen!

Wir deutschen sind wahrlich gut in der Art und Weise wie wir Vergangenheitsbewältigung betreiben.

Bin übrigens weder in "Der Linken" noch in sonst einer Partei.
Ich versuche es einfach mit Menschenverstand!

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thschmidt 14.01.2017, 22:10
75. nicht vergleichbar !

Zitat von monopinion
Nehmen wir dich nur mal an dass einer für 6 Monate bei der NPD war, das könnte wohl einen Shitstorm auslösen.
Ihr Beispiele kann man nicht vergleichen mit der "Stasi". Es waren völlig unterschiedliche Gesellschaften, Umstände und Ziele jeweiliger Gruppen. Hätte man nach `45 auch solch ein Theater gemacht und alle Helfern Adolfs eine Führungs bzw Leitungsposition abgelehnt wäre die Wirtschaft ohne Leitung gewesen.
Was den Holm`s betrifft: Ich finde es echt irrsinnig 27 Jahre nach der Wende Leute für Ihre Vergangenheit abzustrafen. Besonders die Generation um Holms und minimal älter (Jahrgänge 1960 - 1971). Wer zu deren Zeiten nach dem Abi studieren wollte kam um einen verlängerten bzw besonderen Armeedienst nicht herum und ist 3 Jahre zur NVA bzw. zum Wachregiement gegangen mit der Chance im Anschluss seine Fach studieren zu können. Und das Wachregiment lief unter der Führung vom MfS. Solche Leute führten nie böses im Schilde, nur ihrer Bildungschance wegen gingen sie diesen Weg.

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stefan taschkent 14.01.2017, 22:21
76. Gut so

Sich mit 19 Jahren für das MfS zu verpflichten stigmatisiert einen sicher nicht für alles und immer, aber hohe Staatsämter in einer Demokratie sollten tabu sein. Da muss er durch. Alles andere wäre ein Schlag ins Gesicht der Opfer dieser armseligen Diktatur "DDR". Gruß aus Dresden

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k70-ingo 14.01.2017, 22:26
77.

Zitat von kraijjj
Soweit ich weiß war Holm 18 als er sich für eine Ausbildung beim Stasiwachbatallion o.ä. entschied. Da kann man sicher nicht sagen, das er ein überzeugungstäter gewesen ist, noch jemanden Schaden zugefügt hat. Die Wende kam, die alte Welt verging und man sollte meinen, das so ein Mensch, dessen fachliche Kompetenz anscheinend unzweifelhaft ist, wieder eine Chance bekommen kann. In Anbetracht der Tatsache, das in CDU und CSU Leute mit gekauften Titeln heute noch hohe Positionen bekleiden, frage ich mich ob das ganze Gebahren der Medien und der Politil nicht etwas heuchlerisch ist.
Mit 18,19 Jahren ist das politische Bewußtsein ausgeprägt genug, um zu wissen, was für eine Bedeutung so eine Entscheidung hat.

Ebenso bewußt und weltanschaulich fundiert war meine Entscheidung -ich bin gleichaltrig mit Herrn Holm-, bei meinen DDR-Besuchen (dank Visum für den Kleinen Grenzverkehr unkompliziert machbar), verbotene Presseerzeugnisse wie den SPIEGEL zu schmuggeln. Um die möglichen Konsequenzen beim Erwischtwerden wußte ich auch. Es ging sowohl um den Nervenkitzel, als auch ums ideologische Prinzip.

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carlo1962 14.01.2017, 22:32
78. Warum schade?

Was sollte dieser Stasi-Mitarbeiter in Berlin bewirken, wenn er unter massiven Alzheimer leidet? Oder wie soll man die massiven Gedächtnislücken bezeichnen, unter denen er offensichtlich leidet? Warum hat er nicht offen gesagt, dass er damals zur Stasi gehört hat? Man kann es ihm nicht abnehmen, dass er dies angeblich nicht bemerkt hat. Sonderbar, dass Mehrgeld hat er auf jeden Fall angenommen.
Bestimmt hatte er tolle und gute Ideen, um den Berliner Wohnungsmarkt neu und vielleicht auch besser zu organisieren. Aber wenn er immer wieder vergisst, was er am Vortag gemacht hat, dann sollte er nicht in die Politik gehen.

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AlfredVail 14.01.2017, 22:36
79. Ja...

"Als Berliner Baustaatssekretär hätte er wichtige Antworten auf die Wohnprobleme der Stadt geben können"

Ja, z.B. dass Hausbesetzung ein probates Mittel zur Wohnungspolitik ist?
Ist es das was sie meinen Herr Gathmann?

Meine Herren!

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